Cover: Boulder DashName ist Programm
Eigentlich verbirgt sich bereits im Namen dieses C64-Knobelklassikers aus dem Jahre 1984 alles Grundlegende, was man über dieses Spiel anfangs wissen muss - man macht sich auf als Spielfigur Rockford, um Felsbrocken zu zerschlagen und einen Ausgang freizuspielen.

Im Hauptmenü dieses Titels hat man die Auswahl, ob man allein oder zu zweit die Höhlen erkunden möchte. Allerdings ist ein Spiel zu zweit nichts anderes, als dass man sich immer wieder abwechselt, wenn einer der Spieler ein Leben verliert. Wenn ich mich für einen Modus entschieden habe, bleibt mir jetzt noch die Entscheidung, welcher von den vier vorgegebenen Höhlen ich mich mit meinem Bergmann widme.

Vorgegeben sind die Höhlen A, E, I und M. Damit kann ich vom Namen her erstmal nicht viel anfangen, sodass ich einfach davon ausgehen muss, das A der leichteste Level ist und logischerweise einen guten Einstieg abgeben sollte. Allerdings kann ich im mit netter Musik unterlegten Hauptmenü auch noch eine separate Schwierigkeitsstufe einstellen. Angefangen bei 1 bis hoch zu Stufe 5 wobei man auf der leichtesten Stufe auch wesentlich mehr Zeit hat, um alle geforderten Edelsteine zu finden, als im schwersten. Auf der höchsten Stufe, 5 also, ist es deshalb eine knackige Angelegenheit, die auch mal gerne Frust aufkommen lässt.
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Glück auf
Das Spielprinzip ist im Grunde genommen sehr einfach. Rockford benötigt in einer Höhle immer eine bestimmte Anzahl von Diamanten, um einen Ausgang aus ihr erscheinen zu lassen. Hierbei kommt der eigentliche Reiz des Spiels zum tragen. Während in Level A und dessen drei Folgelevel B, C und D, die Diamanten noch einfach so zwischen dem wegzugrabenden Erdreich herumliegen, sind diese in den höheren Level verzwickter zu erarbeiten.
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So muss man in verschiedenen Höhlen so genannte Feuerfliegen oder Schmetterlinge mit Felsbrocken, die nach unten fallen, sobald von Rockford das darunterliegende Erdreich weggeschafft wurde und er sich nicht mehr direkt unter ihnen aufhält. Allerdings können diese Felsen, wie auch Diamanten, nicht nur für die Gegner, die sich dann in Letzteres verwandeln, sondern auch für uns als gefährlich erweisen. Gräbt Rockford nämlich ungeschickt an einer Stelle seitlich eines Felsbrockenhaufens, kann ihn ein nachrutschender Brocken zerquetschen, wenn dieser aus einer Höhe von mindestens einem leeren Feld auf auf ihn hinabfällt.
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Hat Rockford mal ein Leben einbüßen müssen, kann man mithilfe der Edelsteine und in Punkte umgerechneten Restzeit aus seinen anfangs drei Leben pro 500 Punkte eines mehr dazuverdienen. Je nachdem, wie schwer ein Level ist, sind den Diamanten unterschiedlich viele Punkte zugewiesen.
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Von Freud...
So kann der Retrofreund sich erst einmal mit der Physik der herabfallenden Steine und den Eigenheiten der Gegner eine Weile auseinandersetzen, aber danach kommt der taktische Faktor, möglichst ohne Lebensverlust und im Zeitrahmen an die Diamanten zu kommen, um eine Höhle verlassen zu können, voll zum tragen. Hierbei hat es mich durchaus motiviert, mir diverse Wege freizuschaufeln um Gegner hineinlaufen zu lassen, nur um sie dann ohne Gnade mit Steinen die ich ins Rollen oder Fallen brachte, zu zermalmen und die erscheinenden wertvollen Diamanten einzusammeln.
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Oder ich widme mich den Amöben, die mir zwar so nicht ans Leben wollen aber dafür wichtigen Raum in der Höhle durch ihre ständige Vermehrung streitig machen. Wenn ich diese mit Steinen und Felsbrocken umschloß, verwandelten sie sich ebenfalls in die begehrten Edelsteine. Andernfalls wartete ich darauf, dass sie etwa ab 200 Feldern Größe zu Erdreich werden. Auch gibt es die Möglichkeit, Felsen durch spezielle Mauern fallen zu lassen, welche sich dann in Diamanten verwandeln.
Hatte ich je vier Höhlen erfolgreich hinter mir, kam ich in eine Bonusstage, bestehend aus einem bildschirmgroßen Raum, in der ich eine Miniaufgabe wie z.B. einen Felsbrocken auf einen kreisenden Gegner via richtigem Timing fallen zu lassen, erledigen muss.
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...und Leid
Direkt nachdem ich voller Tatendrang mit Rockford die erste Höhle A erkunden wollte, fiel mir auf, dass nach dem eigentlichen guten Hintergrundsound aus dem Startbildschirm eine leere Stille wurde. Darüber täuschten leider auch nicht die teils nervigen Sounds des Grabens und Diamanteneinsammelns hinweg. Und für das Auge ist es leider auch keine Wohltat.
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Mehr als vier oder fünf Farben wird man nicht sehen und falls der Retrofan jetzt vielleicht sagen kann "Na und, ist doch ein altes Spiel, schraub´ mal deine Ansprüche zurück" muss ich entgegnen, das man schon bessere Grafik in anderen C64-Spielen wie z.B. California Games gesehen hat. Teilweise haben sogar Gegner und Diamanten die gleichen Farben, oder ähneln sich in ihrer Form und tragen somit zur Verwirrung bei.
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Anfangs erschien mir auch die Steuerung von Rockford unpräzise, aber mit einer gewissen Übung - und wenn es nicht zu hektisch wird - ist sie durchaus gut zu handhaben. Auch scheint mir der Bildausschnitt ein wenig zu langsam mitzuscrollen und kann so dann schon mal zum Lebensverlust führen.
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Eine andere Sache, die ich gravierender finde, sind die Grafikfehler, die ab und an auftauchen. So etwas sollte für mein Verständnis ausgeschlossen werden. Dabei gibt es nichts schönzureden und darf bei einer doch recht happigen Summe von 5€ für einen Titel der so alt ist, nicht passieren.
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Fazit
Trotz der zuvor beschriebenen Mängel muss ich dem Spiel ein wirklich gutes Zeugnis ausstellen. Hinter seiner kargen Präsentation steckt nämlich ein absolut innovatives und vor allem suchtgefährdendes Spielprinzip, das auch heute noch durchaus zu überzeugen weiß und für einen anhaltenden Spielspaß dank knackig steigender Schwierigkeitsstufe garantiert. Da fallen die paar Frustmomente, die sicherlich ab und an auftreten werden, auch nicht mehr ins Gewicht.
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Wer also weder auf eine bombastische Grafik großen Wert legt, noch vor einem wirklich fordernden Leveldesign zurückschreckt, kann bedenkenlos zugreifen und sich durch sechzehn Höhlen plus vier Bonus Stages wühlen. Einzig der Preis (welcher definitiv nichts mit der Güte des Spiels zu tun hat) erscheint mir zu hoch.
«rudzen» Singleplayer: 85%
Multiplayer: 75%


Verfasst von «rudzen» am 18.10.2011,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 2 Person/en
Release am 01.01.1984