The Flame in the Flood: Complete Edition

Nintendo Switch

The Flame in the Flood: Complete Edition, Covermotiv
Es ist dunkel, es ist kalt. Ein Mädchen sitzt am Lagerfeuer, ein Hund bellt und möchte euch etwas zeigen. Ihr lauft los, sammelt Blumen, Stöcke... Auf einmal steht ihr auf einem Floß und inmitten eines reißenden Flusses. Die Welt wurde von einer Flut überschwemmt und ihr müsst ums Überleben kämpfen.

Sammeln ist Pflicht
Wenn ihr mit dem Mädchen Scout und ihrem Hund Aesop (männlich) oder Daisy (weiblich) unterwegs seid, müsst ihr auf alles mögliche achten, denn ihr habt Hunger, Durst und werdet durchaus irgendwann müde. Also Augen auf beim Insellauf. Auf den Inseln gibt es vielerlei Utensilien, die gesammelt werden können. Setzlinge, Holz, Löwenzahn, Mais, aber auch Lumpen und Seile die man in Kisten und Gebäuden suchen kann. Unter dem Menüpunkt "Inventar" könnt ihr all die Dinge lagern und werdet dabei auch schnell an die Grenzen des Platzes stoßen. Glücklicherweise aber ist euer Hund nicht nur ein toller Schnüffler, um sammelbare Dinge zu erschnüffeln, sondern er besitzt eine zusätzliche Tasche, die ebenfalls gefüllt werden kann.

Der nächste Menüpunkt ist die "Fertigung". Besitzt ihr zum Beispiel 2 Feuersteine, 1 Setzling und 1 Lumpen, könnt ihr euch daraus einen Steinhammer bauen. Wenn ihr ein euch Feuerchen macht, könnt ihr euch mit 2 Mais einen Aschekuchen backen. An einigen Stellen gibt es Wasser, das aber auch verschmutzt sein kann. Hierfür gibt es Flitrieranlagen - allerdings ist die einfachere Variante auf Regen zu warten und diesen in einem Glas aufzufangen. MIt der Zeit geht euer Hunge- und Durst-Meter immer weiter runter und das ist eure Gelegenheit, ein paar Punkte aufzufüllen. Schafft ihr es nicht, erleidet Scout einen qualvollen Tod.

Schlaf braucht ihr übrigens auch und so könnt ihr am Feuer ein Nickerchen machen, aber auch in verlassenen Häusern und Bussen für ein paar Stunden ins Land der Träume wechseln. Aber Vorsicht, wenn ihr euch ausruht, setzen auch Hunger und Durst ebenfalls ein - es ist ein Teufelskreis. Zudem reciehn ein paar Pflanzen oftmals nicht aus. Also, was gibt es noch zu essen? Wild!

Auf manchen Inseln könnt ihr ein paar Feldhasen finden, die immer wieder in Löchern verschwinden. Besitzt ihr ein geflochtenes Seil, Setzlinge und Steinmesser, könnt ihr euch eine Falle bauen. Diese ist mehrmals einsetzbar, bis sie kaputt geht. Aber habt ihr euch ein Häschen geschnappt, dient es zu Überlebenszwecken als Fleisch und das Fell kann weiter verwertet werden, zu Mützen, Jacken, Schuhen, Handschuhen oder Hosen.

Alles geht kaputt
Leider hat nicht nur euer Leben begrenzte Zeit, wenn ihr nicht darauf Acht gebt, sondern auch Pflanzen, Beeren, Fallen und dergleichen. Falls ihr eine verfallene Beere esst, kann es sein, dass sie euch den Magen verdirbt und ihr plötzlich Fieber bekommt. Falls ihr kein Penicilin findet, erhöht sich eure Körpertemperatur. Es ist also von Wichtigkeit immer auf Achse zu bleiben. Dies geschieht mit eurem Floß. Wie eine Art Minispiel, bei dem ihr verhindern müsst, gegen einen Felsen oder sonstige Gegenstände zu stoßen, schippert ihr von Insel zu Insel.

Im Kampagnenmodus müsst ihr es schaffen den kompletten Fluss zu bereisen, während ihr im Endlosmodus - wer hätte es gedacht!? - so lange weitermachen könnt, bis ihr irgendwann das Zeitliche segnet. Das Floß ist außerden natürlich nicht unzerstörbar. Knallt ihr zu oft gegen die Umwelt, wird euer Floß zerstört und ihr ertrinkt. Manche Inseln bieten allerdings Reparaturanlagen, bei welchen ihr euer Floß mit den passenden Teilen reparieren, aber mit der Zeit auch modifizieren könnt - wie zum Beispiel mit einem Motor.

Frustrierend und unfair
Überleben ist hart. Verhungern, verdursten, ertrinken oder an Wunden sterben ist brutal. In der Wildnis treiben sich auch gefährliche Tiere rum. Ich habe ein Wildschwein getroffen, dass nicht sehr erfreut war mich zu sehen. Es hat mich gerammt und gebissen. Ich hatte Kratzwunden, Beinbruch und bin gerade noch so zum Floß gehumpelt. Mit letzter Kraft konnte ich die nächste Insel anfahren. Leider fand ich kein Material für eine Beinschiene und kurze Zeit später kroch Scout nur noch auf dem Boden herum, bis sie dann starb. Es gibt zwar diverse Checkpoints, die es erlauben weiterzuspielen, aber The Flame in the Flood: Complete Edition hat einen sehr hohen Frustfaktor.

Ich verstehe den Reiz eines Survival-Spiels, wenig Ressourcen zu besitzen und das Beste aus dem Gegebenem zu machen, aber The Flame in the Flood: Complete Edition macht es euch knüppelschwer. Es ist gern auch extrem glückabhängig, in Bezug darauf, was auf den Inseln zu holen ist. Und oft hatte ich das Problem, nicht das Richtige zur richtigen Zeit zu besitzen, wie etwa besagte Beinschiene. Ich habe ewig nach Wasser gesucht, bis ich verdurstet bin. Ich habe Hasen gefunden, aber hatte keine Falle und musste deshalb weiterziehen.

Grafik & Sound
Der Grafikstil hat mich in den Bann gezogen, da es wie eine abstrakte Zeichnung aussieht. Kantige Figuren, auch andere Überlebende, die auf den Inseln versteckt sind und Deals aushandeln. Die Vegetation erinnert an einen Tim-Burton-Animationsfilm, während die Flusssequenzen wie Ölgemälde wirken. Strichformen stellen den Fluss und die Wellen dar. Die Farben sind kräftig und das Spiel läuft weitgehend flüssig. Ab und an gibt es Probleme mit der Schrift, die nicht komplett angezeigt wird und nicht scrollbar ist. Die Menüführung der Fertigung und beim Inventar-Management könnte ebenfalls etwas intuitiver sein. Weiterhin gibt es zu sagen, dass der Stil im allgemeinen sehr düster ist, auch wenn die Tage sehr schön wirken, sofern die Sonne scheint.

DIe Musik von Chuck Ragan ist ein wahrer Ohrenschmaus. Coole Country-Tunes lenken zwar etwas vom beklemmenden Ende-der-Welt-Szenarios ab, bieten aber dadurch auch die Einsamkeit der Prärie und die Weiten der Welt.

FAZIT
Grafik und Sound haben mir sehr gefallen, das war es aber auch schon. Das Spiel ist extrem frustrierend und glückslastig. Es macht einfach keinen Spaß, wenn man zu oft nicht die richtigen Materialien bekommt, um den gesunden Schub des Weiterspielens zu bekommen. Der Rucksack ist zu klein, das Management fummelig. Teilweise kommt dadurch vielleicht richtiges Survival Feeling auf, doch sorgt nur sehr sporadisch für Freude.

DStroke *, 6.245 Zeichen, veröffentlicht am 06.11.2017 •
Singleplayer: 50%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Plan of Attack
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 12.10.2017, Preis: 14,99€, 1 Spieler/in

Bilder

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