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Legend of the River King

Nintendo Game Boy Color

Legend of the River King, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 07.03.2013, Preis: 4,99€, 1 Spieler/in
Ein interessanter Hybrid
Entgegen aller Erwartung versteckt sich hinter dem Titel nicht "nur" eine Angelsimulation, sondern vielmehr eine Mischung aus Angeln und einem Rollenspiel.
Die Story ist relativ simpel gehalten. Man befindet sich im eigenen Haus und sieht die kranke Schwester im Bett liegend.
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Daraufhin bekommt man von der Mutter den Auftrag, den Guardian Fisch als letztes Heilmittel für die Schwester zu suchen, daher kommt auch der Name des Spieles. Denn wie sich herausstellt, ist der Weg bis zum River King lang und beschwerlich...
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Was braucht man alles?
Beginnen wir mal mit dem Angeln, da es sich insgesamt um den wichtigeren Part handelt. Man stellt sich ein Angelset aus vier Komponenten zusammen. Zuerst wählt man eine Angel aus, die bestimmt, ob man mit Lebendködern, Kunstködern oder mit Fliegen angeln muss. Die Lebendköder verbrauchen sich bei jeder Benutzung, sodass man regelmäßig neue einkaufen muss. Der Vorteil der Kunstköder und Fliegen liegt also darin, dass man sie nur ein einziges Mal erwerben muss.
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Allerdings kosten die entsprechenden Angeln auch zwei- bis dreimal so viel, von daher sollte man gut überlegen was einem lieber ist. Insgesamt gibt es jeweils acht verschiedene Arten von Ködern in jeder Kategorie zu unterschiedlichen Preisen. Generell gilt: Je teurer der Köder, desto wahrscheinlicher wird angebissen. Trotzdem gibt es eine ganze Reihe an Fischen, die ausschließlich nur bei einem Köder gefangen werden können. Das kann manchmal ganz schön nervenaufreibend sein, wenn man bereits sechs verschiedene Köder erfolglos wegwerfen musste. Auf der anderen Seite wird das Spiel durch eine höhere Komplexität bereichert, schließlich wäre nur Angeln doch recht langweilig. Das Gleiche gilt natürlich auch für die restlichen Komponenten des Equipments.
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Außerdem kann man noch die Hakengröße und den Typ des Angelns aussuchen. Die Haken verbrauchen sich nur beim Wechsel und müssen auf den Fisch angepasst sein. Eine Riesenforelle kann etwa nur mit großen Haken geangelt werden, während der Masulachs einen kleinen Haken benötigt. Ob man mit Sink- oder Schwimmködern arbeitet, ist Geschmacksache. Je nach Gelände ist es außerdem manchmal praktischer, einen treibenden Köder zu haben, manchmal bleiben die Fische aber auch an einem Punkt, sodass ein Sinkköder die bessere Wahl wäre.
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Das Spielkonzept wird noch deutlich abwechslungsreicher durch verschiedene Quests und Kämpfe. Ähnlich wie in der Pokemon-Reihe besteht beim Überqueren von Felder außerhalb des Dorfes eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass man von wilden Tieren angegriffen wird und kämpfen muss. Hierbei gewinnt man entsprechend der Stärke des Gegners Erfahrungspunkte, welche die Erfolgswahrscheinlichkeit beim Fischen, die Stärke des eigenen Charakters, sowie die maximalen Lebenspunkte erhöhen. Die Quests hängen immer immer mit dem Angeln bestimmter Fische oder dem Bekämpfen spezieller Gegner zusammen und erweitern ebenfalls das Spielkonzept. Viele dieser Aufträge müssen auch abgeschlossen werden, um einen neuen Ort zu erreichen. Und wie wahrscheinlich klar ist, ist der River King erst im letzten Ort auffindbar. Das Erfüllen der restlichen Quests wird mit unterschiedlichen, teilweise sogar unverkäuflichen, Gegenständen oder mit wertvollen Angeltipps belohnt.
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Es gibt noch einige weitere Items, wie Essen um Lebenspunkte aufzufüllen, welche im Kampf eine bedeutende Rolle spielen. Oder auch Lockmittel um den (nahezu) leergefischten See wieder aufzufüllen. Das Geld verdient man durch den Verkauf der geangelten Fische, wobei je nach Größe die Fische unterschiedlich viel wert sind, während die Art nicht von Bedeutung ist.
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Genau aufpassen!
Tja, viel mehr gibt es zur Steuerung eigentlich nicht zu sagen. Denn auf Genauigkeit kommt es sowohl beim Angeln, als auch beim Kämpfen an. Sollte ein Fisch Interesse an dem verwendeten Köder haben, kreist er je nach Sorte mehrmals um die Angelrute. Nach kurzer Zeit taucht der Schwimmer unter. Dann muss man so schnell wie möglich einen Knopf drücken, sonst entwischt der Fisch mit Köder, manchmal verliert man sogar den Haken. Schafft man diesen Schritt aber, wird der Angelbildschirm eingeblendet.
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Der einzufangende Fisch schwimmt dann schnell nach links, bis er irgendwann langsamer wird und dann auf der Stelle schwebt. Erst dann, und keine Sekunde vorher, kann man den Fisch per Knopfdruck einholen. Sollte der Fisch sich irgendwann krümmen, muss man hingegen wieder loslassen und er schwimmt wieder ein Stück Richtung Freiheit. Diese Schritte muss man so lange wiederholen, bis man den Fisch schließlich in Händen hält. Je genauer man ist, desto länger kann man den Fisch einholen. Außerdem schwimmt der Fisch dann seltener und vor allem kürzer zurück. Ein Tutorial gibt es leider nicht, sondern erst der Blick in die Bedienungsanleitung hilft weiter. Um diesen kommt man auch nicht herum, wie ich leicht frustriert nach ungefähr zwanzig erfolglosen Versuchen feststellen musste.
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Selbiges gilt auch für die Steuerung im Kampf, welche zunächst nach reiner Glückssache aussieht. Guckt man aber in die Anleitung oder betrachtet den Kampfbildschirm genauer, fällt wohl jedem Spieler der Grund für Treffer oder Patzer auf. Drückt man nämlich exakt einmal auf "Angriff", erscheint ein kleiner gelber Punkt, welcher nacheinander und schnell wechselnd an unterschiedlichen Punkte auftaucht. Drückt man erneut einen Knopf, schlägt man genau dahin, wo der Punkt zuletzt war. Dabei sollte sich der gelbe Punkt möglichst in der Mitte des Gegners befinden, da dort der verursachte Schaden am größten ist.
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Trotzdem ist der Glücksfaktor noch sehr groß, da der Gegner teilweise bis zu dreimal nacheinander verwirrt ist oder daneben schlägt. Genauso kann es auch sein, dass man mehrmals hintereinander sehr hohen Schaden einstecken muss. Sollte man verlieren, wacht man aber lediglich im Hotel auf und verliert nichts. Letztlich hätte man das vielleicht ändern sollen, da so der vermeintliche Tod keine Rolle mehr spielt und man sich auf sein Glück verlassen kann. Denn sollte man es nicht schaffen, beginnt man einfach von vorne.
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Präsentation
Nun ja, Grafik und Sound sind natürlich nicht so toll, wie wir es heute kennen und gewohnt sind. Insgesamt ist die Grafik aber überdurchschnittlich gut für damalige Verhältnisse. Der Sound dagegen ist relativ monoton und klingt entsprechend blechern und elektronisch. Von daher sollte man ihn einfach ausschalten, denn das Spiel wird davon nicht wirklich beeinträchtigt und ist auch gut ohne Ton spielbar.
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Der Spielumfang ist gut angesetzt. Sollte man nur alles Nötige tun, erreicht man sein Ziel nach mindestens fünf Stunden. Bei Erfüllung aller Quests, dem Fangen verschiedener Fische und dem Sammeln vieler Erfrahrungspunkte braucht man aber schon zwischen zehn bis fünfzehn Stunden.
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Die Schwierigkeit ist wie auch der Spielumfang gerade richtig. Das Fangen der Fische weist immer neue Schwierigkeiten auf, ohne zu kompliziert oder frustrierend zu werden. Der einzige Schönheitsfehler: Teilweise sind die Gegner zu schwach und man hat zu viel Glück. Der "tödliche Bär", den man zum Schutz des Dorfes besiegen muss, ist ein tolles Beispiel. Während der Gegner dreimal verwirrt war oder mich beobachtete, erzielte ich nur Glückstreffer. Da verabschiedet sich dann natürlich die Schwierigkeit.
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Fazit
Insgesamt handelt es sich um eine gut gelungene Kombination aus Angelsimulation und Rollenspiel. Beide Aspekte wurden gut umgesetzt und gerade das Angeln weist immer wieder (auch bis zum Guardian Fisch) neue Schwierigkeiten auf und ist sehr abwechslungsreich. Ebenfalls der Spielumfang und der Preis von 5€ passen. Für eine uneingeschränkte Kaufempfehlung fehlt dann doch noch etwas mehr Abwechslung, da das Prinzip der Kämpfe und des Angelns sich grundsätzlich nicht verändern.

Silverdog, 7.819 Zeichen, veröffentlicht am 02.04.2013 •
Singleplayer: 71%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 07.03.2013, Preis: 4,99€, 1 Spieler/in

Bilder

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