Es ist nicht gut, aber wir bleiben dabei!

Kolumne vom 29.11.2011, 06:00

Vor kurzem habe ich mir Zelda Skyward Sword zugelegt. Bis jetzt ist das Spiel auch ganz okay - doch gibt es etwas dass mir schon jahrelang bei Nintendo Titeln sauer aufstößt: Die Rede ist vom unterirdischen Anfang. Es ist ja okay dass Link dauernd wiedergeboren wird und die gute Zelda (so gut wie) jedesmal entführt wird. Aber muss das Ganze so unspektakulär wirken? Könnte nicht ein bisschen Dramatik dabei sein? Ich wäre in den ersten Spielstunden fast eingeschlafen. Okay, Zelda hatte schon immer einen schwachen Einstieg. Aber muss man diese unliebsame Tradition wirklich fortsetzen? Muss man jedesmal ewig darauf warten bis man wirklich einmal "spielen" kann? Ich will nicht jedesmal mit irgendwelchen Leuten über belanglose Dinge quatschen. Ich will Einstiege wie in Xenoblade Chronicles oder dem doch schon in die Jahre gekommen Metroid Prime. Da wurde Laune gemacht! Da wurde von der ersten Spielstunde an knisternde Spannung vermittelt. Warum kann das Nintendo eben nicht? Zelda ist hier schwach, von Mario gar nicht zu reden. Dort existiert die Geschichte eigentlich nicht. Spannung baut jedes Mario Jump & Run nur durch sein Gameplay auf. Auch wenn das Tradition ist...ich würde mir wünschen, dass auch Mario mal eine interessante Geschichte spendiert bekommt. Paper Mario "Die Legende vom Äonentor" hat es doch vorgemacht. Warum gibt es so etwas nicht mehr? Warum gibt es nicht einmal ein wenig Abwechslung auf "Bowser hat die Prinzessin entführt. Rette sie!"? Ich will diese Geschichte nicht mehr hören. Sie schmeckt derartig oft aufgewärmt einfach nicht mehr.

Doch es gibt auch andere ungeliebte "Relikte" bei den großen Nintendo-Titeln. Die Sprachausgabe bei Mario und Zelda ist unterirdisch da nicht vorhanden. Ich war begeistert von einem Xenoblade Chronicles - nicht zuletzt aufgrund der sehr coolen englischen Sprecher. Anders bei Zelda - die komischen laute die Schwertgeist Phai von sich gibt, bringen mich jedes Mal auf die Palme. Warum muss ich mir dieses Gegrunze im Jahre 2011 antun? Weil sich "jeder Fan die Stimmen selbst ausmalen sollte?"... Das hört sich für mich einfach nach einer Ausrede an. Außerdem könnte Link selbst auch ruhig bleiben. In Zelda reden doch sowieso immer nur die Nebencharaktere! Also wie soll man sich Links Stimme denn vorstellen, wenn er sowieso nie etwas von sich gibt? Bei den Mario-Spielen dasselbe: Alles wird nur in komischen Lauten vorgetragen. Ich finde, dass dadurch keine spannende Atmosphäre aufgebaut wird. In anderen Spielen, wie Resident Evil 4 hat man durch die Sprachausgabe (und natürlich auch die sonst sehr gute Umgebung), denn Bezug zum Spiel. Die Charaktere wirken lebendig. Man fühlt ihre Wünsche, Hoffnungen und Stärken. Link und Mario hingegen sind nichts weiter als leblose Hüllen. Sie sind komplett austauschbar.

Wie seht ihr das? Wollt ihr immer wieder die Geschichte der entführten Prinzessin hören? Rege ich mich zu viel über fehlende Sprachausgaben auf? Braucht ihr ebendiese Elemente für das Gefühl der Nostalgie? Oder seid ihr meiner Meinung? Der Meinung, dass alte, ungeliebte Zöpfe in unseren Lieblingsserien endlich abgeschnitten gehören!

Ich danke fürs Lesen und möchte darauf hinweisen, dass Kommentare und Kritik überaus erwünscht sind. ;)

ReynTime, 3.310 Zeichen •

Kommentare

MH
MH
Registriert:
25.06.2011, 19:41:36
Kommentar #1 vom 29.11.2011, 07:15:19 Uhr
Das Thema ist mir bisher gar nicht richtig bewusst gewesen, weils einfach so selbstverständlich geworden ist, dass Nintendo bei Mario und Zelda immer auf das gleiche Schema setzt und auf Sprachausgabe verzichtet - aber du hast Recht, da müsste spätestens bei der WiiU dringend mal ein frischer Wind rein.

Bei Mario gibts aber immerhin die Paper Mario und Mario & Luigi-Teile, die imo schon recht gute Stories bringen, aber so richtig den Fokus auf einen guten Plot à la Xenoblade (die neue Gaming-Referenz? :P ) hat man dort ja auch nicht.
DStroke *
DStroke
Registriert:
09.05.2010, 03:40:32
Kommentar #2 vom 29.11.2011, 11:27:20 Uhr
Es ist schon richtig was du sagst. Es ist immer wieder das gleiche. Man könnte auch ein bisschen Würze reinbringe und das Grundschema, Mario rettet Peach zwar beibehalten, aber nur leicht und was komplett anderes machen. Vielleicht mal Bowser befreien oder ein TeamUp wie Mario&Luigi. Bei Luigi's Mansion rettet Luigi ja auch Mario und nicht umgekehrt.

Zu den Stimmen besteht halt die Gefahr, dass es auf einmal komisch wirkt, weil man es nicht anders kennt. Das kann auch in die Hose gehen und natürlich wie schon erwähnt, höhere Kosten und Aufwand. Aber Samus hat ja auch nie gesprochen und bei Project M war es dann soweit. Auch wenn sie sehr Anime jugendlich klang, fand ich es jetzt nicht so schlecht, dass ich das Spiel deswegen weggeworfen hätte. Bei Mario könnte Charles Martinet natürlich ganze Sätze reden und wie sowas aussehen kann, sieht man an der Super Mario Bros Super Show, da haben alle auch in der Trickfilmserie geredet. Man könnte da schon was machen. Und Link einen jungen Synchronsprecher Jungen zu verpassen wird doch wohl auch machbar sein. Man muss halt nur wollen :)

Und bei Skyward Sword die frühe Stelle an der ** Zeige Spoiler ** das fand ich toll in Szene gesetzt, auch mit der epischen Musik, oder wie sie herumturteln am Anfang, aber die Entführung und so, hätte man etwas spektakulärer machen können, auch wenn es jetzt nicht sooooo schlecht war.
Koopa Troopa
Koopa Troopa
Registriert:
08.08.2011, 11:16:02
Kommentar #3 vom 29.11.2011, 14:31:07 Uhr
Ich muss sagen ich mag gerade die Zelda-intros - diese mitten im Geschehen Einstiege gibt es in anderen Spielen zu genüge.
Von Xenoblade bin ich abgesehen davon auch nicht soo begeistert, weil es einfach bessere rpg's gibt. Für die Wii zwar nicht wirklich viele, aber das hängt ja auch mit dem Genre zusammen.

Ansonsten kann ich mich über die Abwechslung in Mariospielen nicht wirklich beschweren, vmtl. aber auch, weil ich eben das erwarte, was ich letzendlich bekomme und nicht jedes mal auf eine brandneue Story hoffe.

Zu den Stimmen: Ich finds okay, so wie es ist,aber bombastisch ist es wirklich nicht. Nintendo hat den Absprung von den stummen Helden schon nicht geschafft als es hätte so weit sein können und nun lassen sie es vermutlich ganz. Wobei ich mich auch frage, was Mario großartig sagen solle? Und man stelle sich vor die synchronisieren das auch noch ins deutsche ohne charles Martinez? Dann hat Mario noch Vegetas Stimme oder so.
TheUnknown *
TheUnknown
Registriert:
08.05.2010, 09:25:43
Kommentar #4 vom 29.11.2011, 19:59:45 Uhr
Mir ist die Story nicht so wichtig, denn letzten Endes ist es eh immer dasselbe: man rettet die Prinzessin, das Königreich oder die Welt, und deshalb muss man jetzt durch Dungeons und Level zuckeln und alles umnieten...
ReynTime
ReynTime
Registriert:
30.10.2011, 21:48:59
Kommentar #5 vom 05.12.2011, 20:24:52 Uhr
@Tu Das mein ich ja eigentlich. Warum ist die Story immer so dermaßen schwach? Spiele wie Okami haben z.B. gezeigt wie es gehen könnte. Warum muss Nintendo immer solche Schlaftabletten-Geschichten servieren? Die Leute dort sind doch superkreativ. Da könnte etwas mehr Spannung doch drin sein..

Ich möchte wieder einen guten Grund dafür haben, durch Dungeons und Levels zu zuckeln. Und der sollte nicht sein: Weil die Welt oder sonstwas untergehn tut oder die Prinzessin Bowser ganz viel Kuchen backen muss...
Du musst eingeloggt sein, um kommentieren zu können!
Eyes on Nintendo© 2002-2017, Eyes on Nintendo
Seit 22.12.2002, 23:00 Uhr
"Eyes on Nintendo" unterstützt den Einsatz von browserseitigen Cookies, unter anderem auch zum Ändern des Designs. Nähere Infos dazu findest Du hier.