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Pandora's Tower

Nintendo Wii

Pandora's Tower, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG Wii-Fernbedienung Wii Nunchuk Wii Classic Controller Kann außerdem auch über den Nintendo Wii Shop heruntergeladen werden Kann außerdem auch über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 13.04.2012, Preis: 19,99€, 1 Spieler/in
Und da flatterte nach Xenoblade und The Last Story auch schon das dritte im Bunde der langersehnten Wii Top-RPGs in die Regale der Läden. Zu guter Letzt erreichte uns nun auch Pandora's Tower, erwerbbar entweder in einfacher Ausführung oder alternativ als edle Limited Edition.
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Das Spiel erzählt die Geschichte von einem jungen Paar, Aeron und Helena, die ein schlimmes Schicksal erleiden, denn Helena wurde von einem Fluch befallen, der sie Stück für Stück in ein Monster zu verwandeln droht. Um den Fluch zu brechen, muss sich Aeron in die dreizehn Türme inmitten der großen Schlucht von Okanos, genannt "Die Narbe" begeben, den Meister jedes Turmes bezwingen und seiner Freundin sein Fleisch bringen. Sie muss von jedem Meisterfleisch essen, um den Fluch vollständig loszuwerden - doch das alleine reicht nicht aus, denn auch ein starkes Band der Liebe zwischen ihnen ist notwendig, damit die Heilung funktioniert.
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Während sich andere noch mit Zukunftsvisionen, den mystischen Kräften des Fremden oder göttlichen Harfen beschäftigen, begibt sich Aeron bereits mit der Orakloskette und seinem Schwert bewaffnet in die dreizehn Türme, um seine Liebe Helena von ihrem schrecklichen Fluch zu befreien...
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Erfrischend anders
Im Gegensatz zum "Otto-Normal-RPG" mit etwaigem taktischen, rundenbasierten oder Echtzeit (Gruppen-)Kampfsystem stoßt ihr hier eher auf einen Titel à la Zelda, also mehr im Action-Adventure Stil. Zu Beginn des Spiels treffen die beiden Protagonisten auf Mawda, eine alte Frau vom so genannten Westrier-Stamm. Wie alle Leute ihres Stammes ist Mawda eine mysteriöse Persönlichkeit und Händlerin, die stetig auf Reisen ist und euch mit neuen Waren versorgt. Was mir besonders gut gefiel, war, dass ihr nicht erst mindestens fünf Stunden gespielt haben müsst, bis die Story endlich richtig losgeht und spannend wird, sondern ihr erfahrt sofort mit den ersten Worten und Filmsequenzen, was Sache ist und seid direkt mitten in der Story.
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Doch zurück zu Mawda: Bei ihr könnt ihr Gegenstände an- und verkaufen, eure Waffen verbessern oder Dinge schmieden und reparieren. Außerdem erhält Aeron von ihr die Orakloskette, die zum bezwingen der Türme unabdingbar ist. Leider schien die Kette über die Jahre hinweg an Macht verloren zu haben, aber sie gewinnt diese nach und nach mit dem besiegen der Turmmeister an Kraft zurück, sodass ihr die Kettenleiste später länger aufladen könnt und sie somit stärker wird.
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Nachdem ihr die ersten Stunden mit dem Spiel verbracht habt, hättet ihr vermutlich am liebsten selbst ein ähnliches, multifunktionales Gerät wie die Kette. Anders als in einigen anderen Spielen seines Kalibers kommt Pandora's Tower mit nur dieser einzigen Kette aus, denn damit könnt ihr Gegner bekämpfen, Schalter betätigen, euch an vielen Stellen hinaufziehen oder schwingen, und vor allem - ganz wichtig - das Bestienfleisch von besiegten Gegnern herausreißen. Helena muss nämlich nicht nur das Meisterfleisch, sondern regelmäßig auch normales Bestienfleisch essen, um nicht vollständig zu einem Monster zu mutieren.
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Das System erinnert dabei teilweise an das von Zelda: Majora's Mask, wo ihr ebenfalls immer die Zeit im Auge behalten müsst. Auf dem linken unteren Bildschirm könnt ihr jederzeit verfolgen, wie weit die Mutation von Helena bereits fortgeschritten ist, die im Observatorium auf eure Rückkehr wartet. Bringt ihr also immer früh genug frisches Fleisch (Ja, es kann auch schlecht werden!) vorbei, wenn ihr nicht wollt, dass eure Freundin irgendwann nicht mehr so hübsch und das Spiel vorbei ist. ;)
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Was ziemlich früh klar wird, ist, dass sich das gesamte Spiel wirklich nur zwischen Observatorium und den Türmen abspielt, quasi ein einziges hin- und her. Rein in den Turm, Rätsel lösen, alle großen Ketten finden und zerstören, die die Meistertür verriegeln. Zwischendrin wieder raus in's Observatorium, Helena mit Fleisch versorgen, Einkäufe tätigen, ausruhen, speichern und wieder zurück. Das mag anfangs recht eintönig klingen, aber glaubt mir - es funktioniert! Das Spielprinzip funktioniert wunderbar und man vermisst rein gar nichts.
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Die Story wird auf eine sehr interessante Art erzählt. So findet ihr innerhalb der Türme oft Hinweise auf die Vergangenheit und den jeweiligen Boss des Turms, verfasst als hinterlassenen Brief von einer Person, die damals selbst im Turm gewesen sein muss. Auch außerhalb der Türme hat das Spiel seine ganz eigene Weise, seine Geschichte zu vermitteln. Wann immer Helena Meisterfleisch gegessen hat, hat sie kurzzeitig merkwürdige Visionen, die mitverfolgt werden können. Während sie anfangs außerdem erst aufgrund ihrer Herkunft gar kein Fleisch essen durfte und wollte, fällt im weiteren Fortschritt zunehmen auf, dass sie anfängt das Fleisch zu lieben und es gierig zu verschlingen, und auch Mawda merkt später an, dass das Fleisch seltsame Nebenwirkungen zu haben scheint...
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Besonders wichtig in Pandora's Tower ist zudem der anfangs erwähnte Aspekt der Liebe. Ihr solltet euch nicht nur mit Monstern und Mechanismen herumschlagen, sondern euch ebenso darauf konzentrieren, Helenas Zuneigung zu steigern, indem ihr möglichst oft mit ihr redet, die richtigen Antworten gebt und ihr hin und wieder ein Geschenk macht. Andernfalls könnte sich das am Ende des Spiels möglicherweise negativ äußern... und wir wollen Helena ja helfen und sie vom Fluch befreien, nicht?
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Das "fast" ideale Spiel
Während ich insgesamt sehr große Stücke auf Pandora's Tower hielt, da es nicht nur eine bewegende Story hat, sondern z.B. auch nette Grafik (sofern man kein absoluter HD-Gamer ist und jeder Pixel stimmen muss)... fielen mir natürlich dann doch wieder eins, zwei Dinge auf, die nicht ganz so toll waren.
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Beispielsweise freute es mich, dass hier wieder die Möglichkeit geboten wurde, mit dem Classic Controller zu spielen - allerdings nur so lange, bis ich gemerkt habe wie absolut grottig und überflüssig die Steuerung damit ist. Ich fing damit an und wechselte nach wenigen Minuten zur Nunchuk Steuerung mit Wiimote, und kann das nur jedem ans Herz legen, der das Spiel genießen will. Das Spiel nutzt nämlich dauerhaft den Pointer der Wiimote, da ihr damit den Punkt auf dem Bildschirm bestimmt, auf den eure Kette zielt wenn ihr sie verwendet. Jetzt stellt euch das Ganze ohne Pointer und stattdessen mit dem rechten Control Stick des Classic Controllers vor, während ihr gleichzeitig aber auch noch die Knöpfe betätigen und im Prinzip mit einem Finger die ganze Zeit zwischen Stick und Knopf wechseln müsst, nur um den Zielpunkt irgendwo anders hin zu bewegen... und das Ganze dann womöglich auch noch im hektischen Bosskampf. Na dann viel Spaß, aber ohne mich!
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Gut, dass uns dieser Fakt nicht wirklich am Spielgenuss hindern soll, also was gab es noch, das mir missfallen ist? Es waren u.a. die sich ständig wiederholenden Szenen. Jedes Mal, wenn bei Helena ein bestimmter Grad der Verwandlung überschritten war, wurden erneut die gleichen Szenen gezeigt, sobald man ihr das Fleisch zur Rück-Entwicklung gegeben hat. Das wäre soweit gar nicht so schlimm, da man glücklicherweise nach Belieben jede Szene per Knopfdruck auch überspringen könnte. Jedoch gibt es je nach Fortschritt immer mal klitzekleine Änderungen in der jeweiligen Szene, z.B. leckt sich Helena später vor Genuss die Lippen, was sie anfangs nicht tut. Und sofern man alles mitbekommen und nicht irgendwann mal eine kleine Änderung verpassen will, ist man eigentlich mehr oder weniger dazu gezwungen, sich eben doch immer und immer wieder die Szenen anzuschauen.
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Ansonsten war noch etwas störend, dass das Inventar recht schnell voll ist und mit der Zeit keine weiteren Gegenstände mehr aufgenommen werden können, bis ihr das nächste Mal im Observatorium wart und dort eure Gegenstände gelagert oder verkauft habt. Immerhin lässt sich später die Tasche um einige Slots erweitern und wenn ihr es bis dahin ausgehalten habt, ist alles in Ordnung. Und das Lager bietet nebenbei scheinbar unendlichen Platz, zumindest wurde es bei mir nie voll, also kann man hier wohl locker noch ein Auge zudrücken.
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Und sonst?
Weitere Fragen, die beim Spieler mitunter aufkommen, sind ob die Musik mit dem Spielgeschehen harmoniert, ob es ansehnlich ist und sich gut spielen lässt, ob die Menüführung passt, wie lang das Spiel etwa ist... Ich kann an dieser Stelle jeden beruhigen. Der Titel hat meiner Meinung nach absolut nichts falsch gemacht in dieser Hinsicht.
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Musikalisch betrachtet gab es zwar keine Hintergrundmusik, die mir jetzt im Kopf geblieben und ein Ohrwurm wäre, jedoch passt sie zu jeder Zeit vollkommen zum Geschehen und harmoniert mit dem Gameplay, was mir persönlich ausreicht. Speaking of Gameplay, ich hatte den Schwierigkeitsgrad bereits angeschnitten und möchte noch mal speziell erwähnen, dass Pandora's Tower stellenweise richtig knackig sein kann, aber gleichzeitig durchaus schaffbar, es wurde hier also ein guter Mix gefunden, sodass das Spiel alles andere als "casual" ist.
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Auch die Menüführung ist simpel, es gibt eine Übersichtskarte für jeden Turm, und Heilungs-Items können sogar, etwa wie bei Monster Hunter, per Schnelltaste direkt benutzt werden ohne dafür extra das Menü öffnen zu müssen.
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Kommen wir zu guter Letzt zum wohl interessantesten Teil: der Gesamtspielzeit. Diese liegt summa summarum, bei etwa 30-35 Stunden und ist damit für mich _eigentlich_ etwas zu wenig und störte mich bereits bei The Last Story. Jedoch muss ich sagen, dass es hier gar nicht länger zu sein braucht, es würde irgendwie nicht zum Spiel passen, denn alles andere würde in die Länge gezogen wirken.
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Fazit
Jeder Gamer, der Pandora's Tower bisher unterschätzt hat, sollte lieber noch einen zweiten Blick auf das Spiel werfen. Versucht, es nicht zu sehr mit anderen RPGs zu vergleichen und es stattdessen eher als ein gutes Action-Adventure wie Zelda mit RPG-Elementen anzusehen.
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Grafik und Sound stimmen, Spielzeit stimmt, die Story wird auf interessante Weise erzählt und zunehmend spannender, das Gameplay selbst macht unheimlich viel Spaß und fordert auch erfahrene Spieler an manchen Stellen ziemlich. Euch erwarten Türme, die Köpfchen sowie Geschick brauchen, und Bosse, die manchmal einiges abverlangen.
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Um deutlich zu werden: Greift zu oder ihr verpasst was!

Quutamo, 10.266 Zeichen, veröffentlicht am 16.04.2015 •
Singleplayer: 87%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Durchschnittliche Wertung von 2 User/innen:
Singleplayer: 89,00%
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Releasedate: 13.04.2012, Preis: 19,99€, 1 Spieler/in

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Bilder

Pandora's Tower, Screenshot #1 Pandora's Tower, Screenshot #2 Pandora's Tower, Screenshot #3 Pandora's Tower, Screenshot #4 Pandora's Tower, Screenshot #5 Pandora's Tower, Screenshot #6 Pandora's Tower, Screenshot #7 Pandora's Tower, Screenshot #8 Pandora's Tower, Screenshot #9 Pandora's Tower, Screenshot #10

Kommentare

Crazy Canary
Crazy Canary
Registriert:
20.07.2013, 18:59:54
Kommentar #1 vom 17.04.2015, 06:54:52 Uhr
Ich finde ehrlich gesagt Pandora's Tower das beste der drei Operation Rainfall games. Xenoblade bekommt bei mir nur zwei Prozentpunkte mehr, weil PT ein wenig zu kurz für meinen Geschmack war.

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