Mario Sports Mix

Nintendo Wii

Mario Sports Mix, Covermotiv
INMITTEN VON BOWSERS LAVASEEN
Mit Mario Sports Mix kredenzen Mario und seine Gang uns vier Trendsportarten in einem Gesamtpaket. Volleyball, Basketball, Hockey und Völkerball (vielen vielleicht auch als Duck-Dich-Ball bekannt) vermengt mit den Mario-typischen Zutaten.

Das heisst, wir jagen den Punkten nicht an irgendeinem Strand nach, sondern wir tun dies inmitten von Bowsers Lavaseen, Peachs Schlossgarten oder Donkey Kongs Dschungel, und unsere Hockey-Pucks sind natürlich Goldmünzen... ;). Ausserdem heisst das selbstverständlich, dass auch diverse Items, Mutant Tyranhas, Bob-Ombs oder Shy Guys mitmischen, um das Spielgeschehen etwas aufzulockern:

Man pöhlt die Gegner mit einem Koopa-Panzer aus dem Weg, sammelt erstmal fleissig Münzen, welche dann beim Punkten weitere Bonuspunkte bedeuten, benutzt ab und zu auch mal eine Spezialattacke, wie z.B. Daisys Blumenmeer-Power, um einen Ball mit fast 100%iger Sicherheit zu versenken... Wer bereits einen der vorherigen Mario-Sport-Titel kennt, also z.B. Baseball, Golf, Tennis oder Fußball, hat ein gutes Bild davon, wie das hier funktioniert. ;)

QUAL DER WAHL
Das Spiel begrüßt uns zuerst mit der Auswahl zu einer der vier Sporarten, also eben Volleyball, Basketball, Hockey und Völkerball. Haben wir uns entschieden, bestimmten wir, ob wir z.B. 2-on-2 oder 3-on-3 spielen wollen, legen fest, wieviele menschliche Spieler/innen von der Partie sind und wählen noch die Spielfiguren aus, die auf dem Spielfeld aktiv sein sollen und die sich in Kraft, Geschwindigkeit und Technik unterscheiden; es gibt wie immer die Techniker, die Starken, die Schnellen und die All-Rounder...

Nun folgt abschliessend noch die Qual der Wahl darüber, ob wir z.B. an einem der Cups (Pilz, Blume, Stern...), oder vielleicht an einem Auscheidungs-Wettbewerb teilnehmen wollen, und dann beginnt auch schon die Action.

DAS A UND O
Entweder man spielt mit quergehaltener Wiimote oder mit Wiimote plus Nunchuk, wobei mir die Nur-Wiimote-Version besser gefällt, weil das nervige Wiimote-Geschüttel hier entfällt. So wird dann bei der quergehaltenen Wiimote mit 1 gefoult/gestohlen, bzw. gepasst und mit 2 gesprungen, bzw. der Ball geworfen/gedunkt/geschossen, wohingegen mit dem Nunchuk-Zusatz stark auf Werf- und Schüttel-Gesten gesetzt wird.

So haben alle die Steuerung, die sie bevorzugen: Buttons oder Gesten - ganz nach Wahl. Natürlich funktioniert die Steuerung beiderseits völlig problemlos, und geht sowohl locker von den Fingern als auch locker von den Handgelenken.

Doch ohne das Timing kommt man nicht sehr weit, denn um wirklich gut zu sein, ist es notwending, zu wissen, mit zu welchem Zeitpunkt man jeweils einen Ball abwirft/Puck abschiesst, oder versucht, z.B. beim Basketball, einen auf den Korb zufliegenden Ball in der Luft abzufälschen oder zu versenken. Natürlich gelingt auch einfach so ab und zu mal ein Treffer, aber den rechten Moment zu kennen, ist quasi das A und O, um später mal richtig gut zu werden.

Übrigens: Um richtig gut zu werden, ist aber wohl auch wichtig, auf die Nur-Wiimote-Variante zu setzen, denn alles in allem hat man hierbei etwas mehr Kontrolle über das Geschehen, weil das Rumgeschwinge bei hektischen Spielsituationen manchmal unkontrolliert werden kann.

SAUBERES PADWORK
Vor allem Kontrolle ist nämlich wichtig, wenn's drauf ankommt. Und hierfür ist besonders ein flinkes Händchen für sauberes (Game-)Padwork vonnöten. Das zeigt sich besonders im Umgang mit dem eigenen Team.

Wenn man allein für sein Team spielt, dass ja immer aus 2 oder 3 Charakteren besteht, ist es meistens sinnvoll, den Charakter, über den man gerade die Kontrolle haben möchte, jederzeit und blitzschnell wechseln zu können. Sodass man beim Basketball z.B. also als Peach etwa einen Pass an den hinten stehenden Wario wirft, dann sofort per Tastendruck auf Wario wechselt, der jetzt den Ball bekommt, und man nun mit diesem den Ball direkt im Korb versenkt.

Natürlich könnte man den CPU-Wario sich auch ganz allein spielen lassen, nur verhält sich die CPU-Intelligenz im eigenen Team nicht unbedingt immer wie das Gelbe vom Ei, egal auf welcher Stufe man mit ihr spielt. Sie latscht nicht selten ziellos rum, obwohl sie den Ball hat und unter'm Korb steht, oder sie rennt öfters an den ballhabenden Gegnern vorbei, ohne daran zu denken, ihnen den Ball zu stehlen. Gerade dann, wenn es hektisch zugeht, ist das manchmal ein bisschen ärgerlich... ...andererseits aber auch wieder richtig so, denn auch das korrekte Wechseln zwischen allen Charakteren im eigenen Team, damit die eigenen Taktiken schön sauber und flott gespielt werden können, macht einen dann irgendwann zum Pro-Gamer, gegen die Anfänger/innen kaum eine Chance haben.

Spielt man gegen die CPU, erhöht sich je nach eingestellter Schwierigkeitsstufe der Aufwand um einiges, wenn man gewinnen möchte. Denn für sich ganz allein weiss die CPU-Intelligenz dann plötzlich sehr gut, wie man sich zu verhalten hat und wie man am besten gewinnt. Um das beurteilen zu können, stellte ich die CPU-Gegner zuallererst mal auf einen Stern ein, und wischte mal locker den Boden mit denen auf, denn ich gewann 58:2 beim Basketball. Um dann einen Vergleich zu haben, probierte ich es jetzt direkt im Anschluss mit vier Sternen und verlor mit 21:48!

EINEN HELLBLAUEN
Warum spielt man überhaupt gegen die CPU, wenn es eigentlich um einen Multiplayer-Titel geht...? Richtig, wegen der freispielbaren Inhalte. Man spielt gegen die CPU wegen weiterer Sportplätze, weiterer Charaktere und zusätzlichen Farbvarianten, sodass man beispielsweise statt eines grünen Yoshi einen hellblauen, oder statt eines roten Toads einen gelben wählen kann. Und sobald wir alle diese Inhalte haben...? Genau, dann ist der Singleplayer ziemlich witzlos und motivationslos geworden... wie so oft.

Das Ganze hat aber auch währenddessen bereits einen gewaltigen Haken: Wenn Ihr etwa beim Volleyball einen geheimen Sportplatz freigeschaltet habt, könnt Ihr diesen auch nur beim Volleyball bespielen. Wollt Ihr denselben Platz auch für Basketball, Völkerball und Hockey freischalten, müsst Ihr diesen in den drei anderen Sportarten auch erringen. Dasselbe gilt für die zusätzlichen Charaktere und auch für die Farbvarianten. Wer seinen blauen Yoshi überall auswählen können will, muss ihn auch überall einzeln freispielen.

War das nötig? Naja, vermutlich, um so die Singleplayer-Zeit schöööön in die Länge zu ziehen. Ach ja, übrigens: Manche Sportplätze sind aber auch dann nicht immer in allen Sportarten verfügbar, wie z.B. Waluigis Flippertisch, der nicht beim Basketball anwählbar ist, dafür aber einen anderen Platz an seine Stelle lässt, sodass alle Sportarten immer 6 Plätze bieten.

UNVERSTÄNDNIS
Was ausserdem auf mein Unverständnis stößt, ist, dass es NUR Square-Enix-Charaktere gibt, die man noch freischalten kann. So gibt es zwar direkt von Anfang an 12 Nintendo-Promis - Mario, Luigi, Yoshi, Peach, Daisy, Wario, Waluigi, Donkey Kong, Bowser, Diddy Kong, Mini Bowser und Toad -, nebst der auf der Wii verfügbaren Miis, aber die anderen 6 Persönlichkeiten, die noch freizuspielen sind, stammen allesamt aus dem Square-Enix-Stall; z.B. der Schwarzmagier und der Ninja (beide bekannt aus Final Fantasy 1).

Das macht die Jagd nach all den versteckten Goodies also nicht nur langwierig, sondern auch nicht immer zu einem "Hey geil, endlich hab' ich XY freigeschaltet!"-Moment. Dafür aber lohnt es sehr, sich jeden der insgesamt 14 Sportplatz-Level zu erarbeiten - vor allem Waluigis Flippertisch, den ich verdammt cool finde, und der uns allen ja schon seit Mario Kart DS ein Begriff ist... ...also Augen zu und einmal alles freigespielt, was grob 6-8 Stunden dauern wird, und dann lassen wir das hinter uns und machen uns auf in den Multiplayer-Modus...

DIE SERVER FLUTEN
Und dieser punktet in Mario Sports Mix in praktisch allen Belangen. Nicht nur, dass man zu viert an einer Wii loslegen kann, nein, es gibt doch tatsächlich einen WiFi-Modus! Ja, wirklich: Es gibt eine Online-Funktion! :)

...und die ist mehr als nur ordentlich. So könnt Ihr nicht nur aus allen Sportarten, Sportplätzen und Charakteren wählen, sondern auch bestimmen, ob Ihr allein oder zu zweit mit Eurer Wii loslegen wollt, wie z.B. bei Mario Kart Wii. Obendrein wird im Profil festgehalten, wie Eure Gewonnen-/Verloren-Statistik ausschaut.

Etwas trüben könnte nur, wenn Ihr mal ein Online-Match erwischt, das einen schlechten Ping hat, denn durch Online-Lags wird das Spiel merklich stotterig, eventuell sogar so sehr, dass das Gameplay wie eine Art Diashow abläuft und Eure Tasteneingaben verzögert angenommen werden. Dies geschieht zwar relativ selten, nervt aber nicht weniger, wenn man solch ein Match dann doch mal verpasst bekommt.

Aber spätestens dann, wenn die Spieler/innen in Europa die Server fluten, sollte es - als Europäer/in - fast immer möglich sein, flüssige Partien serviert zu bekommen.

PARTY-VARIANTE
Überdies bietet der Multiplayer noch je eine Party-Variante aller vier Sportarten an. Statt also beispielsweise beim Basketball zu dunken, was das Zeug hält, ist man bei "Fütterungszeit" damit beschäftigt, drei verschiedenartige Früchte, die in unregelmäßigen Abständen von der Decke gesenkt werden und dann gepackt werden müssen, in das Maul eines Mutant Tyranhas zu werfen, wobei jede Frucht 10, 30 oder 50 Punkte wert ist. Wer nach Ablauf der Zeit am meisten Punkte gesammelt hat, hat gewonnen. Oder beim "Völker-Brawl" (Völkerball-Variante) weicht man nicht den Bällen des gegnerischen Teams sondern den auf dem Spielfeld landenden Bob-ombs aus, bis am Ende nur noch ein/e Spieler/in mit Energie übrig ist.

Alles in allem wirklich ein paar nette Spielchen, bei denen man nicht zwangsläufig ein gleichwertiges oder besseres Geschick als die anderen haben muss, was dann dazu beiträgt, dass auch Einsteiger/innen mit Profis mithalten können.

FAZIT
Mario Sports Mix bietet nicht ganz die spielerische und umfangreiche Ausgefeiltheit wie Marios Ausflüge zum Golf, Tennis oder Fußball, und es ist allgemein auch für weniger begabte Spielernaturen leichter zugänglich, als die eben genannten Beispiele. Doch ist das auch gar nicht wirklich wichtig. Hat man das Padwork verinnerlicht (schnelles Wechseln der Charaktere, optimale Button-Timings, etc.), und eine Anbindung an die Nintendo WiFi Connection, wird man jede Menge Zeit mit Mario Sports Mix verballern, ohne sich dabei jemals zu langweilen.

Alle vier Sportarten wurden sauber umgesetzt und alle sind zu gleichen Teilen entsprechend umfangreich - was aber nicht unbedingt die Welt ist. Daneben sind ausserdem auch alle vier Sportarten wunderbar umgesetzt und hervorragend spielbar, weshalb auch Anfänger/innen schnell zurechtkommen und mit ein wenig Übung zügig besser werden können.

Durch die Verquickung mit den Mario-üblichen Items wie Münzen, Bananenschalen oder Koopa-Panzern sollte man aber bedenken, dass es sich hierbei natürlich um Arcade-Action handelt, wo es keine Fouls gibt - hier zählt nur, Punkte zu machen, egal, wie man das anstellt: Bälle werden gestohlen, Gegner werden umgeschubst, ab und zu werden Spezial-Attacken durchgeführt...

TheUnknown *, 11.166 Zeichen, veröffentlicht am 06.10.2015 •
Singleplayer: 75%
Multiplayer: 83%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Singleplayer: 74,60%
Multiplayer: 84,20%
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Wii-Fernbedienung Wii Nunchuk Nintendo WiFi Connection Kann außerdem auch über den Nintendo Wii Shop heruntergeladen werden Kann außerdem auch über den Nintendo eShop heruntergeladen werden Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 28.01.2011, Preis: 14,99€, 1-4 Spieler/innen

Bilder

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