Planet Alpha

Nintendo Switch

Planet Alpha, Covermotiv
Kommt ein narratives Game ohne eine einzige Zeile Text aus? Bietet es spielerische Herausforderung, wenn man nur einer Geschichte folgt? Die Antwort auf diese Fragen lautet: Ja! Und der Beweis ist Planet Alpha.

DER ANFANG
Ohne viele Umschweife erlangst du nach dem Titelbildschirm die Kontrolle über einen Astronauten, der sichtlich angeschlagen auf der Oberfläche eines öden Planeten startet. Schwerfällig humpelst du mehrere Bildschirme roten Wüstengebiets entlang und brichst letztendlich vor einer Höhle zusammen.

Eine Schwarzblende später bist du wieder im Vollbesitz deiner körperlichen Kräfte. Der schwere Gang ist einem gesunden Joggen gewichen, mit Druck von B springst du und Y lässt dich in die Hocke gehen. Mehr brauchst du für den Anfang nicht, denn es geht immer der Nase nach. Oder sollte ich sagen, der rechten Bildschirmhälfte entgegen?

DAS ABENTEUER
Von diesem Punkt an sind Ladezeiten und Schwarzblenden passé. Dein kleiner Raumfahrer erkundet einen gesamten Planeten am Stück. Für den Anfang wirst du mit leichten Schieberätseln konfrontiert, welche in ihrer Komplexität nur maginal zunehmen. Da dein Ziel eigentlich jederzeit klar ist - immer weiter nach rechts - liegen sämtliche Lösungen ohne großes Backtracking auf deinem Weg.

Im Verlauf deiner Reise werden dir noch andere Aufgaben gestellt und du erhälst die Fähigkeit, den gesamten Planeten zu rotieren, was den Sonnenstand beeinflusst und somit manche Veränderungen in deiner unmittelbaren Umgebung mit sich bringt. Spielerische Abwechslung bieten dabei die hin und wieder zu bereisenden Dimensionslöcher, die mit ihrer geringeren Gravitation mitunter knifflige Sprungpassagen für dich bereit halten.

Bereits nach den ersten kurzen Erkundungen auf dem dir unbekannten Himmelskörper, wird dieser von einer Roboterinvasion heimgesucht. Da du dich selbst nicht wehren kannst, bist du auf andere Mittel angewiesen. Frei nach dem Motto: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" hetzt du die lokale Flora und Fauna gegeneinander auf um dir deinen Weg zu bahnen. Meistens reicht es aber, sich an seinen Widersachern vorbei zu schleichen. Du hälst zwar ein oder zwei Treffer stand, deine Gegner gehören aber zu einer äußerst schießwütigen Sorte und somit gehen direkte Konfrontationen in der Regel schlecht für dich aus.

Doch solltest du mal wirklich den Tod finden, wirst du prompt an einen der zahlreichen, automatischen Checkpoints zurückgesetzt und darfst es nochmal versuchen. Du bist ja hier um eine Geschichte zu erleben, nicht um deinen Controller vor Wut in die Ecke zu pfeffern.

DER SCHAUPLATZ
Dieses Spiel ist wunderschön, man kann es nicht anders sagen. Da du dich mit deiner Figur nur auf einer Ebene bewegst, haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen Vorder- und Hintergrund mit Unmengen Details zu erfüllen. Aber selbst der Pfad auf dem du dich bewegst, pulsiert voller Leben. Du scheuchst kleine Kreaturen auf und Gräser wiegen sich im Vorbeigehen. Noch nie habe ich so viele Screenshots gemacht und kaum hatte ich einen großartigen Moment eingefangen, kam fünf Schritte später noch einer. Ich musste mich schon zwingen, keine weitere Aufnahmen zu machen. Das großartige Sounddesign muss natürlich auch Erwähnung finden. So wirst du mit zuerst allerlei fremdartigen Klängen konfrontiert, welche dir später gewisse Wiedererkennungsmerkmale garantieren.

Meines Erachtens gibt es nur zwei Kritikpunkte: Zum Einen wirken schnelle Bewegungen teils stark verwaschen, besonders wenn dein Held in guten Lichtverhältnissen rennt. Und zum Anderen wird Planet Alpha mit jedem Abschnitt tendenziel dunkler. Das kaschiert vielleicht die ein oder andere grobe Textur, die mir zum Ende hin auffielen, und trägt zur Atmosphäre bei, aber ich bevorzuge zu sehen, wohin ich springe.

Dennoch: Bis zum Ende hin war ich gefesselt und fasziniert. Trotz des simplen Plattformer-Konzepts gelang es Planet Alpha, mich immer wieder zu überraschen. An manchen Stellen erinnerte es mich sogar an Donkey Kongs letztes Abenteuer. Die Geschichte, auch ohne ein Sterbenswort erzählt, schaffte es, mich mitzureißen und hielt gegen Ende sogar noch ein paar Twists parat. Die Rätsel waren genau richtig um den Fluss der Erzählung und des Vorankommens nicht zu unterbrechen. Auch die Spielzeit lässt sich loben und die insgesamt zehn Kapitel fühlten sich weder zu kurz, noch zu lang an.

FAZIT
Planet Alpha ist ein Kunstwerk, alles andere wäre Untertreibung. Die Entwickler haben ihr Handwerk genau verstanden und einen spirituellen Nachfolger zum beliebten Another World abgeliefert, diesen spielerisch, erzählerisch und audiovisuell aber der modernen Zeit angepasst und mit ihrer Vision die Vorlage überflügelt. Dieses Spiel darf sich keiner entgehen lassen!

Rolf Belmont *, 4.752 Zeichen, veröffentlicht am 06.09.2018 •
Singleplayer: 90%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nippon Ichi Software
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Switch Joy-Con Grip Switch Pro Controller Switch Tablet Mode Switch Tabletop Mode Switch Television Mode Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 04.09.2018, Preis: 19,99€, 1 Spieler/in

Bilder

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