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Pokémon Ranger: Finsternis über Almia

Nintendo DS

Pokémon Ranger: Finsternis über Almia, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG Nintendo WiFi Connection
Releasedate: 21.11.2008, Preis: ca. 35-40€, 1 Spieler/in
MÖWEN ZIEHEN KREISE
In jeder Sprache gibt es haufenweise Sprichwörter und Redewendungen. In der deutschen Sprache ist das z.B., dass irgendwelche Dinge Kreise ziehen. Möwen ziehen Kreise, lichtscheue Gestalten ziehen Kreise, Gerüchte ziehen Kreise, Aprilscherze ziehen Kreise...
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Und auch wir, die Videospielfans, ziehen Kreise. Und zwar, wie schon vor über anderhalb Jahren beim Vorgänger, mit dem Stylus auf dem Touchscreen, denn Pokémon Ranger ist wieder da; zurück auf dem DS.
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Wie üblich geht es vordergründig natürlich darum, möglichst viele, am besten alle, Pokémon zu ergattern, bzw. in seine persönliche Liste zu bekommen, indem man sie in einem Kampf besiegt.
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WICHTIGE UNTERSCHIEDE
Es gibt bei Pokémon Ranger allerdings zwei wichtige Unterschiede im Vergleich zu den herkömmlichen Pokémon-Spielen. Erstens: Ihr dürft immer nur wenige Pokémon auf einmal mit Euch führen, und Ihr dürft sie auch nicht irgendwo zwischenlagern - Ihr lasst sie laufen, oder sie bleiben bei Euch. Zweitens: Die Pokémon werden nicht gelevelt, damit sie später in Kämpfen mächtigere Attacken ausführen können, sondern die Pokémon sollen Euch anders unter die Arme greifen.
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Die Pokémon müssen für Euch nämlich Hindernisse aus dem Weg räumen, weil Ihr selbst dazu nicht in der Lage seid. Ihr benötigt also beispielsweise ein Bidiza, um eine Holzkiste zu vaporisieren, weil diese eine wichtigen Aus- oder Eingang versperrt. Sobald ein Pokémon dann seine Aktion vollzogen hat, macht es sich direkt wieder aus dem Staub und Ihr müsstet es erneut einfangen, wenn Ihr später noch einmal seine Hilfe benötigt.
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BESCHLEUNIGEN ODER BEENDEN
Ihr beginnt also Euer Spiel und bekommt bestimmt gut 20 absolut unwegklickbare Minuten lang eine Einführung, in welchen erklärt wird, worum es geht und wie das Spiel funktioniert. Das Blöde ist nur: Ihr könnt weder den Text wegdrücken noch ihn beschleunigen und Ihr könnt auch sonst nichts überspringen oder abkürzen.
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Das Problem ist aber vor allem: Ihr könnt den DS auch nicht einfach solange weglegen, sondern müsst nämlich die einzelnen Textboxen ständig wegdrücken, damit es überhaupt vorangeht. Eine Textsequenz nach der anderen und keine lässt sich durch einen simplen Druck auf eine Taste beschleunigen oder beenden? Wozu gibt es denn Spieleanleitungen?
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KONTINUIERLICH MALEN
Aber gut, das Tutorial ist ja irgendwann auch geschafft und es geht "normal" weiter. Ihr also werdet durch Eure neuen Lehrerin als Schüler oder Schülerin der ebenfalls Klasse vorgestellt, um, Ihr ahnt es natürlich bereits, ein Pokémon Ranger zu werden. Anschliessend werdet Ihr von Klassenkameraden auf dem Schulgelände herumgeführt, lernt weitere Personen kennen, lest, wie und wo Ihr Euren Spielstand speichern könnt, und werdet gleich mit Eurer ersten Aufgabe konfrontiert.
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Und zwar: Ein Pokémon fangen - denn schliesslich ist es genau das, was Ihr eh später die meiste Zeit tun werdet. Und ganz ehrlich, ich hab das anfangs einfach nicht geschafft! Zwar wurden meine Kreise erkannt, aber das Pokémon liess sich einfach nicht bändigen. Erst, als ich dahinter kam, dass ich die Kreise kontinuierlich (also ohne den Stylus abzusetzen) und möglichst eng malen muss, klappte es!
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Selbstverständlich greifen die Pokémon Euch an, wenn Ihr sie einfangen wollt. Treffen die Pokémon, müsst Ihr mit dem Kreisemalen erneut ansetzen und es kostet Euch ausserdem natürlich wertvolle Energie, Zeit und auch Erfahrungspunkte. Gelangt Eure Energie ausserdem bei Null an, habt Ihr verloren und müsst beim letzten Speicherpunkt weiterspielen.
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DAS PASSENDE POKÈMON
Obendrauf dürft Ihr nach jedem Kampf ein paar Erfahrungspunkte abstauben, um mit der Zeit immer stärker zu werden. Seid Ihr beim Einfangen asuserdem noch besonders schnell, oder werdet z.B. kein einziges Mal von einem Pokémon getroffen, gibt es für Euch nochmal zusätzliche Erfahrungspunkte als Bonus.
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Allerdings trübt es den Spielspaß etwas, dass, wenn Ihr etwa eine ganz besondere Pokémonattacke benötigt, um vielleicht einen Felsen zu zertrümmern, ist das passende Pokémon nicht weit davon entfernt. Ihr lauft ein paar Schritte, und... was für ein Zufall... da ist ja auch schon das Pokémon, das die verlangte Aktion auf dem Kasten hat. Das wäre auch etwas anders gegangen, liebe Entwickler! ;)
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JOB 1 UND JOB 2
In "Finsternis über Almia" gibt es ausserdem auch eine Art Jobsystem. Ihr werdet häufig von anderen gebeten, entlaufene Pokémon zu retten oder einzufangen, spezielle Dinge zu besorgen oder diese jemandem zu überbringen. Das müsst Ihr zwar nicht immer tun, solltet Ihr aber (möglichst) immer tun; zum einen der Abwechslung und zum anderen der Erfahrungspunkte und Pokémon-Spezialattacken wegen.
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Die ganze Schose wird zusätzlich dadurch verkompliziert, dass Ihr immer nur einen Job auf einmal erledigen könnt. Wollt Ihr also Job 2 annehmen, müsst Ihr erst Job 1 erledigen, dann zur Person zurückkehren, die Euch Job 1 vergeben hat und könnt dann zurück zu derjenigen Person, die Euch Job 2 anbietet. Das kann manchmal eine umständliche und nervige Lauferei sein.
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GAMEPLAY
Die Präsentation ist typisch für Pokémonspiele: Grafisch hübsch gemacht - wenn auch nur auf GBA-Niveau -, leicht kindlich und mit einem Hauch Japanostyle in der Optik. Darüber hinaus gibt's auch noch verschiedene Settings. Ob im Wald, auf Wiesen, in den Bergen, in Höhlen oder Unterwasser: Eure Reise führt Euch praktisch überall hin.
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Der Sound ist absolut in Ordnung, geht aber nicht über die Zweckmäßigkeit der immer selben Melodien und Soundeffekte hinaus.
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Die Steuerung funktioniert super. Ihr bewegt Euch entweder mit Stylus (wie in Zelda: Phantom Hourglass) oder mit dem Steuerkreuz über die Maps. Auch die Erkennung der gemalten Kreise in den "Kämpfen gegen die Pokémon" ist vorbildlich. Lediglich der Hinweis darauf, dass man optimalerweise den Stylus beim "Malen" nicht absetzen sollte, wenn man wirklich Erfolg haben möchte, hätte man gut sichtbar anbringen können.
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Ebenfalls super ist der obere Bildschirm, der entweder als Kartenübersicht des aktuellen Areals oder als kleine Tabelle aller Eurer Pokémon dienen kann; ganz, wie ihr es mögt.
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FAZIT
"Pokémon Ranger: Finsternis über Almia" ist ein sehr solides Spiel. Hier hat man, vom laaaaangatmigen Tutorial und dem für erfahrenere Zockernaturen etwas zu seichten Schwierigkeitsgrad einmal abgesehen, nichts falsch gemacht. Leider nur ist das ewige Malen der Kreise auf Dauer etwas dröge, daher ist es mehr als gut, dass man in den ca. 25 Stunden Spieldauer ansonsten ausreichend Abwechslung geboten bekommt, dann fällt's nicht ganz so auf. ;)
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Wer Fan ist, in Diamant/Perl schon alles erreicht hat, und die Zeit bis zum nächsten Vollrelease überbrücken muss, sollte dies unbedingt mit "Almia" tun, denn die Verbesserungen zum Genre-Vorgänger "Pokémon Ranger" machen das gesamte Gameplay schön flüssig und spielenswert und dem Konzept der Pokémon wird auch die Treue gehalten.
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Wer die Pokémon zwar mag, aber nicht jedes Pokémon-Spiel in seiner Sammlung haben muss, sollte lieber warten und dann in Zukunft ein reguläres Pokémon-Spiel kaufen. Die Platinum-Edition ist ja auch schon angekündigt worden - auch, wenn sie eigentlich nichts anderes als ein Two-in-One-Aufguss von Diamant & Perl ist.
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POST SCRIPTUM
Ich möchte die Gelegenheit dann auch gleich mal nutzen und die Entwickler für die nächsten Pokémon-Games dazu ermutigen, ruhig etwas mehr Innovation einfliessen zu lassen; es ist schade, auf dem DS nur GBA-Spiele in DS-Cartridgeform zu zocken. Wie wär's mal mit 3D-Modellen oder wenigstens einer intensiveren Ausnutzung der DS-Farbpaletten, hm!? Oder, wenn Ihr schon fast immer zwei Editionen veröffentlicht, dann macht eine der beiden wenigstens eine Spur schwieriger, damit die hartgesotteneren Gamer/innen unter uns auch mal ordentlich was zu tun haben! ;)

TheUnknown *, 7.825 Zeichen, veröffentlicht am 11.01.2009 •
Singleplayer: 72%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 21.11.2008, Preis: ca. 35-40€, 1 Spieler/in

Bilder

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