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Prof. Kageyamas Mathematik-Training

Nintendo DS

Prof. Kageyamas Mathematik-Training, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG Single-Card-Play Multi-Card-Play
Releasedate: 08.02.2008, Preis: ca. 25-30€, 1-16 Spieler/innen
Nachdem Dr. Kawashima mit seinem Gehirn-Jogging antrat, die Welt der Videospiele zu verändern, und ihm dutzende, meist eher schlechte als rechte Klone folgten, steht jetzt nun ein weiterer Akademiker an, unsere grauen Zellen auf Trab zu bringen: Prof. Kageyama!
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Ähnlich wie in einem Spielmodus bei Dr. Kawashima geht es bei Prof. Kageyama darum, durch häufiges Training, Euer Verständnis für Mathematik zu verbessern. Und zwar führt Kageyama dies alles auf die von ihm entwickelte 100-Zeilen-Mehotde zurück, mit der es möglich sein soll, Mathe besser zu verstehen, bzw. sicherer im Umgang mit Zahlen zu werden: sei es Addition, Subtraktion, Multiplikation oder Division.
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Wie funktioniert das? Nun, Ihr haltet Euren DS wie ein Buch quer in einer Hand, während Ihr mit der anderen, in welcher Ihr den Stylus haltet, die Ergebnisse auf den Touchscreen eintragt. Na, das beste Beispiel bieten wohl einige der Übungen selbst.
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ZAHLEN, ZAHLEN - NICHTS ALS ZAHLEN!
Bei "Blitzkarten" z.B. bekommt Ihr mehrere Male Dinge gezeigt (7 Hasen, 3 Rosen, 10 Fußbälle, etc), die Ihr schnell zählen müsst. Nun verschwinden diese Dinge und Ihr trag ein, wieviele Dinge ihr gesehen habt, also etwa die Zahl "9". Nach einigen Durchläufen ist das Spielchen vorbei und Ihr bekommt Euer Ergebnis. Das Problem an der Sache ist: es werden immer nur maximal 10 Dinge gezeigt und das auch noch immer in maximal zwei Reihen zu maximal 5 Spalten. Somit prägt sich das Gesehene ruckzuck von ganz alleine ein - und mit Rechnen hat das auch nicht viel zu tun, oder?
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Bei "Kettensubtraktion" etwa erhaltet Ihr Zeile für Zeile für Zeile dieselbe Aufgabe. Ihr erhaltet eine Ausgangszahl, sagen wir die "150". Jetzt müsst Ihr 15 abziehen und das Ergebnis, also 135, niederschreiben. Von den 135 zieht Ihr wieder 15 ab, dann davon wieder 15, dann davon wieder 15, usw.
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VOM SCHREIBEN, GUCKEN UND HÖREN...
Die Schrifterkennung arbeitet recht sauber und toleriert auch Schmierfinger. Allerdings hatten meine Tante und meine Mutter ab und zu Probleme mit der "7" und der "2" (wird z.B. als "6" erkannt); bei mir hingegen funktionierte die Schrifterkennung stets tadellos. Die Musik ist ok, beschränkt sich aber auf Hintergrundgedudel der Marke "Lautstärkeregler leise drehen". Die Grafik ist ein bisschen zuuu zweckmäßig: auf Dauer immer nur rot-orange, grün und weiss wirkt sehr trist, vor allem, weil die Oberfläche so "ordentlich" und "aufgeräumt" wirkt.
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HEFTE RAUS, KLASSENARBEIT!
Schlecht ist Prof. Kageyamas Mathematik-Training keineswegs, aber es mangelt einfach an Abwechslung. Klaro, durch Wiederholungen stellt sich irgendwann auch Routine ein. Und wie man einen Graphen berechnet, wird man nie verstehen, wenn man nicht mal das kleine Einmaleins beherrscht.
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Das Modul motiviert die ersten 3-4 Stunden durchaus, weil man natürlich überall die bestmögliche Rechenzeit und Fehlerquote erlangen möchte, aber bis die 100-Zeilen-Methode tatsächlich seine Wirkung entfalten könnte, ist die Luft raus, weil der spielerische Aspekt schnell ausgereizt ist und so der pädagogische Effekt dann kein bisschen mehr interessant erscheint.
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Doch genau das ist der Knackpunkt. Alle Aufgaben sind sich viel zu ähnlich und die einzelnen Aufgaben für sich machen selten länger Spaß, als 4-5 Versuche am Stück. Dazu die triste Optik und der eher dröge Sound... Selbstverständlich: es geht beim Lernen nicht ausschliesslich um den Spaß, aber wenn dazu auch noch Demotivation aufkeimt, weil man praktisch immer dasselbe tut und man sich schnell unterfordert fühlt? Vor allem weil das Gefühl fehlt, etwas verstanden zu haben, weil man stets nur einen Fehlerquoten- und Zeitnachweis als Leistungsbescheid erhält?
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QUOD ERAT DEMONSTRANDUM!
So hat Prof. Kageyamas Mathematik-Training mehr den Anschein des digitalisierten Matheheftes eines typischen Dritt- oder Viertklässlers: kann man alles auch auf dem Papier machen. :) Denn der Unterschied in Sachen Spaß am durchschnittlichen Schulunterricht deutscher Schulen ist hier in etwa genauso hoch: man will einfach nur noch, dass es endlich zur Pause klingelt. ;)
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Es ist doch so: Lernen soll auch Spaß machen. Vor allem, wenn man es freiwillig tun will. Wenn jedoch die motivierende Komponente nicht motiviert, macht auch das Lernen keinen Spaß, egal, wie sinnvoll und wichtig es vielleicht wäre und man lässt sich ablenken oder beschäftigt sich gleich mit etwas anderem.
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Ich möchte also keinesfalls die Methode selbst kritisieren - die mag durchaus genial ausgetüftelt worden und ein wirksames Mittel gegen Betonfünfen auf Schulzeugnissen sein. Aber als Trainingsprogramm im Gewand eines Quasi-Videospiels scheint das alles nicht zu funktionieren.
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Daher empfehle ich, lieber ab und zu die Mathe-Hausaufgaben zu machen, ein Sudoku-Rätselheftchen zu kaufen, oder doch gleich Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging "zu spielen" - da bekommt man mehr geboten und wird auch mehr motiviert; - und das zum selben Preis! :)

TheUnknown *, 4.934 Zeichen, veröffentlicht am 20.03.2008 •
Singleplayer: 59%
Multiplayer: 65%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG Single-Card-Play Multi-Card-Play
Releasedate: 08.02.2008, Preis: ca. 25-30€, 1-16 Spieler/innen

Bilder

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