Lovers in a Dangerous Spacetime

Nintendo Switch

Lovers in a Dangerous Spacetime, Covermotiv
Wir befinden uns im Weltall, bewohnt von Weltraumhäschen und anderen schrägen Gestalten. Einige der Weltraumhäschen sind entführt worden, also schnappt euch einen Copiloten, rein ins Bubble-Gum-Raumschiff und losgedüst... Ihr schaut bestimmt genauso drein wie ich, als ich das erste Mal von dem Titel hörte und die ersten Videos sah. Es geht um Liebe, Hasen und knallbunte Grafik mit Chaos-Geballer auf dem Bildschirm. Na dann mal los...

Niedlichkeit mit Anspruch
In Lovers in a Dangerous Spacetime kommandiert ihr ein Raumschiff, das unterschiedliche Stationen besitzt. Es gibt zwar verschiedene Schiffe zum Freispielen, aber wir halten uns an dieser Stelle mal nur an das Standard-Raumschiff: Es gibt Bordkanonen, einen Antrieb, einen Deflektorschild, eine Kartenstation und eine Superwaffe, die nach Gebrauch Aufladezeit benötigt. Erreichbar über Leitern können diese vier Stationen besetzt und genutzt werden. Da das Raumschiff ein Rundobjekt darstellt, könnt ihr den Antrieb ums ganze Schiff herum manövrieren und euch dementsprechend 360° im Raum bewegen. Gleiches gilt für den Schild, der eine Art Schutzwand bildet, mit der Angriffe abgewehrt werden können. Die Waffensystem haben einen Rotationswinkel von um die 180°, mit der Kartenstation könnt ihr die aktuelle Position, aber auch die ganze Karte sehen. Die bislang noch vom Nebel verdeckten Kartenteile müssen dabei natürlich erst noch erkundet werden.

Generell gibt es nur den steuerbaren Charakter, den Sprungknopf und Aktivierung der einzelnen Stationen. Spielt ihr alleine, bekommt ihr einen kleinen KI-Gehilfen hinzu, was ein niedlicher Hund oder eine Katze in einem knuffigen Raumanzug sein kann. Im Spiel dient die X-Taste dazu, den durchaus fähigen computergesteuerten Kumpanen Stationen zuzuweisen. Denn völlig allein kann man den Gegnerscharen kaum Herr werden, sie sind einfach zu zahlreich. Darum ist Koordination bei Bewältigung einzelner Aufgaben unbedingt von Nöten, selbst wenn die Aufgaben noch so klein sein mögen.

Buuuuugs
Bei den Gegnern, die hauptsächlich in Insektenform auftreten, gibt es Käfer die euch rammen wollen, Schleimkugeln schießen oder mit Raketensalven bombadieren. Ähnlich wie in Mario Galaxy habt ihr einzelne Runde Planeten auf der Karte, wo sich ebenfalls panzerähnliche Gegner tummeln und gezielte Schüsse abfeuern.

Auch wenn das Spiel relativ wenig Umfang hat, denn es gibt vier Welten mit je 5 Leveln, wovon eine ein reiner Bossfight ist, hat man trotzdem immer wieder Lust, die Level anzugehen. Denn sie werden werden immer neu generiert und keines gleicht dem anderen - abgesehen vom Look & Feel, versteht sich. Die Welten sind nämlich thematisch unterteilt. Die zweite Welt steht im Sternzeichen des Walfisches und birgt deshalb jede Menge Wasser bzw. Wasserblasen, durch die man nicht hindurchfeuern kann. Die dritte Welt ist eine Eiswelt und einige der Gegner haben eine dicke Eisschicht, die erst zum Schmelzen gebracht werden muss. Dafür gibt es kleine Sonnenplaneten, die eure Schüsse mit Feuerkugeln weiterleiten.

Um nun die Weltraumhäschen zu befreien, müsst ihr diese auf der Karte finden und aus den Käfigen freischießen. Sobald ihr das getan habt, öffnen sich Portale und Gegnerscharen machen euch das Leben schwer. Habt ihr fünf der Opfer eingesammelt, öffnet sich das Herz-Portal und ihr könnt den Level beenden. Allerdings verstecken sich noch mehr als nur fünf Häschen, die es zu retten gibt. Und je mehr ihr einsammelt, desto höher steigt ihr im Rang auf und könnt neue Verbesserungen und Schiffe freischalten.

An die Waffen, Leute!
Das Herzstück des Spiels ist jedoch die Koordination eures Raumschiffes. Und es ist erstaunlich wie unterschiedlich die Spielweisen sind, ob ihr allein mit eurem Partner alles managen, oder mit bis zu 4 Leuten gemeinsam euer Raumschiff koordinieren müsst. Da jede Kanone nur in bestimmte Richtungen schießt, muss zwischen den Stationen gewechselt werden. Und weil die Gegner von allen Seiten angreifen können, muss das Schild immer an die richtige Position gebracht werden, wenn Schüsse abgewehrt werden sollen.

Aber fahren muss ja auch noch jemand. "Hey Karl, da kommt einer von rechts." - "Ich bin dran, bring das Schild nach unten, dort kommen weitere Gegner" - "Leute die sind zu groß, ich aktiviere die Superwaffe zum richtigen Zeitpunkt"... Man ist die ganze Zeit am kommunizieren und je weniger Spieler, desto schwieriger. Ich habe mit zwei unterschiedlichen Personen gespielt. Die eine wollte lieber das Schild navigieren und damit konnte man sich bei Angreifern in Position bringen, so bin ich vom Steuer weg zu den Kanonen gelaufen. Die andere Mitspielerin war lieber an den Kanonen und ich versuchte das Schiff so zu steuern, dass nicht viel gewechselt werden muss.

In den Leveln gibt es schwebende Fragezeichboxen, die kleine Geschenke in sich tragen. Öffnet ihr ein Geschenk befindet sich darin eines von drei Upgrades: Metall-, Strahlen- oder Machtkristall. Setzt ihr einen Machtkristall bei den Lasern ein, könnt ihr mehr Lasersalven abfeuern. Setzt ihr ihn allerdings beim Schild ein, erweitert sich der Umfang des Schildes. Die Superkanone kreist ständig um euer Schiff und muss gezielt aktiviert werden. Befindet sich der Machtkristal darin, feuert sie viel dickere Laserkugeln ab und trifft dadruch natürlich auch mehr. Setzt man allerdings überall Metall ein, sind die Verbesserungen komplett anders. Die Laser werden zu Morgensternen, das Schild bekommt Stacheln zum Rammen von Gegnern und die Superkanone wird zur umrundenden Kreissäge. Aber damit nicht genug, denn wenn ihr die Stationen aufrüstet, können sogar zwei Kistalle eingesetzt werden und ergeben erneut neue Waffen. So wird bei einem Macht- und Metallkristall, die Kanone zur Lenkrakete. Andererseits könnt ihr auch zwei gleiche Kristalle einfügen. Ein Metall im Anrieb schmeißt Minen ab, während ein weiteres die doppelte Anzahl an Minen abfeuert. Dadurch könnt ihr euch sehr effektiv lästige Verfolger vom Leib halten.

Zwischen den Leveln gibt es dann immer einen Art Hangar mit einem Geschenk an der Oberseite, Heilung an der Unterseite, inklusive einer Schraubenschlüsselkiste. Hiermit könnt ihr einmalig Kristalle aus einer Station entfernen, falls euch Mal eine Kombination nicht zusagt und woanders verbauen. Ich zum Beispiel bin kein Fan des Morgensterns, dafür aber von Minen und konnte am Anfang meine Auswahl ändern.

Knallbuntes Kaubonbon
Die Grafik von Lovers in a Dangerous Spacetime ist eine knallbunte Mischung aus pinken, lilafarbenen und blauen Tönen, und der Stil ist sehr knuddelig und kinderfreundlich gezeichnet. Dennoch steckt im Spiel doch ein knackiger Kern: Der Schwierigkeitsgrad ist jederzeit änderbar und eine große Gegnerflut kann auch ein großes Team ganz schön ins Straucheln bringen. Somit können nicht nur Vollprofis ihren Spaß haben, sondern auch Kinder und Neulinge - gern sogar gemisch, denn was unerfahrene vielleicht nicht bewältigen, können dafür dann die Erfahrenen durch ihr Können puffern.

Leider braucht man für das Umherlaufen im Raumschiff gute Augen, denn es alles ist doch sehr klein dargestellt. Die Leitern sind schwer erkennbar und die Charaktere selbst sind äußerst mini. So kann es durchaus vorkommen, dass ihr die Leiter verfehlt oder der Sprung in den geplanten Stationsraum nicht gelingen mag. Allerdings gewöhnt man sich irgendwann an die Struktur und es klappt mit jedem Mal immer besser; eine etwas größere Darstellung wäre aber trotzdem wünschenswert gewesen.

Die Musik ist passend mit ihren Elektro-Beats und eine Mischung aus fröhlichen als auch bedrohlichen Melodien. Der Hasen-Operator spricht eine eigene Sprache und informiert euch bei jeder Mission darüber, was gerade passiert ist.

FAZIT
Couch-Coop par excellence! Der Einzelspieler fesselt mit Taktikentscheidungen, welche Stationen man im Eifer des Gefechts besetzen muss, während der Mehrspielermodus die Party auf ganz andere Weise rockt. Alle bekommen ihre Aufgaben oder man passt sich immer wieder neu an die jeweiligen Situationen an. Die Welten sind gespickt mit Sticheleien, sodass ihr eure Strategie immer irgendwie ändern müsst und das macht einfach Laune.

Das Buch darf man nicht nach dem Einband beurteilen und bei Lovers in a Dangerous Spacetime ist der Name genause schräg wie das Spiel selbst. Ihr bekommt hier einen wirklich spaßigen Multiplayer-Titel geliefert, der aber auch alleine überzeugen kann. Wenn die Entwickler irgendwann mehr Umfang per DLC einbauen, wird das Ding hier sogar noch besser!

DStroke *, 8.520 Zeichen, veröffentlicht am 12.10.2017 •
Singleplayer: 86%
Multiplayer: 92%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Asteroid Base
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 03.10.2017, Preis: 14,99€, 1-4 Spieler/innen

Bilder

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