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Ninja Gaiden

Ninja Gaiden, Covermotiv RYU IST NINJA
Ryu Hayabusa ist Ninja und er reiste in die USA um den Freund seines ermordeten Vaters Dr. Walter Smith zu finden. In den USA angekommen schnetzelt er sich fleißig einen Weg durch jede Menge Straßengang-Mitglieder, ohne zu ahnen, dass er urplözlich in eine Verschwörung verwickelt ist - was Ryu zunächst aber nicht weiss.

So finden wir uns also in Gestalt des Ninjas Ryu am Anfang des ersten Levels dieses Jump'n'Run'n'Slays wieder. Denn Ryus häufigste Aktionen sind tatsächlich Laufen, Springen und der Einsatz seines Ninkaschwertes. Eine weitere Aktion ist es, Items zu verwenden, dies geht aber nur, indem Ryu sich sozusagen mental gestärkt hat. Ähnlich wie bei Castlevania mit den Kerzen, hängen in den Leveln Lampions herum, die Ryu wegschlitzen kann, um dann ein Extraleben zu finden, eine Energieauffrischung oder auch mentale Stärke. Hat er dann genug gesammelt, kann er dann ein Item wie etwa den Ninja-Stern einsetzen, indem wir Oben+B drücken.

Eine weiteres wichtiges Element sind Wände, an denen Ryu sich festhalten und auch wieder davon abspringen kann, um so z.B. von Wand zu Wand zu gelangen um Stück für Stück an Höhe zu gewinnen. Direkt an einer Wand hinauf- oder hinabklettern kann er allerdings nicht. Das geht nur, wenn an der entsprechenden Wand auch Klettersprossen angebracht wurden.

LEVEL
Mit diesen seinen Fähigkeiten flitzt Ryu durch insgesamt 6 Akte, die stets in 3 oder 4 Level aufgeteilt sind, wobei der jeweils allerletzte Level - wie bei Videospielen dieser Zeit üblich - ein Bosskampf ist. Verkaften die normalen Straßengang-Gegner einen, manchmal auch zwei Treffer, bevor sie sich in Luft auflösen, brauchen die Endgegner natürlich einige mehr und Ryu kann auch nicht so einfach über sie hinwegspringen. Einfach wie wild auf sie einprügeln ist zumeist außerdem nicht ratsam, denn wenn Ryu einen Treffer von ihnen kassiert, kostet ihn das haufenweise Energie. Und wenn ihm die ausgeht, verliert er ein Leben.

Und Leben verlieren wird Ryu eine schier unendlich Menge, denn Ninja Gaiden ist bockschwer. Nicht, weil die Steuerung nicht ordentlich funktionieren würde, nicht weil die Level unübersichtlich wären - oh nein, weil die Gegner manchmal fies platziert sind, was die Sprung- und Angriffpassagen nicht selten knifflig gestaltet, so knifflig, dass man ganz bestimmt, manchmal beim x-ten Versuch, es endlich zu schaffen, einfach nur Glück hatte, dass es jetzt klappte, oder?

TIMING
Hmmm, naja, Glück nicht unbedingt. Timing ist gefragt. Und zwar nicht irgendeines, sondern sehr genaues Timing. Nicht selten ist man in einem Abschnitt, bei dem Ryu von Wand zu Wand zu Wand von Plattform zu Plattform springen, dabei Gegnern ausweichen und sie gleichzeitig wegsäbeln muss. Das wäre nicht so wirklich kompliziert, doch wenn Ryu getroffen wird, wird er auch ein Stückchen zurückgeworfen, sodass er unter Umständen auch gerne mal in Schluchten fällt, oder der Treffer ihn so ungünstig positioniert, dass er sogleich den nächsten Treffer einsteckt.

Gott sei Dank hat Ryu zwar eine Energieleiste, die 16 Striche lang ist, aber ein Level ist gut und gerne 90-120 Sekunden lang - und es gibt scharenweise Gegner und scharenweise Sprungpassagen. Und nicht nur das. Auch die Zeit arbeitet gegen den Ninja. Nach den genannten 90-120 Sekunden ist diese nämlich abgelaufen und Ryu in diesem Falle um ein Leben ärmer.

TECHNIK
Für einen späteren NES-Titel macht Ninja Gaiden eine gute Figur. Die Musik fiepst und dudelt nicht, sondern sie absorbiert echt nette Melodien an die Ohren. Selbiges gilt für die Soundeffekte, die allerdings auf Dauer nichts weiter sind, als 8-bittige "Wusch"- und "Puff"-Geräusche, die sich zudem hunderte Male wiederholen werden.

Grafisch ist auch alles ok. Keine Slowdowns, keine Clippingprobleme - und als NES-Titel eines der hübscheren Spiele; auch, wenn einige Level etwas fade gestaltet sind. Gleichsam sind manche Passagen etwas zu detailliert gestaltet, sodass einige Gegner quasi unsichtbar werden.

Der Umfang ist eigentlich gar nicht sooooo super groß. Sechs mal 2-3 Level, zuzüglich 6 Bosskämpfe. Aber durch den herben Schwierigkeitsgrad wird man viele der Level wieder und wieder und wieder zu sehen bekommen, wenn man bis zum Ende durchhalten will. Selbiges fällt aber leicht, denn Frustration stellt sich nur selten ein. Denn es gibt zwar Game Overs, die mit dem Verlust aller bisherigen Punkte einhergehen, aber wenigstens startet man am Anfang des letzten Levels, sodass es nie ein wirkliches Spielende gibt, wenn man nicht selbst abschaltet.

Dann allerdings richtig. Gleich in Level 1-2 gab es eine Stelle, in die ich durch einen Treffer zwischen zwei Wände fiel. Ich konnte mich zwar halten, aber die eine Wand war zu niedrig, um von ihr wieder zurück auf den normalen Levelverlauf gelangen zu können. Mir blieb nur noch der Freitod. Den konnte ich aber auch nicht wählen, weil beide Wände zu nah aneinander standen, statt mich also einfach fallen zu lassen, sprang ich an die anderen Wand... Das ging durchaus 20 Sekunden so, bis ich dann doch noch irgendwie in die Tiefe stürzen durfte. Natürlich ist das nur ein exemplarisches Beispiel und vielleicht hatte ich nur Pech, aber insgesamt sind mir 5 solcher Stellen begegnet, aus denen es nicht mal den Ausweg in den problemlosen Freitod gab.

FAZIT
Tolles Game, das auch heute noch echt Spaß macht. Aber es ist knackig schwer; daran ändern auch die unendlichen Continues nichts. Für Old-Schooler oder Leute, die Herausforderungen suchen, ist Ninja Gaiden genau das Richtige!

Singleplayer: 82%

TheUnknown *, 5.562 Zeichen, veröffentlicht am 27.01.2012 •
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe.
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Rezensionstext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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