Merida - Legende der Highlands

Nintendo DS

Merida - Legende der Highlands, Covermotiv
EINE ROLLE ÜBER DEN BODEN
Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet: Merida - Legende der Highlands für den DS ist eine Art Diablo Light - und gar nicht mal so übel. Die Titelheldin Merida streift durch die Wälder, bewaffnet mit Schwert sowie Pfeil und Bogen. Sie wird bewegt mittels Steuerkreuz, mit B springt sie, mit Y greift sie mit dem Schwert an und mit A mit Pfeil und Bogen - und eine Rolle über den Boden kann sie ebenfalls, die per R-Taste ausgeführt wird.

Merida reagiert auf alle Eingaben sehr genau und lässt sich sehr gut steuern. Ich hätte mir dennoch eine Option gewünscht, um die Buttonbelegung eventuell etwas anzupassen (z.B. den Bogen auf X, oder so). Löblich ist, dass Merida nicht erst umständlich zwischen Pfeil und Bogen oder Schwert wechseln muss, denn sobald man A oder Y drückt, attackiert sie ohne Verzögerung mit der zugehörigen Waffe.

Und so spielt sich Merida in der Tat wie die Diablo-II-Amazone mit Bogen und der Fähigkeit, auch mit Schwertern sehr behände zu sein; sie hat sogar einen ähnlichen Fertigkeitenbaum. So kann sie einen Streuschuss erlernen, oder dass ein Pfeil sich durch einen Gegner bohrt, um so auch einen weiteren dahinter zu treffen. Selbiges gilt für das Schwert natürlich gleichermaßen, wo sie z.B. eine Wirbelattacke erlernen kann. Auch gibt es passive Fähigkeiten, wie das häufigere Aufstöbern von Heiltränken (die automatisch getrunken werden, sobald man sie aufsammelt), oder dass die Lebensenergie sich langsam von selbst regeneriert. Fast alle Fähigkeiten lassen sich außerdem auf bis zu drei Stufen aufbessern.

Auf ihrem Weg durch die Wälder trifft Merida auf lebendige Bäume, Bären und anderes Gesindel, das aber eigentlich gar keines ist, denn eine Hexe hat alle verzaubert. Jedoch hat sie gleich auch für gewisse Resistenzen gesorgt, und einige Gegner lassen sich besser mit dem Erde-Element besiegen, oder mit dem Feuer-Element, oder so. Das Element wird einfach unten auf dem Touchscreen angetippt und es bleibt solange aktiviert, bis man ein anderes antippt.

Aber Merida muss die 4 Elemente erst alle finden, um sie benutzen zu können, das tut sie in Höhlen, die sie finden und für sich zugänglich machen muss. Meistens durch Schalter auf dem Boden, über die sie in der richtigen Reihenfolge laufen muss. Bisweilen findet sich durch diese Schalter aber auch den Weg zu Schatztruhen, in denen stärkere Bögen oder Schwerter sind.

NICHTS VON ALLEIN ENTDECKEN
Jedoch hat "Merida - Legende der Highlands" zwei Gameplay-Schwächen, die den zuerst grandiosen Eindruck etwas trüben. Das Spiel ist nach 4-5 Stunden Gesamtspielzeit durchgespielt und es ist für erfahrene Gamer/innen viel zu leicht. Kein einziges Mal bin ich gestorben, kein Gegner bereitete mir Probleme - egal, ob es einer allein war, oder mehrere auf einmal. Dass das so ist, liegt zum Einen daran, dass man sich die Fertigkeiten (im Fertigkeitenbaum) zu leicht verdienen kann, sodass man rasch sehr mächtig ist, und zusätzlich findet man ständig Heiltränke und die Energieleiste füllt sich auch noch von allein wieder auf...

Zum Anderen liegt es daran, dass der Titel sehr linear verläuft. Man kann nichts von allein entdecken. Kein Geheimpfad, kein Gegenstand ist irgendwie so versteckt, dass man ihn gut suchen muss, um ihm habhaft zu werden - alles, was man findet, soll man finden und man läuft auf dem Weg zum Spielende ohnehin an allem vorbei.

Etwas schade, aber durchaus verschmerzbar ist auch, dass man nie erfährt, wie sehr eine neue Fertigkeit oder Waffe die Stärke/Fähigkeiten beeinflusst. Inwiefern ist das neue Schwert jetzt besser? Wieviel effektiver ist jetzt die Wirbelattackte? Das lässt das Level-up-Element etwas verwässern. Denn alle Waffen, die man findet, ersetzen sofort die nun alte und sind immer besser als diese - man hat keinen Grund zu überlegen, ob man jetzt wirkllich umsteigen sollte, man tut es einfach.

FAZIT
Grafik und Sound gehen voll ok, gerade für DS-Verhältnisse hat man sich durchaus Mühe gegeben und es gibt nichts, das man ernsthaft negativ empfinden könnte. Auch das Gameplay selbst kommt gut an, ist aber eben zu kurz, zu einfach und die RPG-Elemente sind etwas zu simplifiziert gehalten. Darum ist "Merida - Legende der Highlands" für den Nintendo DS für erfahrenere Spieler/innen ein kleiner Blick wert, wenn man es mal bei einem Freund ausleihen kann, und 4-5 Stunden Zeit für etwas Kurzweil hat.

Die grundsätzlich perfekte Zielgruppe, die laut USK-Empfehlung allerdings nicht passend wäre, nämlich Kinder unter 12 Jahren - und demnach noch nicht sooo viel verzockten Stunden vor dem Bildschirm hat -, wäre hiermit sehr gut bedient - doch mit 12 Jahren haben viele Spieler/innen heutzutage schon zu viel Videospiel-Erfahrung für einen Titel wie diesen und würden sich rasch unterfordert fühlen. Zwickmühle!

TheUnknown *, 4.809 Zeichen, veröffentlicht am 02.07.2012 •
Singleplayer: 68%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei DeLaSocial
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 19.07.2012, Preis: ca. 25-35€, 1 Spieler/in

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