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Miitopia

Nintendo 3DS

Miitopia, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG Nintendo 3DS SpotPass Nintendo Network amiibo
Releasedate: 28.07.2017, Preis: ca. 40€, 1 Spieler/in
Die Miis verlassen die Insel von Tomodachi Life und stürzen sich in ein verrücktes Abenteuer. Mach Dich zusammen mit Deinen Freunden, Deiner Familie oder mit berühmten Persönlichkeiten auf die Reise, um dem dunklen Fürsten das Handwerk zu legen. Was wäre, wenn Du ein Krieger wärst, Deine Freundin eine Hexe und Deine Oma eine Diebin? Was, wenn Dein Mathelehrer sich als der Dunkle Fürst entpuppt? Könnt Ihr ihn stoppen? Und vor allem, macht das Ganze den Spaß, nach dem es klingt?
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Verlier nie Dein Gesicht!
Miitopia ist eine friedliche Insel, die von glücklichen Miis bewohnt wird. Zumindest bis zu dem Tag, an dem der Dunkle Fürst erscheint. Er stielt den unschuldigen Bewohnern ihr Gesicht und klebt sie auf alle möglichen Tiere und Dinge. Daraus werden Monster geboren, die fortan den Miis das Leben schwer machen.
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In der Rolle Eures Miis ist es für Euch Ehrensache, die Monster zu besiegen und die Gesichter ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzubringen. Dabei werdet Ihr geleitet von der Stimme des Großen Horst, der über alles herrscht.
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Ihr seht schon, Miitopia ist absolut verrückt. Das fängt schon bei der Story an. Und auch das übrige Konzept des Spiels zielt darauf ab, mehr oder minder zufällig die verrücktesten Szenen zu generieren. Der aus Tomodachi-Life bekannte Mii-Humor steht abermals im Vordergrund. Er zieht seine Energie aus den Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn das Spiel Personen, die Ihr kennt und die Euch vielleicht sogar nahestehen, in unerwarteten Situationen die abwegigsten Sätzen in den Mund legt. Auch, wie die Mii-Charaktere untereinander interagieren, sich streiten, lieben und auch mal sich gegenseitig verrückte Geschenken machen, gehört zum Witz von Miitopia. Vermutlich schafft es beinahe niemand, sich dem Charme der Miis gänzlich zu entziehen. Etliche Schmunzelmomente sind vorprogrammiert!
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Vom Rasten und Reisen
Aber eins nach dem anderen. Natürlich muss auch geklärt werden, um welche Art von Spiel es sich handelt. Miitopia ist ein Mix aus RPG und Life-Sim. Diese beiden Elemente lassen sich im Spiel gut voneinander trennen. Im RPG-Teil wählt Ihr über die Weltkarte den Ort aus, den Eure Truppe aus bis zu vier Mii-Recken betreten soll. Meist sind dies Dungeons, manchmal auch Städtchen.
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Innerhalb von Dungeons spielt sich das Geschehen fast von selbst. Eure Truppe marschiert automatisch von links nach rechts. Auf Ihrer Expedition stellen sich den Abenteurern regelmäßig Monster in den Weg. Die bizarren Wesen tragen die Gesichter, die der Dunkle Fürst gestohlen hat. Euch stellt sich eine bunte Truppe aus Pilzen, Goblins, Banshees und allem, was sonst so im RPG-Universum kreucht und fleucht, entgegen.
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In den Kämpfen agieren Eure drei Begleiter entsprechende Ihrer Klasse und ihres Charakters selbstständig. Das einzige, was Ihr als Spieler unter Kontrolle habt, sind die Aktionen Eures eigenen Miis. Er beherrscht Standard-Angriffe und, entsprechend seiner Klasse, Spezialtechniken. Unter den Klassen finden sich Klassiker wie der Krieger oder der Magier, aber auch Kuriositäten wie Koch und Popstar. Später im Spiel kommen weitere hinzu. Über die Aktionen Eures eigenen Miis hinaus habt Ihr lediglich über die sogenannten "Streuer" Einfluss auf den Verlauf der Gefechte. Etwa könnt Ihr damit einige Lebenspunkte oder Magiepunkte über einem Charakter ausstreuen. Aber Obacht, denn der Vorrat ist streng limitiert und regeneriert sich bis zum Ende des Dungeons nicht. Zuletzt wäre da noch die "Ruhezone". Setzt einen Mii, der unter einer negativen Statusveränderung leidet, hier für einige Züge ab, und er wird sich regenerieren.
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Den Rest der Schlacht müsst Ihr zwangsläufig in das Ermessen Eurer Truppe legen. Der Spieler sieht die meiste Zeit zu. Es ist witzig anzusehen, wie die Miis sich hochtheatralisch gegenseitig unterstützen, einander beeindrucken wollen oder auch mal ein anderes Teammitglied als Schutzschild missbrauchen. Auf der anderen Seite verspielt Miitopia die Möglichkeit, ein wirklich raffiniertes Kampfsystem anzubieten. Man hat nur wenig Einfluss auf den Verlauf. Auch wenn es häufig knapp wird, geht man am Ende doch so gut wie immer als Sieger hervor. Viele werden die gegebenen Möglichkeiten nutzen, und den Großteil der Kämpfe entweder via Knopfdruck beschleunigen und / oder den eigenen Mii-Charakter selbstständig handeln lassen.
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Der zweite große Gameplay-Schwerpunkt von Miitopia ist die Life-Sim und die spielt sich innerhalb der Gasthäuser ab, die am Ende jeder Dungeon warten. Hier weist Ihr Eurer Truppe gemeinsame Zimmer zu. Je nachdem, welche zwei Ihr zusammen aufs Zimmer schickt, ergeben sich die interessantesten Szenen. Wer wird sich gut vertragen? Wer ist eine Stenkerziege? Legt Deine Oma ein spontanes Training mit Angela Merkel hin? Vielleicht brechen auch zwei plötzlich in einem gemeinsamen Putzwahn aus. Man weiß nie, was passiert.
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Diese gemeinsamen Erlebnisse stärken die Bindung zwischen zwei Miis, wodurch sie im Kampf gemeinsame Fähigkeiten nutzen können. Wie sich ein Mii gegenüber einem anderen verhält, hängt von seinem Charakter ab, den Ihr ihm zu Beginn zuweist, ebenso wie sein Klasse. Überhaupt lassen sich die kleinen Kämpfer sehr individuell gestalten. So könnt Ihr ihnen auch einen Schlachtruf zuweisen, den sie von sich geben, wenn sie ein Monster besiegen, ebenso, wie eine Lieblingspose.
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Im Gasthaus habt Ihr auch noch weitere Möglichkeiten. Eure Miis wollen zum Beispiel ihren Hunger stillen. Gut, dass besiegte Monster nach den Kämpfen stets diverse Leckereien zurücklassen. Doch nicht jeder Recke mag gern alles essen. Es ist witzig, wenn er zufällig dieselben Vorlieben hat, wie sein Ebenbild im echten Leben. Oder eben umgekehrt. Je lieber der Mii den jeweiligen Gaumenschaus verputzt, desto mehr steigert er seine Statuswerte. Nach dem Essen ist es Zeit zum Shoppen. In Gedankenblasen zeigen Euch Eure Schützlinge, was sie sich wünschen. Wenn Ihr entscheidet, ihnen das nötige Kleingeld in die Hand zu drücken, ziehen sie sofort los und kaufen die erträumte Rüstung, Waffe oder den Gegenstand. Zumindest meistens. Denn wie das im Kaufrausch nun mal so ist, kommen sie manchmal auch einfach mit etwas ganz anderem um die Ecke, als ursprünglich geplant.
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Gut gegen Böse
Miitopia ist in vielerlei Hinsicht eine Medaille mit zwei Seiten. Auf der einen Seite stehen die vielen einzigartigen und positiven Aspekte. Wo sonst hat man die Möglichkeit, mit Freunden und Familie in ein Abenteuer zu ziehen!? In welchem Spiel ist es möglich, jeden einzelnen Charakter nach eigenem Gutdünken mit einem Mii zu besetzen? Sogar den Bösewicht selbst. Besonders umfangreich sind die Möglichkeiten bei den Kämpfern Eurer Riege. Für jeden dürft Ihr einen Mii wählen, ihm einen Charakter und eine Klasse verpassen, dazu noch die Schlachtrufe, die Pose und die Ausrüstung. Alles, um einen ganz individuellen Humor zu schaffen, der sich für jeden Spieler anders äußert, weil jeder andere Erinnerungen und Gedanken mit seinen Lieben verbindet. Es wird kein Auge trocken bleiben!
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Dazu kommt noch das kreativ-abgedrehte Monster-Design und viele liebevolle Details, wie ein umfangreiches Journal, in dem sich alle Rüstungen, Waffen, Gegner und so weiter finden. Mehr als ein nettes Extra ist auch die allgegenwärtige Foto-Funktion, mit der Ihr all die irrwitzigen Momente festhalten könnt. Die Schnappschüsse werden zudem gleich auf der SD-Karte gespeichert, was einen lästigen Export über das Miiverse erspart. Am Rande sei bemerkt, dass Amiibos bestimmte Outfits im Game freischalten, sowie Spielscheine, mit denen sich zwei Minigames spielen lassen: Ein Roulett mit nützlichen Preisen sowie ein Schnick-Schnack-Schnuck-Spiel, in dem Ihr allerhand Zaster abgreifen könnt.
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Auf der anderen Seite der Medaille finden sich die Schattenseiten. Miitopia spielt sich größtenteils wie von allein. Sowohl innerhalb der Dungeons als auch in den Kämpfen habt Ihr nur wenig Einfluss. Und trotzdem ist eine Niederlage nicht sehr wahrscheinlich. Echte RPG-Liebhaber werden auch eine bombastische Story schmerzlich vermissen. Denn viel mehr als dergroße Gesichterklau erwartet Euch nicht. Außerdem, und dieses Problem ist schon aus Tomodachi Life bekannt, wiederholen sich die Szenen und Sprüche auch gern mal. Und beim zweiten oder dritten Mal ist es dann eben auch nicht mehr so witzig.
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Fazit
Echte RPG-Meister machen wohl lieber einen Bogen um Miitopia. Dazu fehlt es sowohl Story als auch Kampfsystem ganz gehörig an Tiefgang. Nein, das sympathische Mii-Abenteuer richtet sich vielmehr an diejenigen, die auch schon vom geistigen Vorgänger Tomodachi Life begeistert waren. Wer es liebt, mit Charakterkonstellationen zu experimentieren und herzlich über sich und auch mal über andere zu lachen, ist hier genau richtig.

Jojo, 8.748 Zeichen, veröffentlicht am 14.09.2017 •
Singleplayer: 77%

Für die Bemusterung bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 28.07.2017, Preis: ca. 40€, 1 Spieler/in

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