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EPOS B20

Zubehör & Merchandise

EPOS B20, Covermotiv/Artwork

Releasedate: 06.2021, Preis: 199€
MAßE
Das B20 von EPOS versteht sich als Streaming-Mikrofon und sein Preis von 199€ macht Hoffnung auf das, was da in der Verpackung ruht. Geöffnet, blickt das B20 direkt in die Welt, ummantelt von viel Schaumstoff. Womit es hervorragend geschützt ist. Ansonsten befinden sich neben einem runden Standfuß und einem langen USB-Anschlusskabel nur noch ein paar Standardinfofaltblättchen im Karton.
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Das runde Mikro ist 18,5 Zentimeter lang, 5,5 Zentimeter breit und lässt sich wahlweise direkt an den enthaltenen Standfuß montieren, oder an andere Mikrofonhalter, die ein 3/8-Zoll-Gewinde haben. Schade ist, dass dem B20 nicht zumindest ein simpler, kurzer Arm mit Federklammern zur Befestigung beliegt, um das Mikro quasi freischwebend an den Tisch zu klemmen, denn ohne zusätzlichen Arm kann man es eben nur auf den Tisch stellen und muss es gegebenenfalls mit beispielsweise Büchern auf die gewünschte Höhe hieven.
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Verbunden wird das EPOS B20 mit dem beiliegenden USB-Kabel von 2,90 Meter Länge, was viel Spielraum für die Distanz zwischen Mikrofon und Endgerät zulässt. Das eine Kabelende (Typ C) kommt hinten ins Mikro, das andere Ende (Typ A) beispielsweise an einen Computer. In meinem Fall war es ein Windows-10-PC. Das B20 wird auch direkt als Mikrofon erkannt und ist umgehend einsatzbereit. Als Bonus ist das B20 für das Betriebssystem nicht nur ein Mikrofon, sondern auch ein Wiedergabegerät. Auf der Rückseite des Korpus ist ebenso eine Buchse für Kopfhörer, sodass man sich selbst direkt vom Mikrofon übertragen hören kann, und/oder das, was gerade sonst so hörbar wäre: Videos, Musik oder diejenigen, mit denen man gerade über das Internet spricht. In jedem Fall ist der Klang über die Klinkenstecker-Buchse wunderbar, wenn natürlich aber auch abhängig von den verwendeten Kopfhörern.
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Im Einsatz als Mikro liefert das EPOS B20 eine sehr gute Leistung. Die Klangqualität der Aufnahmen ist ohne Beanstandung. Allerdings sollte die Aufnahmeumgebung möglichst ruhig sein, denn selbst das zaghafteste Rascheln im Raum nebenan (bei offener Türe) ist durch das B20 sehr gut hörbar und auch das für mich selbst eigentlich als eher leise wahrnehmbar empfundene Surren des PC-Netzteillüfters entgeht dem B20 nicht und ist bei meinen Testaufnahmen als hörbares Hintergrundrauschen zu vernehmen - beinahe so, als laufe ein mittelgroßer Ventilator. Klar, sowas lässt sich hinterher meistens gut herausfiltern, aber sowas verändert eben immer auch das Klangbild einer Aufnahme, wenn es das nicht sogar sehr muffig und dumpf werden lässt. Dafür bringt das EPOS B20 selbst kein Störgeräusche mit in die Aufnahme. Bei einigen Tests in einem absolut stillen Raum war bei den Wave-Files später nur ein solch minimales Rauschen dabei, dass ich es nur hören konnte, wenn ich via Schnittsoftware während der Sprechpausen die Lautstärke extrem verstärkte.
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Die üblichen Geräusche, die beim Streaming oder Gaming in der Regel nicht vermeidbar sind, wie Tastaturtippen, Mausklicken, Controllerbuttons drücken, sind selbstverständlich über das Mikro wahrzunehmen, Tastaturtippen und Mausklicken sogar sehr deutlich. Beim Verwenden eines Controllers ist es weniger auffällig, was daran liegen mag, dass ein Controller eine andere Klangresonanz hat und dass zwei Hände ihn umschließen, was zusätzlich dämpft.
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STEREO, NIERE, ACHT, KUGEL...
Bleiben wir beim Klang: Der Korpus des B20 bietet einen Regler, mit dem es in 4 Modi geschaltet werden kann, um den Schall entsprechend aufzunehmen: Stereo, Niere, Acht (bidirektional) und Kugel (omnidirektional). Auf diese Weise kann nicht nur der Klang (zum Beispiel mehr oder weniger räumlich) beeinflusst werden, sondern auch lassen sich auf diese Weise zum Beispiel zwei oder mehr Personen gleichzeitig aufzeichnen, die sich etwa gegenüber sitzen. Beim Gaming und Streaming wird es wohl fast immer die Nieren-Charakteristik sein, während das Mikro auf den Mund gerichtet ist.
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Für einen möglichst optimalen Sound sollte man etwa 5 bis 15 Zentimeter entfernt vom B20 sein. Wobei natürlich zu sagen ist, dass je weiter weg man selbst vom B20 ist, der Klang räumlicher/entfernter wird, und je näher man ist und je direkter man hineinspricht, desto weniger räumlich klingt es und desto mehr knallen möglicherweise Plosiv-Laute (Worte wie beispielsweise "Paprika" oder "Tisch"...). Vor einer Aufnahme also unbedingt ein paar Testaufnahmen machen und checken, wie man sich selbst und das B20 am besten zueinander positioniert. Für mich im Einzel erwies es sich als am besten, das Mikrofon so auszurichten, dass es auf Niere eingestellt, mit der Vorderseite etwa 10 Zentimeter neben meiner Wange stand - so vermied ich Plosiv-Plopser und meine Stimme klang rund und ohne räumliche Distanz.
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Zwar steht das Mikro auf seinem beiliegenden Tischständer vollkommen stabil, doch ist es auf diese Weise unflexibel zu positionieren und noch dabei nimmt jede noch kleine Berührung oder Bewegung auf der Abstellfläche auf. Je nach Gesprächsumgebung und -dauer kann es also auch zu unbequemer Körperhaltung kommen, wenn man nur den beiliegenden Tischständer verwendet und man durchweg gleichbleibende Tonqualität haben möchte. Vor allem deshalb ist sehr bedauerlich, dass dem 199-Euro-Gerät kein Mikrofon-Arm und/oder Popschutz beiliegt - denn das kommt an Kosten dann zusätzlich oben drauf. Wenn man sich schon statt eines 15€-Headsets ein solch preisintensives, hochwertiges Mikrofon kauft, will man es nicht einfach nur für den Freudeskreispalaver am Nachmittag nutzen, nicht wahr?
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Doch auch andere Dinge nimmt das B20 auf: Selbst leichte Berührungen an seinem Korpus oder dessen Halterung dröhnen und rumpeln unangenehm. Schon deshalb empfiehlt es sich, das B20 so auszurichten, dass man selbst es während einer Aufzeichnung möglichst nicht berührt. Auch das Betätigen der Stummschalttaste auf dem Mikrofongehäuse ist deutlich hörbar. Es gibt zwar kein Plopp- durch die An- oder Abschaltung des Mute-Features selbst, aber das Anfassen des Knopfes ist wie ein leises Poltern zu vernehmen - wenn man es vorsichtig macht, statt einfach hinzutatschen.
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GAMING SUITE
Um die Aufnahmeempfindlichkeit des Mikros zu regeln, gibt es einen Drehknopf, um Gain (Verstärkung) wegzunehmen oder hinzuzugeben. Gleiches gilt für die Lautsträke der Kopfhörer, für die ebenfalls ein Lautstärke-Drehknopf vorhanden ist. Unergonomisch ist nur, das diese beiden Regler sich stufenlos und unendlich weit nach links oder rechts drehen lassen. So weiß man nie, wie sehr man jetzt gerade eine Einstellung vornimmt, weil das B20 selbst keinerlei Feedback gibt oder Anzeigen dafür bietet.
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Deshalb empfiehlt sich der Einsatz des B20 im Zusammenspiel mit der kostenlosen Software "EPOS Gaming Suite", die auf der EPOS-Webpage zu finden ist. Die EPOS Gaming Suite ist eine Art Audio-Kontrollzentrum für die Feineinstellungen des Klangs. Dazu gehört vornehmlich ein Equalizer, der Bässe, Höhen und dergleichen verändern kann. Und neben einigen anderen Dingen lässt sich über sie auch zum Beispiel die Geräuschunterdrückung aktivieren, oder sie erlaubt unter anderem auch das Muten des Mikros via Mausklick oder das Punktgenaue Einstellen/Einsehen des Gainwertes. Alles das lässt sich zudem in eigene Presets speichern, sodass jederzeit andere Settings direkt auf das B20 angewendet werden können.
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Und damit das nicht untergeht: Die Gaming Suite ist optional. Das B20 arbeitet auch ohne sie tadellos, muss dann aber auf einige Komfortfunktionnen verzichten. Allerdings scheint sich die Gaming Suite nicht immer ohne weiteres Zutun in Betrieb nehmen lassen zu wollen. Die Suite erkannte mein B20 zuerst nur als einen EPOS-Kopfhörer, sodass ich praktisch gar nichts mit der Suite anfangen konnte. Auch mehrfaches De- und Neuinstallieren oder das Ausprobieren anderer USB-Buchsen an meinem PC änderte nichts daran.
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Sicherlich hätte ich als erfahrener PC-Tüftler dem Problem auf die Schliche kommen können, aber für 199 Tacken fand ich nicht, dass das meine Aufgabe wäre. Dennoch: Im Sinne des hier vorliegenden Tests habe ich dann eine frische Windows-10-Neuinstallation auf einer separaten Festplatte verwendet. Und jetzt klappte es endlich - allerdings auch das erst, als ich der Hinweis-Box der Suite nachging, dass das B20 unter Windows nicht als Standardgerät für Tonwiedergabe eingerichtet sei - bis dahin war das die Klinkenstecker-Buchse des Mainboards. Erst, als das B20 für Wiedergabe und Aufnahme explizit als Systemstandard definiert worden war, trat die Gaming Suite ihren Dienst an... Unnötig umständlich - und auch etwas dreist, mir meine Systemkonfiguration vorschreiben zu wollen. Wozu muss ein Mikrofon zwangsweise auch das Standard-Wiedergabegerät sein?
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FAZIT
Das EPOS B20 ist aufgrund seines Klangs ein sehr gutes Mikrofon und für den von EPOS proklamierten Einsatz beim Streaming und Podcasting zu empfehlen. Jedoch sollte es optimalerweise in Kombination mit zusätzlichem Popschutz und zusätzlichem Mikrofonarm oder besser noch -stativ (das auf dem Fußboden steht) eingesetzt werden, denn sonst wäre es zu unflexibel beim Positionieren und Justieren, beziehungsweise es nähme zu viele Nebengeräusche auf, die durch Berühungen des Tisches oder B20 entstünden.
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Das ist in Verbindung mit dem Preis von 199€ allerdings auch der große Kasus knacksus: Für weniger Geld gibt es vergleichbare Mikros mit teils mehr Zubehör oder zumindest ausreichend finanziellem Spielraum, sich etwaiges Zubehör gleich mitzukaufen. Nicht zu vergessen, dass die eigentlich kostenlose, separat herunterzuladende, aber im Kern eigentlich trotzdem zum Mikrofon dazugehörende EPOS Gaming Suite nicht frei von Zipperlein ist.

TheUnknown *, 9.650 Zeichen, veröffentlicht am 25.09.2021 •

Schulnote: 3


Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Swordfish PR
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!


Releasedate: 06.2021, Preis: 199€

Bilder

EPOS B20, Screenshot #1 EPOS B20, Screenshot #2 EPOS B20, Screenshot #3 EPOS B20, Screenshot #4 EPOS B20, Screenshot #5 EPOS B20, Screenshot #6 EPOS B20, Screenshot #7 EPOS B20, Screenshot #8

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