Duke Nukem: Critical Mass

Nintendo DS

Duke Nukem: Critical Mass, Covermotiv
What are you waiting for...? Duke Nukem Forever!
Es ist nicht allzu lange her, da wurde die Rückkehr des Dukes noch belächelt und der Leaddesigner von 3DReamls wurde sogar im Dezember 2009 auf einer Messe dafür ausgelacht, als er mitteilte, der Duke lebe und er werde in Duke Nukem Forever wieder auf Alienjagd gehen. Was keiner wusste, war, dass 3DRealms kurz vor der Übernahme durch Gearbox stand. Jeder dachte, das war es jetzt wohl endgültig, aber weit gefehlt.

Dem Duke geht es bestens, er rettet immer noch Babes, dreht Weltraumschweinen den Kragen um, und reist einen zotigen Spruch nach dem anderen. Da der Duke noch etwas auf seine Rückkehr auf den PC warten muss, hatte er die Idee, einen kleinen Ausflug auf den Nintendo DS, in alter Jump & Run-Manier, zu machen und so seinen Fans die Wartezeit etwas zu verkürzen. Dieser Ausflug wurde von Deep Silver realisiert und von Koch Media publiziert. Doch ist es die Zeit und vor allen Dingen sein Geld wert, um sich die Langeweile zu vertreiben...?

Back to the roots
Nun ja, das man beim Duke keine große Story zu erwarten ist, liegt ja mehr als auf der Hand, aber mich hat es nie gestört, weil die Spielreihe immer mehr von ihrem oft provozierenden und sarkastischen Humor gelebt hat. Also die Geschichte ist schnell erzählt. Böse Aliens kommen auf die Erde und entführen alle "Babes" und versuchen dabei noch, die Erde zu zerstören. Was soll man dazu sagen? Das Übliche eben, aber was soll's - mich stört es nicht. Der Prolog kam mir seltsam bekannt vor. Und zwar von den ganz frühen Versionen von Duke Nukem Forever, die damals auf einer E3-Messe in einem Video präsentiert wurden.

Bei Duke Nukem: Critical Mass handelt es sich um ein Jump & Run. Wer es noch nicht weiß: der Duke IST eigentlich ein Jump & Run Held der ersten Stunde. Erst beim dritten Ableger wechselte er in die Ego-Perpektive. Nun, Critical Mass ist natürlich nicht mit den alten J'n'R-Titeln zu vergleichen, da sich heute einfach mehr technische Möglichkeiten bieten, Spiele zu gestalten. Doch muss das nicht heißen, dass sie automatisch besser sind als die alten Titel. Denn leider weißt Critical Mass einige große Schwachpunkte auf, die den Titel nicht gerade modern erscheinen lassen. Auf diese werde ich nun etwas ausführlicher eingehen.

Knoten in den Fingern
Was mir sofort auffiel, ist die schlechte Steuerung. Obwohl die Tastenbelegung in der Anleitung nicht allzu kompliziert wirkt, ist diese doch sehr hakelig, und ich finde, es gibt nichts Tödlicheres für ein Spiel, als wenn die Steuerung nicht funktioniert. Da kann vielleicht die Geschichte mal nicht so gut daher kommen oder die Grafik mal die ein oder andere Kante mehr darstellen - alles nicht so schlimm! Aber wenn die Steuerung streikt, ist das für mich auch für ein eigentlich soweit gutes Spiel das Aus.

Es wäre vielleicht nicht so frustrierend gewesen, wenn die Entwickler ein kleines Tutorial eingebaut hätten, und nicht nur ein kurzes Buttonbelegungs-Bild, bevor der Level beginnt. Was zwar nett gedacht ist, sind die Waffenfeatures und die Combos auf dem unteren Bildschirm. Doch ist man mal voll in Aktion, sind diese kaum zu erreichen da man zur Steuerung jeden Finger benötigt um diese auf den Tasten zu halten. Man muss also immer Waffe oder Feature auswählen und dabei gleichzeitig weiter ballern. Nicht gerade komfortabel.

Was mir auch noch aufgefallen war, ist, dass wenn man sich hinter eine Ecke kauert und mittels Touchscreen zielt, wird dieses als Erleichterung laut Hersteller angesehen. Dadurch fällt das Zielen zwar tatsächlich etwas leichter, doch gleichzeitig wird man beim Schießen behindert, weil man links zielen muss und rechts die richtige Taste finden muss. Hat man das Pech und vertut sich im Tastenwirrwar, dann kommt ein noch größeres Übel zum Vorschein: Duke bewegt sich rittlings auf den Gegner zu, was meist zum sofortigen Ableben führt.

It realy p**ses me off
Neben der Steuerung sind die Modedarstellung und Moves echt unterirdisch. Hastige, ruckartige Bewegungen sind keine Seltenheit. Das Auge spielt ja bekanntlich mit. Wenn dies nur rein optische Auswirkung hätte, wäre ich der Letzte, der all zu groß darüber meckern würde - leider ist dem nicht so. Dem armen Duke ist es noch nicht mal erlaubt, hoch und runter zu gucken, denn tut er dies, wird er direkt von oben oder unten beschossen und kann noch nicht mal das Feuer ordentlich erwidern.

Es wirkt alles ein bisschen vorsintflutig, denn die Fehler, die hier begangen wurden, sind fast schon wieder neu, weil man sie aus älteren Titeln bereits schon fast vergessen hatte.

Doch um auch mal etwas Nettes sagen zu können, muss ich erwähnen dass, die Programmierer versucht haben, den Charme der alten Spiele hineinzubringen, indem sie urplötzlich ein ganz anderes Spiel ablaufen lassen. So wird das Gameplay nach Finden des Jetpacks zu einem Horizontalshooter. Gar keine schlechte Idee und man denkt anfangs "Hey, das ist ja mal cool!" bis einen Steuerung wieder zum Wahnsinn treibt und der DS Gefahr läuft, Opfer der Widerstandskraft der nächstgelegenen Wand zu werden.

Levelmurks und totale Verwirrung
Die Latte an Kuriositäten nimmt einfach kein Ende in diesem Titel. So oft verlaufen habe ich mich selten in einem Spiel, aber hier ist es die reinste Wonne. In den Levels gibt keine Richtungsanzeige und es wird nie wirklich der richtige Weg gewiesen. Das Design ändert sich zwar je nach Handlungsstrang und man bekommt etwas Abwechslung geboten, aber das ist auch alles. Denn orientierungslos ist man immer. Besonders schön finde ich die beispielsweise Leitern in ersten Leveln. Die sind nämlich schwarz und hängen an dunkelbraunen Häuserfasaden - das Ganze spielt natürlich bei Nacht. Wohl dem, der den Ausgang findet.

Was für echte Fans ein kleines Trostpflaster darstellt, ist, dass auch in diesem Teil die original Syncronstimme Jon St. John verwendet wurde. Doch ich habe beim Spielen nur drei Sprüche zu hören bekommen. Sehr schwach, so verliert sich die absolute Hauptcharakteristik eines Duke-Nukem-Spieles.

Gemeinsam gefrustet
Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid, aber hier ist es nur ein geringer Trost - der Multiplayer! Funktionieren tut dies durch zwei DS-Geräte, zwei DS-Karten und der Option "Muktikarte". Die Idee ist super: ein Koop-Modus in welchem beide Spieler als unser Zigarre rauchender Held unterwegs sind und den Weltraummonstern den Rest geben. Es macht aber auch nicht die starken Schwächen des Singleplayers wieder wett, da sie auch hier gelten.

Fazit
Oh man, Duke, hättest Du Dir diesen Ausflug doch nur erspart. Ich weiß gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll - ich hatte mich so auf den Titel gefreut und bin dermaßen bitter enttäuscht worden.

Warum haben die Entwickler nicht einfach ein Remake des Duke Nukem 3D auf den DS portiert? Das wäre viel besser gewesen, als der Käse der hier präsentiert wurde.

BlackWolf1981, 6.887 Zeichen, veröffentlicht am 10.05.2011 •
Singleplayer: 31%
Multiplayer: 33%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Koch Media
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Multi-Card-Play Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 08.04.2011, Preis: ca. 29-34€, 1-2 Spieler/innen

Bilder

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