Raving Rabbids: Party Collection

Nintendo Wii

[Gast-Review]
Raving Rabbids: Party Collection, Covermotiv
Wer schon immer eine Schwäche für die verrückten Hasen von Ubisoft hatte, sollte bei Raving Rabbids Party Collection zuschlagen. Hier bekommt man nämlich gleich drei Spiele auf einer Disc, und dazu noch für ca. 20 Euro. Auch wenn es diese Collection in Deutschland bisher nicht zu kaufen gibt (Stand Dezember 2012), kann man ohne Bedenken auf die UK-Import Version zugreifen. Auch wenn die Hülle auf englisch ist, im Spiel selber befinden sich auch die deutschen Texte.
Auf der Disc befindet sich Rayman Raving Rabbids, Rayman Raving Rabbids 2 und Raving Rabbids TV Party. Da es sich ja eigentlich um drei separate Spiele handelt, werde ich auch gesondert auf diese eingehen und auch Einzelwertungen vergeben.

Allgemein: Legt man die Disc ein und startet sie, wird man als erstes gefragt, welches der drei Spiele man spielen möchte. Möchte man später ein anderes Spiel spielen, muss man über die Home-Taste ins Wii-Menü zurück und die Disc erneut starten. Natürlich wäre es schön gewesen, unter den Spielen auch einfach so wechseln zu können, aber das finde ich nicht weiter schlimm.

Rayman Raving Rabbids
Im ersten Teil der Rabbids dreht sich noch alles um Rayman, der von den Hasen gefangen genommen wird und in einer Arena mindestens drei von vier Minispielen absolvieren muss, ehe er wieder in seine Zelle zurück darf. Jeder Arenabesuch steht für einen Tag, dessen Minispiele und Rekorde nach Absolvierung des Hauptores gespeichert werden, und danach auch im Multiplayer zur Verfügung stehen. Die Ideen der Minispiele sind sehr abgefahren und witzig inzeniert, jedoch merkt man bei der Steuerung einiger Minispiele deutlich an, dass es sich um einer der ersten Wii-Spiele handelt. Teilweise schüttelt man wie bekloppt die Wii-Mote und das Nunchuk, während sich auf dem Bildschirm jediglich eine Anzeige bewegt und sonst so gut wie nichts passiert. Bei einem Minispiel, bei dem man eine Kugel durch ein Labyrinth im Gehirn eines Hasen mittels Neigung der Wii-Mote manöfrieren muss, fällt die Steuerung auch negativ auf.

Man muss aber auch anmerken, dass man sich Mühe gegeben hat, alle Steuerungsmöglichkeiten in den Minispielen unterzubringen. So wird die Wii-Mote und das Nunchuk geschüttelt, um mit einer Bombe in der Hand schnell zu einem Hasen zu rennen, und diese ihm zu geben, ehe die Bombe in den eigenen Händen explodiert. In einem anderen Minispiel muss man mittels Pointer Gegenstände am Bildschrim nachzeichnen. Je geringer die Abweichung der Kontur ist, desto mehr Punkte gibt es. Dann gibt es noch einen Hasenchor, in dem es gilt, den Hasen zu finden, welcher schief singt und ihm eine Ohrfeige zu verpassen. Auch ein sehr witziges Minispiel ist eines, bei dem ein Hase ein Pömpel im Gesicht hat, und daher also nichts sieht. Jetzt muss man ihn durch schütteln von Glöckchen mitteilen, in welche Richtung er laufen soll. Und jetzt kommts: Ziel ist es, ihn in alle möglichen Gegenstände wie Bärenfalle, Kakteen, Lagerfeuer, usw. rennen zu lassen. Denn in je mehr Sachen er läuft, desto mehr Punkte gibt es.

Auch gibt es ein Minispiel, bei dem man ein Schwein durch ein Labyrinth zu seiner Mutter bringen muss. Im Boden vergraben sind aber die Rabbids, welche Rayman daran hindern. Ist man in der Nähe eines vergrabenen Hasen, fängt das Schwein an zu quieken, und man sollte lieber umdrehen und einen anderen Weg nehmen. Neben einer Vielzahl an Minispielen muss ich noch die Railshooter-Abschnitte erwähnen, in welchen man mit Pömpeln auf die Hasen schießen muss, um Punkte zu sammeln. Gezielt wird mit dem Pointer, geschossen mit der B-Taste und das Pömpelnachladen wird mit schütteln des Nunchuks realisiert.Insgesamt erwarten euch ca. 75 Minispiele, von denen sich aber einige auch ähneln. So gibt es zum Beispiel 15 Tanzspiele und 10 Railshooter. Während im Solo-Modus einige Zeit vergeht, bis man ihn gemeistert und alle Minispiele freigeschaltet hat, ist der Multiplayer-Modus weniger umfangreich ausgefallen. Es gibt nur sehr wenige Spiele, die man wirklich gleichzeitig spielen kann, die meisten Spiele werden einfach nacheinander absolviert.

Bewertung: Einzel: 80% Mutli: 65%

Rayman Raving Rabbids 2
Im zweiten Teil wollen die irren Häschen die Welt erobern. Daher sind die einzelnen Minispiele in Länder aufgeteilt. Dem zweiten Teil merkt man an, dass man die Steuerung verbessert hat. Hier hat man sich auch mehr auf den Mutliplayer konzentriert, welcher noch im ersten Teil bemängelt wurde. Man muss aber auch hier zuerst im Solo-Modus die Minispiele freispielen, ehe sie im Multiplayer verfügbar sind. Insgesamt gibt es sechs Länder, mit je neun Minispielen und dazu noch Railshooter-Missionen, welche hinter einem realen Hintergrund spielen. Hier muss man also unsere Welt vor der Invasion der Hasen beschützen.

Während man den Solo-Modus schnell durchgespielt hat, zeigt sich im Mutliplayer das wahre Potential: Die Ideen der Minispiele sind noch abgedrehter, als noch im ersten Teil. Man fragt sich bei manchen Spielen, wer auf solche Ideen gekommen ist. In einem Minispiel beispielsweise muss man im Kino telefonieren, in dem man die Wii-Mote ans Ohr hält und aus dem Lautsprecher tatsächlich etwas gequasselt wird. Kommt aber der Aufseher herein und schaltet das Licht an, muss man schnell die Wii-Mote nach unten halten. Wer das nicht oder zu spät tut, bekommt einen Amboss auf den Kopf. Dazu kommt noch, dass man während das Licht an ist, ganz schnell mehrmals die A-Taste drücken muss. Der schnellste Spieler schickt dem langsamsten dann eine SMS, der dann auch einen Amboss auf den Kopf bekommt. Dasselbe Prinzip gibt es noch in der Hasenschule, in der man Papierkneuel auf den Lehrer werfen muss. Man muss aber rechtzeitig damit aufhören, denn dreht sich der Lehrer und erwischt einen, bekommt

man einen hinter die Löffel. Die anderen Spieler können aber auch einen nicht erwischten Hasen anschwärzen, indem sie mit dem Finger auf ihn zeigen. Dieser bekommt dann auch eins hinter die Löffel. In einem anderen Minispiel muss man im oberen Stock einer Bar in einen Bierkrug, welcher im unteren Stock ist, hineinspucken. Oder mit schütteln der Wii-Mote und Nunchuk an einem Fluss Wäsche waschen. Oder die Hasen müssen Chili essen, um mit ihrem Atem ein Hähnchen zu grillen. Isst man aber vorher zu viel Chili, verbrennt das Hühnchen. Oder durch schütteln der Wii-Mote eine Flasche schütteln, drinken und danach so zu rülpsen, dass Bäume und Autos durch die Gegend fliegen. Insgesamt erwarten euch hier knapp 60 Minispiele. Auch wenn sich hier einige Minispiele ähneln, sind diese trotzem sehr abwechslungsreich.

Bewertung: Einzel: 70% Multi: 85%

Rayman Raving Rabbids 3: TV Party
Nachdem nun die Rabbids die Welt erobert haben, gehen sie nun auf das Fernsehen los. Im Intro sieht man, wie Rayman vor den Hasen davon läuft. Als die Häschen vom Blitz getroffen werden, landen sie im Fernseher von Rayman und stellen dort unfug an. Hier wird in manchen Minispielen auch das Balance-Board verwendet (optional geht aber auch Wii-Mote und Nunchuk).

Der Solo-Modus ist hier wie ein TV-Programm (in Tagen und Stunden gegliedert) aufgebaut. Man beginnt mit dem Montag. Aus einer Hand voll Minispielen wählt man eines aus. Meistert man das Minispiel, schaltet man die nächste Stunde für diesen Tag frei und kann das nächste Minispiel wählen. Hat man sieben Minispiele geschafft, ist der Tag vorbei. Danach folgt der nächste Tag. Nach und nach stehen so allmählich weitere Minispiele zur Auswahl, bis man nach Abschluss von sieben Tagen alle Minispiele freigeschaltet hat. Auch hier erwarten euch abgedrehte Minispiele, auch wenn sich einige wiederholen. Es gibt beispielsweise mehrere Gnuskiing Level, Tanzspiele und Railshooter. Die Railshooter sind dieses Mal etwas anders, als in den vorigen Teilen. Hier wird nämlich ein Film nachgespielt, in dem zwei Hasen vor Zombies, Aliens usw. wegrennen. Diese dürft ihr aber nicht abschießen, stattdessen dürft ihr nur Hasen abschießen, die ein Hahnkostüm tragen. In dem Minispiel Gnuskiing

fährt man auf einem Gnu eine Skipiste herunter, muss durch Fähnchen fahren und Schanzen absolvieren. Die Richtung wird hierbei mit dem Balance-Board oder alternativ mit Wii-Mote und Nunchuk gesteuert. In einem weiteren Minispiel müsst ihr einen Rabbid in Form eines Gummiballs mittels Wii-Mote durch einen Parcour manövrieren. Auch eine Art Tetris-Spiel erwartet euch. Ein Hase fliegt mit hohem Tempo auf eine Mauer zu. Die Mauer hat nur eine Öffnung in einer bestimmten Form (zum Beispiel einem I oder einem L). Diese Form muss mittels Pointer nachgezeichnet werden, damit sich der Hase so formiert, dass er durch die Maueröffnung gelangen kann und nicht gegen die Mauer kracht. In einem anderen Minispiel gibt ein Oberoffizier den Rabbids Anweisungen, was sie tun sollen. Zum Beispiel Zähne putzen, rasieren, Deo auftragen oder Ohren waschen. Jede Anweisung steht für eine bestimmte Bewegung der Wii-Mote. Das lustige ist, wenn man eine Anweisung falsch macht. So rasiert sich der Rabbid

zum Beispiel die Zähne oder putzt sich mit der Zahnbürste die Ohren, was natürlich dann auch keine Punkte für diese Runde gibt. Ab und an taucht mitten in einem Minispiel auch ein Werbebanner auf. Drückt man die 1 gelangt man in ein Mikrospiel ala Wario Ware. Meist wird dort ein Produkt vorgestellt und man muss nur im richtigen Moment einen Knopf drücken oder die Wii-Mote schütteln, um Boni für das eigentliche Minispiel zu erhalten (zum Beispiel die doppelte Punktzahl in der nächsten Runde).

Wer mit Freunden im Multiplayer spielen möchte, für den gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen gibt es den Trainings-Modus, in dem man gezielt jedes einzelne Minispiel wählen kann. Diesen Modus könnt ihr auch wählen, wenn ihr alleine spielen wollt. Oder ihr wählt den Party-Modus. Dort könnt ihr, ähnlich wie in Nintendoland, aus einer kleinen Auswahl an Minispielen eines wählen. Der Verlieren aus diesem Spiel, darf das nächste Spiel aus einer neuen Auswahl treffen. Während Minispielen, die man nacheinander absolvieren muss, kann es manchmal passieren, dass ein Sabotage-Banner auftaucht. Jetzt können die anderen Mitspielen, die eigentlich gerade nur zuschauen, das Minispiel sabotieren. So können zum Beispiel beim Gnuskiing Schneebälle auf den Bildschirm geworfen werden, um die Sicht zu erschweren. Eine sehr gemeine und zugleich lustige Funktion.

Bewertung: Einzel: 80% Multi: 85%

Fazit

Aufgrund der großen Anzahl an Minispielen und die Tatsache, dass man für den günstigen Preis gleich drei Spiele bekommt, kann ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Bis man in allen drei Spielen alle Minispiele freigeschaltet hat, vergehen einige Stunden und gemeinsam mit Freunden kann man den ein oder anderen lustigen Abend erleben.

eMGe *, 10.737 Zeichen, veröffentlicht am 14.02.2013 •
Singleplayer: 85%
Multiplayer: 85%

Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Wii-Fernbedienung Wii Nunchuk Wii Balance Board
Releasedate: 27.08.2010, Preis: ca. 35-40€, 1-8 Spieler/innen, zwar als PAL-Version erhältlich, aber nicht offiziell in Deutschland erschienen

Bilder

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