Cover: Warriors Orochi 4Story Modus
Von einem seltsamen Nebel umhüllt, finden sich viele Krieger unterschiedlicher Epochen des japanischen und chinesischen Mittelalters in einer vertrauten und doch fremden Welt wieder. Die drei Akteure, mit denen wir uns zu Beginn identifizieren sollen, sind Neuankömmlinge und müssen erst einmal mit den Gepflogenheiten vertraut gemacht werden. Es gilt Allianzen zu schmieden, die gottgleiche Magie in dieser Welt zu verstehen und herauszufinden, wie und warum man an diesem Ort gelandet ist. Erzählt wird das Ganze mit japanischer Sprachausgabe und (wirklich) sehr viel Text.

Somit wechseln sich ständig Dialoge und Prügelorgien ab. Dabei werden mit der Zeit weitere Charaktere und Features im Basislager freigeschaltet. Beides wird sogar mit entsprechenden Ereignissen in der Geschichte verankert. Aus der immer weiter wachsenden Kriegerriege suchen wir uns drei als Hauptkämpfer aus und stellen vier weitere als Supporter bereit. Diese verbessern die drei Grundwerte des Trupps und erhalten nach gewonnenen Schlachten ein paar Boni.

Die Geschichte selbst ist in Kapitel unterteilt. Diese bieten eigene kleine Plots und treiben die Haupterzählung voran. Zeus möchte eine neue Welt erschaffen, doch sein Sohn Perseus realisiert das Leiden, welches sein Vorhaben über die Menschen bringt und versucht ihn zu sabotieren. Acht mächtige Armreifen in Form von Schlangen spielen dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle.
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Gameplay und Steuerung
Gerade zu Beginn metzteln wir uns durch Horden von Gegnern und erledigen einen General nach dem nächsten, um den Kampf abzuschließen. Hier tritt trotz der eigentlich gut eingebundenen Lernkurve zügig Monotomie auf. Zumal außer feindlichen Kommandanten, gelegentlich ein paar verschlossenen Toren oder dem Geleit eines computergesteuerten Verbündeten, nicht viel Abwechslung innerhalb der Missionen geboten wird.
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Zwei Tasten dienen den Standardangriffen und können zu Kombos aneinandergereit werden. Mit A entfesseln wir den mächtigen Muoso-Angriff - die dafür vorgesehene Leiste muss natürlich gefüllt sein. B lässt den Charakter springen, was sich aber eher selten notwendig entpuppt. Eine Ausweichrolle wäre hier deutlich praktikabler gewesen. Ferner dient die linke Schultertaste dem Blocken und mit ZL und ZR wechseln wir den gerade aktiven Kämpfer - dies ist sogar während einer Kombo möglich. Das Anvisieren gegnerischer Befehlshaber und der Rage-Zustand wurden auf die Analogsticks gelegt.
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Zum Schluss gibt es noch die neu eingeführten, magischen Waffen. Halten wir die R-Taste gedrückt, können wir mit den drei verschiedenen Angriffstasten unterschiedlich starke, magische Angriffe wirken, die je nach Waffe variieren. Davon unabhängig können wir, die richtigen Voraussetzungen erfüllt, eine kräftige Explosion beschwören, bei der alle gewählten Kämpfer und Supporter kurzzeitig auf dem Schlachtfeld erscheinen. Auch hier muss natürlich eine eigene Leiste im Auge behalten werden, um diese machtvollen Optionen nutzen zu können.
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Gemeinsam in die Schlacht
Die Geschichte lässt sich auch kooperativ im Splitscreen erleben. Hierbei stellt sich jeder Spieler einen eigenen Dreiertrupp zusammen, während die Supporter geteilt werden. Lobenswert zu erwähnen ist die Unterstützung des Single-Joy-Con. Nutzen wir diese Steuerungsmethode, bleiben uns zwar die Kamerakontrolle und das Anvisieren gegnerischer Generäle verwehrt, doch können so immerhin jederzeit ein paar gemeinschaftliche Gemetzel angegangen werden.
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Auch Online können wir in die Story eines anderen Spielers miteinsteigen oder im eigenen Battle Arena Modus mit- und gegeneinander antreten. Leider hat die Battle Arena nur eine Karte zu bieten, die auch noch wesentlich kleiner ausfällt, als alle anderen aus der Geschichte. In 3-gegen-3-Kämpfen versuchen wir drei Checkpunkte für unsere Seite zu gewinnen. Hier merkt man allerdings stark, dass das Warriors-Gameplay nicht unbedingt für PvP ausgelegt ist, denn die Schlachten entwickeln sich eher zu einer Art Ausdauerkrieg. Ferner steht nur ein Bruchteil der Charakterriege zur Auswahl und jeder Spieler darf nur zwei Figuren in die Schlacht führen. Mehr als eine nette Abwechslung ist es daher bedauerlicherweise nicht.
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Content-Monster
Mit 170 spielbaren Charakteren hat Warriors Orochi 4 es jüngst ins Guinness-Buch der Weltrekorde geschafft. Und als wäre diese Zahl nicht schon beachtlich genug, setzen die Entwickler noch einen drauf. In der Galerie können wir uns neben einer Biografie und ihren Kombomöglichkeiten noch jeden gesprochenen Satz aus dem Spiel zu Gemüte führen. Selbst die Konversationen mit anderen Figuren lassen sich hier noch einmal ansehen. Und für ganz Wissbegierige werden die Ereignisse der vorangegangenen Warriors-Orochi-Teile auch noch einmal zusammengefasst. Fernerh kann jeder Charakter, seine Waffen und das Basislager mit verdientem Gold und Erfahrungspunkten aufgewertet werden. Für ordentlich Langzeitmotivation ist also gesorgt.
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Als wenn das noch nicht genug wäre, gibt es noch eine ganze Reihe DLCs im eShop. Kostüme, Reittiere, Musikstücke und neue Missionen lassen einzeln oder im günstigeren Gesamtpaket erwerben. Für diejenigen, die es immer noch nach mehr dürstet, ein willkommenes Angebot.
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Fazit
Warriors Orochi 4 ist ein Liebesbrief an das Musou-Genre. Und es ist ohne Frage erstaunlich, was Koei Tecmo hier ohne große Verluste auf die Switch übertrug. Das repetetive Gameplay ist sicher nicht jedermans Geschmack, doch wer durch Hyrule Warriors und Fire Emblem Warriors Feuer fing, greift bedenkenlos zu.
Simon Singleplayer: 80%
Multiplayer: 77%


Verfasst von Simon am 28.10.2018,
bemustert durch Koch Media
für bis zu 2 Person/en
Release am 19.10.2018