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Mystery Case Files: MillionHeir

Mystery Case Files: MillionHeir, Covermotiv SUCHEN UND FINDEN, SUCHEN UND FINDEN, SUCHEN...
Maximilian $. Mammon braucht Eure Hilfe! Der Louvre will einige Gegenstände wiederhaben, die kurzzeitig in Max' Besitz waren, doch sie wurden ihm gestohlen. Ihr, ein MCF-Detektiv, also einer der Besten überhaupt, nehmt den Fall an und beginnt die Suche... Noch während der Suche, bzw. nachdem Ihr alles gefunden habt, verschwindet der stinkreiche Max selbst. Er wurde entführt... Also sucht Ihr nun nach Max... Plötzlich stellt sich heraus, dass Max nicht mehr am Leben sein soll, sogar ermordert wurde. Und schon sucht Ihr den rechtmäßigen Erben von Max' Vermögen und dessen Mörder/in, damit diese/r vor Gericht kommt!

KLINGT LEIDER NUR SO!
Was hier so richtig nach einem Detektivabenteuer klingt, in dem Ihr Fährten aufnehmt, Spuren sichert, Verdächtige befragt und wie wild Fakten und Vermutungen kombiniert, KLINGT leider nur so! Zu fast 95% der gesamten Spielzeit scrollt Ihr mit dem Stylus auf dem Touchscreen ein großes zweidimensionales Bild hin und her, um dort die geforderten Gegenstände zu erkennen. Seht Ihr irgendwo einen Gegenstand, tippt Ihr ihn kurz an und sucht den nächsten Gegenstand...

Der Spielverlauf gestaltet sich demnach wie folgt: Ihr erhaltet diverse Angaben zum Fall. Zusammen mit einigen Suchinstruktionen, wie z.B.: Finde den Stapel Fotos, die Statue, die Reifenschaukel, die Eidechse und die Krawatte. Habt Ihr diese Gegenstände tatsächlich gefunden, bekommt Ihr ein kleines "Gut gemacht!", weitere Angaben zum vorliegenden Fall - von Zeit zu Zeit auch gewisse Untersuchungsergebnisse! - und dürft auch schon auf dem nächsten Bild die nächsten Gegenstände finden, damit Ihr im Fall von "Maximilian $. Mammon" weiterkommt!

Ganz selten mal erledigt Ihr andere Dinge, wie beispielsweise kleine Puzzleteilchen hin- und herzuschieben... Leider nicht wirklich abwechslungsreich und fast immer sehr schnell gelöst.

TECHNISCH...
...ist MillionHeir wirklich gelungen. Die Bilder sind gut gezeichnet und bieten nicht selten clever versteckte Gegenstände, die z.B. geschickt in Wandmuster eingearbeitet wurden. Das Scrolling mit dem Stylus ist absolut vorbildlich umgesetzt und völlig intuitiv. Da die Grafik sich fast ausschliesslich auf die zu scrollenden 2D-Bilder beschränkt und nur selten einmal Charaktere, die mit Euch etwas zu sagen haben, darstellt, war es das eigentlich auch schon zu diesem Punkt. Hübscher Zeichenstil, detailliert, und für das Spiel auch genau das, was benötigt wird.

Dafür muss ich kritisieren, dass die Bildschirme des Nintendo DS (auch die vom DSi!) für Suchspielchen, die bei stundenlangem Suchen hunderte von ablenkenden und verwirrenden Details präsentieren, nicht gerade geeignet sind. Hier hätte man die zu sehenden Bildausschnitte vielleicht größer oder etwas weniger detailliert anbieten sollen, denn durch das manchmal sehr intensive Betrachten der Bilder schmerzen dem einen oder der anderen vielleicht bald die Augen!

Der Sound, vielmehr der Soundtrack, ist dafür umso lobens- und erwähnenswerter. Zwar nicht gerade klassikerverdächtig, aber dennoch sehr einprägsame und stimmungsförderliche Klänge. Definitiv einer der Gründe die FÜR das Spiel sprechen, denn hier hat man sich scheinbar sehr viel Mühe gegeben.

Obendrein kann man maximal zu viert im Multiplayer-Modus spielen, sofern alle anderen ebenfalls ein MillionHeir-Modul besitzen, oder man bereit ist, seinen DS herumzureichen, damit alle Spieler/innen nacheinander antreten: Wer in der schnellsten Gesamtzeit die geforderten Dinge auf dem vorgegebenen Bild gefunden hat, hat gewonnen. Das macht einmalig für 2-3 Stündchen tatsächlich ein bisschen Lust und Laune, aber dann hat man auch schon wieder genug.

EINGEZEICHNET
Im vorherigen Abschnitt über die Technik erwähnte ich bereits, dass die Bilder häufig besonders gut versteckte Gegenstände für Euch parat halten. Das ist technisch sicherlich völlig zutreffend, kann aber manchmal sehr, sehr schwer zu verdauen sein. Nicht nur, dass beispielsweise Eidechsen auf Holzphählen in Goldminen sind, nein, einige Dinge sind so rafiniert in irgendwelche Muster und Raster eingezeichnet, dass Ihr Euch fragen müsst, wer zum Teufel bloß darauf kommen soll, weil Ihr hin und wieder unsicher seid, ob das wirklich ein Muster oder der Gegenstand ist.

Das wäre in Ordnung, doch leider werdet Ihr für Fehlversuche bestraft und Zeitlimits kommen auch noch irgendwann hinzu. Doch auch das wäre noch in Ordnung - brächte vielleicht sogar erst die motivatorische Würze ins Spiel! -, wenn einige Gegenstände nicht so platziert wären, dass Ihr Euch ernsthaft fragt, wer diese Dinge nach deren Gebrauch so wieder weglegen würde. Etwa eine Krone, die lapidar über einem Lampenschirm hängt und bei nicht so genauer Betrachtung als Lampenschirmmuster herhalten könnte. Das heisst, Ihr sucht oft wirklich Zentimeter für Zentimeter akribisch ab, weil es grundsätzlich erstmal keinen logischen Zusammenhang zwischen dem Fundort und dem zu suchenden Gegenstand gibt.

Ferner sind einige Bezeichnungen nicht wirklich zutreffend, oder zumindest zweifelhaft: Wie z.B. der oben bereits erwähnte "Stapel Fotos", obwohl nachweislich nirgendwo ein Foto-Stapel ist. Nur durch einen Zufall und dem Versuch, das Ganze etwas abstrakter zu betrachten, gelangt Ihr schlussendlich zu Eurem Fundglück: Der Stapel(!) Fotos sind nämlich schlicht zwei(!) übliche Polaroids irgendwo auf einer Schreibtischkante. Oder die gesuchte "Figur" auf dem "Astronomie-Suchbild", das voller Figuren, Statuen und merkwürdiger Gebilde ist... Welches dieser Exponate ist davon denn jetzt bitte das Richtige?

Für solcherlei Fragen gibt es je nach Bild einige Hinweise, meistens so um die fünf: Kommt Ihr nicht voran, dürft Ihr Euch Such-, bzw. Fundtipps geben lassen - welche aber nicht immer sonderlich hilfreich sind, da häufig viel zu allgemein.

FAZIT
Wenn man einen guten Lauf hat und ein Bild nach dem anderen löst, macht das Spiel noch am meisten Spaß, weil man wenigstens voran kommt. Doch wenn man partout nichts mehr findet, obwohl man noch was finden muss, man sich andauernd mit den Zeitlimits herumärgert, oder ständig seinen letzten Versuch verbrauchte, um auf dem aktuellen Bild alle (richtigen) Gegenstände ans Tageslicht zu befördern, wird es wirklich öde und hin und wieder gar frustierend, weil auf den relativ kleinen Bildausschnitten teilweise unverschämt viele Details und Dinge zu sehen sind, dass man nicht mehr weiss, wo einem der Kopf steht!

Kurzum: Das hier ist ganz klar ein typisches Zielgruppenspiel. Wer es unterhaltsam findet, immer wieder irgendwelche Dinge auf irgendwelchen Bildern zu suchen, hat hiermit vermutlich seinen Spaß, sollte aber bedenken, dass man nach schätzungsweise 5-6 Stunden Nettospielzeit damit fertig ist. Andererseits gibt es drei Schwierigkeitsstufen, die sich allerdings allein durch die Anzahl der erlaubten Fehlversuche und der Enge des Zeitlimites unterscheiden - was dann also ca. 15-18 Stunden Nettospielzeit wären, sofern man überhaupt ein zweites oder drittes Mal von vorn beginnen möchte.

Wer demnach also Gefallen an solcherlei "Knobeleien" findet, darf zu den von mir unten veranschlagten Spielspaß-Prozenten gerne noch 10 weitere hinzuaddieren. Ein Game für unterhaltsame Nachmittage oder Wochenenden, egal ob allein oder mit Freunden, ist das hier aber auf gar keinen Fall... ...eher ein Pausenfüller für diverse Bus- und Zugfahrten.

Singleplayer: 55%
Multiplayer: 55%

TheUnknown *, 7.447 Zeichen, veröffentlicht am 19.02.2009 •
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe.
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Rezensionstext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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