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Pokémon - Die Herrschaft von Feuer und Wasser

Kolumne vom 08.11.2018, 09:56

Fuegro ist also das nächste Pokémon in der Super-Smash-Bros.-Reihe. Auch wenn Design und Kampfstil das Roster unheimlich gut ergänzen, habe ich damit ein persönliches Problem. Genau genommen ist es der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Vielleicht ist es wirklich bloß meine persönliche Meinung, aber ich finde Pflanzen-Pokémon unterrepräsentiert. Die Dreifaltigkeit zum Spielstart ist zwar nach wie vor gegeben, doch ansonsten zieht eine Kategorie in fast allen Belangen stark den Kürzeren. Ich benutze zur Erklärung hierbei die härteste Realität, die es gibt - Mathematik!

Die Cover
Mit Glurak, Ho-oh, Reshiram, Proto-Groudon und Solgaleo sind die Feuer- ganz knapp vor den Wasser-Pokémon; dargestellt durch Turtok, Suicune, Kyogre, Palkia und Proto-Kyogre - mit den meisten Darstellungen ihres Typs auf dem Cover. Dabei zähle ich die Remakes mit Glurak und Ho-oh doppelt. Mit der ungleichen Menge an beiden Arten dieses Typs ist Feuer nochmals zahlenmäßig überlegen. Teile ich alle bekannten Feuer-Pokémon durch die sieben Cover-Monster erhalte ich einen Wert von rund 9,71, und Wasser kommt mit seinen 133 Wesen immerhin auf eine 26,6. Bisaflor ist das einzige(!) Pflanzen-Pokémon, welche es jemals auf das Cover einer Edition geschafft hat. Um fair zu bleiben zähle ich sowohl die exklusiv in Japan erhältliche Grüne Edition und das Remake. Bedeutet 98 geteilt durch zwei ist gleich 49. Aber selbst ohne meine Rechnung ist sehr offensichtlich, wie Feuer-Pokémon hier den beiden Konkurenten die Show stehlen.



Typ Vor- und Nachteile
Feuer mag vielleicht die wenigsten Vertreter seines Typs besitzen, doch qualitativ müssen sie sich überhaupt nicht verstecken. Mit nur drei Schwächen, sechs Resistenzen und je vier sehr effektiven und uneffektiven Angriffszielen ist Feuer ganz oben auf der Skala. Wasser hat tatsächlich nur zwei Schwächen und vier Resistenzen. Wasser-Attacken treffen auch immerhin drei andere Typen sehr effektiv und drei andere Typen nicht effektiv.

Pflanze hingegen ist ein Trauerspiel. Mit vier Resistenzen steht es zwar gleich auf mit Wasser, hat aber so viele Schwächen wie die anderen beiden zusammen. Bei den Attacken dasselbe: Mit Boden, Gestein und Wasser werden drei Typen schwer in Mitleidenschaft gezogen doch ganze sieben anderen stecken umherfliegende Blätter und peitschende Ranken mit Leichtigkeit weg.

Die Attacken
Erinnert ihr euch daran, wie euer Pokémon damals einen neuen Move lernte und wir mit Entsetzen feststellten, dass dieser gar keinen Schaden am Gegner macht? So ging es doch fast allen Kindern. Erst ein bis zwei Generationen später lernte ich den Wert der sogenannten Status-Attacken kennen.

Es gibt mittlerweile 35 verschiedene Feuer-Attacken, davon nur zwei Status-Attacken und ganze vierzehn mit einem Grundschaden von 100 oder höher. Wasser-Pokémon haben mit über hundert Vertretern einen etwas begrenzten Movepool, also 33 Attacken. Doch mit fünf Status-Attacken und immerhin sieben Angriffen mit über 100 Grundschaden. Jetzt wieder die ernüchternde Pflanze... Von einer überdurchschnittlichen Varianz an 42 unterschiedlichen Attacken fallen neunzehn in die Status-Kategorie und nur acht sind mit einem Grundschaden von 100 oder höher. Errechnen wir doch also mal den durchschnittlichen Wert von starken Attacken. Frei nach der Cover-Methode von vorhin müssen wir nur die Anzahl aller Attacken durch diese mit dem hohen Schadensgrundwert teilen. Im Durchschnitt ist demnach fast jede zweite Feuer-Attacke (der Wert liegt bei 2,5) übermächtig. Wasser schafft es auf 4,71 und Pflanze hängt mit 5,25 in der Rechnung wieder hinterher.

Berühmte Vertreter
Arenaleiter und die Top 4 stellen in jeder Generation eine zu überwindende Hürde dar. Ihre prominente Darstellung wird meist durch ein Signatur-Pokémon und immer durch eine vorgegebene Typ-Spezialisierung dargestellt. Während die Kapitäne der Inselprüfungen durch Kiawe, Tracy und Maho gut aufgeteilt wurden, sieht es in der Pokémon Liga ganz anders aus. Zwar hält sich der Typ Pflanze mit der Anzahl aller Arenaleiter gut im Mittelfeld und übertrifft sogar Feuer, doch stellen diese und Wasser zumindest ein Top-4-Mitglied und in Wassilis Fall sogar einen Champion der Pokémon Liga.

Auch bei besonderen Pokémon ist Pflanze weniger vertreten. Wasser und Feuer tragen beide fünf Mega-Entwicklungen bei, während es mit Bisaflor, Gewaldro und Rexblisar nur drei Mega-Pflanzen gibt. Bei legendären oder mysteriösen Pokémon kommen Feuer und Wasser auf jeweils acht, Pflanze ist mit der Hälfte davon erneut das Schlusslicht. Dafür gibt es keine Ultrabestie des Typs Wasser. Immerhin ein kleiner mathematischer Sieg.

Außerhalb des Hauptspiels
Super Smash Bros. habe ich ja schon im Vorwort erwähnt. Zwei vollentwickelte Feuer-Pokémon werden im neuesten Ableger spielbar sein und mit Quajutsu und Schiggy auch zwei Wasser-Pokémon. Bisaknosp wirkt für mich wie ein Platzhalter, beziehungsweise wie ein notwendiger Kompromiss. Das mächtige und allseits beliebte Glurak, das niedliche, verspielte Schiggy und dazwischen... ...die komische Teenager-Variante des dritten Starters. In ihrem Debüt bei Super Smash Bros. Brawl hatte Bisaknosp es noch einmal extra schwer, da die Vor- und Nachteile der Typen miteinprogrammiert wurden. Von den zahlreichen Schwächen eines Pflanzen-Pokémons sprach ich ja bereits.

Als damals das erste Bild von Pokémon Tekken die Runde machte, hatte ich ganz andere Erwartungen an den Titel. Ein Kampfspiel mit einem Roster aus vollentwickelten Kampf-Pokémon? Das war leider zu schön um wahr zu sein. In einem solchen Fall hätte ich Pikachu Libre noch als Maskottchen und WTF?-Charakter akzeptiert, wenn es sich mit Nockchan, Kicklee und Hariyama einen Schlagabtausch lieferte. Doch je mehr Kämpfer bekannt wurden, desto größer war meine Ernüchterung. Es ging so weit, dass ich mir das Spiel nicht kaufte, da mich keiner der Kämpfer interessierte. Die DX-Version auf der Switch konnte diesen Umstand ebenfalls nicht beheben, auch wenn ich es mittlerweile mein Eigen nenne.



Doch genug von meinen persönlichen Empfindungen, her mit den Zahlen. In Pokémon Tekken DX darf man aus 23 verschiedenen Kämpfern wählen und welcher der drei, in dieser Kolumne besprochenen Typen ist wohl am häufigsten vertreten? Genau, es ist Feuer. Glurak, Rutena, Lohgock und Skelabra waren bereits alle schon im Original für die Wii U und den japanischen Spielhallen vertreten. Erst in der Arcade wurde Suicune durch Impoleon unterstützt und DX brachte später noch Turtok ins Rennen. Gewaldro und der Switch exklusive Silvarro bleiben wieder in der Unterzahl. Auch die Helfer-Pokémon haben ähnliche Zahlen. Drei Pflanzen-Helfer stehen jeweils fünf vom Typ Wasser und Feuer gegenüber.

Ash Ketchum hatte im Laufe seiner Karriere bereits viele Taschenmonster unter seiner Kontrolle. Mit Bisasam, Lorblatt, Gewaldro, Chelterrar, Serpifeu, Matrifol und Bauz kommandierte er ebensoviele Pflanzen- wie Feuer-Pokémon. Namentlich Glurak, Igelavar, Qurtel, Panferno, Ferkokel, Fiaro und aktuell Miezunder. Wasser führt mit Schiggy, Lapras, Kingler, Karnimani, Krebscorps, Bamelin, Ottaro, Mebrana und ganz besonders Quajutsu die Liste mit neun Plätzen an. Immerhin haben sich die Pflanzen-Pokémon in seiner Obhut am häufigsten bis zur finalen Stufe entwickelt. Zumindest solange Miezunder nicht zum Gleichstand ausholt.

Eure Meinung ist gefragt
Ich tendierte trotz aller Schwächen immer zum Pflanzen-Starter und werde vermutlich auch zukünftig bei dieser Wahl bleiben. Ich hoffe doch sehr, dass bald ein paar Stellschrauben gedreht werden. Ob im Hauptspiel oder anderen Medien, aber Pflanzen-Pokémon haben meiner Meinung nach ein weitaus höheres Potenzial.

Oder interpretiere ich zu viel in diese Sache hinein?

Rolf Belmont *, 7.838 Zeichen •

Mein favorisierter Starter-Typ ist...

Pflanze
Wasser
Feuer
gar keiner. Ich wechsle je nach Belieben.
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Kommentare

Hobbit
Hobbit
Registriert:
19.10.2017, 20:57:13
Kommentar #1 vom 08.11.2018, 12:02:45 Uhr
Pflanzen sind halt für Kenner, auch gibt es im Spielverlauf so viele Wasser, Stein und Bodenmons, dass es da kein Nachteil ist.

Was die Attackenstärke angeht, Pflanzen machen ihre Gegner wehrlos und saugen sie aus, das ist mit unter heftiger als nur hohe Attackenstärke.
Tarik
Tarik
Registriert:
08.02.2011, 04:37:16
Kommentar #2 vom 08.11.2018, 14:56:17 Uhr
Obwohl grün meine Lieblingsfarbe ist, war ich direkt bei der roten Edition ein Glumanda-Fan.
Sonne war bisher der einzige Titel, in dem ich den Pflanzenstarter gewählt habe, ansonsten habe ich eigentlich immer Feuer genommen.
Einzig herausstechend war die zweite Generation: In der Goldenen Edition fand ich alle 3 Starter tatsächlich "gleich cool". Ich mag Endivie sehr gerne. Allerdings gewann hier sogar das Wasserpokémon und ich hab Karnimani knapp den Vorzug vor den anderen.
Ich glaube, das liegt auch zu großen Teilen an der von dir erwähnten Typen-Effektivität. Pflanze ist wirklich arg benachteiligt, warum sollte ich den Starter also nehmen? Das ist von vornherein blöd aufgebaut worden.
Ligiiihh *
Ligiiihh
Registriert:
09.05.2012, 20:13:57
Kommentar #3 vom 08.11.2018, 16:17:34 Uhr
Obwohl Grün meine Lieblingsfarbe ist (*g*), habe ich mich aus irgendeinem Grund immer dem Wasser-Starter verschrieben. Vielleicht, weil ich als Kind die Attacke Surfer so cool fand? Aber die Pflanzen-Starter waren für mich eigentlich immer am zweitcoolsten. Vor allem Bauz finde ich von der neuen Generation am besten, weil ich sein Design echt knuffig finde. Aber mein Herz bzw. Treue schlägt nach wie vor für die Wasser-Starter. Einfach so.

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