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Sonic Lost World

Nintendo 3DS

Sonic Lost World, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG Nintendo 3DS Lokales Spiel Nintendo 3DS Download-Spiel Nintendo 3DS Internet Nintendo 3DS StreetPass Nintendo 3DS SpotPass Nintendo Network Kann außerdem auch über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 18.10.2013, Preis: 40€, 1-4 Spieler/innen
Alte Rivalen
Sonic und Mario. Seit der Urzeit der Videospielgeschichte verheißt der gemeinsame Klang dieser Namen nur eines: Gnadenlose Konkurrenz! Ihre Wurzeln haben beide Ikonen auf unterschiedlichen Systemen, ihre geistigen Schöpfer saßen seinerzeit bei blutigen Rivalen und auch wenn Sonic und Mario beide für 2D-Jump & Runs der Güteklasse 1 standen, waren die Spielprinzipien gegensätzlich wie Feuer und Eis.
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Hochgeschwindigkeit gegen gezielte Sprünge, Bestzeiten gegen Münzrekorde, Turnschuh gegen Schnurrbart. Erst seit dem Aus für Sega im Hardwaregeschäft kommen Mario und Sonic immer mehr aufeinander zu. Die Fronten erweichen zunehmend während Sega und Nintendo immer öfter die Synergie nutzen, die entsteht, wenn Rivalen aufeinander treffen. Die Rede ist von Titeln, in denen beide Ikonen auftreten. Nun macht Sega Nintendo mit der Imitation das größte Kompliment. Denn dem Betrachter sticht auf den ersten Blick ins Auge, dass das Leveldesign in Sonics neuen 3D-Jump & Run, das exklusiv für 3DS und WiiU erscheint, frappierende Ähnlichkeit zu den Welten aus der Mario-Galaxy-Reihe hat.
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Geistiger Diebstahl? Soll man sich so harter Worte bedienen? Ich denke nein! Zwar will ich keinesfalls behaupten, man hätte bei Sega keine Stielaugen gemacht, doch bin ich überzeugt, dass im Krieg, in der Liebe und bei der Selbstfindung alles erlaubt ist. Seit Jahren hat keine Entscheidung mehr einen so positiven Einfluss auf die Sonic-Spiele genommen. Denn Sonic Lost World spielt sich richtig gut und frisch. Jetzt scheint der Highspeed-Igel von Sega endlich in der Welt der 3D-Jump & Runs angekommen zu sein, nachdem vergangene Sonic-Titel neben einigen Totalausfällen nur für mittelmäßige Kost standen.
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Turnschuhe an und los!
Sega schreibt dem blauen Maskottchen stets epische, jedoch leicht verdauliche Storys. Daran orientierte man sich auch diesmal. Sonic und sein bester Kumpel Tails sitzen in einem Doppeldecker-Flugzeug und verfolgen ihren Erzfeind Dr. Eggman, der mal wieder unschuldige Kleintiere entführt hat, um sie in seine Killerroboter, die Badnicks, zu verwandeln. Es kommt zu einer Notlandung auf dem "Hexaglobus", einem Himmelskörper, der zum rechten Zeitpunkt aus den Wolken bricht. Hier verbündet sich Dr. Eggman zunächst mit den "Schrecklichen Sechs" um mit ihrer Hilfe eine Superwaffe zu bauen. Diese kehren ihm dann jedoch bald den Rücken zu und nutzen seine Erfindung gegen die Erde. Die letzte Hoffnung, für unsere sterbende Welt sind Sonic und Dr. Eggman, die kurzerhand beschließen, das Kriegsbeil für eine Weile zu begraben und als Team zu arbeiten. Doch spielt der verrückte Wissenschaftler mit offenen Karten? Der Spannungsbogen ist gelungen und hält durch die ein oder andere Wendung bis zu Schluss an. Der Humor kommt nicht zu kurz und Sonic macht sich einen Namen als frechster Igel der Welt. Der ein oder andere Spruch ist dabei definitiv reif für die Abschlusszeitung.
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Für die gute Sache gibt Sonic wieder richtig Gas. Der Spieler steuert den Protagonisten pfeilschnell durch dreidimensionale Areale, die denen aus Super Mario Galaxy gleichen. Sie bestehen aus geometrischen Figuren, die wie Planeten aneinandergereiht sind. Im Zusammenspiel mit etlichen Experimenten mit der Schwerkraft verbreitet sich eine deutliche Note Mario. Und die tut Sonic richtig gut. Das ganze spielt sich flott und natürlich wie nie. Die Tastenbelegung bleibt dabei klassisch. Man bestimmt mit dem Circle-Pad die Laufrichtung. Mit der A- oder B-Taste wird gesprungen, mit den Tasten Y und X der gute alte Wirbelsprint ausgelöst. Sehr sinnvoll ist die "Geschwindigkeitsbegrenzung". Wer mit Topspeed rennen will, muss dazu die R-Taste gedrückt halten. Das verhindert eine überspitze Steuerung, wie sie nur zu sehr bekannt ist aus Sonics vergangenen Tagen. In manchen Levels lässt sich die Kamera mit der L-Taste hinter dem Igel platzieren, was der Übersicht sehr dienlich ist.
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Dieser Mix aus strukturiertem Levelaufbau und bewährtem Handling schafft ein Selbstverständnis im Spielfluss, das Sonic in 3D nicht kannte. Für spielerische Abwechslung ist dabei aus vielerlei Grund gesorgt. Zum einen haben die Entwickler neben den klassischen Hüpfabschnitten immer wieder eine Prise Neues hinzugefügt. Der freie Fall, Snowboarden oder das Spiel mit der Gravitation sind nur ein paar Beispiele. Zudem gibt es anbei der dreidimensionalen Levels auch 2D-Abschnitte, die qualitativ an Sonics Wurzeln anknüpfen. Einen massiven Einfluss auf die Abwechslung haben die sechs sogenannten "Farbenergien", die schon aus Sonic Colors bekannt sind. Diese Verwandlungsenergien verleihen Segas Maskottchen unterschiedliche Spezialfähigkeiten. So kann der blaue Asteroid schweben und Gegner in ein schwarzes Loch saugen während die rote Flamme Explosionen auslöst. Jede dieser sechs Verwandlungen steuert sich dabei ganz eigen. Das schwarze Erdbeben wird zum Beispiel mithilfe des Gyro-Sensors gesteuert, während die Steuerung des gelben Bohrers anmutet, wie aus einem Starfox-Titel. Kreativ war man bei der Gestaltung der Endgegner. Diese spielen sich individuell. An die epischen Duelle aus Super Mario Galaxy reichen sie aber nicht heran.
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Manche Level spielen sich im ersten Durchgang holprig. So sehr, dass ich schon befürchtet hatte, die Qualität des Titels würde nicht durchgängig gehalten werden. So mancher Abgrund wirkte unüberwindbar und mancher Gegner unbesiegbar oder ungünstig platziert. Beim zweiten Mal läuft es dann jedoch stets besser. Man muss wissen was kommt,doch dann rast man mit Schallgeschwindigkeit durch Welten, in denen alles genau dort ist, wo es hingehört. Jeder Gegner, jede Sprungfeder, jedes Item, jeder Ring. Über jeden Abgrund gibt es einen Weg und für jeden Gegner die richtige Strategie. Für den Abschluss eines Levels braucht man oft mehr als 10 Minuten. Tatsächlich sind sie sehr lang. Das ist bei einem Handheld-Game nicht unbedingt optimal, könnte man argumentieren. Der Sleep-Modus des 3DS ist die Lösung.
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Eines ist immer schon beim Betreten eines Levels glasklar! Der nächste Versuch kommt bestimmt. Denn der Wiederspielwert ist gigantisch. Beim Levelabschluss bekommt der Spieler anhand der benötigten Zeit, der gesammelten Ringe und der besiegten Gegner eine Wertung von A bis D. Besser als A ist dabei nur das S, dass sich die ehrgeizigsten Zocker als Ziel in jedem Level gesteckt haben dürften.
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Nicht nur die Wertung spornt dazu an, ein Level erneut zu spielen. Auch die wirklich zahlreichen Alternativrouten, die die Neugier wecken. Kaum eine Spielsekunde vergeht, in der man nicht einen anderen Weg hätte einschlagen können. Wer dann noch immer nicht genug hat, bedient sich eines exklusiven Feature der 3DS-Version von Sonic Lost World. Mit den RC-Fahrzeugen, die Tails in seinem Labor baut, ergeben sich im Spiel ganz neue Möglichkeiten. Diese kleinen, ferngesteuerten Vehikel lassen Sonic beispielsweise fliegen, gleiten oder machen ihn unsichtbar für Gegner. Sie werden auf dem Touchscreen neben anderen Items wie Schutzschilden angezeigt und können jederzeit eingesetzt werden, sind jedoch auf eins pro Level limitiert. Wer sowohl die 3DS- als auch die WiiU-Version von Sonic Lost World sein Eigen nennt, kann diese Fahrzeuge vom Handheld an die Heimkonsole senden.
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Ein weiteres Exklusivfeature der 3DS-Version wird nicht bei allen Spielern auf Gegenliebe stoßen. Ich spreche von den Speziallevels. Hier fliegt Sonic frei durch den Weltraum und muss eine bestimmte Anzahl farbiger Kugeln einsammeln. Der Clou: Das ganze wird unter intensivem Gebrauch des Gyro-Sensors gesteuert. Ich persönlich begrüße diesen Schachzug, zumal vor Beginn dieser Abschnitte empfohlen wird, den 3D-Effekt auszustellen. Aber dieser Körpereinsatz ist nicht jedermanns Sache, das steht fest.
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360°-Sorglospaket
Im guten Mittelfeld platziert sich Lost World bezüglich des Umfangs. Um die Story abzuschließen, brauchte ich etwa 10 Stunden. Der Wiederspielwert ist extrem hoch, weshalb die Zeit, die der Titel den Spieler beschäftigt, wesentlich darüber liegen wird. Mit jedem Durchgang kennt man die Level besser und erst mit Rang S gibt man sich zufrieden. Wer die Welt vor den Schrecklichen Sechs gerettet hat, wird von Sega reichlich entlohnt. Ich will keinem die Spannung nehmen, doch eine bessere Belohnung hätte man dem Spieler meiner Meinung nach nicht spendieren können.
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Das Paket wird abgerundet mit den vielen Möglichkeiten im Multiplayer-Modus. Lokal kann man in einem Kampfmodus oder einem Rennen mit bis zu vier Teilnehmern gegeneinander antreten. Dabei lassen sich etliche Level aus dem Storymodus wählen. Sehr löblich ist die Möglichkeit, via Download-Spiel an diesen Partien teilzunehmen, ohne die Software selbst zu besitzen. Onlinespiel wird ebenfalls ausführlich genutzt. In einem weltweiten Ranking werden die Bestzeiten aus allen Levels gegenübergestellt. Man kann ebenfalls direkt gegen Freunde oder Zufallsgegner anzutreten.
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Technisch präsentiert sich der Titel auf dem 3DS sehr solide. Die Grafik wirkt rund und der 3D-Effekt ist gut gelungen. Die Präsentation glänzt mit deutscher Synchronisation und 3D-Videosequenzen. Diese sind jedoch recht gering aufgelöst. Natürlich wieder ganz vorn mit dabei: Der Soundtrack. Zwar kann Lost World keine exklusive Punk-Rock Untermalung aus der Feder von Crush 40 bieten, wie zum Beispiel bei Sonic Adventure 2: Battle. Nichts desto trotz hat der neue Mix Ohrwurmgarantie! Die Präsentation ist somit gekonnt umgesetzt.
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Fazit
Was Sega diesmal aus dem schnellsten Igel der Welt rausgeholt hat, ist wirklich bemerkenswert! Und diese Sache mit der Ähnlichkeit zu Spielen mit einem gewissen Klempner? Der Zweck heiligt die Mittel...
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Sonic Lost World ist ein grundsolides 3D-Jump & Run mit verblüffend gutem Leveldesign. Bei Präsentation und Soundtrack zeigen die Entwickler, dass Sega zu den alten Hasen im Geschäft gehört. Mit einem großen Kritikpunkten der 3D-Sonic-Titeln wurde endlich aufgeräumt. Das Highspeed-Hüpfspiel ist schlicht wesentlich besser spielbar. Man erlaubte sich nur ganz wenige Schnitzer. Darum sage ich nun: "Sonic! Willkommen in der Dreidimensionalität! Wurde aber auch Zeit!"

Jojo, 10.124 Zeichen, veröffentlicht am 18.10.2013 •
Singleplayer: 86%
Multiplayer: 80%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Durchschnittliche Wertung von 2 User/innen:
Singleplayer: 83,00%
Multiplayer: 74,50%
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Bilder

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