Prince of Persia
INS VERLIEß GEWORFENEs gibt ein Spiel, das Tetris den Rang ablaufen könnte, auf den meisten aller Plattformen erschienen zu sein - Prince of Persia! Und ich meine nicht die Titel der letzten 10 Jahre, die für Sonys, Microsofts und Nintendos Zugpferde erschienen, oh nein, sondern das ganz alte, das originale Prince of Persia. Denn das ist für wahrlich so ziemlich alles erschien, was sich jemals ein Hardwaredesigner ausgedacht hat. Von C64 über Amiga über Game Boy bis SNES und noch mehr!
Das heisst, das Spiel muss offenbar gut sein, sonst würde man es nicht so fleissig porten. Allerdings ist die Geschichte mal wieder ein Schuss in den Ofen: Der Prinz wird ins Verließ geworfen und versucht zu entkommen. Ihm bleibt nur wenig Zeit, bis zur Prinzessin zu kommen, und das Spiel vorbei - ob er dort nun angelangte oder nicht.
Bei der SNES-Fassung, die übrigens nicht nur die originalen 13 Level, sondern noch 7 neue zusätzliche - und exklusiv! - bereithält, bleiben den Prinzen maximal 120 Minuten, und zwar das gesamte Spiel! Das klingt soweit ziemlich viel - doch das relativiert sich rasch. Jeder der Level ist wie ein Labyrinth aufgebaut. Er kann überall plötzlich herunterfallen oder von Wachen angegriffen werden - manchmal ist er sich auch selbst im Weg, wenn er es nicht gescheit hinbekommt, Bodenschalter zu betätigen, um Tore zu öffnen, bzw. nach dem Öffnen nicht auch wieder den Schalter zum Schließen des Tors nicht zu betreten.
KOORDINATION
Denn Prince of Persia ist kein gewöhnliches Jump'n'Run. Vielmehr ist vorsichtiges Gehen, sicheres Auf- und Abklettern, ein wachsames Auge um das Auslösen von Schaltern herbeizuführen oder das Auslösen von Fallen zu vermeiden. Nur wenn der Prinz all seine Fähigkeiten genauestens kennt und weiss, wann es besser ist zu kriechen, schleichen, rennen, springen, hüpfen, klettern, kommt er vorwärts. Und nicht nur das. Überall lauern seine Häscher, Wachen des Palastes, die mit Säbeln bewaffnet sind. Also muss der Prinz zu allererst für sich einen Säbel finden, um sich verteidigen zu können oder um den Waffen den Stahl zu schmecken zu geben, damit er an ihnen vorbeigelangen kann.
Und bereits das Finden des Säbels kann für komplette Neulinge des Gameplays eine Frustration sondergleichen sein, denn der Prinz bewegt sich nicht mit der Geschmeidigkeit es Mario oder Sonic, sondern er bewegt sich nur Aktionsweise. Ein Schritt, ein Sprung und so weiter zur Zeit. Das zu koordinieren und das richtige Timing zu bedenken ist der Schlüssel.
TECHNIK
Das Steuerkreuz bewegt den Prinzen oder lässt sich ihn Vorsprüngen auf- und abklettern. Die anderen Buttons dienen de, Ducken, Kriechen, Springen und dem Umgang mit dem Säbel in den Kampfszenen gegen die Wachen. Das klappt alles tadellos - nur gilt dafür eben, dass man bedenkt, den Prinzen nicht wie Mario oder Sonic zu bewegen.
Grafik und Sound wirken für SNES-Verhältnisse nur durchschnittlich. Doch ist das volle Absicht gewesen und soll das beklemmende Gefühl von Kerkern und Labyrinthen vermitteln - was sie tun. Nichtsdestotrotz ist die SNES-Version von allen Prince-of-Persia-Geschwistern die schönste - und der Sound, wenn er auch nicht immer wie von CD klingen mag, birgt viel Abendländisches in sich.
Der Umfang ist, vorallem bei der SNES-Version, sehr großzügig und die 120 Minuten sind so ausgelegt, dass man viel zu tun hat. Denn wenn die 120 Minuten vorbei sind, darf man sich zwar noch durch die Level bewegen, aber das Spiel präsentiert danach nur noch das "schlechte Ende", wenn man nach diesen 120 Minuten zur Prinzessin gelangt, sodass man innerhalb des Zeitlimits bleiben muss, was darin resultiert, dass man die ersten paar Male des Durchspielens damit beschäftigt ist, überhaupt den jeweils nächsten Level zu erreichen und wenn man das hinbekommen hat, innerhalb des Zeitlimits zu bleiben. Man wird also eiiiiiiniges an Zeit mitbringen müssen. Sogar echte Vollprofis, die jeden Winkel kennen und genau wissen, in welcher Reihenfolge sie wohin müssen, und dabei keinerlei Zeit verlieren, brauchen immer noch 70-80 Minuten - und das gilt wirklich nur für die Mega-Auswendiglerner-und-nie-einen-Fehler-macher!
Allerdings ist nicht nur das Zeitlimit ein Hindernis, sondern auch der Schwierigkeitsgrad per se. Denn es wird sehr oft passieren, dass der Prinz ein Leben lässt, weil er zu tief fällt, weil er in Stacheln fällt, weil ihm eine Wache das Leben ausbläst... ...seeeeehr oft! Man startet dann allerdings nicht vollkommen bei 0, sondern immer am Anfang des aktuellen Levels mit der Restzeit, die man hatte, als man den Level zuerst betrat. Außerdem gibt es nach jedem Level ein Passwort, in welches auch die aktuelle Restzeit hineinkodiert wurde, sodass man das Spiel pro Session nicht am Stück durchspielen muss.
FAZIT
Geiles Game, aber verflixt, kann das frustrierend sein. Das hier ist klassisches Videospiele-Gameplay par excellence. Keine Abkürzungen, keine Super-Power-ups, keine Alternativen. Wer von Save Games, Rücksetzpunkten und Auto-Play-Features verwöhnt ist, wird sich schwer tun. Ebenso könnten "moderne Gamer/innen" sich langweilen, weil ihnen das Gameplay zu veraltet und langsam erscheint!
Wer sich aber selbst mal wieder was beweisen will, oder wer einfach mal wieder Prince of Persia spielen will, sollte das hiermit unbedingt tun!
Singleplayer: 87%
• TheUnknown *, 5.331 Zeichen, veröffentlicht am 21.01.2012 •
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe.
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!
Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Rezensionstext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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