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Final Fantasy III

Super Nintendo Entertainment System

Final Fantasy III, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG Kann über den Nintendo Wii Shop heruntergeladen werden Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 02.04.1999, Preis: 900 Nintendo Points (entspricht 9€), 1-2 Spieler/innen
Vorweg soviel: Ich habe noch nie zuvor einen Teil der Reihe gespielt. Das heißt, mit Quervergleichen zu anderen Ablegern kann ich nicht dienen. Dennoch handelte es sich hierbei nicht um ein für mich gänzlich unbeschriebenes Blatt, denn es gibt ja noch weitere populäre Rollenspielserien, von denen ich genügend gespielt habe. Nicht zuletzt z.B. das fantastische Chrono Trigger, das ein Jahr später erschein - ebenfalls aus dem Hause Square - und beinahe dieselbe Engine besitzt.
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Versionswirrwarr
Das Spiel wird zwar im Shopkanal als "Final Fantasy III" geführt, tatsächlich handelt es sich aber um Final Fantasy VI. Das rührt daher, dass die eigentlichen Teile II, III und V in den USA nicht erschienen waren (Teil IV wurde in den USA also Final Fantasy II genannt) und man dennoch mit den Release von Teil VI eine gewisse Namens-Kontinuität wahren wollte.
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Außerdem sei noch erwähnt, dass das Spiel komplett auf Englisch ist, ganz im Gegensatz zur später erschienenen FF6-Fassung für den Game Boy Advance, welche kompett ins Deutsche übersetzt wurde.
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Erzähl mir was!
Wer sich am Englischen nicht stört und der Story folgt, bekommt alleine hier schon (vom Gameplay etc. mal ganz abgesehen) eine Menge fürs Geld. Wenige Spiele auf dem SNES boten eine derart umfangreiche und wendungsreiche Geschichte, die dazu auch noch toll inszeniert ist.
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Da ich mit jedem überflüssigen Wort etwas der Spannung vorweg nehmen würde, beleuchte ich nur kurz die Ausgangssituation: Sogenannte Esper führten vor langer Zeit einen Krieg gegen die Menschheit. Sie waren in der Lage, Magie zu nutzen. Nachdem sie jedoch am Ende des Krieges als ausgestorben galten, verschwand augenscheinlich auch die Fähigkeit, Magie einsetzen zu können. Etwa tausend Jahre später lebt ein Mädchen, welches dennoch dazu im Stande ist, jene Magie zu nutzen. Es handelt sich um Terra, eine der Hauptfiguren des Spiels. Dummerweise gibt es da aber noch den bösen Imperator Gestahl, der sich gemeinsam mit seinem General die Magie zu nutze machen will. Komplikationen sind also vorprogammiert.
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Ich möchte behaupten, dass, selbst wenn das Spiel qualitativ bescheiden gewesen wäre, ich es allein der Story wegen immer weiter gespielt hätte. Doch glücklicherweise ist das Spiel alles andere als bescheiden.
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Spieldynamik
Wie bei einem Rollenspiel üblich, sammelt ihr Gold, bessere Ausrüstung und andere Gegenstände (Tränke, Entgifter etc.), levelt die Charaktere hoch, lernt neue Attacken und erledigt Quests um die Handlung voranzutreiben. So weit so gut, doch wie genau funktioniert das Kampfsystem bei FF6?
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Handlungsbedingt habt ihr stets 1-4 Helden dabei, mit denen ihr durch die Lande zieht. Einige von ihnen sind mal für ein paar Abschnitte weg und kommen dann wieder, andere findet ihr erst später im Spiel. Phasenweise kann es vorkommen, dass ihr (abwechselnd) sogar mehrere solcher 1-4er-Teams steuert. Beispielsweise um damit anrückenden Gegnern an 3 verschiedenen Zufluchtsstellen gleichzeitig den Weg abschneiden zu können.
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In den Kämpfen selbst sind alle Recken im aktuellen Team gleichzeitig aktiv. D.h. jeder Held kann jedes beliebige Monster zuerst angreifen und auch angegriffen werden. Es geht also nicht immer 1 gegen 1 (wie das z.B. bei älteren Pokémonspielen der Fall ist). Das hat den Vorteil, dass ihr mitunter auch flächendeckende Angriffe ausführen könnt, die mehrere Gegner gleichzeitig erfassen. Jeder Held hat nach einem Angriff einen Cooldown von ein paar Sekunden, bevor er den nächsten Angriff ausführen kann. Es kann in den Optionen festgelegt werden, ob die Kämpfe rundenbasiert ablaufen (ihr also alle Zeit der Welt habt) oder actionlastig. D.h.: Wenn ihr minutenlang zögert, greift der Gegner euch inzwischen eben 20mal an.
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Durch den Einsatz von Items und Heilzaubern sorgt ihr dafür, dass alle bei guter gesundheitlicher Laune bleiben.
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Der super Super Nintendo
Grafisch wird hier wirklich so ziemlich alles an technischen Finessen herausgeholt, zu welchen das Super Nintendo im Stande war, darzustellen: Die mitscrollende Oberweltkarte, die liebevoll gezeichneten Areale, samt all ihrer faszinierenden Bewohner, die effektgeladenen Attacken und zu guter Letzt natürlich die vielen, vielen Monster. Auch wenn Chrono Trigger hier ein Jahr später sogar noch eine (dünne) Schippe draufpacken kann, gehört FF6 zu den grafisch imposantesten Titeln auf dem SNES.
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Genug gelobt, wo ist der Haken?
Natürlich hat auch dieses Rollenspiel einige Längen. So läuft man oft ewig herum, wo man sich ein paar mehr Schnellreiseoptionen gewünscht hätte. Außerdem ist man manchmal auf der Suche nach etwas und rennt in einem Gebiet schonmal minutenlang im Kreis. Ein weiteres Problem ist, dass man manchmal (wenn auch recht selten) nicht genau weiß, was als nächstes zu tun ist. Hier hätte ich mir wenigstens für den roten Faden der Haupthandlung ein Questlogbuch gewünscht, das eine kleine Hilfestellung gibt. Der letzte Kritikpunkt erstaunt mich selbst, da ich dachte, es würde zu den größten Pluspunkten des Spiels zählen: Der Soundtrack. Es sind ein halbes Dutzend tolle Melodien dabei, keine Frage. ABER: Sehr oft ist die Musik (vor allem in einigen Kämpfen) einfach nur nervtötend, in einigen Gebieten trist, manchmal aufdringlich und bisweilen auch zu schnell wiederholend. Die Soundtracks von z.B. Zelda, Chrono Trigger oder Dragon Quest sind da um Welten besser. Vor allem Letzterer verleiht den Dragon Quest-Spielen seine ganz besondere Atmosphäre. Final Fantasy 6 hingegen zieht seine Atmosphäre lediglich aus der spannenden Geschichte und den tollen Lokalitäten, was sehr schade ist.
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Fazit
Der Negativabsatz war Meckern auf hohem Niveau. Für den Soundtrack vermag ich nicht zu viel abzuziehen, da das zu subjektiv wäre. Ebenfalls ziehe ich für die fehlende deutsche Sparchunterstützung lediglich zwei Prozentpunkte ab, da das kein Fehler eines großartigen Spiels, sondern Übersetzungsfaulheit ist. Unterm Strich muss ich nochmal (ich weiß, ich wiederhole mich) die Story loben und auf den riiiesigen Umfang verweisen. Auch bietet FF6 einen 2-Spieler-Modus, wobei Spieler 2 aber immer nur in den Kämpfen unterstützend aktiv sein kann; ansonsten hat nur Spieler 1 die totale Kontrolle. Darum wird Spieler 2 relativ oft nur rumsitzen und warten, gerade an Stellen, wo man nur herumlaufen kann.
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An kaum einem SNES-Spiel sitzt man so viele Stunden und wird so gut unterhalten. Wem die Traumwertung nicht Ausrufezeichen genug ist, darf's hier gern nochmal Schwarz auf Weiß lesen: Kauft euch das Spiel, es gehört zum Rollenspielpflichtrepertoire!

Tarik, 6.531 Zeichen, veröffentlicht am 01.04.2011 •
Singleplayer: 90%
Multiplayer: 85%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Durchschnittliche Wertung von 3 User/innen:
Singleplayer: 93,00%
Multiplayer: 87,67%
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Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG Kann über den Nintendo Wii Shop heruntergeladen werden Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 02.04.1999, Preis: 900 Nintendo Points (entspricht 9€), 1-2 Spieler/innen

Bilder

Final Fantasy III, Screenshot #1 Final Fantasy III, Screenshot #2 Final Fantasy III, Screenshot #3 Final Fantasy III, Screenshot #4 Final Fantasy III, Screenshot #5 Final Fantasy III, Screenshot #6

Kommentare

Ligiiihh
Ligiiihh
Registriert:
09.05.2012, 20:13:57
Kommentar #1 vom 01.04.2011, 23:28:59 Uhr
Moyse hatte eigentlich das Spiel schon fast zu Ende übersetzt, durch den abgeblasenen Euro-Release wurde das leider nichts mehr.
TheUnknown *
TheUnknown
Registriert:
08.05.2010, 09:25:43
Kommentar #2 vom 02.04.2011, 07:09:01 Uhr
Möglich. Aber das hier kostet 900 Points, nicht 800. OK, sie mussten einen PAL-Anpassung machen, für 50Hz und so, aber dennoch hätten sie es gleich übersetzen können, denn für den GBA war es auf Deutsch.
Ligiiihh
Ligiiihh
Registriert:
09.05.2012, 20:13:57
Kommentar #3 vom 02.04.2011, 21:16:42 Uhr
Wüsste nicht, wann jemals der Fall war, dass eine Rom übersetzt wurde, abgesehen von Sin & Punishment, welches aber afaik auf japanisch war. Von daher denke ich nicht, dass die sich für sowas Mühe machen. Ich denke, Nintendo will da irgendwie nur originale SNES-Spiele veröffentlichen, ohne Änderungen und so (das merkt man auch schon deutlich genug (schwarze Balken bei Super Mario Bros. 3 anyone?)).

Naja, ich finde es gar nicht mal so schlimm, dass FFVI nicht übersetzt wurde. Auf'm GBA kann ich's mir genau so gut holen.
TheUnknown *
TheUnknown
Registriert:
08.05.2010, 09:25:43
Kommentar #4 vom 03.04.2011, 08:07:56 Uhr
Nunja, das ist aber eine sehr fadenscheinige "Ausrede", finde ich. Nicht alle haben einen DS Fat/Lite oder GBA, um FF6GBA zu spielen - von "hol ich mir eben das" ist also nicht bei vielen die Rede. Und selbst wenn, ist es sehr bequem für Nintendo und Square Enix zu argumentieren, "wir wollten eben das Original-Erlebnis bieten", denn das Game kam ja eh NIE nach Europa, weshalb es hier quasi kein Original-Erlebnis gegeben haben dürfte; von denjenigen, die importiert haben, einmal abgesehen. Vorallem, wo das Game eh schon 900 und nicht 800 Points kostet. Für mich das nur Faulheit, bzw. Kostenersparnis seitens des Publishers. Die hätten sicherlich die Übersetzungstabellen für die GBA-Version benutzen können, oder von irgendeinem anderen FF6-Release über die letzten Jahre, das übersetzt wurde.

Bei den PAL-Balken übrigens ist das ein wenig was anderes. PAL-TV-Geräte bieten nunmal mehr Zeilen als NTSC-TV-Geräte, weil PAL eine höhere Auflösung hat. Da kann ich verstehen, wenn es technisch eventuell zu kompliziert oder zu aufwendig wäre, das zu "verpalisieren".

PS: Super Mario RPG haben sie damals für VC übersetzt, das gab's nämlich in Europa auch nie.

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