Cover: Affordable Space AdventuresWillkommen bei Uexplore! Seien Sie doch auch mal ein Weltraumerforscher und erkunden Sie mit einem äußerst günstigen aber funktionalen Raumschiff namens "Small Craft" den fremden und noch nahezu unbekannten Planeten Spectaculon. Alles, was Sie dort als Erster finden, gehört Ihnen. Seit 1995 hat es keine Unfälle gegeben und alles ist sicher... ...ist es nicht!

Die Reise beginnt
Euer Abenteuer wird auf witzige Art und Weise wie ein Werbevideo eingeleitet, jedoch startet ihr ganz im Dunkeln und weniger, wie in den schönen Bildern von Uexplore zu sehen, auf einer schönen Welt. Die Alien- oder Metroid-hafte Umgebung ist düster und vernebelt, ganz besonders da eure Systeme noch nicht alle funktionsfähig sind.

Hier kommt auch gleich das Herzstück des Spiels zum Einsatz, nämlich das Wii U GamePad. Als erstes wird euer Scanner wieder funktionsfähig gemacht, hierzu startet in guter, alter DOS-Manier "Uexplore OS v. 3.12" und der Scanner benötigt einen Tipser auf das GamePad. Mit dem rechten Stick beleuchtet euer Scanner die Umgebung und ihr seid an einem Kabel gefangen. Nach kurzer Zeit ist euer Kraftstoffmotor wieder einsatzbereit und wird ebenfalls per Tipser auf dem GamePad aktiviert und startet mit einem blubbernden Motorengeräusch. Nun könnt ihr euch befreien und erkundet die Gegend Stück für Stück - und je weiter ihr voranschreitet, desto mehr Raumschifffunktionen kommen hinzu.
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Affordable Space Adventures ist nicht nur ein Spiel zum Erkunden der Landschaft, sondern erfordert auch euer Geschick in Puzzeleinlagen. Euer Scanner kann per ZR-Taste Leuchraketen abschießen. Und ab und zu werden euch rote Schalter begegnen, die euch Türen zum weiterkommen öffnen werden. Diese müssen mit dem Raumschiff-Korpus gedrückt oder mit dessen Leuchtraketen aktiviert werden. Manchmal muss man sie über Bande treffen oder durch einen Schacht abschießen, Winkel und Timing sind dann sehr wichtig.
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Der Scanner fungiert natürlich auch als richtiger Scanner, mit dem ihr roboterartige Gegner per ZL-Zaste scannen könnte. Die zeigen euch einen Erkennungsradius an. Auf eurem GamePad gibt es drei Anzeigen, nämlich Lärm, Wärme und Elektrizität. Der Schwellwert zeigt euch dann, ab wann der Gegner euch bemerkt und sofort über den Haufen schießt, wenn ihr seinen Bereich betretet.
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Raumschiffkonsole aka GamePad
Die Entwickler haben die Raumschifffunktionen genial auf dem GamePad umgesetzt. Berührt ihr eine der drei Anzeigen, wie z.B. Lärm, werden Verbindungskabel zu den Einheiten aufgezeigt, die Lärm erzeugen. So muss der Kraftschubantrieb, der Stabilisator und der Massengenerator des Kraftstoffmotors auf der linken GamePad-Seite heruntergeschraubt werden.
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Jede dieser Raumschifffunktionen besitzt fünf Stufen, wovon drei sich im grünen Bereich befinden, der vierte im orangenen und der fünfte im roten ist. Düst man im orangenen Bereich zu schnell umher, füllt sich ein Gefahren-Meter wie z.B. Wärme- oder Reaktorbelastung, was das Schiff zum Explodieren bringen kann. Im roten Bereich füllt sich der Meter dann extrem schnell und man sollte alsbald wieder in den grünen Bereich schalten. So gibt es je nach Situation immer wieder die Notwendigkeit, mit den Werten zu spielen.
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Mit dem Schub können schwere Gegenstände bewegt werden, die gefährliche Laser unterbrechen können. Der Stabilisator sorgt für einen ruhigen Flug bei gefährlichen Gegnerscharen, und der Massengenerator kann euch schwerer machen, um durch Wasserpassagen zu kommen, denn hier funktioniert der Benziner sonst nicht. Doch, oh Wunder, eure Systeme reparieren im Laufe der Level den Elektromotor, welcher unter Wasser steuerbar ist. Dieser beinhaltet aber auch eine Antigravitationseinheit und ermöglicht einen künstlichen Auf- oder Abtrieb in der Luft.
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Manche Gegner reagieren eher auf Lärm oder auf Elektrizität. So kann man per L- und R-Taste zwischen den beiden Motoren umschalten, wobei der Elektromotor für eine saubere Umwelt sorgt und später zu meinem Hauptantrieb wurde. Dennoch gibt es immer Situationen die etwas mehr Stärke als die des Elektromotors erfordern.
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Gleichzeit kommt das in späteren Level reparierte Fahrwerk zum Einsatz. So musste ich eine Kiste Transportieren, welche die Laser unterbrach. Dazu wählte ich das Fahrwerk "Klebrig" und schon klebte das Raumschiff auf der Kiste fest und ich konnte sie mit Schub 4 richtung Laser fliegen.
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Was für eine Aufmachung
Ihr tuckert mit dem Small Craft am Ende eines Levels immer durch Röhren und ähnlichem und gelangt auf diese Weise ins nächste Level. Insgesamt gibt es davon 38 zu meistern. Jedoch fühlt es sich nicht an wie bei einem typischen Puzzler à la laMario vs Donkey Kong, sondern ihr schwebt durch ganz Spectaculon durch - auf der Suche nach Rettungskapseln.
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Nicht nur die Präsentation im Werbestil ist genial, auch die Rettungskapsel bootet auf dem GamePad im alten, halb-grauen Windows-95-Stil, mit Error-Meldungen und Bildchen, die Kennern Betriebssystems ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Genial ist auch die Dame, die für die Sicherheit bei Uexplore zuständig ist. Da es bisher eh noch nie Unfälle gab, ist sie einfach mal im Urlaub und schickt euch ne Karte. Super gemacht!
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Weiterhin ist die Nach-und-nach-Einführung der Systeme gut umgesetzt worden; es wird kurz und knapp gesagt wie alles funktioniert und man darf es meistens auch gleich anwenden. Es gibt zudem einen-Hilfe Button, der euch alle System erklärt und ein Logbuch, das euch weitere Informationen liefert. Solltet ihr einmal explodieren, wird genau dokumentiert wann, wo und wie. Glaubt mir, es wird sehr viele Tode geben, aber ihr startet natürlich immer an logischen Checkpoints und dürft dann weiterprobieren.
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Das Look and Feel erinnert stark an Metroid: Man fühlt sich alleingelassen und etwas hilflos in diesem kleinen Raumschiff. Die Farben sind dunkel und alles hat einen metallischen, aber zugleich auch organischen Touch. Die Effekte am Raumschiff sind toll gestaltet und die GamePad-Raumschiffkonsole wirkt realistisch - es kommt sogar vor, dass sich ein Riss bildet oder das GamePad "komplett einfriert" (also als Teil des Gameplays - dies ist also kein Bug!). Ihr habt es auch mit Wärme- und Kältepassagen zu tun, wo euer Raumschiff bei ungeügend Kälte oder Wärmezufuhr den Geist aufgibt.
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So sind es sind die kleinen Dinge, die Affordable Space Adventures so einzigartig machen. Selbst die Ladebildschirme sind witzig gemacht, auf denen man Teile der Konsole sieht, mit einem Handbuch, welches den Aschenbecher oder das Handschuhfach erklären, Tipps zur Sicherheit geben oder einfach Tuben von Raumfahrernahrung herumliegen. Selbst in der digitalen Anleitung sind genau diese Einträge mit Uexplore Maskotchen integriert.
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Die Melodien sind sehr minimalistisch und passen mit dumpfen und bedrohlichen, aber auch mal ruhigen, leicht harmonischen Klängen zum Geschehen. Die Sprachausgabe der Videos und der Sound des Raumschiffs ist gelungen.
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Astronaut sucht Crew!
Natürlich könnt ihr als Astronaut allein durch Teleporter fliegen, lärmempfindliche Gegnerscharen mit Gravitationsspielereien durchschweben, Schalter durch Elektrostöße aufladen oder einen Riesenroboter aus seinem Versteck locken - jedoch geht das auch mit ein oder zwei Leuten mehr auf der Couch!
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Der Ingenieur benutzt das GamePad und ist für alle technischen Einstellungen der Systeme verantwortlich. Die zweite Person nutzt Pro Controller oder Wiimote - mit oder ohne Nunchuk - und übernimmt die Funktion des Piloten. Spielt man nur zu zweit, steuert der Pilot das Raumschiff und feuert per ZR Leuchtraketen und bedient per ZL den Scanner. Die Orientierung des Scanners richtet aber weiterhin der GamePad-Spieler aus. Hier ist also ständige Kommunikation gefragt, da abgestimmt werden muss, wann man welche Raumschifffunktionen aktiviert und wie der Pilot fliegen muss.
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Kommt noch ein dritter Spieler hinzu, gibt es eine neue Rollenverteilung. Der Maschinist bedient am GamePad ausschließlich nur noch die Systemeinstellungen, der Navigator steuert nur noch das Small Craft und der Wissenschaftsoffizier lenkt und aktiviert den Scanner bzw. sorgt für Licht und schießt die Leuchtraketen ab. Als Einziger darf er darüber hinaus auch die Hupe betätigen!
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Die Multiplayer-Runde ist allerdings nicht unbedingt leichter, nur, weil man sich die Arbeit teilt, sondern es ist eigentlich umso schwieriger, weil man sich miteinander gut absprechen und man sich vor allem erklären muss, was man gerade vorhat. Das kann schon ganz schön knifflig sein, jedoch jubelt und jauchzt man dann umso mehr, wenn ein Level erfolgreich durch Teamarbeit gemeistert wurde.
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Falls es dann aber doch einmal zu frustigen Momenten kommen sollte, kann man sowohl im jederzeit änderbaren Multiplayer als auch in der Singleplayer- Variante den Schwierigkeitsgrad von "Techniker" auf "Tourist" umstellen. Hier werden dann die Rätselpassagen etwas leichter gestaltet und es sind z.B. zwei Kisten statt nur einer da.
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FAZIT
Mit Affordable Space Adventures ist den Entwicklern ein wahrer Geheimtipp für die Wii U gelungen. Ebenso wie in beispielsweise Zombi U, wurde das GamePad endlich einmal wieder eindrucksvoll genutzt. Schade aber, dass man eigentlich nur durch einsame Gegenden fliegt und im Grunde genommen immer das gleiche macht; trotzdem hat es mich gefesselt! Weil ich wissen wollte, ob ich doch noch gerettet werde, oder eben nicht gerettet werde.
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Nach 38 Leveln und ca. 8 Stunden später, gibt es allerdings dennoch keinen wirklichen Grund, in die Welt zurückzukehren. Wahrscheinlich wird man es, wenn Besuch da ist, trotzdem wieder herauskramen und das coole GamePad-Feature präsentieren. Dies bietet sich gut für Familien an, da die Rollen von komplexem Maschinist bis hin zum Offizier verteilt werden können.
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Der bisher höchste Indie-Preis von 18,99€ wirkt zunächst sicherlich hart, aber die Kooperation von Nifflas (Knytt Underground), Schöpfer der dunklen Aufmachung und KnapKnok (Spin the Bottle), Erfinder ungewöhnlicher GamePad-Ideen, hat gefruchtet und ein Spiel hervorgebracht, das die Atmosphäre sowohl im als auch außerhalb des Spiels, grandios einfangen konnte.
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Wer sich übrigens wundert, was wohl die Miiverse-Funktion sein könnte, muss einfach das Ende des Spiels sehen, denn diese "Kleinigkeit" ist eine echt coole und vor allem passende Idee!
Dennis Singleplayer: 88%
Multiplayer: 89%


Verfasst von Dennis am 16.11.2015,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 3 Person/en
Release am 09.04.2015