Brettspiel vs. Videospiel

Kolumne vom 10.10.2012, 09:16

Die Schlacht hat begonnen. Die Soldaten sind bereit; halb Abfrika einzunehmen. Jetzt hängt alles vom Glück ab... wird das Schicksal der Welt heute entschieden werden? Wie viele werden geopfert und zurückgelassen? Ist es das ganze überhaupt wert? Und warum haben die versammelten eingeladenen Freunde immer das Bedürfnis, solche Überfälle auf mein Knabberzeug zu veranstalten? -.-

Außnahmsweise geht es hier einmal nicht um Videospiele, sondern um deren Brüder: Die Brettspiele. Können die eigentlich noch mithalten? Zahlt sich ein Brettspiel aus, wenn man schon die neueste Hard- und Software daheim stehen hat? Ist ja langweilig, stundenlang an einem Tisch zu sitzen... Dazu das ganze Aufbauen, Abbauen, Wegräumen, die Würfel fallen ständig auf den Boden, irgendwer verschüttet Cola über den Tisch...

Gute Brettspiele brauchen oft Zeit. Eine ganze Menge Zeit...bis sich jemand mal seinen Zug in beispielsweise Risiko oder Catan überlegt hat, könnte man teilweise schon eine ganze Folge Simpsons schauen - was höchstwahrscheinlich interessanter ist, als demjenigen zuzuschauen, der gerade sein Hirn ratern lässt. Man könnte auch anderen sinnvollen Aktivitäten wie dem Kochen eines zauberhaften Mahls, der Staubbefreiung des Eigenheims oder der Suche nach dem Heilmittel für Krankheiten suchen, nachgehen, während andere überlegen. Die Zeit mag einfach nicht vergehen, wenn man gerade nichts tut.

Hört sich total langweilig an? Müde und unmotiviert? Kann es teilweise auch sein. Doch dann gibt es wieder diese Spiele, in denen viel gelacht wird, raffinierte Strategien mit noch raffinierteren gekontert werden und Napoleon & Co sich sogar noch Tricks abschauen könnten. Sowas macht dann Spaß - ungeheuer viel sogar.

Außerdem ist es eine nette Abwechslung. Mal weg vom Flimmerkasten. Den Stress ausklingen, die Seele baumeln lassen. Und ganz Europa an den blöd grinsenden Mitspieler verlieren...

Aber heutzutage spielt fast keiner mehr Brettspiele. Warum auch? Werden sowieso alle verdigitalisiert. Will man z.B. Die Siedler von Catan oder Risiko spielen, kann man das genauso gut online tun. Ohne den ganzen Mist auf- und wegräumen zu müssen! Wenn man ein großer Denker ist, denkt er wäre der König im Schach, muss nur einmal gegen einen Schachcomputer spielen und schon wird er wieder zum Bauern degradiert.

Ist das jetzt eigentlich gut so? Machen Spiele analog oder digital mehr Spaß? Braucht man eigentlich noch Brettspiele im Haushalt? Und wichtiger...wie bekomme ich meinen Knabbervorrat wieder auf Vordermann?

ReynTime, 2.586 Zeichen •

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