Mario Sports Superstars

Nintendo 3DS

Mario Sports Superstars, Covermotiv
Fußball, Baseball, Tennis, Golf und Reiten. Alle 5 Sportarten als Mario Sports Superstars für den 3DS! Und wer Sportspiele mit Mario und seiner Gang kennt, weiss schon vorher, was zu erwarten ist: Eine arcadige Umsetzung eines Sports, mit dem Ambiente des Pilzkönigreichs. Allerdings stellt sich bei dieser "Von allem etwas dabei"-Mixtur, natürlich die Frage, wie umfangreich, abwechslungsreich und spaßig die jeweiligen Sportarten vertreten sind. Na, dann schauen wir mal...

FUßBALL
Jede Mannschaft besteht immer aus einem Kapitän und einem Vizekapitän. Zur Auswahl stehen hierfür jeweils insgesamt 18 Hauptcharaktere des Mario-Kosmos: Mario, Luigi, Peach, Buu Huu, Bowser, Wario, Waluigi, Rosalina und so weiter. Natürlich haben alle Charakter unterschiedliche Werte, wie Kraft, Geschwindigkeit, Technk oder Ausdauer. Hat man seine Wahl getroffen, wählt man die übrigen 8 Feldspieler: Rote Toads, Rote Koopas, Kameks, Shy Guys, Gelbe Flughörnchen-Toads, Gumbas. Hammer-Brüder oder Spikes - auch hier gibt es Unterschiede in den Werten, doch sind die meiner Meinung nach als äußerst marginal zu betrachten. Denn bei jeder Auswahl ist jeder Wert immer um die 4 Striche lang - und im Gameplay habe ich bislang noch keinen Unterschied feststellen können. Man kann jedoch nicht mischen, sondern wählt man z.B. "Kameks" aus, sind alle 8 Feldspieler Kameks, die dann neben Kapitän und Vizekapitän kicken. Als Torwart oder -wärterin stehen Bumm Bumm und Pom Pom zur Wahl, die sich ebenfalls nicht unbedingt in ihren Eigenschaften differieren.

Auf dem Feld dann ist das Gameplay erstaunlich nah am echten Fußball. Keine Items oder Power-ups, wie man es bei Mario sonst kennt, sondern zwei Mannschaften 11 Spielern/innen versuchen, den Ball ins jeweils gegnerische Tor zu schießen. Es gibt Fouls, Ab- und Freistöße, Aus, Einwürfe, Ecken, ja, sogar Abseits gibt's! Spezialschüsse sind jedoch integriert. Die muss man sich wie bei Nintendo World Cup vom NES vorstellen: Wenn der Ball plötzlich zu glühen beginnt, drückt man bei Ballbesitz zweimal A, und der Ball saust mit Vollkaracho auf das Tor zu. Manchmal direkt geradeaus, manchmal mit einer leichten Kurve oder sonstigen Schikane; immer abhängig vom Spieler, der den Spezialschuss ausführte.

Je nachdem, ob man gerade im Ballbesitz ist oder nicht, variiert die Steuerung etwas. So gibt es für die Verteidigung/Balleroberung Grätschen, Pressings, oder die Wahl, welchen der 11 eigenen Spieler man nun gerade steuern will. Beim Angriff wiederum steuert man automatisch immer denjenigen Spieler, der auch gerade den Ball hat, und man kann diesen dann passen, steilpassen, flanken, schießen und so weiter, oder man vollzieht z.B. den Spezialschuss - wenn der Ball glüht. Ab wann und warum er das tut, habe ich aber noch nicht herausfinden können, er tut es halt einfach irgendwann...

Für Einzelspieler/innen bietet "Fußball" den Turnier-Modus und den Match-Modus. Im Turnier wählt man seine Mannschaft und muss alle Spiele gewinnen. Ist das gelungen, ist das Turnier gewonnen, und das nächste steht bevor. Insgesamt vier Turniere mit je drei Spielen weniger Minuten Dauer sind zu meistern, bevor man alles erledigt, was es zu erledigen gibt. Allerdings ist jedes Turnier immer etwas schwerer als das vorherige, und gerade das allerletzte ist echt knackig! Als Belohnung gibt es stets verschiedene Fußballstadien, in denen man fortan seine Partien austragen kann. Leider nur macht das beim Spielen keinerlei Unterschied. Höchstens in der Optik. Aber das nimmt man auch nur wahr, wenn man wirklich darauf achtet. Im Match-Modus spielt man gegen eine CPU-gesteuerte Mannschaft und darf vier Rahmenbedingungen festlegen: a) Spezialschüsse erlaubt? b) Spieldauer 5, 7, 10 oder 15 Minuten? c) Verlängerung möglich? d) Elfmeterschießen möglich? Selbige Rahmenbedingungen gibt es natürlich auch für den Mehrspieler-Modus (bis zu vier Personen gleichzeitig), egal ob lokal oder online.

"Fußball" ist so la-la umgesetzt. Das Gameplay ist flott und der Mario-Charme macht Bock. Dummerweise hat man nach spätestens 5-6 Matches den Bogen raus und geht dann dazu über, in der Verteidigung auf der Y-Taste herumzudrücken, um möglichst keine Chance auf ein geglücktes Pressing und die damit verbundene Ballübernahme zu verpassen. Im Gegensatz zum Grätschen kann das nämlich niemals in einem Foul enden, weshalb Pressings vollkommen ungefährlich sind und außerdem meistens gelingt. Das heißt, beide Mannschaften pressen, pressen und pressen permanent, und es ist eh das einzig sinnvolle, das man tun kann, um den Ball zurückzubekommen, denn bei 22 Kickern auf dem Platz ist immer jemand in der Nähe eines gegnerischen Ball innehabenden Spielers, also ist es das Beste, einfach fortwährend zu Pressen. Ergo: Man hämmert dauernd wie blöde auf Y herum und das eigentliche Gameplay gerät so zwangsläufig ins Hintertreffen - Taktik ist da jedenfalls nicht dabei. Und auf diese Weise ist zumindest dieses Fünftel von Mario Sports Superstars nicht so wirklich unterhaltend. Man kann es mal anmachen, aber Mario Strikers war bislang um ein Vielfaches ausgewogener; und nicht zu vergessen auch umfangreicher.

BASEBALL
"Baseball" ist für mich äußerst schwer einzuschätzen - egal ob allein gegen die CPU oder gegen einen menschenlichen Gegner. Vor allem deshalb, weil ich die Regeln nicht vollständig verstehe. Im Kern weiss ich natürlich durchaus, worum es geht, aber es gibt dennoch mehr als genug Spielsituationen, bei denen mir das Verständnis für die Feinheiten diverser Spielregeln fehlt. Und Mario Sports Superstars macht keine Anstalten, meine Wissenslücken zu füllen. Nirgendwo im Spiel und nirgendwo in der Spielanleitung wird Baseball auch nur ansatzweise zufriedenstellend erklärt. Das heisst, das, was ich über diese Sportart weiss, weiss ich einfach rein zufällig. Aber was genau ist ein Inning? Wann fängt es an und wann endet es? Was ist diese ominöse Mercy-Regel, von der im Spiel ab und zu die Rede ist? Wo ist der Vor- oder Nachteil, den Ball als Sinker zu werfen, oder als Slider? Warum sollte ich Spieler X an Feldposition Y umstellen, oder einen anderen Pitcher (Werfer) wählen? Wofür stehen die Buchstaben "R", "H" und "E" auf der Punktetafel?

Man hat all diese Anzeigen und Möglichkeiten, aber man kommt sich reichlich seltsam dabei vor, wenn man einfach nur irgendwas tut, ohne so recht zu wissen weshalb man es tut. Selbst diese sogenannte "Spezialtechnik", die aber wohl nichts anderes zu sein scheint, als den Pitcher den Ball mit Vollkaracho zu wegzupfeffern zu lassen, ist offenbar kaum zu gebrauchen. Denn jedes Mal, wenn ich die Spezialtechnik anwende, trifft zumindest die CPU ihn mit 100%iger Sicherheit und verwandelt denn Ball (allermeistens) auch noch in einen Homerun... Wozu also diese Spezialtechnik? Sie scheint mir ja nur zu schaden...

Naja, mit der Zeit fuchst man sich rein und begreift ein bisschen mehr, und dann wieder ein bisschen mehr. Aber auch nach zig Machtes steige ich nicht voll dahinter und es bleibt das Gefühl, dass ich nicht wirklich verstehe, was ich da gerade mache und das alles, was ich auch tue, nicht wirklich von mir beeinflusst wird. Aber wie soll das auch gehen? Baseball ist ein sehr dynamisches Spiel, das von allen Spielern auf dem Platze abhängig ist. Alles das muss voll dabei und total aufeinander eingespielt sein. Doch man hat immer nur die Möglichkeit, entweder den Ball zu werfen, oder ihn, wenn er vom Pitcher geworfen wurde, mit dem Baseballschläger zu treffen zu versuchen. Es gibt zwar durchaus ein paar wenige Eingriffsmomente, wie vor dem Wurf zu deklarieren, ob beim Infield vor oder zurück "agiert" werden soll, aber auch hier bleibt das stetige Gefühl, dass egal ist, was man tut. Was passiert, passiert und man drückt halt manchmal einen der Buttons, um zu werfen oder zu schlagen, aber macht das wirklich einen Unterschied...? Hmm, scheinbar nicht, oder etwa doch?

Wer nicht nur Turniere spielen will, kann auch in Einzelmatches antreten, wahlweise gegen die CPU oder im Zweispieler-Modus gegen menschliche Spieler/innen (lokal oder online), und kann zudem folgende Faktoren bestimmen: a) Spezialtechnik erlauben? b) 3, 5,7 oder 9 Innings? Wer fängt mit Pitchen an (Gast- oder Heimteam)? Mercy-Regel an oder aus? e) Verlängerung möglich?

"Baseball" ist extrem unbefriedigend. Ich habe die ersten beiden der vier Turniere gewonnen, also sozusagen die ersten 6 Matches (ein Turnier verlangt je 3 gewonnene Matches), aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas richtig gemacht oder korrekte Entscheidungen gefällt habe. Dass ich mein Team mit einem Kapitän und Vizekapitän (jeweils ausgewählt aus den 18 Hauptcharakteren), und außerdem weitere Spieler in Form von zum Beispiel Toads, Kameks, oder Hammer-Brüdern bestücken kann, ist noch die beglückendste Entscheidung bei "Baseball".

Dass ich als Europäer nicht die Baseball-Regeln komplett intus habe, mag verständlich sein, und dass ich im Internet nicht das gesamte relativ komplexe Regelwerk durchschmökere, mag man mir als Bequemlichkeit anlasten können, aber es ist meiner Meinung nach Aufgabe von Mario Sports Superstars, mir zu allen Begriffen und eintretenden Spielsituationen die Möglichkeit zu bieten, zu verstehen, was für Entscheidungen ich treffen kann und bestenfalls sogar, warum eine Entscheidung gut oder schlecht für mich sein könnte. Doch nichts dergleichen. Wer die Regeln nicht kennt, hat eben Pech gehabt. Aber dennoch bleibt selbst bei guter Kenntnis des Regelwerks - denn ich kapitulierte letztlich und las im Internet herum, und habe sogar den guten DStroke zu Details im Spielverlauf befragt! -, dieses seltsame Gefühl, dass man nicht wirklich Einfluss auf das Spielgeschehen hat, man nicht ausreichend taktische Informationen im Team untereinander austauschen kann und dass es einfach egal ist, wofür man sich wann entscheidet. ...und einfach nur dabei zuzugucken, wie irgendwas aus irgendeinem Grund passiert, ist nunmal langweilig!

TENNIS
"Tennis" spielt sich praktisch eins zu eins wie Mario Tennis: Ultra Smash für die Wii U. Im Turnier-Modus müssen vier Turniere mit je drei Matches im Einzel gewonnen werden; Doppel gibt es hier nicht. Im Gegensatz zu "Fußball" und "Baseball" ist das Gameplay bei "Tennis" aber abwechslungsreich, nachvollziehbar und nur die CPU-Gegner kann man mit dem immer selben Spielzug vom Platz fegen: Ich habe alle viere Turnier in einem Rutsch durchgespielt und nur einen einzigen Satz verloren! Es gibt auch alles, was man vom echten Tennis kennt: Lobs, Volleys, Spin und und und... Es ist alles da! Nicht zu vergessen, dass auch die Ultra Smashes und Glücksschläge spielbar sind, wenn man in einem der quasi zufällig auftauchenden farbigen Bereiche auf dem Platz steht und dazu die passende Tastenkombination drückt. Also nochmal: "Tennis" ist quasi Mario Tennis: Ultra Smash für den 3DS, nur mit teilweise anderen spielbaren Charakteren - welche hier dieselben 18 sind, wie auch bei "Fußball" und "Baseball".

Für Nicht-Turnier-Matches gibt es sogar die freie Wahl aus vier verschiedenen Plätzen, deren Beläge das Ballverhalten beim Abprall und im Tempo beeinflussen. Die Platzbeläge unterscheiden sich zwar auch farblich voneinander, aber das Drumherum, also das Stadion, ist, ebenfalls wie bei Mario Tennis: Ultra Smash, immer dasselbe. Trotzdem gibt es noch die Wahl, ob mit a) 1, 3 oder 5 Sätze, b) 2, 4 oder 6 Spiele, und c) "Standard" (Glücksschläge an) oder "Einfachen" (Glücksschläge aus) Spielparametern gespielt werden soll. Selbstverständlich kann man diese normalen Matches entweder gegen CPUs oder lokal und online gegen andere bis zu 3 weitere Personen spielen - und das sogar im Doppel.

"Tennis" macht Spaß - aber nur gegen menschliche Spieler/innen, und sofern diese auf demselben Niveau wie man selbst spielen. Ist das Gegenüber zu stark oder zu schwach, ist der/die Stärkere schnell gelangweilt und der/die Schwächere frustriert.

GOLF
Wo "Tennis" sich bei Mario Tennis: Ultra Smash bedient, bedient sich "Golf" bei Mario Golf: World Tour: Wer jemals einen Mario-Golf-Titel gespielt hat, wird nicht die geringste Einarbeitungszeit benötigen, um sich zurecht zu finden. Das "Golf"-Gameplay ist exakt so, wie man es von Mario Golf gewohnt ist. Es gibt die üblichen Dinge wie die Windanzeige, damit man weiss, von woher und wie stark gerade der Wind weht, es gibt 14 verschiedene Schläger (inklusive der Möglichkeit, dem Ball nach der Landung Top- oder Backspin mitzugeben, bzw. Super-Top- oder Super-Backspin) und zum Spielen selbst 4 Kurse mit je 9 Löchern. Nicht zu vergessen: Auch hier gibt es die Wahl aus den bereits bekannten 18 spielbaren Charakteren...

Auch hier kann man entweder den Turnier-Modus absolvieren, bei welchem man dreimal in jedem der vier Turniere seinen CPU-Gegner mit der benötigten Anzahl Schläge unterboten haben muss. oder man spielt eine selbst festgelegtes Partie: Für sich ganz allein, gegen eine CPU oder lokal und online gegen bis zu 3 menschlichen Gegner/innen, und kann obendrein festlegen, ob man a) 3, 6 oder 9 Löcher eines Kurses spielen will, b) in welcher Reihenfolge die Kurse gespielt werden müssen (regulär oder zufällig), c) von welcher Tee-Box aus man abschlagen darf (näher dran am Loch, normal weit weg oder am weitesten weg vom Loch)?, d) soll die Flugbahnprognose des Balls vor dem Schlag dargestellt werden, oder soll man allein nach Augenmaß abschlagen?, und e) soll der Wind schwach, stark oder immer wieder anders wehen...

"Golf" ist schlicht und ergreifend mein Liebling aus Mario Sports Superstars. Ich habe nicht das allergeringste zu kritisieren. Höchstens vielleicht, dass ich gern noch viel mehr Kurse/Löcher zur Verfügung hätte. Aber ansonsten ist "Golf" einfach nur gelungen, es macht nichts falsch und alles richtig.

REITEN
Beim "Reiten" wird auf Pferden sitzend um die Wette geritten. Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen. Im Turnier-Modus spielt man vier Turniere mit je drei zu absolvierenden Parcoursen. Je nachdem, als wievielte/r man ins Ziel gelangt (man wettreitet immer gegen 5 CPU-Reiter), erhält man Punkte, und am Ende aller drei Rennen muss man insgeamt am meisten Punkte haben, um als Sieger/in zu gelten.

Wer keine Lust auf Turniere hat, spielt einfach selbstdefinierte Partien; wahlweise gegen 2-5 CPUs oder lokal und online gegen 2-5 menschliche Gegner/innen. Man bestimmt dann ferner nur noch, a) ob der "Sternenspurt" erlaubt ist (dazu gleich mehr), und b) wieviele Runden pro Rennen geritten werden müsen; 1, 2 oder 3.

Um das alles noch etwas abwechslungsreicher zu machen, muss man während des Reitens immer die Ausdauer seines Tieres berücksichtigen, das heißt: Immer nur "Vollgas" geht nicht. Allerdings gibt es verteilt auf dem Parcours Kapseln mit einem Karottensymbol. Sammelt man eines ein, erholt sich die Ausdauer des Pferdes sofort um ein Stück. Andere Kapseln sind mit einem Sternchen versehen. Sammelt man 5 davon ein, kann man einmal den Sternenspurt aktivieren, was bedeutet, dass das eigene Pferd für wenige Sekunden sehr schnell geloppieren kann - bei Mario Kart entspräche dies dem Turbo-Pilz. Aus Mario Kart kennt man ebenfalls die Turbostreifen, die das Fahrzeug für einen kurzen Moment stark beschleunigen, auch dieses Element bietet "Reiten". Reitet man über einen Beschleunigungsfeld, legt das eigene Pferd für kurze Zeit einen Zahn zu - ungeachtet der verbleibenden Ausdauer.

Die Parcourse selbst sind recht komplex gestaltet und bieten diverse Schikanen, denen man ausweichen oder über die man springen sollte, wenn man möglichst keine Zeit verlieren möchte. Es gibt sogar mehr oder weniger gut versteckte und manchmal sogar recht schwer zu nehmende Abkürzungen.

Im Grunde war das schon alles, was man über "Reiten" wissen muss. Zu erwähnen bleibt nur noch, dass die Kombination aus einem der 18 spielbaren Charaktere und seinem gewählten Pferd festlegt, wieviel Ausdauer, Tempo und so weiter während des Rennens zur Verfügung stehen. Ferner kann man sogar ein eigenes Pferd wählen und eine Beziehung zu ihm aufbauen. Hierfür gibt es einen gesondern Unter-Modus, in dem man das Pferd füttert, es striegelt oder ein wenig auf ihm ausreitet - selbst mit einem Accessoire kann man es ausstatten, um es etwas aufzuhübschen. Im Grunde kann man dies als blanke Spielerei abtun, und das ist es ja eigentlich auch, aber jedes Pferd hat eine Stimmungskurve, und diese nimmt mit jedem Rennen ein wenig ab, daher ist es wichtig, das Pferd ein wenig zu hegen und zu pflegen, damit seine Stimmung steigt. Denn je niedriger die Stimmung, desto schlechter schneidet es in den Rennen ab.

"Reiten" ist für die Zeit die es dauert, alle Turniere zu gewinnen, in der Tat sehr unterhaltsam. Selbst im Multiplayer machen ein paar Rennen nebenbei durchaus Laune. Aber zu mehr reicht es nicht, weil es an Abwechslung mangelt. Was aber nicht an den insgesamt 12 Parsoursen liegt, sondern am zugrundeliegenden Gameplay: Es ist schlicht zu simpel gestrickt, um lange genug bei der Stange halten zu können.

DER WEG ZUM SUPERSTAR
Für diesen Extra-Modus werden unbedingt amiibo-Karten benötigt - und es müssen jene sein, die explizit für Mario Sports Superstars gemacht worden sind. Mit normalen amiibos (also den Figuren), oder mit den amiibo-Karten zu beispielsweise Animal Crossing, weiss Mario Sports Superstars nichts anzufangen.

Doch wozu dienen diese speziellen amiibo-Karten nun? Nun, jeder spielbare Charakter ist immer auch als Star-Charakter verfügbar, wenn man mit diesem in einer der Sportarten die Turniere gewann. Will man es sich besonders leicht machen, zückt man einfach seine amiibo-Karte und hat den Charakter vom Fleck weg in der Star-Version zur Verfügung. Das Besondere an Star-Charakteren ist, dass sie bessere Werte haben als die entsprechenden normalen Charaktere. Mit anderen Worten: Sie sind schneller, stärker, beweglicher und und und...

Es gibt allerdings auch noch Superstar-Charaktere, die abermals besser sind, als die Star-Charaktere. Und wenn man diese verfügbar haben will, führt kein Weg an "Der Weg zum Superstar" und den amiibo-Karten vorbei. Man spielt nun Minispiele, die stark an Arkanoid/Alleyway erinnern, und wenn man sich hier geschickt anstellt, erhält man als Belohnung einen Superstar-Charakter. Natürlich möchte man in einem Spiel immer gern alles erreicht und freigeschaltet haben, aber "Der Weg zum Superstar" fühlt sich zu gezwungen und so unspannend an, also da verzichte ich gern...

INHALT UND UMFANG
Global gesehen ist der Gesamtumfang aller Sportarten zusammen sehr ahnsehnlich, doch für jede Sportart allein genommen wünsche ich mir vor allem beim "Golf" mehr Kurse und Löcher, und auch beim "Reiten" hätten 6 bis 9 zusätzliche Parcourse nicht unbedingt weh getan... "Tennis" ist an und für sich gut gelungen und mehr Stadien oder weitere Platzbeläge sind ohnehin nicht wirklich notwendig - wären allenfalls eine nette Dreingabe gewesen. Tennis ist nunmal Tennis und die Feldeinteilungen des Platzes sind immer dieselben. Allerdings wären dafür dann ein paar Spezialplätze schön gewesen, auf denen man den Ball durch Ringe schlagen muss, oder sowas.

Auch bei "Fußball" und "Baseball" kann man den jeweils selben Look der Umgebung gut verschmerzen, denn die Spielplätze sind auch hier ja immer allesamt gleich gestaltet, und auf die Stadienumgebung achtet man meist wenig, aber trotzdem fehlt der gewisse Feinschliff im Gameplay! Ich bin der Meinung, beim Videospiele-Fußball sollte man entweder eine möglichst realistische Simulation bieten, oder eine actionlastige Arcade-Variante. Und Mario Sports Superstars bietet hier lediglich eine Mischung aus beidem - und das endet dann im "Dauer-Pressing", wie ich weiter oben bereits erklärte. Tja, und bei "Baseball" fehlen leider ganz allgemein die Mittel für die Spieler/innen, taktisch vorzugehen und mehr Anweisungen an alle auf dem Spielfeld zu geben. Die paar Befehle und Möglichkeiten gehen komplett im Gameplay unter und richten viel zu wenig aus; und wenn man dann noch keine Ahnung von den Baseball-Regeln hat, kann man diese Sportart in Mario Sports Superstars völlig vergessen.

Etwas schade finde ich bei allen Sportarten im Mehrspieler, dass immer nur einzelne Sessions abgehalten werden können. Es gibt keinerlei Turnierfunktionen, Tabellen oder Ranglisten. Das soll aber nicht heißen, dass das Gameplay im Multiplayer nicht gut umgesetzt worden wäre. Im Gegenteil, der Multiplayer macht Spaß und ist definitiv der wichtigste Kaufgrund für Mario Sports Superstars. Zumal man online entweder "gegen irgendwen", oder auch gezielt mit Personen aus der eigenen Freundesliste spielen kann. Außerdem gibt es Sperrlisten, in die man Spieler/innen eintragen kann, um zu vermeiden, dass man online zukünftig wieder gegen sie antritt.

REGELN UND SAMMELN
Was mich an Mario Sports Superstars wirklich stört, ist, dass keine der 5 Sportarten im Spiel oder in der Spielanleitung erklärt wird; nicht einmal ansatzweise. Zugegeben, bis auf "Baseball" ist das eigentlich kein Problem für mich: Ich kenne sowieso die Regeln und weiss auch einige sinnvolle Taktiken, die den Sieg näher bringen können. Aber gerade durch "Baseball" wird deutlich, wie verloren man sich vorkommt, wenn man keine Idee hat, was man warum tun soll, oder was beim Golfen ein Birdie, oder was ein Abseits im Fußball ist! Darum ist ein großes Minus, dass Mario Sports Superstars nicht zumindest die Grundregeln jeder Sportart im Pausemenü erklärt. Stattdessen gibt es manchmal ein paar sogenannte Tipps, die aber nur versteht, wer sich auskennt und darum weiss, wovon genau die Rede ist...

Ein wenig seltsam ist auch das Sammelalbum, in das man Sammelkarten einkleben kann, die man innerhalb des Spiels mit Müzen kauft, welche man durch spielerische Leistung erhält. Das bedeutet, man spielt eine der Sportarten, erhält nach jeder Partie und je nach Leistung Münzen, und die gibt man aus, um sich (im Spiel) Sammelkarten zu kaufen, die man (im Spiel) in ein Sammelalbum klebt. Einfach um des Klebens willen. Ich könnte akzeptieren, dass dies die Motivation hochhalten soll, wenn man als Spieler/in unbedingt einen 100%-Spielstand haben möchte. Das Dumme ist nur, dass man viele Sammelkarten wieder und wieder bekommt, da es purer Zufall ist, welche Karten man beim Kaufvorgang erhält. Und so kann es sein, das man vielleicht nur noch 5 bis 10 Karten benötigt, um die Sammlung komplett zu haben, aber diese vermaledeiten wollen und wollen sich einfach nicht zeigen.

FAZIT
Golf ist ganz eindeutig das Glanzstück dieser Kollektion, Tennis ist ebenfalls sehr gut, und sogar an Reiten finde ich einigen Gefallen. Beim Fußball fehlt mir allerdings für erfahrene Gamer/innen die Spieltiefe. Und Baseball ist mir einerseits die Regeln betreffend nicht transparent genug, und andererseits zu eingeschränkt in pucto Gameplay.

Mario Sports Superstars ist - je nach Sportart - also durchaus als gelungen zu bezeichnen, schon auch wegen des Off- und Online-Multiplayers, doch die Turnier-Modi sind leider zu flott durchgespielt und Einzelmatches gegen die CPU halten auf Dauer nicht so richtig bei Laune und Download-Play gibt's auch nicht. Für solch eine Sport-Wundertüte ist der Umfang zudem sehr ordentlich, bietet aber für jede Sportart separat nicht die Fülle, die man von den vollwertigen Mario-Sport-Spielen kennt. Wer sich also nur für eine oder zwei Sportarten interessiert, wird auf lange Sicht etwas knapp darstehen.

Kurz: Für ein paar vergnügliche Runden hier und dort ist Mario Sports Superstars definitiv eine Empfehlung wert, aber Fußball und Baseball ziehen die allgemeine Wertung leider zu sehr runter...

TheUnknown *, 23.604 Zeichen, veröffentlicht am 08.03.2017 •
Singleplayer: 69%
Multiplayer: 75%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 10.03.2017, Preis: 39,99€, 1-6 Spieler/innen

Bilder

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