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The Legend Of Legacy

Nintendo 3DS

The Legend Of Legacy, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG Nintendo 3DS StreetPass Kann außerdem auch über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 05.02.2016, Preis: 40€, 1 Spieler/in
The Legend Of Lagacy steht zum Zeitpunkt seines Erscheinens einer harten Konkurrenz gegenüber. Mit Final Fantasy Explorers und Bravely Second stehen für den Nintendo 3DS zur selben Zeit zwei Rollenspielperlen auf dem Plan. The Legend Of Legacy setzt auf bockschwere RPG-Kost im zuckersüßen Gewand. Kann Atlus' aktuelles Pferdchen das Rennen machen?
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Eine Legende mit wenigen Zeilen
Die Legende beginnt mit dem Auftauchen der Insel Avalon aus dem nichts. Nur ein Paar mutige Seelen besiedeln das wilde Land und errichten die kleine Siedlung Initium, den Ausgangspunkt für alle Abenteurer und ihre Exkursionen. Die Insel und Charaktere erstrahlen dabei in einem niedlichen Look, der gezeichnet aussieht und an Bravely Default aus dem Hause Square Enix erinnert. Nachdem Ihr Euch zu Beginn des Spiels für einen von sieben Charakteren entschieden habt, gibt Euch der König von Initium den Auftrag, die Insel mit ihren Schätzen und Gefahren zu erforschen. Alle Reichtümer, die dabei angehäuft werden, dürfen einbehalten werden. Abhängig vom gewählten Charakter schließen sich Euch zu Beginn zwei Mitstreiter an. Gemeinsam macht sich die kleine Gruppe auf, Avolon seine Mysterien zu entlocken und nebenbei die Fragen um den eingangs gewählten Hauptcharakter zu klären. Bianca zum Beispiel, leidet an Amnesie und sucht nun die Fragmente ihrer Erinnerung. Filmia, der Frosch-Prinz ist dagegen auf der Suche nach seinem Volk, das unauffindbar verschwunden ist.
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Das klingt zunächst nach einer vielversprechenden Basis für eine ausschweifende Storyline, doch die sieben Plots der Charaktere sind höchstens schmückendes Beiwerk. Was bleibt, ist der Auftrag des Königs, die Insel zu erforschen. Der Grund Eurer Reise ist also zweitrangig. Viel wichtiger ist, was die Gruppe von Abenteurern dort erwartet.
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Das Kerngameplay von The Legend Of Legacy ist RPG-Kost der klassischsten Art und Weise. Ihr erforscht Dungeons und bestreitet Gefechte mit Monstern. Die Gegner sind dabei in den Dungeons sichtbar. Es gibt also keine typischen Zufallsbegegnungen.
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Recken, formiert Euch!
In rundenbasierten Kämpfen wählt Ihr aus den Aktionen Eurer dreiköpfigen Gruppe aus. Dabei hat das Kampfsystem durchaus individuelle Features zu bieten. Entscheidend für Euren Erfolg sind die Formationen. Abhängig von diesen nehmen die einzelnen Gruppenmitglieder zu Beginn jedes Zuges eine der drei Haltungen Angriff, Verteidigung oder Unterstützung an. Die Statuswerte verhalten sich entsprechend. Ein Recke in Unterstützer-Position wird etwas flinker, um möglichst vor dem Angriff des Gegners noch Wunden der Mitstreiter zu heilen.
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Eine weitere Besonderheit neben dem Formations-System ist der Umgang mit magischen Angriffen in The Legend Of Legacy. Wind, Dunkelheit, Wasser und Feuer sind die vier Elemente, die eine zentrale Rolle spielen. In jeder Dungeon haben ein oder mehrere dieser Elemente die Überhand. Ein Radar auf dem oberen Screen zeigt zu jeder Zeit das derzeitige Machtverhältnis, weil es sich auch innerhalb der Abschnitte verändert. Sich auf das überlegene Element einzustellen ist absolut notwendig, da die Wirksamkeit aller damit assoziierten Techniken steigt. Im Kampf selbst kommen nicht die üblichen Verdächtigen wie Feura oder Eisra zum Einsatz, sondern ganz eigene Zauber wie die Wasserwand. Um überhaupt erfolgreich magische Silben sprechen zu können, müssen zunächst etliche Vorbereitungen getroffen werden. In den Dungeons sind "Flüsternde Steine" versteckt. Jeder Krieger, der mit einem dieser edlen Mineralien ausgerüstet ist, kann theoretisch den darin verborgenen Zauber beliebig oft nutzen. Das Limit scheinen nur die "SP", Punkte, die rar sind und bei der Nutzung von Zaubern aufgebraucht werden. Theoretisch! Denn ganz so einfach lassen sich die Elemente nicht überzeugen, Eurer Seite beizustehen. Denn entweder dient ein Element auf Eurer Seite oder auf der des Gegners. Es erfordert das Schließen eines Paktes mit einem Element, bevor seine Zauber auf Eurer Seite genutzt werden können. Das kosten wertvolle Züge, denn dieser Schritt kann auch fehlschlagen. Besonders ärgerlich ist es, wenn der Unterstützer der Gruppe über viele Züge die Kräfte eines Elementes gestärkt hat und es auf die eigene Seite gezogen hat und dann ein Gegner mit einem eigenen Pakt mit demselben Element alles zunichtemacht. Ihr seht schon, Zaubern ist wirklich Zauberei. Da ist es nur ein kleines Trostpflaster, dass die Recken Zauber auswendig lernen, wenn sie diese oft genug genutzt haben. Dann muss der Flüsternde Stein nicht mehr zwingend getragen werden und kann an den Nächsten weitergereicht werden.
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Auf Inselurlaub mit dem Sensenmann
Um The Legend Of Legacy zu meistern, müsst Ihr die Kontrolle über das Formationssystem und über die vier Elemente erlangen. Und das sehr früh, denn sonst überrennen Euch selbst die kleinen Fische unter den Gegnern. The Legend Of Legacy mag nach außen hin vielleicht niedlich aussehen, doch die knallharten Kämpfe verzeihen kaum Fehler. Es ist zwingend vorausgesetzt, dass der Spieler früh erkennt, welche Formation gerade sinnvoll ist. Meist ist es ratsam, einen Angreifer einen Unterstützer und einen Verteidiger zu haben, der Angriffe auf die beiden Anderen abfängt. Selbst dann, wenn man die richtigen Entscheidungen über Formation, Element-Pakt und den richtigen Zeitpunkt zum Heilen trifft, passiert es nicht selten, dass man mehr oder minder unvermeidlich in Avalons Gras beißt. Das ist sehr frustig, auch weil jeglicher nicht gespeicherter Fortschritt auch in diesem Moment über den Jordan reist. Häufig ist es lohnenswert, das Weite zu suchen, auch wenn die Flucht aus einem Kampf bedeutet, am Anfang des jeweiligen Gebietes abgesetzt zu werden.
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Betretet Ihr ein neues Gebiet, kann jeder Gegner potentiell der letzte sein, gerade wenn Euch das Glück nicht hold ist. Da ist stetiges Aufleveln der eigenen Party unumgänglich. Auch hier geht Atlus' 3DS-Rollenspiel eigene Wege. Die drei Statuswerte Angriff, Verteidigung und Unterstützung werden durch die Auseinandersetzungen mit Gegnern einzeln verbessert, abhängig von der Haltung, in der der Charakter gekämpft hat. Neue Angriffe werden auch nicht einfach abhängig von der Erfahrung des Recken erlernt. Es kommt darauf an, wie oft ein Angriff mit einer Waffe erfolgreich war. Je häufiger Ihr eine Waffenklasse mit einem Charakter verwendet, desto mehr Angriffe eignet er sich damit an. Es gibt acht Waffenklassen und eine große Anzahl von erlernbaren Angriffen. Furyu, das Studio hinter dem Game, geht also innovative Wege beim Verbessern der Charaktere. Doch diese Innovation erfordert auch einen Tribut. Eigentlich schließen sich im Verlauf der Geschichte alle der zu Beginn wählbaren Charaktere der Gruppe an. Man könnte also mit der Aufstellung des Teams fleißig variieren. In Anbetracht der Zeit, die es in Anspruch nehmen würden, alle sieben Kämpfer auf dasselbe Niveau zu hieven, steht das aber gar nicht zu Diskussion. Außer, Ihr kennt einen Laden, in dem man Freizeit kaufen kann.
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Das führt uns nahtlos zum Umfang. Eigentlich kann man an dieser Stelle gar nicht meckern. Denn mit dem Erforschen der Dungeons und dem Verbessern der Charaktere kann man theoretisch mehrere Duzend Stunden verbringen. Weil die Abläufe häufig gleich sind, werden die Kämpfe mittelfristig eintönig. Leider wird daneben nicht viel geboten. Die Story bleibt zweitrangig. Neben all den Schlachten, die gefochten werden wollen bleibt nur die Aufgabe, die Karten der Gebiete zu zeichnen, indem ihr wirklich jeden Winkel ablauft. Das ist manchmal ärgerlich, wenn die Karte auf dem Touchscreen des 3DS einen Karten-Fortschritt von 99% anzeigt und man alle Ecken und Winkel des Gebietes nochmal ablaufen muss, um auch den letzten Nebel zu lüften.
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Eine kunterbunte Folterkammer
Im Kontrast zu dem Schwierigkeitsgrad präsentiert sich The Legend Of Lagacy im honigsüßen Chibi-Manga Stil. Das Art-Design ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass technisch mehr drin gewesen wäre. Obwohl die 3DS-Hardware nicht gerade an ihre Grenzen stößt, sieht der Titel wirklich sympathisch aus. Viele Hintergründe sind gezeichnet. In den Dungeons hat man sich einen besonderen Kniff einfallen lassen. Alles, ob Bäume, Steine oder Ruinen, schießt vor Euch aus dem Boden, während Ihr Eures Weges geht. Das macht Avalon sehr lebendig. Auch in den Kämpfen sind die Hintergründe schön gestaltet. Hier lohnt sich der 3D-Effekt, denn einige bieten gut gemachte Tiefeneffekte.
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Zu einer guten Atmosphäre gehört natürlich ein eingängiger Soundtrack. Die Stücke aus Atlus' RPG sind nicht zu aufdringlich und passen immer zum Geschehen und der Umgebung. An Synchronsprechern hat man dagegen gespart. Zumindest an der Quantität. Die Erzählerstimme macht ihren Job wirklich gut, doch die Charaktere drücken sich nur über Textboxen aus. Da haben wir aber eines der größten Mankos an The Legend Of Legacy: Sowohl das gesprochene Wort als auch die Bildschirmtexte sind komplett in englischer Sprache gehalten. Gerade zum Verständnis der Angriffe und des komplexen Kampfsystems ist ein gutes Englisch Pflicht. Schade, auch weil die Präsentation auch jüngere Spieler hätte begeistern können. Die Fremdsprache wird aber viele Spieler abhalten. Die Anleitung ist übrigens auf Deutsch aber ebenso wie das Tutorial zu Beginn des Spiels sehr knapp gehalten. Ihr werdet also ins kalte Wasser geschmissen.
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Das Spiel bietet zwei Speicherstände. Eine Schnellspeicherfunktion via Tastenkombination bietet jeder Zeit die Möglichkeit den Fortschritt schnell und einfach zu sichern. Via StreetPass lassen sich Waren austauschen, ein lobenswertes Detail.
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Fazit
Für echte RPG-Profis ist The Legend Of Legacy eine runde Sache. Das Gameplay ist komprimiert auf das Wesentliche und der Schwierigkeitsgrad mehr als nur fordernd. In den Kämpfen wäre oft ein besseres Balancing wünschenswert, damit man nicht zu häufig überraschend das zeitliche Segnet. Nur ein Grund, warum RPG-Neulinge und alle, die der englischen Sprache nicht Herr sind, lieber zu anderen RPGs auf dem 3DS greifen sollten.

Jojo, 10.034 Zeichen, veröffentlicht am 24.02.2016 •
Singleplayer: 70%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei DeLaSocial
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 05.02.2016, Preis: 40€, 1 Spieler/in

Bilder

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