Cover: SmileBASICIn den 80er-Jahren gab es einen Computer namens Commodore 64. Dieser setzte sich in den Haushalten am meisten durch und man programmierte darauf sogar mit einer Entwicklungssprache namens BASIC. BASIC war niemals ein Zuckerschlecken, jedoch relativ zugänglich - und nun dürft ihr euch in BASIC auch auf dem 3DS austoben!

"Hallo Welt!", oder so ähnlich
Im Hauptmenü gibt es die Option "Introduction to SmileBASIC". Hierzu werdet ihr per Webbrowser auf eine SmileBASIC-Academy verwiesen, die zwar mit kreativen Dialogen aufwartet, auf dem 3DS aber leider etwas umständlich zu lesen sind. Wer darum lieber aus dem Vollen schöpfen möchte, schaut sich die Seite htp://smilebasic.com/en/e-manual/ an, wo jeder einzelne Schritt auf dem PC oder sonstigem Device einsehbar ist. Auch ist dort alles PDF herunterladbar und kann ausgedruckt werden. Das eignet sich natürlich besonders zum Gebrauch mit dem 3DS, da so dann die Anleitung immer bereit liegt, falls man etwas nachschlagen muss.

Und nach den ersten Gehversuchen hat man zum Beispiel schon einen Taschenrechner geschaffen. Mit folgendem Code etwa:
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  1. 1 PRINT "GEBE ERSTE ZAHL EIN"
  2. 2 INPUT A
  3. 3 PRINT "GEBE ZWEITE ZAHL EIN"
  4. 4 INPUT B
  5. 5 C=A+B
  6. 6 PRINT "SUMME: ";C

könnt ihr zwei Zahlen addieren. Mit "Create Programms with SmileBASIC" im Hauptmenü bekommt ihr auf dem oberen Screen den Kommando-Bildschirm oder ist der Quellcode einsehbar. Der untere Screen zeigt die Tastatur und erlaubt die Umschaltung zwischen DIRECT und EDIT Modus. Über die Help-Funktion werden euch auf 20 Seiten Infos über das Programmieren mit Basic gezeigt, die sich allerdings sehr kompakt halten und nicht wirklich hilfreich sind, wenn man sich nicht eh schon mit BASIC-Programmierung auskennt.
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Umfangreiches Repertoire
Mit SmileBASIC lässt sich auf dem 3DS so ziemlich alles machen, was die Sprache hergibt. In guter alter Pixelgrafik lassen sich einfache Programme, aber genauso komplexere, textbasierte Abenteuer schreiben, der Sorte "Wie ist dein Name?", "Welchen Weg willst du nehmen? Wähle 1 für dunkle Gasse, 2 für beleuchtete Brücke!". Komplexe 2D-Spiele sind jedoch ebenfalls möglich, es braucht hierfür jedoch viel Zeit, Geduld und Know-How. Mit einem Sprite-Editor könnt ihr Sprites mit einer Größe von 16x16 Pixel erstellen, aber auch auf eine vorgefertigte Palette zurückgreifen. Diese können sowohl animiert als auch für Hintergründe verwendet werden.
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Das 3DS-Mikrophon kommt ebenfalls zum Einsatz, falls ihr Sounds aufnehmen wollt oder aber per Sinus-Kurve irgendwelche eigenen Sounds erstellen möchtet. Wer sich als Komponist versuchen möchte, kann dies mit MML durchführen. Insgesammt gibt es 100 Sound Effekte, 40 BGM Tunes und selbst 3D-Effekt und Gyrosensor können genutzt werden.
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Wem das zu schwer ist...
...kann natürlich die über 20 Beispiel-Programme spielen und sich inspirieren lassen. Abenteuer, Geschicklichkeit und mehr werdet ihr dort finden, wie Programme, die zum Beispiel eine Erdbeere in einem Raster bewegen oder unterschiedliche Sound-Files abspielen lassen.
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"Dungeon Tanken" ist ein cooles Raum-für-Raum-Dungeon-Crawling-Spiel, das die Wände mit weißen Strichen darstellt und euch in einem 3D-Raum laufen lässt. Die Bewegung läuft nur vor und zurück mit Drehung links und rechts ab und der Kampf wird textbasiert abgehandelt. Erscheint ein Gegner vor euch, könnt ihr kämpfen, Magie oder ein Item einsetzen, oder fliehen. Auf dem unteren Bildschirm wird eine Karte angezeigt, bis der Raum komplett gefüllt ist bzw. der Ausgang gefunden wird. Ein weiteres Spiel ist eine Rekreation von Space Invaders und funktioniert auch genauso. Mit "Sequencer" könnt ihr einen Beat eingeben und einen Song basteln. Der "Biorhythmus" zeigt nach Eingabe des Geburtsdatums eure physikalische, emotionale und intellektuellen Linie an. Zusätzlich wird der kritische Punkt angezeigt.
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Wer jetzt aber glaubt, hier mehrere umfangreiche Spiele zu finden, die stundenlang an den 3DS fesseln, wird leider enttäuscht werden. Die Ideen sind zwar super, aber wenn man nicht selbst begeistert Hand anlegt, vergeht einem schnell die Lust.
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Das kann aber auch beim Programmieren selbst passieren, denn diesestellt sich auf dem 3DS als sehr fummelig heraus. Der Touchscreen macht zwar was er soll, aber Programmieren ergibt mit einer echten Tastatur und ein oder zwei Monitoren immer noch mehr Sinn und ist weitaus effizienter. Eine BASIC Programmiermaschine für unterwegs ist eine nette Idee, aber mehr als das ist es nicht: Eine nette Idee!
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FAZIT
SmileBASIC können sich bei Gelegenheit vermutlich nur Informatiker oder programmierfreudige Interessenten anschauen. Man muss mit der Materie bereits vertraut sein und jede Menge Geduld mitbringen, wenn man die witzig aber umständlich aufgemachten Tutorials lernen und verstehen möchte. Zudem ist die Eingabe recht fummelig und wird die eben genannte Zielgruppe wohl eher Richtung PC lenken.
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Die Entwickler haben sich aber trotzdem spürbar Mühe gegeben, auch die Funktionen des 3DS zu integrieren und eine umfangreiche, portable Programmierplattform erschaffen. Aber wer möchte eine 50 Jahre alte Programmiersprache auf komplizierte Art und Weise erlernen, wo es sehr viel ergonomischere Möglichkeiten gibt?
Dennis Singleplayer: 15%
Multiplayer: 20%


Verfasst von Dennis am 18.09.2017,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 4 Person/en
Release am 17.08.2017


Nicht Empfehlenswert