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Table Top Racing: World Tour - Nitro Edition

Nintendo Switch

Table Top Racing: World Tour - Nitro Edition, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG Switch Joy-Con Switch Joy-Con Grip Switch Pro Controller Switch Tablet Mode Switch Tabletop Mode Switch Television Mode Nintendo Network Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 01.05.2019, Preis: 27,79€, 1-8 Spieler/innen
Table Top Racing: World Tour - Nitro Edition schickt sich an, Mario Kart als Platzhirsch abzulösen. Und macht das wirklich gar nicht mal so schlecht. Mit einer ganzen Reihe an Rennspielmodi, toller Grafik und gutem Klanggewand verdient diese Software Eure Aufmerksamkeit.
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Der zentrale Kern ist selbstverständlich der Meisterschaften-Modus, der im ersten der insgesamt 12 Cups auch gleich alle wichtigen Modi gewissermaßen als Tutorial featured. Wie das also so ist, starten wir mir wenig Knete auf der hohen Kante. Mit unserem Erspartem müssen wir erst einmal einen Wagen kaufen - und nur zwei aller Rennsemmeln sind bezahlbar. Wir wählen einen und ihm fehlen noch alle Verbesserungen, wie Motor- oder Reifen-Upgrades. Wir müssen also zuerst ein paar Rennen gewinnen, Preisgelder einstreichen und dann peu a peu Upgrades kaufen. Die sind anfangs auch sehr erschwinglich, aber bald schon geht es in die Zehntausende. Außerdem bleibt die Frage, ob wir lieber die aktuelle Kiste aufrüsten, was auch nicht bis in alle Ewigkeit möglich ist, oder ob wir lieber einen neuen Wagen kaufen, der per se bessere Standardwerte hat, aber eben auch wieder von null an hochgeupgradet werden muss. Zumal wir mit jedem Rennen gegen immer etwas stärkere und/oder besser fahrende CPUs antreten. Wir müssen früher oder später also sowieso auf ein neueres Modell umsteigen.
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Währenddessen aber fahren wir Rennen um Rennen. Mal sind es Standardpartien: Wir gegen 7 CPUs auf der Strecke, dazu werden Items eingesammelt und eingesetzt. Oder wir fahren gegen 7 CPUs ganz ohne Items. Oder wir fahren Zeitrennen, und müssen dabei eine Mindestzeit für schnellste Runde oder schnellste Gesamtzeit hinlegen. Oder wir müssen einen CPU-Fahrer, der eine halbe Runde Vorsprung hat, innerhalb einer Zeitvorgabe einholen und rammen. Oder es gibt Elimination-Rennen, bei denen mit jeder neuen Runde der jeweils Letztplatzierte direkt ausscheidet, und so weiter. Variation wird also geboten.
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Da die Schwierigkeit aber bereits im vierten Cup derbe anzieht, gibt es drei mögliche Ziele. Das heißt, eine Zeitfahren-Aufgabe kann sein, die Strecke in höchstens 90 Sekunden zu schaffen, um drei Sterne zu bekommen, oder wir machen es in höchstens 110 Sekunden für zwei Sterne, oder höchstens 130 Sekunden für drei Sterne. Wichtig ist also lediglich, immer mindestens die niedrigste Anforderungsstufe zu schaffen, damit wir weiter kommen. Denn wenn nicht, müssen wir es wieder und wieder versuchen - eine Möglichkeit, eine Aufgabe erstmal aussetzen zu lassen, damit wir überhaupt weiterspielen können, gibt es nicht. Wir können höchstens bereits absolvierte Rennen nochmals spielen, um etwa die noch nicht erlangte Zwei- oder Drei-Sterne-Wertung zu erhalten, aber das bringt uns alles nicht weiter. Wir müssen die aktuelle Aufgabe meistern, sonst geht es nicht voran. Und gerade die Verfolgungsrennen gegen eine einzuholende CPU können sich da gerne mal als Dealbreaker herausstellen. Die sind zeitlich verflucht eng bemessen und man wird erst nach und nach mit einem neuen, schnelleren Fahrzeug warm, lernt damit besser umzugehen, in Kurven sauber zu driften und so weiter. Doch auch dann ist der Erfolg nicht einfach garantiert, denn das gegebene Zeitfenster, die CPU einzuholen, lang häufig so gerade eben hin, dass man es halbwegs schaffen kann - einmal hatte ich sogar noch nur noch eine hundertstel Sekunde zur Verfügung; phew!
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Kurz: Der Meisterschaften-Modus macht Spaß und halt bei Laune, kann aber auch mal richtig frustig werden, weil man stets gezwungen ist, die gerade aktuelle Aufgabe zu meistern, wenn man weiterkommen will. Hängt man gerade, hat man einfach Pech gehabt, weil es keinen Workaround gibt. Das ist gerade deshalb so ärgerlich, weil man mit jedem Rennen virtuelles Geld und XP (Erfahrungspunkte) verdient, aber man sich nichts davon kaufen kann, außer ein besseres Auto und zugehörige Upgrades. Doch es liegt nicht unbedingt am Auto, sondern einfach am engen Zeitfenster. Und in jedem Cup mit meiner Kohle oder meinen XP ein-, zweimal sagen zu können, dass man die aktuelle Aufgabe für den Moment gern skippen können würde, weil man es einfach nicht packt, habe ich mich oft gewünscht.
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Neben den Meisterschaften bleiben für Singleplayer noch die 168(!) Spezial-Events. Die funktionieren eigentlich genauso wie die Aufgaben während der Meisterschaften, sind aber unabhängig voneinander, können also in ihrer Reihenfolge beliebig ausgewählt und absolviert werden. Einzige Voraussetzung für den Antritt eines Events ist, ein bestimmtes Fahrzeug bereits gekauft - denn nur mit Wagen X kann man Event Y fahren - und eine gewisse Menge XPs eingeheimst zu haben. Ansonsten sind die Ideen hier die gleichen: Rennen gegen 7 CPUs mit und ohne Items, Rennen gegen die Zeit, CPU einholen und rammen und so weiter. Bunt gemischt, viel Abwechslung - aber auch hier: So manches Mal schwer wie nix. Gut nur, dass man den einen oder anderen auch mal auslassen kann, wenn man gerade einfach keinen Bock mehr darauf hat.
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Wer auf Gesellschaft steht, widmet sich dem Mehrspieler-Bereich. Hier können drei Sub-Modi - Solo-Online-Kampf, Zwei-Spieler-Splitscreen-Online und der Splitscreen-VS.-Kampf - gespielt werden. Das bedeutet, allein oder zu zweit an derselben Switch online gehen und gegen andere antreten, oder eben offline im Vertikalsplitscreen Gas geben - wenn auch leider nur maximal zu zweit, aber immerhin mit bis zu sechs hinzuschaltbaren CPU-Flitzern. Nun, schade in jedem Fall, dass nicht allerwenigstens per lokalem LAN gewetteifert werden kann. Die Online-Rennen laufen dennoch jederzeit absolut Flüssig, selbst in einer vollen Lobby mit 8 Personen ruckelt nichts. Löblich ist außerdem, dass man nach, beziehungsweise vor jedem Rennen ein- oder aussteigen kann.
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TECHNIK
Die Steuerung beschränkt sich auf die nackten Basics. Lenken mit Steuerkreuz oder linkem Analogstick, Gas geben, bremsen und ein Button für den Itemeinsatz. Mehr ist für die Fahrzeugkontrolle nicht notwendig. Dafür gibt es noch Buttons, die die Perspektive auf das eigene Fahrzeug verstellen oder die Rückspiegelansicht aktivieren. Zieht man die Button-Halten-Driftmechanik aus Mario Kart ab, ist die Steuerung also praktisch identisch zu diesem. Wobei auch in Table Top Racing: World Tour - Nitro Edition gedrift wird, ja sogar gedriftet werden muss, wenn man schnell sein will; nur wird hier durch korrekten Einsatz von Lenken, Bremsen und Gas geben gedriftet, nicht durch Halten eines Buttons. Das erfordert für Mario-Kart-Veteranen bisweilen eine gewisse Umstellung.
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Ungeachtet dessen ist die Steuerung der Boliden nicht immer einfach; selbst denn nicht, wenn sie maximal getunt wurden. Es ist ein einziges Gegen-Banden-krachen und Von-der-Strecke-fallen, wenn man nicht permanent abbremst. Ich erwarte beileibe nicht, dass es mir leicht gemacht wird, aber gepaart mit dem allgemeinen Schwierigkeitsgrad und das vor allem bei Online-Rennen keine 10 Sekunden vergehen, ohne, dass man nicht ein Item abkriegt oder das nervtötende "Achtung, gleich kommt schlägt eine Rakete ein!"-Item-Warnsignal losbliept. Das liegt aber nicht primär daran, dass man sein Fahrzeug noch nicht gut genug beherrschen würde, obwohl das natürlich ein Teilfaktor ist, sondern vor allem daran, dass die CPU-Fahrer boshaft sind! Die haben keine Probleme damit, uns dauernd wegzustoßen, sich mit unserer Karre zu verkeilen und uns dann von der Strecke zu stürzen, uns in Ecken zu schubsen, aus denen wir nur umständlich wieder herauswenden können und und und.
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Himmel, Herrgott, Sakrament - was habe ich hier geschimpft. Denn es passiert nicht nur hin und wieder, sondern es passiert in so gut wie jedem Rennen wenigstens einmal. Dass die CPU selbst dadurch auch nur Zeit verliert und eigentlich aber momentan ganz gut im Rennen liegt, ist ihr vollkommen schnuppe. Irgendeiner der CPUs ergreift die Gelegenheit und vermasselt sich selbst das Rennen, nur allein, um uns einen reinzuwürgen - Und das mit Erfolg, wohlgemerkt, denn nach so einer Aktion kommt man schwerlich noch unter die ersten drei Platzierungen, wenn es nicht sowieso bereits kurz vor Rennende war. Herausforderung ist das Eine, liebe Entwickler, aber wenn die CPU andauernd solche Aktionen macht, obwohl es für sie nur von Nachteil ist, bloß, damit die Rennen für uns schwerer werden, dann ist dies das Andere...
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Der Begriff "Table Top" im Titel vermittelt es bereits: Miniaturwagen fahren auf Tischen herum. Wobei der Begriff Tische nicht immer ganz korrekt ist, denn es können unter anderem auch Küchenarbeitsflächen, Werkbanken oder Snowboards, die zwei Tische verbinden, sein, garniert von allerlei Dingen des Alltags, wie Baguette, Obst, Gemüse, Teller, Bestecke, Bleistifte, Schraubendreher... Immer verziehrt mit einer Prise Humor am Rande. Wer die Augen offen hält, wird viele Details entdecken. Allerdings gibt es nur einige wenige Rennstrecken, sodass je nach Kurs lediglich diese oder jene Abschnitte offengelegt oder versperrt sind, und darum trotz vielen verschiedenen Streckenverläufen eine gewisse Monotonie mitfährt: Die Settings der Kurse wiederholen sich zu häufig. Da helfen auch die hochwertig produzierten, wenn auch nicht so recht zu Rennen passenden Funk-Tracks nicht.
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FAZIT
Table Top Racing: World Tour - Nitro Edition ist ein guter Racer, der sich an mindestens erfahrene Gamer/innen wendet - für Einsteiger wäre der Schwierigkeitsgrad bei weitem zu frustrierend. Grafik gut, Sound okay, Abwechslung bei den Rennspielmodi, Online-Rennen inklusive. Die oft unfair und irrational agierende CPU und die nicht ausreichende Variation der Streckensettings muss man allerdings wirklich ankreiden. Auch sei erwähnt, dass dieser Titel bereits 2016 auf anderen Plattformen erschienen ist und dort mittlerweile wesentlich(!) günstiger zu haben ist, als für 27,79€ für die Switch, obwohl es sich hier sogar rühmt, die "Nitro Edition" zu sein. Wenn schon der mehr als doppelte Preis, wo ist der tatsächliche Mehrwert?

TheUnknown *, 9.956 Zeichen, veröffentlicht am 01.05.2019 •
Singleplayer: 73%
Multiplayer: 75%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Decibel-PR
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Bilder

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