Skylanders Imaginators

Nintendo Switch

Skylanders Imaginators, Covermotiv
Mithilfe der alten Geist-Magie, durch die die Skylands erschaffen wurden, kreiert Lord Kaos eine Armee von Doomlandern, um die Skylands zu vernichten. Zum Glück hat Publisher Activision neue Plastikfiguren im Programm, um Kaos Größenwahn zu beenden. Die Sensei, ihres Zeichens die größten mystischen Krieger der Skylands, stellen sich ihm in den Weg. Auch Kreativität ist gefragt! Mit den neuen Elementarkristallen kann man seinen eigenen Skylander bauen und mit ihm gegen Kaos' Schergen in den Kampf ziehen.

Die Skylanders-Serie ist die Wiege des Toy-to-Life-Genre. Mit Imaginators feiert das erfolgreiche Franchise nun schon den sechsten Titel der Hauptserie. Das Prinzip: Mithilfe eines Portals erweckt der Spieler seine im realen Leben als Plastikfiguren erworbenen Skylanders zum Leben und kann sie somit im Spiel nutzen. Die entsprechende Figur wird damit trainiert und lernt neue Fähigkeiten. Wer möchte, kann dann dieselbe Figur auch bei Freunden im Spiel nutzen. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist dabei der Sammelfaktor, denn jedes neue Skylanders-Spiel bringt neue Figuren mit sich. Trotzdem sind aber auch die alten Skylanders-Figuren mit Skylanders Imaginators kompatibel.

Das Gesetz der Skylands
Um Kaos Dommlander aufzuhalten, muss man in diesem Action-Adventure mit Deinen Skylanders diverse Level erforschen. Zunächst betritt man einen Level über die Oberweltkarte, den sogenannten "O.R.T.". Aus einer isometrischen Perspektive schaut der Spieler hinab auf das Geschehen. Während man die abwechslungsreich gestalteten Level erforscht, machen Horden von Kaos Schergen immer wieder Deinem Skylander das Leben schwer.

Die Kampfabschnitte, die den Großteil des Gameplays ausmachen, spielen sich wie ein 3D-Beat em' up. Jeder Skylander beherrscht bis zu drei Angriffe und zusätzlich einen Spezialmove, die sogenannte Sky-Chi-Kraft. Es gilt, draufzukloppen, bis kein Gegner mehr steht. Je nachdem, welche Skylander-Figuren man einsetzt, kommt dabei sogar recht viel Spieltiefe auf. Manche Skylander beherrschen Angriffe, die sich geschickt kombinieren lassen. Weiter verfeinert wird das Kampfsystem durch die 10 Kampfklassen und die 10 Elementklassen. Jeder Skylander hat eine Elementklasse und eine Kampfklasse, die in bestimmten Situation stärker ist, als andere. Der brachiale Pinguin King Pen ist etwa ein Wasserskylander der Boxerklasse. Wann eine Kampf- oder Elementklasse stärker ist, das ist nicht immer nachvollziehbar, doch das Spiel weißt im entsprechenden Moment deutlich darauf hin.

Gesteuert wird das Ganzef sehr simpel. Mit den Tasten A, X und Y führt die Standardangriffe aus, und mit der ZR-Taste wird die Sky-Chi-Kraft abgerufen. Zudem ist es mit ZL jederzeit möglich, ein Selfie vom eigenen Skylander zu schießen. Die A-Taste dient dem Springen.

Wo wir gerade beim Springen sind! Neben den Abschnitten, in denen gekämpft wird, wird das Gameplay immer wieder durch Hüpfpassagen aufgelockert. Diese sind sehr einfach gestaltet. Die Skylander sind wohl keine Sportskanonen. Keine Doppelsprünge, keine Saltos und auch nichts mit viel Anlauf. Einfach nur Hopsen, von einer Plattform zur nächsten. Trotzdem, die Level werden dadurch abwechslungsreicher.

Daneben werden auch immer wieder Minispiele eingestreut. Und davon gibt es sogar recht viele verschiedene. Mal sortiert man rote und blaue Kugeln mithilfe einer Wippe in die richtige Schale, mal müssen Blöcke in die richtige Position geschoben werden und mal sitzt man am Hebel eines riesigen Staubsaugers. Viel Hirnschmalz wird selten gefordert aber Monotonie kommt so nie auf. Regelmäßig fordern zudem die abgedrehten Bewohner der Skylands zum "Kreaturenkampf" heraus. Bei diesem virtuellen Brettspiel geht es darum, Steine auf dem Spielfeld geschickt zu setzen. Nach dem letzten Zug sollen mehr eigene Steine auf dem Feld liegen, als die des Gegners. Das fordert oft eine gute Strategie. Skylanders Imaginators spielt mit diesen unterschiedlichen Elementen, um ein rundes Spielerlebnis zu schaffen.

Neben dem einfachen Erreichen und Besiegen des jeweiligen Boss-Doomlanders jeden Levels, stellt das Spiel noch weitere optionale Aufgaben. So gibt es in jedem Level Storyziele, Sammelziele und Mutproben, die besonders knifflig sind. Die Storyziele erreichen sich meist wie von selbst, nämlich durch den Levelabschluss. Dort heißt es etwa: "Erreiche Ort XY" oder "Erledige diese oder jene Aufgabe". Dies zu tun, ist im Level dann unumgänglich. Bei den Sammelzielen heißt es, die Augen auf zu halten. Überall können Schatztruhen oder andere Sammelobjekte versteckt sein. Die besonders kniffligen Mutproben sind das Tüpfelchen auf dem i für Komplettisten. Etwa gilt es, das Level innerhalb eines knappen Zeitlimits zu beenden oder mit einem Sensei-Skylander den Kampfgong zu schlagen, was einen Mob von Gegnern herbeiruft. Kann man machen, muss man aber nicht. Nur, wer sich traut, erhält neben einer Dreisterne-Bewertung für das Level auch viele viele Schatztruhen.

Viel zu tun in den Skylands
Wenn ich schon so häufig die Schatztruhen erwähne, sollte ich auch beschreiben, warum sie so wichtig sind. Darin befindet sich nicht einfach der schnöde Mammon. In den Truhen ist das sogenannten "Imaginite" verborgen. Diese Substanz beinhaltet Bauteile für Deinen Imaginator. Aus Kopf, Brustkorb, Armen und Beinen stellt man einen eigenen Skylander zusammen. Dieser wird mit Rüstungen und Waffen ausgestattet, die Einfluss auf die Angriffs- und Verteidigungskräfte haben. Der selbstkreierte Imaginator erhält den letzten Feinschliff durch Details wie Augeform und -farbe, Farbgebung und Stimme. Auch die Auswahl der Angriffe ist entscheidend. Aufgrund der massenhaft vorhandenen und stetig wachsenden Zahl von Bauteilen, Stimmen, Angriffen, Waffen, Rüstungen und Optionen ist die Kombinationsvielfalt schier unendlich. Um eine eigene Kreation zu speichern, ist ein sogenannter "Elementkristall" von Nöten. Wie die Skylander-Figuren handelt es sich dabei um ein Plastik-Accessoire. Jeder Kristall speichert genau einen Imaginator, dauerhaft gebunden an eine Element- und Kampfklasse. Das bedeutet im Klartext, dass man sinen Imaginator optisch so oft verändern kann, wie man möchte. Doch entscheidet man sich zu Beginn für einen Feuerskylander der Säbelrassler-Klasse, wird es immer ein Feuerskylander der Säbelrassler-Klasse bleiben.

Nicht nur im Editor-Modus hat Skylanders Imaginators einen großen Umfang zu bieten. Um alle Schatztruhen zu finden und bei jedem Level die maximale Dreisterne-Bewertung zu bekommen, wird man über Wochen an die Switch gebunden sein. Zum Glück können dabei jederzeit Freunde eine helfende Hand reichen. Aber: Natürlich benötigt auch dieser mindestens eine Skylander-Figur oder einen Elementkristall.

Der aus Skylanders Superchargers bekannte Rennmodus hat es indes nicht in die Switch-Version geschafft. Warum, ist fraglich. In den anderen Versionen von Skylanders Imaginators gibt es ihn jedenfalls.

Kunterbunte Spielzeugwelt
Die Skylands sind in kunterbunter Knuddelgrafik gestaltet. Alle Areale und Bewohner versprühen viel Charme. Das Zielpublikum der Skylanders-Serie waren schon immer Kinder bis 12 Jahre. Das merkt man an den fachmännisch animierten Zwischensequenzen besonders. Diese wirken mit ihren vollkommen überdrehten Charakteren und den albernen Dialogen wie aktuelle Zeichentrickserien auf dem Disney-Channel. Das ist nicht negativ gemeint, denn sie werden ihre Zielgruppe erreichen. Dazu trägt auch die gut gemachte, deutsche Synchronisation bei. Alle wichtigen Dialoge sind vertont. Wer nicht will, braucht nicht zu lesen. Etwas nervig können die dümmlichen Kommentare der Skylander in den Levels werden, da sie sich wiederholen.

Ein nettes Detail ist, dass jeder Level seine eigene kleine Story erzählt. Im Großen und Ganzen ergibt sich dann zwar nur bedingt Sinn, doch das war wohl auch dem Programmiererteam von Skylanders Imaginators klar. Oft genug nimmt sich das Game selbst auf die Schippe. Das trägt zum Humor der Skylanders-Serie enorm bei. Dieser mag für Erwachsene Spieler zu kindisch sein, sodass so mancher Joke seine Pointe verfehlt, doch Jüngere haben sicherlich ihren Spaß.

Skylanders Imaginators hat in der Switch-Version mit einigen Schwächen zu kämpfen. Am gravierendsten ist der ersatzlose Wegfall des Rennmodus. Wer diese überraschend spaßige Rennaction aus dem Serien-Vorgänger, die sich auch mit Freunden sehr gelohnt hat, auch im neusten Spiel genießen möchte, sollte zu der Version für eine andere Spielkonsole greifen. Ein weiters Manko ist die umständliche Art und Weise, den Multiplayer-Modus zu starten. Da es keine digitale Anleitung gibt, musste ich Online-Recherche betreiben, um zu erfahren, wie man mit Freunden spielen kann. Zunächst müssen zwei Joy-Cons im Menü des Spiels registriert werden, dann kann ein weiterer Skylander eingelesen werden. Die Kontrolle über diesen zusätzlichen Schützling erhält nun Spieler zwei. Sonst war es bei Skylanders üblich, eine zweite Figur auf das Portal zu stellen.

Portal und Figuren
"Portal" führt uns zu den Vorteilen der Switch-Version: Man braucht nämlich keines! Einfach die Figur auf den Stick des rechten Joy-Con gehalten und schon kann es losgehen. Außerdem, und das dürfte wohl der größte Vorteil sein, ist die Switch-Version natürlich portabel. Klar, man muss auch seine Figuren mitschleppen, wenn man mehr als eine im Spiel benötigt, aber zumindest die aktuell aktive Spielfigur wird während des Standby-Modus gespeichert und muss nicht neu eingelesen werden.

Es gibt drei Schwierigkeitsgrade. Während der erste wie Blümchenpflücken ist, hat es der höchste Schwierigkeitsgrad schon in sich! Aber: Wie alle Skylander-Spiele wird auch Imaginators immer leichter, je nachdem, wieviel man zu investieren bereit ist. Mit einer einzigen Figur wird man wohl gnadenlos am schwierigsten Modus scheitern, spätestens mit Zugang zum vierten Schwierigkeitsgrad gehen da alle Lichter aus. Doch wer ein paar Euro in die Hand nimmt, erweckt nach dem Scheitern des ersten Skylanders einfach den nächsten zum Leben und macht an derselben Stelle weiter.

Fazit
Ja, Skylanders Imaginators ist ein gut gemachtes Spiel. Durch die Abwechslung diverser Spielelemente ist das Gameplays zu jeder Zeit sehr unterhaltsam. Auch die quirlige Präsentation ist gut gelungen und passt perfekt zur Zielgruppe. Dagegen steht aber das Konzept mit den Figuren. Mit einer oder zweien kann man zwar schon so manche Abenteuer erleben, aber um in den vollen Genuss zu kommen, oder um "Continues" in der Hinterhand zu haben, muss man sich weitere Figuren zulegen.

Jojo *, 10.576 Zeichen, veröffentlicht am 23.03.2017 •
Singleplayer: 79%
Multiplayer: 80%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Activision
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Switch Joy-Con Switch Joy-Con Grip Switch Pro Controller Switch Tablet Mode Switch Tabletop Mode Switch Television Mode Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 03.03.2017, Preis: ca. 50-55€, 1-2 Spieler/innen

Bilder

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