Mario Party 8

Nintendo Wii

[Gast-Review]
Mario Party 8, Covermotiv
Schon vor dem Release begeisterte mich die erste Wii-Mario Party mit recht gut aussehenden Screenshots, die darauf hoffen ließen, dass vor allem die Bretter, aber auch die Minispiele nicht so langweilig gestaltet waren wie es oft in Mario Party 7 der Fall war. Außerdem war der neue Teil schon allein wegen der neuen Wii-Steuerung viel versprechend: Jetzt könnte endlich Schluss mit diesen alten Minispielen sein, die immer wieder wiederholt wurden und sich nur im Design unterschieden.

Dann aber kurz vor dem Europa-Release der Schock: Namhafte amerikanische Seiten oder Magazine wie IGN drücken dem neuen Teil eine Wertung von nur 5,2/10 Punkten rein. War es also wie auf dem GameCube, dass die erste Mario Party komplett abschmierte...? Da half nur: Eigene Meinung bilden!

In den ersten Spielminuten von Mario Party 8 fielen mir auch schon die groben Stärken und Mängel auf. Zum einen gibt es teilweise wirklich gute, neue Steuerungsarten für die Minispiele, zum Anderen waren diese jedoch nicht immer sehr präzise. Hätte man da noch etwas gefeilt, wären die Minispiele allesamt super geworden. Aber immerhin sind diese einigermaßen verpatzten Minispiele nicht der Hauptteil, sondern insgesamt nur 10-15 an der Zahl.

Neben den Minispielen ist das Zweitwichtigste wohl die Spielbrettauswahl. Schon auf den Screenshots vorab sah alles super aus, und auch im Spiel selbst war das nicht anders. Ein tolles, kleines Grafikfeature sind wohl die verschieden aussehenden Felder, aber das ist nun wirklich eher weniger von Bedeutung.

Viel wichtiger bei den Spielbrettern ist aber, wie sie sich spielen. Einige der alten Spielbrett-Varianten sind auch diesmal wieder dabei, andere sind auch neu dazugekommen. Das Problem ist, dass sich von den 6 Brettern nur 4 gut spielen lassen. Zum einen ist Bowsers Stahlstern einfach ein komplettes Glücksspielbrett: Wer die höchste Zahl mit seinen Bonbons würfelt, hat die besten Karten. Durch das Fehlen der Abzweigungen (Es gibt zwar insgesamt 2 auf dem Spielbrett, diese laufen jedoch sofort wieder zusammen und lassen sich nicht selbst raussuchen) ist der taktische Aufwand gleich Null. Dadurch ist das einfach ein Spielbrett, das absolut keinen Spaß macht.

Auf der anderen Seite gibt es noch König Buu Huus Horrorhof. Dieser ist zwar wunderschön gestaltet und bietet eine tolle Atmosphäre, doch auch hier ist vieles vom Glück abhängig, da keiner so genau weiß wo der Stern nun ist und einfach blind herumrennt, bis einer den Stern gefunden hat. Zudem fällt negativ auf, dass Computerspieler eines höheren Schwierigkeitsgrades des Öfteren dazu neigen, den Weg zum Stern schon vorauszusehen - wogegen ein menschlicher Spieler oft keine Chance hat. Unterm Strich ist dieses Brett jedoch nicht ganz so schlecht wie Bowsers Stahlstern.
Die restlichen Bretter sind allesamt super gelungen, wobei mir vor allem Shy Guys Wunderbahn und Gumbas Südseesteg besonders gefallen. Doch nur 4 wirklich brauchbare Spielbretter sind für eine Mario Party einfach zu wenig - und dass es pro Mario Party auch ruhig 8 Spielbretter sein könnten, meine ich auch schon länger.

Zu Sound und Grafik gibt es natürlich auch noch etwas zu sagen: Während sich beim Sound wenig Großes getan hat, ist die Grafik diesmal wesentlich detaillierter, was man bei einem Konsolensprung aber auch ruhig erwarten kann. Vor allem Kleinigkeiten wie Gras ist dieses Mal schärfer zu sehen - aber soll das wirklich alles sein, was die Wii kann? Ich glaube nicht. Außerdem ist nach der teilweise schrecklichen und nervtötenden Musik in Mario Party 7 wieder viel Besseres zu hören.

Was gibt es sonst noch zu Neuerungen und Schwächen zu sagen? Zum einen wären da die neuen Bonbons, die die Kapseln ablösen. Aber wirklich ändern tut das nichts. Dann wäre da noch die neue Art zu Würfeln - unnötig, aber es stört nicht wirklich. Außerdem wurde leider noch das Duellsystem, das in Mario Party 7 neu eingeführt wurde, beibehalten - ein Kritikpunkt, denn dadurch kommt sofort wieder mehr Glück ins Spiel.

Dann gibt es noch die neuen Charaktere Blooper und Hammerbruder, die ebenso unnötig sind wie die Neuen der letzten 4 Mario Parties. Da jeder Spieler in der Mario Party-Serie nahezu gleiche Fähigkeiten hat, braucht man keine wirklich große Charakterauswahl - Nebencharaktere wieder aufs Brett!
Der Kritikpunkt von so ziemlich jeder Mario Party war bisher immer und immer wieder der zähe Spielverlauf. Zur Enttäuschung muss man aber leider sagen, dass sich auch diesmal kaum etwas getan hat.

Oftmals wurde auch kritisiert, dass der Online-Modus einfach fehlt - ich bin jedoch in diesem Punkt der Meinung, dass sich Mario Party einfach besser mit anderen Leuten am gleichen Fernseher zocken lässt. Außerdem sollte man sich mal vorstellen, wenn man mit 3 fremden Leuten eine 50-Runden-Partie spielt, und einer dann in der 45. Runde die Wii ausschaltet, weil er am Verlieren ist... Als letzten hier aufgeführten Punkt möchte ich noch den Kindisch-Faktor nennen. Leider scheint Hudson dieses Mal ein Publikum ansprechen zu wollen, das 3 Jahre jünger ist als die Zielgruppe, die die bisherigen Mario Party-Teile ansprach. Das fängt bei Billy Balla Ballas Namen an und hört bei dessen Gelaber auf. Und dazwischen steckt Einiges.

Fazit:
Mario Party 8 ist ganz einfach Mario Party-Durchschnitt. Es ist im Vergleich zu den anderen Titeln nicht gut und nicht schlecht - es ist zwar um Einiges besser als Mario Party 4 und 7 (Jaja, ich weiß, den 7er hab ich in meiner letzten Rezension gelobt, aber Meinungen können sich auch ändern...), kommt aber auch ebenso eindeutig nicht an die genialen Teile 3 und 6 heran. Mario Party-Fans können bei einem Kauf also nichts falsch machen, aber sie können ebenso keinen richtigen Hit erwarten.

Vorteile:

  1. Alle Spielbretter schön und abwechslungsreich gestaltet
  2. Im Groben hält Mario Party 8 das, was man von einer Mario Party erwartet
  3. Endlich wirklich "neue" Minispiele...


Nachteile:

  1. ...die sich aber leider nicht alle gut steuern lassen
  2. Wieder zwei unnötige Charaktere mehr
  3. Billy Balla Balla scheint 5 zu sein
  4. 2 schwache Bretter
  5. Immer noch das schlechte Glücks-System nach Duellen
  6. Spielverlauf immer noch zäh

Blicker, 6.181 Zeichen, veröffentlicht am 18.06.2007 •
Singleplayer: 70%
Multiplayer: 82%

Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüberhinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Singleplayer: 73,54%
Multiplayer: 85,54%
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Wii-Fernbedienung Wii Nunchuk Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 22.06.2007, Preis: ca. 35-40€, 1-4 Spieler/innen

Bilder

Mario Party 8, Screenshot #1Mario Party 8, Screenshot #2Mario Party 8, Screenshot #3Mario Party 8, Screenshot #4Mario Party 8, Screenshot #5

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