Mighty Gunvolt Burst

Nintendo 3DS

Mighty Gunvolt Burst, Covermotiv
Willkommen zu Azure No 9... Nein, Moment, Mighty Striker... ähm, ach so, ne, es war Mighty Gunvolt Burst, jetzt habe ich es! Ist etwas verwirrend, aber Inti Creates kombiniert die beiden Spiele Azure Striker Gunvolt und Mighty No. 9 - und somit auch ihre beiden Hauptcharaktere Beck und Gunvolt.

Mega Man lässt grüßen
Solltet ihr den von Dr. White erbauten Roboter Beck wählen, findet ihr euch gefangen in einer VR-Simulations-Kammer wieder und müsst gegen alle Robot Masters aus Mighty No. 9 antreten. Im Falle von Gunvolt findet ihr euch an einem unbekannten Ort wieder und stellt fest, dass all seine Kräfte ("Azure Striker") deaktiviert wurden. Demnach muss er in einem Roboter-Turnier antreten. Auch hier trifft Gunvolt alte Bekannte aus der Spieleserie.

Wie in einem typischen Mega-Man-Spiel, spielt sich auch Mighty Gunvolt Burst ziemlich ähnlich. Die Steuerung ist präzise und beherrscht das Mega-Man-1x1 im Schlaf. Die B-Taste ist zum Springen da und die Y-Taste zum Schießen. Die Levels sind frei wählbar, mit jeweils einem Boss mit speziellen Fähigkeiten am Ende jeden Levels. Da es sich um einen Sidescroller handelt, müsst ihr euch von links nach rechts durch die Gegner schießen, aber auch Hüpfen und Klettern wird von euch verlangt.

Eine neue Funktion ist die "Burst" Combo Möglichkeit. Hierzu müsst ihr euren Gegner aus nächster Nähe zerstören. Gelingt euch das mehrmals in Folge, so wird der Angriff gefühlt stärker, gibt aber auf jeden Fall mehr Punkte beim Highscore zum Schluss. So neu und toll das vielleicht klingen mag, ist es allerdings dann doch nicht. Was bringen denn dann die Waffen auf Reichweite? Nichts, genau! Der Abstand zum Gegner ist nicht immer klar ersichtlich und wenn sie euch treffen, gibt es einen gewissen Rückstoß. Besitzt ihr Lenkraten, ist es ratsam aus Distanz zu schießen und die "Burst" Combo verliert ihre Wichtigkeit.

Der Aufbau der 13 Level gestaltet sich zwar linear, ist jedoch abwechslungsreich. So befindet ihr euch einmal in einer Stadt mit Skylinehintergründen und den Stahlstreben der Bauten, ein anderes Mal befindet ihr euch in einer Mine, umgeben von Geröll und Leitern. In einer Militärbasis bekommt ihr es mit Laufbändern zu tun, die sich mal schnell und mal langsam bewegen und überall knallen euch stationäre Roboterraketen um die Ohren. Im Highway-Level stehen überall Autos und LKWs, die einiges an Sprungpassagen abverlangen, wie z.B. verschwindende und erscheinende Plattformen, die mit dem richtigen Timing überquert werden müssen. Sogar unsichtbare Wände müssen erforscht und geschickt umgangen werden.

Mit Namen wie Pyro, Cryospher, Dynatron kann man sich ja schon denken. mit welchen Waffen euch die Bosse angreifen. Ich kann nur eins sagen: Wer mit den Standardwaffen gegen diese Gegner antritt, hat so gut wie keine Chance. Wie ihr zu besseren Waffen bekommt, erklär ich euch gleich, aber ich habe mir an Pyro die Zähne ausgebissen und gedacht "Verda***e K***e ist das Spiel schwer!" 8-Bit-Spiele haben immer einen gewissen Schwierigkeitsgrad, vor allem die Mega-Man-Reihe.

Stupides Ballern ist auch bei den Endbossen nicht der Fall, da man erst die Muster der Gegner erforschen muss. Pyro ist ein sehr aggressiver Angreifer und rast ständig auf euch zu. Genial ist es, wie er versucht, euch zu schlagen, doch wenn ihr gekonnt ausweicht, schlägt seine Faust an der Wand ein. Dadurch formt sie sich zu einer riesigen Faust, die aus der gegenüberliegenden Wand rausprescht, also aufgepasst. Ein anderer Boss wiederum kämpft eher defensiv und versteckt sich an Decken und Wänden während Projektile aus seinem Gewehr gefeuert werden, die danach noch aus einem Portal in eure Richtung schießen. Ausweichen ist natürlich immer ein großes Gameplay-Element, aber wie trifft man Gegner an Decken oder was hilft gegen Feuer?

Willkommen im Supermarkt
Antwort: Lenkraketen und Eis! Ein fast schon ZU umfangreicher Bestandteil von Mighty Gunvolt Burst ist der Waffen-Editor. Was anfangs ziemlich überwältigend erscheint und blöderweise ohne jegliche Erklärung euren eigenen Forscher- und Ausprobierdrang erfordert, wird später einfacher zu verstehen und einzusetzen. Ich war der Meinung, dass der Editor eine Beilage sei. Aber weit gefehlt. Als ich eine Ewigkeit lang immer wieder vor dem Endgegner scheiterte, weil die Energie so langsam schwand und seine Attacken mit schnell ein Ende bescherten, musste was getan werden. Ihr könnt natürlich die Früchte einsetzen, die im Spiel gesammelt werden können. Dadurch lädt sich euer Energiebalken auf. Bei den Endbossen sind die Früchte unersetzlich, allerdings etwas umständlich einzusetzen, da ihr dafür ins Menü müsst.

Nichtsdestotrotz spielt der Editor eine wichtige Rolle. Es gibt den Bullet Type mit Pfeilen zum Beispiel. Wie viele Projektile können auf dem Bildschirm sein? Soll es Einzelfeuer oder ein Mehrfachschuss sein? Möchtet ihr lieber Kurvengeschosse oder sollen sie von der Wand reflektieren, oder doch in einer Welle fliegen? Wie schnell sollen diese Projektile fliegen und sollen sie eine Piercing Funktion besitzen? Was sollen die Projektile machen, wenn sie ein Objekt berühren, wie groß sollen sie sein und das wichtigste: Mit welchem Element statte ich die Projektile aus? Aber das war noch nicht alles, selbst in diesen Menüpunkten gibt es noch zig weitere Untermenüs mit jeder Menge Einstellmöglichkeiten. Wow, das ist natürlich nett von den Entwicklern, so viele Optionen einzubauen, man wird aber schon ziemlich erschlagen. Jedoch stellen sich schnell gewisse Favoriten heraus, die sich in 24 Speicherplätzen für Waffen mitsamt Bildchen speichern und zum schnellen EInsatz im Spiel aktivieren lassen.

Neben Bonusaktionen wie automatischer Früchteeinsatz bei geringer Energie, gibt es noch Spezialaktionen (SP), die aber bis auf "Astraphere" alle erspielt werden müssen. Euer Held besitzt die Fähigkeit bis zu 4 Spezialaktionen per B- und Richtungstaste einzusetzen. Somit könnt ihr einen Schild aktiveren, der allen Gegnern bei Berührung durch Rotationsschaden zufügt oder Ketten über den ganze Bildschirm sausen lassen, durch die jeder Gegner im Berührungsfeld elektrisiert wird.

Wie in einem Supermarkt könnt ihr natürlich nicht einfach umsonst einkaufen, denn jede Einstellung kostet CP-Punkte. So viele, wie ihr zur Verfügung habt, könnt ihr die also für eure Waffen etc. verbraten. Aber die Preise steigen auch hier, je besser die Ausrüstung wird - und hier kommt der Wiederspielwert ins Spiel.

Jede Menge Gegenstände
Man muss jeden Level dreimal durchspielen, um zumindest seine drei Gegenstände zu erhalten. Das sind zum Einen 300 CP-Punkte zum Erweitern eurer Einsatzmöglichkeiten und zum Anderen Erweiterungen wie Schilde. Elemente etc. Zudem gibt es noch Patches zu sammeln, also kleine Bildchen, um euren Avatar zu präsentieren.

Damit die Level noch interessanter werden, gibt es überall versteckte Items zu finden, wie zum Beispiel eine Wand, die man zufällig aufschießt und dahinter dann einen Geheimgang entdeckt. An anderen Stellen werden Kisten von euch zerstört, in den Sachen versteckt sind oder andere Stellen, die man erst auf dem zweiten Blick erkennt.

Grafik & Sound
Der sympathische 8-bit Stil verleiht dem Titel einen besonderen Charme und dazu trägt besonders die Musik bei. Die Level sind vielfältig, während die Gegner doch immer wieder das gleiche Gesicht zeigen. Dennoch gibt es seltsame Mülleimer, die mit Granaten werfen, skurrile Roboter, die auf euch zurennen oder Gegner, die auf Plattformen entlangfahren, ähnlich wie die Fuzzys bei Super Mario. Bei den Endbossen gibt es aber dann die richtig guten Ideen - wie abwechslungsreich diese sein können, wow!

Komischerweise wurde der 3D-Tiefeneffekt komplett weggelassen, was ich persönlich sehr schade finde. Der Touchscreen ist ebenfalls aißen vor und schmückt sich nur mit dem Mighty Gunvolt Burst-Logo. Es gibt dennoch einen netten Effekt auf dem oberen Bildschirm, da sich im Menü alles komplett ausgefüllt abspielt, in den Leveln selbst allerdings wird das Spielgeschehen im 4:3-Format dargestellt, während an den Rändern Waffensets, Combopunkte, Zeit etc. angezeigt werden.

Die Level bieten coole Musikeinlagen und unterstützen das Ambiente mit treibenden Beats. Sprachausgabe gibt es, aber es gibt ohnehin verhältnismäßig wenig Text und Story. Die Sprache ist ausschließlich in Englisch vorzufinden, bei einem Titel diesen Genres allerdings verschmerzbar.

FAZIT
Mighty Gunvolt Burst ist ein guter Action-Plattformer im Mega-Man-Stil. Der Editor ist extrem üppig und spornt zudem zum Entdecken und Freispielen von verstecken Dingen an. Aber es kristallisieren sich schnell Favoriten-Einstellungen heraus, die definitiv beim knackigen Endboss-Schlagabtausch nötig sind. Etwas mehr Einführung ins System wäre nett gewesen und das Beck und Gunvolt je einen eigenen Spielstand benötigen, statt im Spiel wechselbar zu sein, ist auch schade.

Kurzum: Ich kann es nicht genug betonen, wer einen Mega-Man-Nachfolger haben möchte, kommt um Mighty Gunvolt Burst eigentlich nicht herum. Auch wenn die Sprungeinlagen in die "etwas einfachere" Schublade gesteckt werden können, bieten die Endbosse die wahre Herausforderung für Fans des Genres.

DStroke *, 9.206 Zeichen, veröffentlicht am 17.07.2017 •
Singleplayer: 81%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 15.06.2017, Preis: ca. 9,99€, 1 Spieler/in

Bilder

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