Pop Island

Nintendo DSi

Pop Island, Covermotiv
Ein jeder kennt sicherlich das Spiel "Capture the Flag". Man kann es sowohl in der Realität, als auch in vielen Videospielen spielen. Die Regeln sind relativ simpel: Jedes Team besitzt eine Flagge, die sich in seinem eigenen Lager befindet und die Aufgabe besteht darin, die Fahne des gegnerischen Teams zu sich ins eigene Lager zu bringen, ohne dabei selber ein Leben zu verlieren (z.B. in dem man angetippt wird oder sein "Lebensbändchen" abgezogen wird). Häufig wird dieses Spielprinzip auch als Spielmodus in Ego-Shootern genutzt, dieses Mal jedoch haben wir aber einen anderen Kandidaten und zwar ein Spiel, welches komplett aus diesen einen Spielprinzip besteht.

Seltsame Formulierungen direkt zum Anfang
Entscheidet man sich für den Solo-Modus hat, fordert der Top-Screen dazu auf, aufzupassen (Aufpassen? Warum aufpassen?), während man sich entweder für "Freudig" oder "Spielerisch" entscheiden kann, wobei "Spielerisch" aber noch nicht freigeschaltet ist, weswegen man zunächst eh nicht viel Auswahl hat.

Nachdem man sich nun noch für eine Spielwelt, die nach den acht Planeten (richtig: Pluto ist kein Planet) unseres Sonnensystems benannt sind, ausgesucht hat, kann man zwischen einem der Charaktere entscheiden. Anfangs steht nur der Löwe Craig, der sich "freut zu leben" zur Verfügung... Schlussendlich muss einer der vier Schwierigkeitsgrade ausgewählt werden und dann geht es auf ins Spielgeschehen.

Schnapp' die Flagge
Wie vorher schon erklärt, handelt es sich bei diesen Spiel um ein reines "Capture the Flag"-Spiel. Dieses "Flaggen schnappen" erfolgt aber auf zwei unterschiedliche Weisen. Zum Einen kann man den Modus "Freudig" auswählen, bei welchem einige Flaggen quer über die Map verteilt sind, diese müssen eingesammelt und in das eigenen Lager gebracht werden.

Allerdings geht das nicht so einfach, da es ja noch Gegner gibt, die vielleicht auch gerade diese eine Flagge haben wollen, die man selbst gerade bei sich hat und sie dementsprechend stehlen wollen. Dies tun sie, indem sie Knallfrösche werfen; bei einen Treffer fliegt man einige Meter weit weg und verliert natürlich die Flagge. Zum Glück kann man den Spieß auch umdrehen und die Flaggen vom Gegner klauen, indem man das gleiche tut.

Beim anderen Spielmodus "Spielerisch", welcher später freigeschaltet wird, gilt es, die Flagge des gegnerischen Teams zu stehlen und in sein eigenes Lager zu bringen - also im Prinzip so, wie man "Capture the Flag"-Spiele allgemein kennt.

Der Spielverlauf an sich ist jedoch relativ linear und macht auf die Dauer gesehen kaum Spaß - da trotz der acht unterschiedlichen Welten und der vielen Charaktere, die auch unterschiedliche Fähigkeiten haben, so kann z.B. der Löwe Craig gut auf dem Land fahren, der Fisch Arne schwimmen... ...doch es ist letzlich immer das gleiche: die sechs Minuten, die eine Runde jeweils dauert, fordern etweder kaum und viel zu viel, je nach Schwierigkeitsgrad, da man beim niedrigeren Spielniveau nie beim Flaggen suchen gestört wird und beim höheren Spielniveau gleich von vier Gegnern auf einmal belästigt wird und man sich dann nur noch beim Fluchen statt Suchen erwischt, weil man sofort von irgendeiner Seite getroffen wird und wegfliegt.

Das, was dazu motiviert, öfters mal auf "Pop Island" vorbeizuschauen ist die Tatsache, dass die Punktzahl einer Runde zu einem großen Gesamtwert hinzuaddiert wird und dieser Gesamtwert wird, wenn er bestimmte Höhen erreicht, diverse Sachen, wie z.B. neue Figuren oder Welten freischalten.

Aber auch das motiviert nicht allzu lange, da diese nur für den Singleplayer freigeschaltet werden müssen, da beim Multiplayer schon alles vorhanden ist - und die Frage, die man sich hierbei dann stellt, ist, warum man denn überhaupt immer das gleiche im Singleplayermodus machen sollte, wenn man dadurch nur Figuren für den Singleplayermodus freischaltet, der so oder so nicht unterhält? Also lieber gleich nur im Multiplayer spielen...

Multiplayer - gemeinsam auf Jagd gehen
Im Prinzip braucht jeder Mitspieler ein eigenes Exemplar des Spiels, um es gemeinsam spielen zu können. Allerdings bietet "Pop Island" eine Möglichkeit, durch welche das umgangen werden kann. Und zwar kann man einer anderen Person eine Demo des Spiels schicken (diese Demos sind jeweils so lange vorhanden, wie der DS angeschaltet ist). Durch dieses Probeexemplar kann dann eine andere Person den Singleplayermodus des Spieles kennenlernen am Multiplayermodus teilnehmen.

Beim Multiplayermodus sind, wie ja schon erwähnt, schon alle acht Planeten, alle Figuren und alle Spielmodi freigeschaltet, weswegen man direkt beginnen kann. Im Prinzip ist es genau wie der Singleplayermodus, nur das dieses Mal die KI je nach Mitspielern gegen menschliche Spieler ausgetauscht wird und man sich entweder gemeinsam oder gegeneinander im Flaggenklau behaupten kann.

Allerdings bleiben die Schwierigkeiten mit der CPU-Charkter auch hier vorhanden, weshalb man zwar ein bisschen Spaß beim gegenseitigen Bekämpfen haben kann, dieser jedoch von der Computer-Intelligenz merklich gestört werden kann. Interessant ist jedoch, dass das Spiel mit bis zu acht menschlichen Spielern gespielt werden kann, wodurch das etwas relativiert wird.

Steuerung
Das Spiel kann auf zwei unterschiedliche Art gespielt werden: Mit Steuerkreuz und Buttons oder mit Touchscreen und Buttons, sodass immer die rechte Hand für die Buttons benötigt wird. Was hierbei natürlich auffällt, ist, dass die Touchscreen-Variante kaum geeignet für Rechtshänder ist; ich, als Linkshänder, fühle mich zwar geschmeichelt, die Mehrheit der Spieler jedoch sicherlich nicht.

Die Steuerkreuz-Steuerung funktioniert im Prinzip ganz gut, allerdings kann es, bedingt durch die Perspektive, in der gespielt wird, dazu kommen, dass der Daumen durch das dauernde und schnelle Umherdrehen des Steuerkreuzes ein wenig weh tun kann.

Grafik und Sound
Die Grafik ist für ein DSiWare-Spiel relativ gut gehalten: Zwar nicht die beste 3D-Darstellung, aber auch nicht unbedingt die schlechteste. Schade nur, dass die Maps allesamt langweilig und gerade mal zweckmäßig gestaltet wurden. Berge, Seen, etc - alles nicht wirklich hübsch.

Beim Sound wurde ich leider bitter enttäuscht: Eine Melodie in drei Abschnitte geteilt - für ALLE Welten dieselben. Wenn man überlegt, dass dieser Soundtrack nicht unbedingt der Beste ist, dann weiß man, dass man nach einigen Runden den DSi lieber auf stumm schaltet.

Und auch die Stimmen der Figuren sind mir ebenfalls nicht gerade positiv in Erinnerung geblieben. Eine tiefe und eine hohe Stimme, aber nicht jeweils pro Figur, sondern insgesamt für alle Figuren. Und wird nicht mal gesprochen, sondern bei Treffern nur geschrien. Nervig - und noch ein Grund mehr, den Handheld auf stumm zu stellen.

FAZIT
Erst bei mehreren Mitspielern entfaltet sich ein wenig Potenzial, die technischen Aspekte sprechen auch eher gegen "Pop Island" und irgendwie glaube ich kaum, dass ich es so schnell wieder spielen werde.

King Bowser, 6.991 Zeichen, veröffentlicht am 02.11.2011 •
Singleplayer: 56%
Multiplayer: 63%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo of Europe
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Single-Card-Play Multi-Card-Play Kann über den Nintendo DSi Shop heruntergeladen werden Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 12.03.2010, Preis: 500 Nintendo Points (entspricht 5€), 1-8 Spieler/innen

Bilder

Pop Island, Screenshot #1Pop Island, Screenshot #2Pop Island, Screenshot #3Pop Island, Screenshot #4

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