Abgrund zu tief, Rätsel zu schwer...

Kolumne vom 23.09.2012, 19:37

Es klappt noch immer nicht. Der gefühlte 2746ste Versuch ist immer noch nicht von Erfolg gekrönt. Gegner zu stark, Abgrund zu tief, Rätsel zu schwer, KI-Helfer zu dumm und Strecke zu verworren. All das sind Hauptgründe warum man einfach nicht zu einem viel gewünschten Sieg kommen kann. Blöd gelaufen. So wird man das dumme Spiel doch nie durchspielen können...

Es hat irgendwann doch geklappt. Ich hab geschätzte 2 Jahre damit verbracht, aber ich hab mir letztendlich doch alle erdenklichen Trophäen bei Super Smash Bros. Melee geholt. Es war eine schöne Zeit. Und jetzt seht her: Ich bin der Bezwinger einer Lebensaufgabe! Der Held an den Controllsticks! Der, der mit dem Gamecube tanzt! Die Balladen der kommenden Generationen werden sich auf meine ehrenhaften Taten beziehen!

Dieses Hochgefühl stellt sich bei heutigen Spielen leider nicht mehr so oft ein. Denn es wird einfach alles auf leicht getrimmt, damit ja nirgends Frust aufkommt. Damit sich ja keiner vom Spiel abwendet. Damit dass auch Oma und Opa probieren können...

Viele der "Zugänglichkeitsideen": sind ja nicht schlecht: Dass man bei wiederholtem Löffel abgeben bei diversen neuen Mario-Jumpern optionale Hilfestellungen bekommt macht nichts - schließlich muss man das nicht verwenden. Dass die Schwierigkeitsschraube allerdings ordentlich noch unten gedreht wurde, ist ein ziemlicher Griff in die Röhre. Leben doch gerade Jump & Runs von der Angst vor dem Absprung und dem Hochgefühl, wenn man sich letztendlich doch ans sichere Ufer befördert hat.

Doch nicht nur die Hüpfspiele sind von einer "Verweichlichung" betroffen: Bei Shootern darf man jetzt sein Leben schnell wieder regenerieren sobald man mal 2 Sekunden nichts vor den Latz bekommt, die Rätsel in Adventures werden einem mit Vorliebe mit solcher Offensichtlichkeit unter die Nase gerieben, dass man den Mief schon nicht mehr aushalten kann und es würde mich nicht wundern, wenn man bei Rennspielen bald einen Autopiloten einschalten könnte. Man spielt ja schließlich nicht um die Herausforderung, sondern um zu gewinnen.

Es gibt sicher auch heute noch sehr schwere Spiele (The Lost Levels und F-Zero GX zeigen gerade auf mich, lachen und formen die Worte "Stimmt ja gar nicht..."), aber diese gehen entweder unter oder haben sonst einfach nicht viele andere Qualitäten außer eben schwer zu sein.

Wobei ich gar nichts mehr in der Art wie Lost Levels will - eigentlich ist das sogar zu schwer. Aber es könnte doch bitte ein bisschen weniger weichgeklopft sein und auch noch genug Herausforderung bieten, sodass man es nicht im Halbschlaf durchspielen kann.

Hat meine Meinung hier Gewicht? Gehe ich zu hart mit den heutigen Spielen um? Mögt ihr eure Spiele lieber weich oder hartgekocht? Und hat eigentlich irgendwer The Lost Levels ganz in einem Run durchgespielt, ohne den Game Over Screen zu begrüßen?

ReynTime, 2.919 Zeichen •

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