Cover: Super Probotector: Alien RebelsWer nach actiongeladenen, klassischen Jump'n Shoots sucht, die im Grunde genommen nichts weiter als eine enorm anspruchsvolle Nonstop-Ballerei sind, kommt um die Probotector- bzw. Contra-Reihe nicht herum: Bereits auf dem NES wurde durch zwei Teile der Grundstein für eine erfolgreiche und hochwertige Serie gelegt. Nun, und dann kam das SNES - und da war es nur logisch, die erfolgreichen Vorgänger weiterzuentwickeln und auf die neue Konsole zu bringen...

Minimal erweitertes Gameplay
Wer bereits die Vorgänger von Super Probotector: Alien Rebels kennt, wird sich auch in diesem Titel sofort heimisch fühlen, denn die Veränderungen zu den früheren Spielen sind weitgehend marginal geblieben. Noch immer kann man sich auch zu zweit durch das Spiel schnetzeln und es dominieren immer noch Level das Spielgeschehen, durch die die Spieler springen und vor allem extrem viel ballern müssen. Ist man von vergleichbaren Titeln noch gewohnt, nur auf den Feuer-Button zu drücken, wenn ein Gegner auftaucht, so werden die Spieler diese Gewohnheit bei Super Probotector schnell los und schon sehr bald klebt der Daumen geradezu auf der Baller-Taste. Dies ist bei ständig und vor allem plötzlich auftauchenden Gegnern nämlich nur ratsam - und angesichts der Tatsache, dass die Munition der verschiedenen Waffen niemals ausgeht, auch nicht weiter schlimm.

Doch wie bereits zuvor wechseln sich die klassischen Jump'n Shoot-Levels mit welchen aus der Vogelperspektive ab. Dabei steuern die Spieler über verschiedene Schauplätze und müssen etwa etwaige Einrichtungen, die auf der Karte verstreut sind, zerstören. Keine Frage, dass auch hier haufenweise Gegner damit nicht einverstanden sind - und viele Waffen letztendlich den Weg zum Erfolg bahnen können. Eine der minimalen Veränderungen im Gameplay findet sich übrigens in diesen Levels wieder, denn die Steuerung wurde leicht verändert - doch dazu gleich mehr.
Screenshot Screenshot
Großes Waffenarsenal
Wie bereits erwähnt, setzen die Spieler im Verlauf des Spiels verschiedenartige Waffen ein, die sie nach und nach einsammeln können. So verfügen sie zu Beginn lediglich über zwei Maschinengewehre - in jeder Hand eines, natürlich - können jedoch auch Laser, Flammenwerfer oder andere Waffen finden. Dabei bleibt es jedoch immer dabei, dass jeder Spieler über zwei Waffen verfügt, die er nach Belieben austauschen kann. Somit sollte gut überlegt sein, welche Waffe in welcher Situation die bestmögliche Wirkung erzielt und ob man Waffe X verlieren will, weil man jetzt Waffe Y aufsammeln könnte, denn mehr als diese zwei Waffen kann man pro Spieler nicht tragen und mehr als eine Waffe auch nie benutzen, sodass man im Gameplay jederzeit mittels Tastendruck sofort zwischen den beiden Waffen wechseln kann, ohne, dass man auch nur eine halbe Spielsekunde Zeit vertrödeln würde.
Screenshot Screenshot
Darüber hinaus gibt es noch eine Hand voll neuer Moves, die im Kampf durchaus nützlich sein können - die Spieler können etwa in die Höhe springen und dabei mit beiden Waffen Streuschüsse in alle Richtungen abgeben. Um diese Moves effektiv anzuwenden ist jedoch etwas mehr Übung notwendig, denn sinnlos eingesetzt bedeutet ein solcher Move schnell den eigenen Bildschirmtod.
Screenshot Screenshot
Knüppelhart und stark inszeniert
Stichwort Bildschirmtod: Glaubt mir, den werdet ihr tatsächlich oft zu sehen bekommen, denn Super Probotector ist tatsächlich sehr schwierig. Glücklicherweise gibt es zumindest drei Schwierigkeitsgrade - Easy, Normal und Hard -, wobei aber bereits Easy starke Nerven voraussetzt. Doch nicht nur, dass bei allen drei Stufen die Gegner mehr jeweils etwas mehr Treffer aushalten, sie schiessen auch häufiger, die Projektile fliegen etwas schneller und einige Bosse lernen auf Normal und Hard sogar noch diverse Extra-Attacken.
Screenshot Screenshot
Und trotz Dauerfeuer und einiger Übung bleibt es nicht aus, dass manche Stellen bereits auf Easy schlichtweg auswendig gelernt werden müssen, damit man sie erfolgreich passieren kann, denn Ruhepausen gibt es im Spiel niemals und es bleibt immer bei hitzigen Schusswechseln, die aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades auch sehr gerne mal in die Hose gehen.
Screenshot Screenshot
Auch die Bosskämpfe haben es in sich, weil Angriffe und Ausweichmanöver gut koordiniert sein müssen. Der fordernde Schwierigkeitsgrad ist mir dabei aber ebenso wie die starke Inszenierung positiv aufgefallen. Vor allem die dicken Bosse gehen nur unter viel Geballer und großen Explosionen unter - was da aus dem SNES herausgeholt wurde, ist also sehr zufriedenstellend.
Screenshot Screenshot
Schwachpunkt Vogelperspektiven-Level
Die bereits erwähnten Level, die in der Vogelperspektive bewältigt werden, stellen im sonstigen Gameplay eine kleine Trübung dar. Dies liegt zum einen daran, dass die Steuerung etwas unglücklich ausgefallen ist: Statt dass die Spieler einfach mit dem Steuerkreuz in alle Richtungen durch das Level gehen und sich drehen können, muss man dazu die Schultertasten (zum Drehen der Spielfigur) verwenden. Das ist extrem ungewohnt und steuert sich nur nach einiger Einübungszeit wirklich präzise - vorher passiert es im Eifer des Gefechts zu oft, dass man einfach zu lange braucht um richtig zu reagieren oder schlicht zu unpräzise schießt.
Screenshot Screenshot
Abgesehen davon können diese Levels auch nicht so stark fesseln wie die klassischen, seitwärts scrollenden Einlagen. Ich habe mich auch selbst immer wieder dabei erwischt, wie ich nach dem actiongeladenen Finale eines Jump'n Shoot-Levels eher enttäuscht war, dass diese Action etwas abflaute weil - in Level 2 und Level 5 - ein Draufsicht-Level absolviert werden muss. Dafür aber gibt es in fast allen Leveln eine kleine Besonderheit, die dies exzellent ausgleicht.
Screenshot Screenshot
In Level 4 rast man z.B. auf Highspeed-Vehikeln über den Highway und ballert alles nieder, was von vorn, von hinten oder von oben kommt, dabei muss man bei dieser hohen Geschwindigkeit nicht nur ständig springen, sondern auch öfters mal stehen bleiben, oder im richtigen Timing vor und zurückgleiten. Dann folgt ein Hubschrauber, nimmt die Spieler hoch in den Himmel und setzt sie weit oben in der Luft ab, wo sie in einem Raketenhakel von Geschoss zu Geschoss springen müssen...
Screenshot Screenshot
Fazit
Super Probotector: Alien Rebels - fast überall sonst "Contra III - The Alien Wars" genannt - weiß in jeglicher Hinsicht zu überzeugen. Das Spiel wird rundum gut präsentiert und sorgt für viel Action und Abwechslung vor dem Fernseher, in denen Verschnaufpausen Mangelware sind und der Schwierigkeitsgrad selbst auf Easy durchweg hoch bleibt. Ein besonders spaßiges Erlebnis ist zudem der Zweispieler-Modus, in denen einer eurer Kumpels mit euch durch die insgesamt 6 Level und 3 Schwierigkeitsstufen ziehen kann und bei der wilden Ballerei behilflich ist - was empfohlen wird.
Screenshot Screenshot
Trotz der kleinen Trübung durch die Draufsicht-Levels - die im Grunde genommen aber schon gut funktionieren, wenn man sich eingelebt hat - bleibt Super Probotector: Alien Rebels ein durchweg sehr guter Titel, mit dem Baller-Freunde viel Spaß haben werden. Solides Gameplay, starke Präsentation und ein super Zwei-Spieler-Modus - sehr viel mehr kann man sich kaum wünschen.
«Blicker» Singleplayer: 86%
Multiplayer: 89%


Verfasst von «Blicker» am 16.01.2014,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 2 Person/en
Release am 19.11.1992