Of Mice and Sand

Nintendo 3DS

Of Mice and Sand, Covermotiv
Es beginnt damit, dass wir in einem kleinen Tutorial das Notwendigste erklärt bekommen, also dass eine Schar von Mäusen in einer Art Schrotthaufen-Lok durch die Wüste fährt, immer mal wiederhält, Quests annimmt und Schrott verwerten muss, um daraus Materialien zu gewinnen, um damit die eigene Lok instand halten oder sie zu verkaufen, um dann etwa Sprit bezahlen zu können.

Jetzt könnte man meinen, dass dies nur die Kernmechanik sei, auf die dann später alles aufbaut. Aber nein, das ist tatsächlich alles, was man tut. Man gibt seiner Mauscrew Anweisungen, wie "Gehe in Bereich X und erledige dort Aufgabe Y", und das war es. Die eine Maus fährt die Lok, die andere verarbeitet Schrott, eine dritte ruht sich gerade aus, die vierte vergrößert die Werkstatt und so weiter. Dieser Art Micromanagement kann in der Tat Spaß machen, tut es aber leider nicht. Weil das alles einerseits so verflixt klein auf dem 3DS ist - selbst auf den XL-Geräten! -, und andererseits manche Anweisungen äußerst kompliziert zu geben bis kaum herausfinden sind.

Ich weiss zum Beispiel bis jetzt noch nicht, wie ich hungrige Mäuse dazu bringen kann, sich im Lagerraum bis "100% satt" erstmal gütlich zu tun. Was dazu führt, dass eine hungrige Maus bei Hunger von selbst immer erstmal in den Lagerraum geht, ein wenig isst und sogleich wieder den Lagerraum verlässt - nur, um sehr(!) kurze Zeit später wieder Hunger zu haben und in den Lagerraum zu flitzen. Das ist nicht nur äußerst ineffizient, sondern über die Maßen nervig. Wieso man die Maus nicht einfach anwählen und ihr per Befehlantippen "Gehe in Lagerraum und hau Dir den Wanst voll!" sagen kann, verstehe ich nicht. Und falls es doch irgendwie geht, fehlt mir die Phantasie, das herauszufinden. Ich habe jedenfalls alles, was mir logisch erschien, ausprobiert, aber nichts dazu finden können.

Dabei lassen sich sonst allerlei Dinge automatisieren oder in Warteschlangen der Reihe nach bestimmen. Aber es gibt dennoch haufenweise Befehle, die entweder nicht vorhanden oder äußerst gut versteckt sind. Doch es ist nicht nur das - auch, dass man eben doch immer wieder dieselben Dinge und über kurz oder lang doch bloß von A nach B nach A nach B nach C nach A nach B nach D nach A gefahren wird, ist Spielspaß und Motivation nicht förderlich.

Nimmt man das mal beseite, könnte Of Mice and Sand aber trotzdem Spaß machen. Doch man ist derartig damit beschäftigt, alles am Laufen zu halten, dass kaum Zeit bleibt, mal durchzuatmen oder sich einen Überblick zu verschaffen. Was nötig wäre, denn an allen Ecken und Enden tut sich irgendwas, sei es dass der Schrottvorrrat zur Neige geht, dass der Sprit fast alle ist, dass eine Quest gerade erledigt wurde, dass irgendein Raum dringend mal ausgebaut werden müsste, irgendwelche Dinge gekauft oder verkauft werden sollten, oder oder oder...

Zwar erlaubt das Gameplay zu pausieren und dann in aller Ruhe allerlei Dinge zu nachzuschauen, doch ist es nicht dasselbe, immer erstmal alles zu pausieren, um dann menütippenderweise alles abzuchecken, als durch das Gameplay selbst auf dem Laufenden zu bleiben. Es gibt so viel zur selben Zeit zu tun, andauernd ist irgendein Vorrat aufgebraucht oder eine Quest erledigt, da kommt man kaum mit. Und das gepaart mit dem wuseligen Durcheinander - da weicht früher oder später jedwede Motivation dem Frust.

Dazu kommt, dass Of Mice and Sand es versäumt, eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte von Mäusen, ihrer Lok und der anstrengenden Reise durch die unvergebende Wüste. Alles ist rein zweckmäßig gestaltet, Dialoge, Questkonversationen, Befehlsmenüs, da fehlt die Verbindung zu dem, was man die ganze Zeit tut: Man ackert sich den Hintern ab und versucht als Gemeinschaft zu überleben.

TECHNIK
Die Grafik ist in Ordnung. Nicht toll, aber in Ordnung. Wenn man von der selbst auf dem XL schwer lesbaren Schrift absieht. Die Steuerung ist bei weitem zu fummelig und wird mit jeder Spielminute pfriemeliger, denn mehr und mehr Mäuse, Räume und Befehle stehen zur Verfügung und mehr und mehr Aufgaben müssen überwacht und koordiniert werden - das kann funktioniert, aber auf dem kleinen 3DS-Screen will das einfach nicht so wirklich rund laufen.

Was mir aber echt richtig gut gefällt, sind die Soundeffekte und ganz besonders die Musik. Es ist zwar stets dieselbe Musik, aber die kriegt man nicht mehr aus dem Ohr! Richtig, richtig gut!

Dem gegenüber steht, dass Of Mice and Sand 100%ig auf Englisch ist.

FAZIT
Of Mice and Sand ist eines dieser Spiele, die anfangs wirklich begeistern, aber bald darauf schockierend ernüchternd sind. So las sich der Infotext für den Download irre vielversprechend und die ersten zwei Stunden waren tatsächlich ungemein unterhaltend. Doch nach diesen zwei Stunden ebbte das mehr und mehr ab und bereits nach etwa 4 Stunden war es nur noch das pflichtbewusste Durchhalten als Rezensent, was mich am 3DS hielt - als ganz normal privater Spieler hätte ich Of Mice and Sand längst abgeschaltet!

TheUnknown *, 4.978 Zeichen, veröffentlicht am 21.06.2017 •
Singleplayer: 60%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 08.06.2017, Preis: 7,99€, 1 Spieler/in

Bilder

Of Mice and Sand, Screenshot #1Of Mice and Sand, Screenshot #2Of Mice and Sand, Screenshot #3Of Mice and Sand, Screenshot #4

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