1-2-Switch

Nintendo Switch

1-2-Switch, Covermotiv
So, wie Wii Sports und Wii Play auf der Wii und Nintendo Land für die Wii U es demonstrierten, demonstriert 1-2-Switch die neuen spielerischen Möglichkeiten der Konsole Nintendo Switch. Am Anfang steht nur eine begrenzte Anzahl von Minispielen zur Verfügung, aber hat man die alle zumindest je einmal gespielt, schaltet man den Rest der 28 Minispiele, sowie das Team-Duell, frei. Im Gegensatz zu Wii Sports, welches der Wii-Konsole damals gratis beilag, Wii Play, das quasi-kostenlos mit einer Wii-Fernbedinung ausgeliefert wurde, und Nintendo Land, das dem Premium Pack der Wii U beilag, muss sich 1-2-Switch mit einen eShop-Preis von 49,99€ als Vollpreistitel die Gunst des Käufers erobern.

Ein neue Art zu Spielen
1-2-Switch ist ein Videospiel, bei dem man nicht mehr zusammen auf einem oder mehreren Bildschirmen gegeneinander spielt, sondern von Angesicht zu Angesicht. So wird ein Bildschirm - wahlweise ein Fernseher oder das Nintendo Switch Tablet - nur noch benötigt, um eines der 28 Minispiele auszuwählen, um ein erklärendes Einführungsvideo zu sehen, oder um das Ergebnis zu erfahren. In allen anderen Fällen wird nur ein einfaches Bild, wie z.B. eine Bühne bei "Luftgitarre", und gegebenfalls der Zwischenstand angezeigt.

Die Minispiele sind nach ihrer Intensität durch ein gewisse Anzahl Chilischoten sortiert. So muss man für "Tanzfieber" am Ende der Liste der Minispiele wesentlicher Aktiver werden, als beim "Kugelschätzen", das am Anfang der Liste steht. Die beiden Minispiele "Wettessen" und "Schlaf, mein Baby" können nur von einem Spieler zurzeit gespielt werden, und das auch nur im Einzelspieler. Wenn man sich in diesen Minispielen trotzdem messen möchte, muss man sich die erreichte Punktzahl/Zeit merken - da eine Rangliste der besten bzw. letzten Ergebnisse nicht vorhanden ist.

"Schlaf, mein Baby" ist zudem das einzige Minispiel, das den Tablet Modus der Switch unterstützt, kann wahlweise aber auch mit einem Joy-Con gespielt werden. Dadurch, dass man sich beim Spielen gegenüber steht und dabei gegenseitig anschaut, entstehen öfter mal witzige Momente, noch bevor das Spiel angefangen hat. Diese Situation können Albereien oder Taktikspielchen sein, welche dem Gegenüber möglicherweise verunsichern und so einen entscheidenden Vorteil bringen können. Ebenfalls versucht man schon mal, selbst wenn man selbst gerade nicht dran ist, z.B. durch das Rufen des Wortes Feuer in "Revolverheld" jemandem aus dem gegnerischen Teams zu einem Fehlschuss zu verleiten. Alles selbst schon erlebt.

3 Arten von Minispielen
Die Minispiele kann man grob in drei Kategorien einteilen: Sport, Geschicklichkeit und Glück.

Bei den Sportminispielen gibt es zwei Unterpunkte, so kann man z.B. in "Tischtennis" ein spannendes Tischtennisspiel spielen, wo man durch Drücken von L oder ZL bzw. R oder ZR etwa einen Schmetterschlag kann.

In den Geschicklichkeitsspielen stellt man seine Geschicklichkeit unter Beweis. Beispielsweise In "Kugelschätzen". Indem man dank HD Rumble mit seinem Joy-Con die richtige Anzahl an Kugeln "im Joy-Con" erfühlt, oder man sich als Dieb im Minispiel "Safeknacker" unter Beweis stellt. Aber wie im echten Leben heißt es: Wenn man zu lange braucht, dann kommt die Polizei und wird einen erwischen, darum ist auch Tempo angesagt.

Und dann gibt es noch die Glücksspiele, wo meistens das Glück entscheidet. Im Gegensatz zum Minispiel "Korkenknallerei", wo man einfach nur hofft, dass der Korken der Sodaflasche nicht aus der Flasche fliegt, wenn man gerade selbst an der Reihe ist, gibt es im Minispiel "Würfelglück" aber durchaus die Möglichkeit, durch Taktik das Schicksal auf seine Seite zu ziehen. In diesem Spiel kann man bis zu dreimal Würfeln. Man weiß zwar nicht, was man selbst gewürfelt habt, aber sobald der Gegner gewürfelt hat, kann man die Anzahl der Punkte des Gegners erfühlen und wie oben beschrieben, den Gegenspieler eventuell dazu bewegen, eine hohe Punktzahl zu verwerfen. Will man nicht mehr Würfen dreht man seinen Joy-Con um - und sobald beide Spieler ihren Joy-Con umgedreht haben, deckt das Spiel die virtuellen Würfelbecher auf. Der Spieler mit der höchsten Anzahl an Augen entscheidet die Runde für sich.

Team Duell
Im Team Duell treten zwei Teams in einer ca. 30 Minuten andauernden Party gegeneinander an. Auf einen Spielbrett, welches neben Start und Ziel, noch aus 23 Feldern besteht, auf denen je ein Minispiel abgebildet ist. Der Sieger jedes Minispiels darf sich am Glücksrad zwischen eins und sechs seine Anzahl an Zügen erdrehen und entsprechend auf dem Spielbrett vorrücken und danach wird das nächste Minispiel ausgelöst. Damit das Team Duell nicht zu schnell endet, kann es passieren, dass das Glücksrad zum Ende hin auch mal auf einem der Totenkopfsysmbole stehenbleibt. Man selbst geht dann in dieser Runde leer aus, aber der Gegner darf das am Glücksrad drehen, ohne dass er erst ein Minispiel gewinnen muss. Gewonnen hat am Schluss das Team, das zuerst im Ziel angelangt ist.

Technik
Man mag nun manche Minispiele genial oder öde finden, aber man kann nicht behaupten, dass sich 1-2-Switch schlecht spielen lässt. So reagiert die Steuerung bei allem stets ohne Murren und die Infrarot-Bewegungskamera des rechten Joy-Cons im Minispiel "Wettessen" erfasst die Kaubewegungen ohne Probleme. Ebenso unterstützen Minispiele wie "Kugelschätzen" das neue Feature HD Rumble. Es ist bemerkenswert, wie die Joy-Cons es schaffen, eine Schachtel mit Kugeln im Inneren fast 1:1 zu simulieren. Man fühlt tatsächlich jede einzelne Kugel, als ob sie sich wirklich im Joy-Con hin- und lassen herbewegt. Als ich dieses Minispiel zum ersten Mal gespielt habe, habe ich extra länger gewartet, bis ich mein Tipp abgegeben habe, weil ich von HD Rumble so begeistert war und die Kugeln immer weiter durch meinen Joy-Con rollen lassen wollte. Aber auch die allgemeinen Bewegungen der Joy-Cons werden (fast) immer sauber übertragen. Lediglich in "Blindrasur" fand es etwas komisch, wo sich angeblich die Joy-Cons der Spieler befinden sollten: Es wurde nur der Kinnladenbart als geschnitten erkannt, obwohl der Spieler eindeutig auch den Oberlippenbart rasierte.

Leider gibt es aber auch einige nervige Mängel. So können nicht alle Erklärungen übersprungen werden, und da die Erklärungen zum Teil recht lange dauern, sind die Videos einfach nur noch störend. Ebenso stören Sprachsamples wie "Stellt euch vor, ihr spielt eine Runde Tischtennis" den Spielfluss, da dafür das gesamte Minispiel praktisch pausiert und so der Spielfluss unterbrochen wird. Außerdem startet jedes Minispiel von allein. Man kann weder per Bestätigung direkt loslegen, oder die Bestätigung noch eine Weile aussetzen lassen, wenn man gerade etwas untereinander bespricht. Als Notnagel bleibt nur, den HOME-Button zu drücken und #t auf diese Weise komplett zu pausieren.

FAZIT
Alles in allem ist 1-2-Switch nichts anderes als eine Technikdemo für die Nintendo Switch - und das rechtfertigt den eShop-Preis von 49,99€ leider nicht. Außerdem kann man die Minispiele mit ausreichendem Wiederspielwert an einer Hand abzählen, und selbst diese wenigen werden nach einer gewissen Zeit langweilig werden - was durch fehlende Bestwertranglisten abermals verstärkt wird. Spielt man 1-2-Switch aber nur so ab und zu, und dies am besten im Team-Duell, erlebt man in der Gruppe gerade wegen des hohen Albernheitsfaktors eine recht spaßige Zeit.

Link500 *, 7.406 Zeichen, veröffentlicht am 27.03.2017 •
Singleplayer: 15%
Multiplayer: 68%

Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Singleplayer: 8,33%
Multiplayer: 49,00%
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Switch Tabletop Mode Switch Television Mode Kann außerdem auch über den Nintendo eShop heruntergeladen werden Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 03.03.2017, Preis: 49,99€, 1-2 Spieler/innen

Bilder

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Kommentare

Woop-Woop
Woop-Woop
Registriert:
18.06.2017, 10:53:55
Kommentar #1 vom 02.11.2017, 20:33:23 Uhr
Mein Cousin und ich haben das Spiel getestet. Zwischenzeitlich war es auch mal ganz lustig. Hat uns aber überhaupt nicht gefesselt und die Menüführung finde ich persönlich ganz schrecklich. Daher absolut keine Empfehlung für das Spiel.
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