Golden Sun - Die dunkle Dämmerung
Von Fortsetzungen, die viele Jahre später und zudem noch auf einer anderen Konsole veröffentlicht werden, halte ich generell eigentlich nichts. Meistens sind diese lieblos umgesetzt worden und haben nur noch wenig mit dem alten Spielprinzip gemein, da man durch zig Neuerungen versucht, dem Spiel neuen Wind zu verleihen.Genau so kritisch bin ich an Golden Sun - Die dunkle Dämmerung herangegangen und muss zugestehen, dass ich eines Besseren belehrt wurde.
Bevor es losgehen kann, wird einem die vorangegangene Geschichte rund um Issac und seine Gefährten der ersten beiden Teile ausführlich in einem scheinbar endlosen Text erläutert. Einerseits denke ich mir, dass dieser viel zu lang geraten ist, da man bestimmt zehn Minuten nur mit Lesen verbrachte. Im Nachhinein war ich allerdings froh, dass er so detailliert verfasst wurde, da mir viele Situationen und Storylines der ersten Spiele wieder eingefallen waren. Nachdem man wieder mit der Welt von Golden Sun und deren Vorgeschichte vertraut ist, beginnt auch schon das Abenteuer - 30 Jahre später nach jenen Ereignissen.
Ihr schlüpft in die Rolle des jugendlichen Sohnes, namens Mathew, von Isaac, der mit den Kindern Ivans usw. befreundet ist. Wie Isaac einst, tritt Mathew in die Fußstapfen eines Erd-Adepten, seine Freunde Kiara in die eines Wasser- und Tyrell in die eines Feuer-Adepten. Hinsichtlich der Funktion eines Adepten und der Möglichkeiten Psynergy und Dschinns zu verwenden, hat sich nichts geändert.
Tyrell ist ein Querschläger und Unruhestifter und widerspricht den Geboten seines Vaters und Isaac, welcher nämlich in einer seiner Taten die Gleitschwinge, die sich nur mit der Feder eines Rocks wieder reparieren lässt, zerstört und in einem Wald bruchlandet. Also machen sich die beiden älteren Herren, Mathew und Kiara auf den Weg, die Überreste der Gleitschwinge und Tyrell zu finden, bevor dieser von Monstern angegriffen wird. Diese ist auch der Einstieg ins Spielgeschehen, um euch zu zeigen wie das Kampfsystem, der Einsatz von Psynergy und Dschinns inner- und außerhalb des Kampfes, das Verbünden mit Dschinns und Beschwörungen funktionieren. Für Veteranen ist es ein Einfaches, diese Passage zu meistern, da das Spielgefühl genau so ist, wie mit den beiden GBA-Teilen.
Nach der Rettungsaktion beginnt das eigentliche Abenteuer, denn nun müssen die drei Jugendlichen eine Feder des Rocks besorgen, damit die Gleitschwinge wieder instand gesetzt werden kann. Auf ihrem Weg werden sie auf alte Bekannte, wie z.B. Kraden, treffen, die mehr oder weniger wichtig für die Entwicklung des Spielverlaufs sind.
Wie schon beschrieben, finden sich viele Elemente aus den alten Teilen in Golden Sun - Die dunkel Dämmerung wieder. Das Kampfsystem und der Einsatz von Psynergy, um Gebiete in Städten und Wäldern zu passieren, wurden beibehalten, jedoch erscheint alles in polygoner Grafik. Die Animationen sind wunderschön, die Landschaften sind schön gestaltet und überhaupt alles sehr stimmig gehalten. Als Einziges störte mich zu Beginn jedoch, dass die Charaktere alle eine schmale, schwarze Kontur besitzen. Vermutlich wurde dies eingefügt, damit diese sich besser vom Hintergrund abheben
Der Einsatz von Dschninns ist ebenfalls unverändert geblieben. Man kann sie in den Kampf schicken, sie werten Attribute auf, man kann sich mit ihnen verbünden und sie können sich wie gewohnt zu beschwörbaren Monstern vereinen, die im Kampf auf die Gegner losgelassen werden können. Hier können bis zu 80 verschiedene Dschinns gesammelt werden, eine sehr beachtliche Zahl, zumal fast alle Dschinns unterschiedliche Eigenschaften besitzen.
Je tiefer man in die Geschichte gerät, desto verzwickter wird alles. Sobald man eine Stelle in dem Spiel erreicht hat wird man vor einer Aufgabe zur nächsten geschickt. So passiert es zum Beispiel, dass man zuerst eine Person aufsuchen soll, dazu jedoch erst in eine andere Stadt reisen muss, wo erwartet wird, dass man ein Objekt besorgt, welches man nur erstehen kann, wenn man zuvor zwei andere Objekte sucht und dazu noch zwei Labyrinthe meistert. Was anfangs etwas viel und verwirrend rüberkommt klärt sich nach und nach auf, und man weiß eigentlich immer, was zu tun ist, und wohin man hingehen muss.
Neuerungen sind in dem Spiel spärlich gesät, aber dafür sind es ganz schicke. Eine davon ist die Tatsache, dass man nun zu mehr als vier Adepten reist. Während der Reise von Mathew, Kiara und Tyrell treffen sie unter anderem auf den Wasser-Adepten Rief, ein Schüler von Kraden, oder den Prinzen Aitis. Nun kann man entscheiden, welche der Freunde in den Kampf treten sollen, allerdings können immer nur bis zu vier ins Kampfgeschehen eintreten. Dies kann man nicht nur außerhalb des Kampfes bestimmen, sondern auch währenddessen. Dazu muss man lediglich anstelle eines Angriffs zuvor die Personen untereinander austauschen und dann anschließend eine Attacke ausführen oder Psynergy wirken.
Eine weitere Neuerung ist, dass man die Funktionen des DS ausnutzt und das Spiel komplett mit dem Stylus steuern kann. Anfangs nutze ich nur diese Weise, wechselte jedoch später zu der klassischen Knöpfe-Variante da es einfach angenehmer ist den DS in zwei Händen zu halten während man sich gemütlich auf die Couch legt.
FAZIT
Golden Sun - Die dunkle Dämmerung ist ein rundum gelungenes Spiel, welches seinen beiden Vorgängern in nichts nachsteht, vielleicht sogar einen Ticken besser ist. Die Grafik ist für einen DS-Titel locker im oberen Bereich anzusiedeln, die Melodien und Soundeffekte sind stimmig und typisch für Golden Sun, die Geschichte wird intelligent fortgesetzt und beantwortet noch offene Fragen der alten Teile. Die Spiellänge von gut 20-25 Stunden passt ebenfalls, und es gibt überall etwas zu entdecken. Daher gibt es von mir eine glatte Kaufempfehlung!
Singleplayer: 94%
• Luigi-The-Best *, 5.827 Zeichen, veröffentlicht am 06.01.2011 •
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe.
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!
Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Rezensionstext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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User-Kommentare
| Ligiiihh Registriert: 09.05.2012, 20:13:57 |
Kommentar #1 vom 06.01.2011, 18:34:14 Uhr Komisch, ich konnte nirgendwo die Stelle finden, an der die Dialoge der Helden kritisiert wird, die zehnmal länger dauern als bei normalen Leuten. o0 |
| Luigi-The-Best * Registriert: 08.05.2010, 12:26:02 |
Kommentar #2 vom 06.01.2011, 19:16:15 Uhr Das empfand ich jetzt nicht so. Vielleicht haben sie hier und da etwas mehr geredet als manch andere, aber dennoch hat es meiner Meinung nach gepasst und die Geschichte gut voran getrieben. |
| Ligiiihh Registriert: 09.05.2012, 20:13:57 |
Kommentar #3 vom 14.01.2011, 19:38:48 Uhr Hmm, ich fand das Gameplay schon immer genial, aber bis zum zweiten Drittel des Spiels passiert ja nicht wirklich was. Man läuft herum, bekommt Probleme, weiß aber nicht, was der Bösewicht will. Will mal hoffen, dass im 3DS-Titel (der hoffentlich erscheinen wird o0) mehr passiert. |































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