Mario Power Tennis

Nintendo Game Boy Advance

Mario Power Tennis, Covermotiv
Hmmm... etwas anderes erwartet hatte ich schon, als ich Mario Power Tennis startete. Schließlich heisst mein Lieblings-Tennis-Spiel für den GameCube haargenauso. Was sonst also, als ein perfektes, arcadiges Mario-like Tennis-Game sollte da auf mich warten?

Tja, ein Mario-Spiel schon mal nicht. Und ein Tennis-Spiel irgendwie auch nicht. Jedenfalls nicht so wirklich. Denn im Story-Modus ist keine Spur von Mario, Luigi, Peach und Co. Stattdessen wählt man den Jungen Max oder das Mädchen Tina aus und spielt, ja, wie der Name schon sagt, eine Story. Im Grunde ist es egal, ob man Max oder Tina wählt, weil das Wesentliche sich gleicht, aber einige wenige Nuancen variieren. Dennoch geht es darum, dass beide an die Spitze des Clubs wollen.

Doch da erscheint eine Bande von Maskierten im Club, die für Furore sorgen. Sie spielen grandios und niemand im Club ist ihnen gewachsen. Max und Tina schon gar nicht, denn die fangen ja erst an. Somit starten sie in der C-Klasse und arbeiten sich Rang für Rang, Match um Match, nach oben. Mit jedem gewonnenen Match geht es etwas höher.

Das Seltsame ist nur, ich erwähnte es eingangs bereits, im Story-Modus fehlt das Gefühl, dass man auch tatsächlich ein Tennis-Game zockt. Denn die ersten 10-15 Minuten wird gelabert und gelabert. In epischer Breite. Man soll auf dem Clubgelände hierhin laufen und dorthin gehen, nebenbei wird mit anderen im Club rumgezickt und über die nebulösen Maskierten getrascht. Endlich dann kommt das erste Match, das man in nicht mal 2 Minuten erledigt hat, und prompt muss man wieder diverse Leute ansprechen und eine Menge verbales Säbelrasseln über sich ergehen lassen, bis endlich das nächste Match kommt.

Das wäre zu ertragen, wenn es weniger Text wäre, oder wenn man all die Dialogtäfelchen einfach überspringen könnte - aber Pustekuchen. Man muss schön brav alles wegdrücken, nicht zu vergessen, dass die Story ja verlangt, mit verschiedenen Personen zu quatschen, sodass man nicht mal einfach nur immer wieder A drücken kann, sondern auch noch herumlaufen muss, sodass man den Blick nicht vom Bildschirm nehmen darf. Immerhin gibt es aber nach jedem Match Erfahrungspunkte, die man auf Max und/oder Tina verteilen kann, sodass sie mit der Zeit schneller, stärker, wendiger, bzw. Aufschläge, Slices und so weiter verfeinert werden.

Ich komme also nicht umhin, nachdem ich nach bereits 45 Minuten erst 4 Matches, jede Menge Text und Lauferei, sowie eine geringe Handvoll Level-ups hatte, mich zu fragen, was zum Honk das mit Mario zu tun hat? Ich spiele hier eine Mixtur aus "Mario Tennis" und "Mario & Luigi" - aber keine Spur von Mario...? Nun, ohne zu viel zu verraten: Natürlich kommen auch Mario und seine Gang vor, allerdings... Naja, ich verzichte auf den Spoiler. :)

Neben dem Story-Mode gibt's noch das Freie Match und auch den Versus-Modus. Im Freien Match spielt man für sich selbst im Einzel oder Doppel (mit einer CPU als Partner/in) gegen CPU-Gegner. Und hier finden sich alle im Story-Modus bislang angetroffenen Jungs und Mädchen als spielbare Charaktere wieder. Ebenso wie Max und Tina, die genau jene Fähigkeiten besitzen, wie sie in der Story gelevelt wurden. Nicht zu vergessen, dass ein noch jungfräulicher Spielstand bereits mit Mario, Luigi, Donkey Kong, Peach, Waluigi und Bowser aufwartet. Alle Jungen, Mädchen und Nintendo-Charaktere unterscheiden sich dabei jeweils in Kategorien, wie Vielseitig, Präzise, Defensiv oder Kraftvoll.

Für den Versus-Modus gilt im Grunde dasselbe wie für das Freie Match, nur, dass man hier gegen menschliche Spieler/innen antritt, bzw. in Doppel-Teams jeweils auch miteinander. Allerdings ist dafür Voraussetzung, dass alle Teilernehmer/innen einen GBA mitsamt eigenem Modul besitzen. Für Virtual-Console-Gamer/innen also eine Sackgasse.

Allerdings macht das bei diesem Titel nicht so wahnsinnig viel aus. Freies Spiel und Versus sind zwar nämlich sehr unterhaltsam und bieten viele Finessen und Abwechslung, aber der Kern des Spiels ist eben der Story-Modus, der nunmal eine Einzelspieler-Angelegenheit ist, die etwa 10-15 Stunden andauert. Je nachdem, wie gut man spielt, bzw. ob man einige Matches mehrfach bestreiten muss. Allerdings ist wichtig zu erwähnen, dass gefühlt(!) ein Drittel der Spieldauer mit Rumlatschen und Textlesen verbracht wird.

TECHNIK
Technisch ist alles in bester Ordnung. Mario Power Tennis für den GBA ist sehr gut gealtert. Alles ist hübsch anzusehen und wirkt farbenfroh, ohne knallig oder chaotisch zu sein. Auch der Sound klingt sehr gut und bietet hier und da einige Ohrwürmer, die man auch nach dem Spielen vor sich hindudelt.

Die Steuerung ist, Camelot sei Dank, genau richtig. Es gibt drei Grundsettings: Einfach, Normal und Schwierig. Damit ist weniger gemeint, wie schwer die Steuerung ist, sondern vielmehr, wie gut man selbst spielt. Denn je besser man ist, desto mehr Kontrolle möchte man haben und desto weniger Automatismen sollen walten. Stellt es Euch vor wie die Auto-Drift-Funktion in Mario Kart, die man ja auch an- und abschalten kann.

So können also dann Lobs, Slices, Volleys und dergleichen nach Belieben gespielt werden, ebenso wie Nach-dem-Ball-Hechten und gar Powerschläge sind möglich, die bei jedem Charakter defensiv und offensiv möglich und bei jedem Ballwechsel begrenzt möglich sind. Denn sonst würden sich beide Seiten ja nur noch die Mega-Schmetterbälle um die Ohren pfeffern.

FAZIT
Dass gerade der Story-Modus eher weniger "Mario" bietet, ist kein Problem, denn ob die Charaktere nun Max, Tina, Till, Sylvia oder Mario, Luigi, Bowser, Peach heißen, ist irrelevant - das Gameplay ist stets dasselbe. Und darauf kommt es an, denn das Gameplay ist optimal. Allerdings nagt das Gelatsche von A nach B nach C nach D an den Nerven, und das Lesen-und-Wegdrücken-müssen der häufig eher belanglosen Textzeilen steht dem in nichts nach. Wenn es wenigstens lustig wäre... ...stattdessen bekommt man kindisches Gezänk der Marke "Ich bin der Beste und ich gewinne das nächste Match, wirs'de schon sehen!" serviert.

Das Freie Spiel kann man sich im Grunde schenken, denn trotz der aufgepfropften Rollenspiel-Elemente in der Story spielt man hier reichlich Tennis auf allen nur erdenklichen Schwierigkeitsgraden - und früher oder später hat man alle besiegt, wozu noch das Freie Spiel? Der Versus-Bereich wäre da natürlich schon interessanter, WENN man auf originale GBA-Hardware zurückgreifen kann, denn die Virtual Console bietet wieder mal keinerlei Multiplayer-Link-Feature.

Bleibt also doch irgendwie nur der Story-Modus - und der ist umfangreich und unterhaltsam genug, um eine Weile bei der Stange zu halten. Trotzdem: Etwas weniger Text hätte dem Gesamteindruck gut zu Gesicht gestanden.

TheUnknown *, 6.722 Zeichen, veröffentlicht am 30.06.2014 •
Singleplayer: 75%
Multiplayer: 70%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Singleplayer: 80,50%
Multiplayer: 70,00%
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GBA-Link-Kabel GBA-Wireless-Adapter Kann außerdem auch über den Nintendo eShop heruntergeladen werden Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 18.11.2005, Preis: 6,99€, 1-4 Spieler/innen

Bilder

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