Bericht über den Nintendo LABO Workshop (21. März 2018)

Kolumne vom 24.03.2018, 15:03

In gut einem Monat erscheint mit Nintendo LABO eine neue, innovative Mischung aus Software und Hardware für Nintendo Switch. Aus Pappe lassen sich verschiedene Spielgeräte basteln, die sich dann in Kombination mit den Joy-Cons mit der Switch-Konsole verbinden können und für eine völlig neue Spielerfahrung sorgen.

Video-Quelllink: [LINK ZU WWW.YOUTUBE.COM]

Am Mittwoch, den 21. März, war ich für Eyes on Nintendo auf dem Nintendo LABO Workshop im NOE-Hauptquartier in Frankfurt am Main. Dort hatte ich zusammen mit anderen Pressevertretern die Möglichkeit, die verschiedenen LABO-Spielgeräte, also die sogenannten Toy-Cons, vorab für euch auszuprobieren. Auf einer geräumigen Event-Fläche konnte man sowohl das große Robo-Set, als auch das aus fünf kleinen Toy-Cons bestehende Multi-Set, in entspannter Atmosphäre antesten.

Die Veranstaltung wurde durch ein paar einleitende Worte eröffnet. Dann ging der Workshop auch schon los, und alle durften sich zunächst daran versuchen, ein eigenes Toy-Con aus einem Pappbogen zu basteln, nämlich das RC-Car. Anschließend konnte man die anderen Toy-Cons antesten, die an den jeweiligen Stationen bereits zusammengesetzt waren. Pro Station lagen jeweils vier Toy-Cons aus, sodass es kaum Wartezeiten gab und man die Spielgeräte in alle Ruhe ausprobieren konnte. Es waren zahlreiche Nintendo-Mitarbeiter und Hostessen vor Ort, welche die Funktionsweise der Toy-Cons erklärt und für Fragen zur Verfügung gestanden haben. Zudem gab es ein kleines Buffet, für das leibliche Wohl war also gesorgt.

Des Weiteren gab es einige Info-Stationen, an denen man Wissenswertes über Nintendo LABO erfahren konnte. Dort wurden beispielsweise die Funktionsweise der Toy-Cons oder die Toy-Con-Werkstatt, mit der man seine eigenen Ideen in LABO einbringen kann, erläutert. Nach dem Besuch aller Stationen habe ich noch damit begonnen, das Motorrad-Toy-Con zu basteln, allerdings hatte ich nicht genug Zeit, um es fertig zu stellen.Insgesamt war der Workshop ein rundum gelungenes Event, die knapp vier Stunden in Frankfurt vergingen wie im Flug.

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Das Basteln der Toy-Cons
Die Toy-Cons werden als Pappbögen geliefert, aus denen man bereits vorgestanzte Teile heraustrennen und diese dann auf bestimmte Art und Weise knicken, falten und ineinander stecken muss. Hierbei folgt man einer Anleitung mit einzelnen Schritten, ähnlich wie beim Bauen von Lego-Objekten. Die Anleitung ist auf der LABO-Cartridge enthalten und absolut genial gemacht. Denn man muss sich nicht etwa durch die einzelnen Schritte klicken, stattdessen ist die Anleitung wie ein Film aufgebaut, den man jederzeit stoppen sowie vor- und zurückspulen kann. Das gerade zu bearbeitende Pappteil wird auf dem Switch-Bildschirm angezeigt und lässt sich nach Belieben rotieren, sodass man sich die nötigen Schritte aus jeder Richtung anschauen kann. Die Anleitung ist flüssig aufgebaut und sehr intuitiv, sodass das Bauen der Toy-Cons zu einem Kinderspiel wird.

Auch von der Pappe war ich positiv überrascht: Sie ist dünner, als ich es mir vorgestellt habe, aber dennoch sehr stabil und reißfest. Zudem lässt sie sich sehr leicht aus den Bögen heraustrennen, und auch wenn man hier etwas ruppiger zu Werke geht, braucht man meist keine Sorge zu haben, dass man etwas kaputt macht. Beim Basteln wird nichts geklebt oder geschnitten, alles wird mit vorgegebenen Laschen zusammengesteckt und hält dann in dieser Position auch sehr gut zusammen.

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Die Zeit, die man für das Bauen der einzelnen Toy-Cons benötigt, ist allerdings nicht von Pappe: Das RC-Auto lässt sich zwar locker in 10-15 Minuten zusammenbasteln, die restlichen Toy-Cons des Multi-Sets bestehen aber aus mehreren Pappbögen und benötigen für den Bau jeweils 1-2 Stunden. Will man das Roboter-Set komplett bauen, dauert das sogar 3-4 Stunden. Zahlen, die mich zuerst überrascht haben, aber da das Falten und Knicken so einfach ist, vergeht die Zeit dabei schneller als man denkt.

Wie die Toy-Cons nach einer längeren, intensiven Benutzung aussehen, konnte ich natürlich nicht sehen, aber direkt nach dem Zusammenbau kann man die Spielgeräte problemlos benutzen, ohne Angst haben zu müssen, dass alles auseinanderfällt. Ich vermute, dass die Pappe ihre Stabilität durch eine spezielle Beschichtung erhält, jedenfalls ist die Qualität rundum sehr hochwertig, daher können auch kleinere Kinder ihren Spaß am Bauen und Spielen mit den Toy-Cons haben.

RC-Auto
Das RC-Auto ist das simpelste Toy-Con. Es besteht im Grunde aus einem einzelnen Pappteil, das gefaltet und mit beiden Joy-Cons bestückt wird. Mit zwei Knöpfen auf dem Switch-Tablet kann man nun die Joy-Cons zum vibrieren bringen, was das "Auto" ohne Räder vorantreibt. Drückt man den linken Knopf, vibriert nur der linke Joy-Con und das Auto macht eine Rechtskurve - und umgekehrt. Drückt man beide Knöpfe, vibrieren beide Joy-Cons und das Auto fährt geradeaus. Dazu hat Nintendo noch ein paar kleine Spielereien eingebaut, die sich um die Infrarotkamera auf dem rechten Joy-Con drehen. Im "Automatischen Modus" kann man einen Gegenstand vor die Kamera halten, woraufhin sich das RC-Auto selbstständig darauf zubewegt.

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Die Infrarotkamera verfügt zudem über Nachtsicht-Fähigkeiten. Um dies zu demonstrieren, gab es auf dem Event einen Parcours aus Pappbechern, der unter einem großen Karton vor Licht geschützt wurde. Das Bild der Kamera wird auf dem Switch-Bildschirm angezeigt und ermöglicht die Navigation durch das dunkle Labyrinth. Zudem gibt es noch einen Modus, in dem zwei RC-Autos mit nur einer Switch gleichzeitig kontrolliert werden können. All diese kleinen Extras sind nett, aber da es dennoch stets nur um Fortbewegung durch Vibration geht und keine wirklichen Herausforderungen existieren, verliert das RC-Auto schnell seinen Reiz.

Angel
Beim Angeln steht das Switch-Tablet vertikal in einem Papp-Ständer, mit der Papp-Rute wird dann durch relativ realistische Bewegungen geangelt. Die Angelrute macht von den verschiedenen Bewegungssensoren der Joy-Cons gebrauch: Der eine Joy-Con nimmt die Drehung der Kurbel wahr, der andere misst die Höhe, in der man die Angel hält. Um Fische zu fangen, kurbelt man zuerst den Köder ins Wasser und wartet geduldig ab. Hat dann ein Fisch angebissen, reißt man die Angel (bzw. den ganzen Arm) schnell nach oben und holt den Fisch mit der Kurbel nach oben. Alle paar Meter muss man ein wenig Leine lassen, indem man die Angelrute wieder etwas absenkt, da der Fisch sich ansonsten wieder losreißt. Ist man geschickt und hat das richtige Timing, kann man schon bald sein Prachtexemplar an Land ziehen. Alle gefangenen Fische landen in einem großen Aquarium, wo man sie jederzeit betrachten kann.

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Die Unterwasserwelt weist dabei eine große Artenvielfalt auf. Es gibt viele Fischarten zu fangen, die sich in verschiedenen Wassertiefen tummeln und unterschiedlich schwer zu fangen sind. Direkt unter der Oberfläche finden sich noch kleine Makrelen, weiter unten finden sich dann sogar Haie und am Meeresgrund gibt es auch einen Tiefseebereich mit Anglerfischen. Ähnlich wie in Animal Crossing-Spielen kann man also versuchen, möglichst alle Fischarten zu fangen. Fische gleicher Art können auch unterschiedlich groß sein, sodass man es sich zum Ziel setzen kann, möglichst große Fische zu fangen.

Das Angeln ist durchaus ein spaßiges Konzept, die Steuerung ist sehr gut umgesetzt und macht toll vom HD-Rumble-Feature gebrauch. Andere Modi oder Multiplayer-Funktionalität sucht man aber leider vergebens. Wer Spaß am Konzept hat und sein Aquarium komplettieren will, wird mit dem Angel-Toy-Con einige Zeit verbringen, weitere Modi oder Anreize wie ein Punktesystem oder ähnliches hätten der Langzeitmotivation aber gut getan.

Motorrad
Das Motorrad-Toy-Con besteht aus einem Lenker auf einem Aufsatz, mit dem man den Rennfahrer auf dem Switch-Tablet steuert. Den Lenker kann man zwar drehen, dies hat allerdings nur optischen Wert, denn die Steuerung erfolgt über das Neigen des ganzen Oberkörpers mitsamt Toy-Con. Man muss sich also richtig in die Kurven legen, was allerdings in der Praxis erstaunlich gut und präzise funktioniert. Zudem gibt es eine Handbremse, mit der man zum Drift ansetzen kann, während man um eine Kurve fährt. Das Gameplay lässt Arcade-Feeling aufkommen, die Optik erinnert stark an Mario Kart.

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Es stehen drei Cups mit jeweils drei Strecken zur Verfügung, die insgesamt neun Strecken unterscheiden sich in puncto Streckenlänge und Kurvenhäufigkeit, aber nicht optisch - alle Strecken, die ich gespielt habe, waren in einem großen Stadion angesiedelt. Man kann vor dem Start eines Cups die Rundenanzahl bestimmen und zwischen den Rennklassen 200cc, 400cc und 600cc wählen. Auf 600cc geht es durchaus rasant zur Sache, hier sollte man auch das Driften gut beherrschen. Die CPU-Fahrer zu schlagen, ist allerdings nicht allzu schwer, solange man sich nicht zu viele Fahrfehler erlaubt. Es gibt keinen Time Trial-Modus, stattdessen wird einfach im normalen Grand Prix die Zeit gemessen, die man für das Abschließen des Rennens braucht.

Das Motorrad ist für mich das interessanteste Toy-Con, leider wurde hier viel Potenzial verschenkt. Denn es gibt keine Items, keine freischaltbaren Strecken, keine Belohnungen für gutes Abschneiden in den Cups und keinen Multiplayer-Modus. Das Fahren mit dem Toy-Con macht Spaß, aber durch fehlende Anreize, besonders schnell oder gut zu sein, bleibt auch das Motorrad leider nur eine kleine Spielerei.

Klavier
Mithilfe des Papp-Pianos kann man mit der Switch Musik machen, eigene Lieder kreieren und die Kompositionen speichern. Im Default-Modus gibt die Switch einfache Klaviertöne wieder, wenn man auf die Tasten drückt, allerdings gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Anpassung. Die Tonhöhe kann durch einen Schalter verändert werden und der Klang der Sounds lässt sich durch insgesamt vier Steckknöpfe anpassen. Setzt man zum Beispiel den ersten Knopf ein, ertönen Katzenlaute statt Klaviertöne. Auch ist es möglich, durch sogenannte Wellenformkarten den Klang zu verändern - durch die Karte mit der Sinuskurve wird zum Beispiel der Ton hoch- und wieder heruntergepitcht, wenn man den ihn länger hält.

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Zusätzlich zum normalen Modus gibt es den Studio-Modus, in dem man seine eigenen Kreationen auch Aufnehmen kann. Es ist möglich, bis zu acht separate Tonspuren aufzunehmen und übereinander zu legen, wodurch auch komplexere Kompositionen entstehen können. Außerdem kann man auf zusätzliche Effekte wie einen Reverb-Effekt zugreifen und durch das rhythmische Bewegen des freien Joy-Cons das Tempo der abgespielten Lieder verändern.

Das Piano legt den Fokus vollständig auf das kreative Arbeiten und bietet keine spielerischen Aspekte. Die Anpassungsmöglichkeiten sind alle ganz nett, aber natürlich dennoch eher rudimentär im Vergleich zu richtigen Musikinstrumenten. Ich würde das LABO-Klavier nicht zum ernsthaften Musikmachen empfehlen, es ist viel eher dazu geeignet, um das Interesse an der Musik bei Kindern zu wecken - gerade aufgrund der tollen Aufnahme-Funktion.

Haus
Das Haus komplettiert die fünf Toy-Cons des Multi-Sets. Nachdem man das Switch-Tablet vorne im Papp-Haus platziert hat, erscheint ein putziges, rundes Wesen auf dem Bildschirm, das man ähnlich wie ein Tamagotchi füttern und mit ihm spielen kann. Die Grundfunktionen sind relativ simpel, allerdings gibt es drei Aufsätze, die man in die linke, rechte und untere Seite des Toy-Cons einsetzen kann, um verschiedene Dinge im Haus erscheinen zu lassen oder Minispiele zu starten.

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Die Aufsätze einzeln einzusetzen, lässt im Haus Objekte erscheinen. Setzt man z. B. den Kurbel-Aufsatz ein, erscheint ein Mobile, mit dem man das Pelztier zum Einschlafen bringen kann. Interessanter wird es, wenn man zwei Aufsätze kombiniert, da so verschiedene Minigames gestartet werden können. Welches Minispiel man spielt, hängt dabei nicht nur von der Art der Aufsätze, sondern auch von deren genauer Platzierung in den Hauswänden ab. Zwei Aufsätze links und rechts zu postieren führt z. B. zu einem anderen Minispiel, als wenn man die gleichen Aufsätze links und unten einsetzt.

Die Minispiele lassen sich mit den jeweiligen Aufsätzen steuern und sind alle recht kurz. Das Tierchen fährt unter Anderem in einer Lore, steigt mit einem Ballon möglichst hoch in die Wolken oder bereitet Essen in der Mikrowelle zu. Als Belohnung für das Spielen der Minigames erhält man Leckerlis, mit denen man das Tierchen im Hauptmenü füttern kann. Dadurch wechselt es zum Beispiel die Farbe, ein Levelsystem oder Ähnliches war allerdings nicht zu sehen. Auch bei diesem Toy-Con stellt sich die große Frage, inwiefern Langzeitmotivation gegeben ist, sobald man alle Minispiele entdeckt und ausprobiert hat.

Robo-Set
Das Robo-Set ist das komplexeste Toy-Con und besteht aus mehreren Teilen, die man am Körper befestigt und damit dann im Docked Mode vor dem Fernseher spielen kann. Man zieht einen Papp-Rucksack an, von dem vier Bänder hängen - zwei der Bänder zieht man sich per Schlaufe um die Füße, die anderen beiden nimmt man in die Hände. Dazu gibt es noch ein Papp-Visier, das wie ein Stirnband getragen wird und hoch- und heruntergeklappt werden kann.

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Mithilfe dieses Setups steuert man dann einen Riesenroboter. Hebt man sein linkes Bein, macht der Roboter mit links einen Schritt nach vorne - ebenso funktioniert es mit dem rechten Bein. Streckt man den linken Arm nach vorne, schlägt der Roboter mit links zu - auch hier gilt das gleiche Prinzip beim rechten Arm. Um sich schneller fortzubewegen, kann man in die Hocke gehen, dann verwandelt sich der Roboter in ein Auto, mit dem man schnell umher rasen und Laserstrahlen verschießen kann. Streckt man beide Arme nach vorne, fliegt der Roboter hoch und schwebt dann einige Meter über dem Boden. Die Richtung, in die man sich bei den Aktionen bewegt, kann man durch Neigen - nicht durch Drehen - des Kopfs nach links oder rechts verändern. Klappt man das Papp-Visier herunter, wechselt man die Kamera und sieht alles aus der Ego-Perspektive.

Beim Event durfte man einen Spielmodus antesten, indem der Roboter in einer Stadt platziert wird und das Ziel hat, in fünf Minuten so viel wie möglich Zerstörung anzurichten. So schlägt man also Häuser kaputt und wehrt feindliche Ufos ab, die sich in den Weg stellen. Für jedes zerstörte Objekt gibt es Punkte, durch effizientes Draufhauen kann man auch Combos aufbauen, um sich in der lokalen Highscore-Liste nach oben zu arbeiten.

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Im Set sind zudem vier weitere Spielmodi enthalten, die allerdings nicht ausprobiert werden konnten, darunter ein Missionsmodus, in dem man verschiedene Aufgaben erfüllt und sogar spezielle Moves und Schläge für den Roboter freischalten kann, und ein Fitness-Modus, in dem der Hauptaugenmerk auf der Kalorienverbrennung liegt. Auch ein kompletter lokaler Multiplayer ist vorhanden, sodass man mit zwei Sets Roboterkämpfe mit Freunden austragen kann.

Das Robo-Set ist definitiv das umfangreichste Toy-Con, denn nur bei diesem Set gibt es eine Missions-Kampagne, mehrere große Modi und freischaltbare Inhalte. Allerdings kostet das Robo-Set auch mehr, als alle anderen fünf Toy-Cons zusammen, wodurch der größere Umfang auch nötig ist, um den Preis zu rechtfertigen. Vom technischen Aspekt bin ich beeindruckt, da die Bewegungen wirklich sehr präzise erkannt werden, aber auch das Spielerische scheint bei diesem Toy-Con am ausgereiftesten zu sein.

Toy-Con-Werkstatt
Der "Entdecken"-Aspekt von Nintendo LABO findet in der Toy-Con-Werkstatt Anwendung, welche auch in einer Video-Reihe von Nintendo präsentiert wird. Hier hat man die Möglichkeit, seine eigenen kreativen Ideen in Nintendo LABO einzubringen und eigene Toy-Cons zu erstellen, bzw. zu programmieren. Dies funktioniert durch ein Interface, in dem man "Knoten" genannte Blöcke verbinden und ihnen Aktionen zuweisen kann. Verbindet man z. B. den Eingabeknoten "Joy-Con 1: A-Knopf drücken" mit dem Ausgabeknoten "Joy-Con 2: Vibrieren", vibriert der zweite Joy-Con, wenn man auf dem ersten den A-Knopf drückt.

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Mein Beispiel war natürlich sehr einfach gewählt, allerdings kann man mit der Werkstatt auch sehr komplexe Zusammenhänge programmieren. Bis zu acht Joycons lassen sich miteinander verbinden und bis zu acht Knoten lassen sich hintereinander schalten. Dazu stehen nicht nur klassische Eingaben wie "Schütteln" oder "Knopf drücken" zur Verfügung, man kann auch auf die Eingaben der bereits bestehenden Toy-Cons zurückgreifen, z. B. "Motorrad: Handbremse betätigen". So kann man z. B. einen Zusammenhang programmieren, mit dem man das RC-Auto mit dem Motorrad-Lenker steuern kann.

Ich war positiv überrascht darüber, wie viel Freiraum Nintendo den Spielern mit der Toy-Con-Werkstatt lässt. Das Tool beinhaltet sehr viele Möglichkeiten, sodass mit ein wenig Kreativität tolle Erfindungen entstehen können. Ich wette, dass es einige Monate nach Release bereits dutzende Videos von erfinderischen Kreationen aus der Toy-Con-Werkstatt im Internet zu sehen geben wird. Die Werkstatt ist auf jeden Fall der Aspekt von LABO, mit dem erwachsene Spieler den meisten Spaß haben können, aber auch Kindern kann man hiermit einen kleinen Einstieg ins Programmieren bieten.

Fazit
Nach dem Ausprobieren der LABO-Spielzeuge stelle ich eine große Gemeinsamkeit fest: Das Bauen macht Spaß und beim ersten Ausprobieren findet man die Toy-Cons toll, aber nachdem man alle Funktionen gesehen, bzw. ausprobiert hat, verlieren sie direkt wieder ihren Reiz. Nintendo hat sich zwar zu jedem Toy-Con einige coole Extras einfallen lassen, doch es fehlt an Features, die auf lange Sicht zum Spielen motivieren. Auch auf Online-Modi, z. B. zum Vergleichen von Highscores, wurde komplett verzichtet.

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Mein persönliches Highlight ist definitiv die Toy-Con-Werkstatt, die ein klasse Tool für kreative Köpfe aller Altersklassen darstellt und wirklich viele Möglichkeiten beinhaltet. Allerdings muss man auch sehen, dass ältere bzw. erwachsene Gamer - wie ich und vermutlich auch die meisten Leser/innen hier - einfach nicht die primäre Zielgruppe von LABO sind. Nintendo weiß das auch, weshalb LABO nie in Nintendo Directs thematisiert wird, sondern immer in separaten Videos und Ankündigungen. Ich sehe die Toy-Cons weniger als Videospiele, sondern eher als Spielzeuge, die eine Konsole mit einbinden. LABO richtet sich primär an Kinder, und für diese wird hier ein hochwertiges Produkt geboten. Denn die fehlende Tiefe der einzelnen Spiele dürfte den meisten Kids nichts ausmachen, dafür können sie sowohl Basteln als auch Spielen, und zusätzlich wird noch ihr Erfindergeist geweckt.

Eure Meinung...?
Jetzt seid ihr dran: Was haltet ihr von Nintendo LABO? Werdet ihr euch eines der Toy-Con-Sets kaufen? Denkt ihr, LABO wird ein Kassenschlager oder Ladenhüter?

CaptainOlimar *, 18.866 Zeichen •

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Kommentare

TheUnknown *
TheUnknown
Registriert:
08.05.2010, 09:25:43
Kommentar #1 vom 27.03.2018, 07:10:13 Uhr
Hmm, das ist also genau das, was ich bereits im Podcast vermutete. Nette Idee ohne echten Tiefgang, weil die Spiele am Ende keine Abwechslung bieten und viel zu schnell absolviert sind. Ich bin mir sogar sicher, dass auch die zuerst interessiertesten Kinder das nach 2-3 Tagen nicht mehe unterhaltsam finden, wenn da nicht genug Diversität enthalten ist.
Döner
Döner
Registriert:
08.12.2011, 00:13:53
Kommentar #2 vom 28.03.2018, 03:51:14 Uhr
Würde gerne Wissen wie Wasser Stabil die Pappe ist, ein Tropfen und weicht schon ein, oder könnte es sogar 1 Minute Baden ohne Nass zu werden?
Lugmillord
Lugmillord
Registriert:
13.06.2014, 20:24:00
Kommentar #3 vom 28.03.2018, 10:58:03 Uhr
Man muss sich hier aber auch wieder klar machen: Die Zielgruppe sind Kinder. Wenn es uns alte Säcke nur kurzzeitig reizt, dann ist das für Nintendo nicht allzu relevant. Wenn ich euch einen Lego-Bausatz vorsetze, dann würdet ihr nach dem Zusammenbauen auch nur kurz die Features ausprobieren und dann denken "was soll ich jetzt damit"?

Ich frage mich allerdings, wie sich die Pappe bei längerer Bespielung hält. In Kinderhänden stelle ich mir das nicht allzu langlebig vor. Aber ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass man einzelne Bögen nachbestellen kann oder so ähnlich (sogar kostenlos?).
CaptainOlimar *
CaptainOlimar
Registriert:
03.01.2012, 12:08:24
Kommentar #4 vom 28.03.2018, 12:47:41 Uhr
Zitat von Döner:
Würde gerne Wissen wie Wasser Stabil die Pappe ist, ein Tropfen und weicht schon ein, oder könnte es sogar 1 Minute Baden ohne Nass zu werden?

Die Pappe ist beschichtet, ein paar Tropfen Wasser dürften also kein Problem sein. Es ist aber trotzdem noch Pappe, dementsprechend sollte man es nicht untertauchen oder größeren Mengen Wasser aussetzen.
TheUnknown *
TheUnknown
Registriert:
08.05.2010, 09:25:43
Kommentar #5 vom 05.06.2018, 10:54:02 Uhr
Mich interessiert hier mal Eure Meinung, nachdem LABO jetzt da ist. Gut oder nicht? Ich bin nach wie vor bei meiner Meinung. Einmal ausprobiert, danach sofort nicht mehr spannend.
TheUnknown *
TheUnknown
Registriert:
08.05.2010, 09:25:43
Kommentar #6 vom 09.06.2018, 14:30:45 Uhr
Hat sich das denn echt niemand gekauft?
froster
froster
Registriert:
02.06.2013, 15:27:18
Kommentar #7 vom 10.06.2018, 11:41:35 Uhr
Zitat von TheUnknown:
Hat sich das denn echt niemand gekauft?

Also ich für meinem Teil habe dass auch in Hamburg ausprobieren dürfen und meine Empfindung vor dem Event war "neugierig" und nach dem Event "lustlos". Sicherlich eine tolle Idee vom Konzept her, aber es ist weder für Erwachsene Nintendo-Fans noch für Kiddies langfristig fesselnd.

Ich denke es wird auf Kurz oder Lang in die Versenkung geraten denn auch der Preis von Labo ist einfach eine Abschreckung...
DStroke *
DStroke
Registriert:
09.05.2010, 03:40:32
Kommentar #8 vom 11.06.2018, 18:30:17 Uhr
Ich habs gekauft und das bauen macht mehr spaß als das spielen, abe rmir fehlt auch die Zeit, würde gerne mehr mit dem Tech Zeug rumspielen um eigenes Zeug zu basteln. Aber generell zu teuer. Für nen 20iger joa.
Woop-Woop
Woop-Woop
Registriert:
18.06.2017, 10:53:55
Kommentar #9 vom 11.06.2018, 19:23:34 Uhr
Ich habe es nicht gekauft.
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