Make-Up & Style

Nintendo DS

Make-Up & Style, Covermotiv
Make-Up & Style
Make-Up & Style von rondomedia ist nun endlich zu haben. Ich hab den Jungs im Team mal die Aufgabe abgenommen, und das Spiel für euch getestet ;)

Also, worum geht es bei diesem Titel hier wohl? Riiichtig Mädels, ums Schminken! Ihr übernehmt die Rolle des Neuzuganges in Susannes Kosmetikstudio und müsst eure Tauglichkeit, für den Job als Kosmetikerin, innerhalb der Probezeit, unter Beweis stellen. Susanne und Paul (auf den gehe ich gleich noch näher ein) stellen euch dafür jeden Tag eine Aufgabe, die ihr erledigen müsst.

Probezeit
Die Probezeit läuft einen Monat, und jeder Tag hat eine neue Aufgabe für euch - Wochenenden nicht mitgezählt! Aber das ist noch nicht alles! Wenn ihr grad' keine Lust habt, eine der Aufgaben zu meistern, könnt ihr im freien Modus herumprobieren, wie es euch beliebt. Dazu könnt ihr zunächst ein Gesicht erstellen. Ähnlich wie z.B. bei The Sims könnt ihr mittels verschiebbaren Balken die Gesichtszüge, Hautfarbe, Augenfarbe und Frisur verändern. Habt ihr ein Gesicht erstellt, könnt ihr drauflosschminken!

Das Ganze funktioniert übrigens komplett über den Touchscreen. Aber auch die Knöpfe können verwendet werden, was bei den kleinen Menüsymbolen in den Ecken manchmal sogar besser ist! Im freien Modus stehen euch alle möglichen Schminkutensilien zur Verfügung, im Gegensatz zum Karrieremodus (hier stehen euch eben nur bestimmte Utensilien der Aufgabe entsprechend zur Verfügung). Vom einfachen Foundationpinsel, über Make-Up-Entferner und Lippenstift bis zum Augenbrauenpinsel und Puderpinsel! Farblich bleiben dort auch keine Träume offen und alles was man sich wünscht ist dabei. Wie im echten Leben lassen sich Lidschattenfarben auch kombinieren und verwischen. Nur übereinander auftragen klappt leider nicht so wirklich, da hier der Ton direkt übermalt wird. Lieber schichten und dann verwischen. Womit wir schon beim Handling der ganzen Sache sind! Natürlich darf man von einem Spiel nicht zu viel erwarten. Gerade auf dem DS sollte man allzu starken Realismus beiseiteschieben. Aber alles in allem funktioniert die Schminkerei ganz gut.

Feinheiten
Schwierig wird es bei Feinheiten, wie z.B. dem Auftragen von Kajal, der meist eher in Pixeln daher kommt, anstelle eines ordentlichen Striches (was mit Lidschatten komischerweise besser funktioniert). Hat man sich einmal vermalt, kann man das mit einem Wattestäbchen recht passabel korrigieren, und wenn es total daneben ging, hilft der Make-Up-Entferner weiter.

Jetzt denkt ihr euch "Und was ist mit mir?" Ja, wer im Besitz eines DSi ist kann sich noch mit dem Fotomodus vergnügen. Der ermöglicht es, ein Foto von sich zu machen und sich dann selbst noch zu Schminken! Wie sinnvoll das Ganze jedoch ist, ist fraglich. Die Haare dürfen nicht im Gesicht hängen und die Augen müssen geschlossen bleiben. Wie das Ganze dann aussieht, wenn die Augen auf sind, sieht man dadurch nicht. Da wäre der freie Modus, ohne Foto, besser geeignet. Die Augen können im Spiel beliebig geöffnet und geschlossen werden.

Die Crux mit dem Rouge!
Es gibt da eine Sache, die hat mich fürchterlich geärgert und ich will keinem diese Erfahrung vorenthalten, weil ich sie schon etwas befremdlich finde: Eine der ersten Aufgaben im Karrieremodus ist das Rougeauftragen. Man solle der Kundin pinken Rouge auftragen und darauf achten, sie nicht wie einen Clown aussehen zu lassen. Alles klar soweit, wird schon nicht so schwer sein. Tatsächlich hab ich es nach 1,5 Stunden ewiger Wiederholungen immer noch nicht geschafft diese Aufgabe zu meistern.

Das Auftragen erweist sich scheinbar schwerer, als gedacht. Sobald man den Rougepinsel anwendet, hat man meist bereits einen großen Fleck auf der virtuellen Wange. Ich habe alles versucht: dick aufgetragen, dünn aufgetragen, kleine Punkte, große Flatschen und alle Nuancen dazwischen. NICHTS konnte Paul zufrieden stellen. GAR NICHTS! Alle meine Versuche blieben vergebens und er wollte mir nicht mal einen Einzigen Stern dafür geben. Zum Weiterspielen ist das erst mal nicht weiter hinderlich. Man kann getrost mit der nächsten Aufgabe beginnen, jedoch kann man die letzte Aufgabe nicht lösen, solange nicht alle anderen vorher gelöst wurden. Ein Fehler im Spiel? Extreme Pingeligkeit von Paul? Mit Sicherheit ein großer Frustfaktor, vor allem für jüngere Mädchen, an die dieses Spiel schließlich gerichtet ist!

Wer ist eigentlich Paul?
Jetzt hab ich ihn schon mehrfach erwähnt, aber warum scheint er so wichtig zu sein, das ich ihm einen extra Abschnitt gewähre? Das liegt daran, dass hier ganz arg mit Klischees umhergeschmissen wird, die man sonst eher aus dem Fernsehen kennt. Paul stellt sich euch gleich bei der ersten Begegnung als Paulinchen vor und ihr erfahrt im weiteren Verlauf, dass er sehr gerne Shoppen geht und dass nur von einem Fernsehabend mit Bruce getoppt werden kann. Mal abgesehen davon, dass er auch fürchterlich miese Witze macht, finde ich es pädagogisch betrachtet eigentlich nicht so prall, das Männer in dieser Branche scheinbar homosexuell sein MÜSSEN. Ich erwähne noch einmal, dass dieses Spiel an kleine Mädchen gerichtet ist, und sie so mit Stereotypen konfrontiert werden, die sie erstens vielleicht noch nicht richtig einordnen können und zweitens eben ein Bild prägen, welches nicht der Realität entsprechen muss. Daher bin ich mit der Darstellung Pauls nicht besonders glücklich, auch wenn es vielleicht nur als Witz dienen sollte. Ein Spiel witzig zu gestalten geht auch anders!

Fazit
Ansich ist das Spiel ganz ordentlich. Abgesehen von der Rougesache lässt sich alles ganz gut meistern. Es ist verständlich gemacht, und damit man die Anweisungen nicht vergisst, wird während der Aufgabenlösung alles nochmal im oberen Display angezeigt. Eine kleine Hilfe, wie gerade die besonders schwereren Make-Ups hätten aussehen sollen, wäre ganz gut gewesen. Nicht jedes Mädchen weiß z.B. auf Anhieb wie man 3 unterschiedliche Liedschattenfarben aufträgt. Es gibt zwar zwei- oder dreimal ein solches Beispiel, aber das man sieht nur kurz bevor man die Aufgabe beginnt. Zwischendurch nochmal anschauen geht nicht.

Grafisch gibt es nicht so viel her, was aber irgendwie auch nicht so schlimm ist, und von der Musik sprechen wir mal gar nicht! Was allerdings wirklich schade ist, ist die Kurzlebigkeit dieses Spieles. Denn auch, wenn junge Mädchen sich ganz viel Mühe geben, und 15 Minuten mit einer "Tagesaufgabe" verbringen, können die locker in einer Stunde 4 Aufgaben, also "4 Tage" lösen. Bei der Fülle eines ganzen Monats, bei dem die Wochenenden wegfallen, ist das insgesamt betrachtet doch recht dürftig! Auch am freien Modus wird man nicht ewig Spaß haben, denn mal ganz ehrlich: Sich selbst schminken macht weitaus mehr Spaß!

Daher würde ich sagen, kommt man mit einem großen Schminkkasten billiger weg als mit dem Make-Up & Style und hat ganz nebenbei viel mehr Freiheiten im Ausprobieren und wird nicht mit Pauls Humor gelangweilt!

Jule, 6.939 Zeichen, veröffentlicht am 25.06.2010 •
Singleplayer: 40%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Buschbaum Media & PR GmbH
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 26.05.2010, Preis: ca. 30-35€, 1 Spieler/in

Bilder

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