Cover: CarcassonneCarcassonne ist eine Stadt in Südfrankreich und für seine mittelalterliche Gegend mit Hügeln, Wiesenflächen und Festungen bekannt. Der deutsche Spieleautor Klaus-Jürgen Wrede machte eine Reise in diese schöne Stadt und bekam die Idee zum Brettspiel "Carcassonne" welches im Jahre 2000 entstand.

Die Spielidee ist folgende. Ihr besitzt eine gewisse Anzahl an Plättchen, auf denen man Straßen, Burgen, Klöster und vor allem große Wiesenflächen erkennen kann. Nun geht es darum, diese Bauten miteinander zu verbinden. So können lange Straßen entstehen, große Städte gebaut werden und Wiesen als Grenzgebiet aufgebaut werden. Der Clou: Ihr könnt nach dem Anlegen eines erlaubten Plättchens eine Spielfigur, im Fachchargon "Meeple" genannt, auf dem Plättchen positionieren.

Und setzt ihr ein Meeple an ein Straßenende, muss es irgendwann mit einem weiteren Straßenende verbunden und damit geschlossen werden. Auf diese Art bekommt ihr sofort Punkte dafür - dies gilt auch für die Städte. Klöster funktionieren anders, da ihr um diese herum 8 Plättchen verlegen müsst. Die Wiesen allerdings werden erst zum Schluss abgerechnet, ebenso andere zusammenhängende Bauten, wie man es vielleicht aus der längsten Straße wie in "Die Siedler von Catan" kennen könnte.
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Alleine gegen die Intelligenz
Die Musik im Menü glänzt mit mittelalterlichen Klängen und hat mich inklusive der tollen Menüführung in den Bann gezogen. Anders sieht es beim Gameplay an sich aus. Ihr habt erst einmal die Möglichkeit, solo oder Multiplayer zu spielen, wobei hier bis zu 6 Personen sind möglich. Merkwürdigerweise aber nur vier mit Joy-Con; bei mehr als 4 Personen müsst ihr die Controller bzw. die Konsole weiterreichen.
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Zur Auswahl der KI stehen "Netter Nachbar", "Bekennender Egoist", "Draufgänger" und "Eroberer". Glaubt mir, das ist kein netter Nachbar. Wenn man Carcassonne nicht dirty spielt, gewinnt er ohne mit der Wimper zu zucken. Die anderen sind noch schlimmer! Dazu gibt es leider weder eine Kampagne, noch irgendeine eine andere Art von Story im Hintergrund. Sodass man auch allein gegen die KI das nur nackte Carcassonne-Gameplay bekommt.
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Was extrem nervig ist, ist die Kamera, bzw. die Handhabung der Plättchen. Sehr fummelig heraus und zu dem gibt es keine Touchscreen-Steuerung. Die Bewegung und Drehung wirkt schwerfällig und müsste mal nachgepatcht werden. Anfangs habe ich zudem versehentlich Plättchen gelegt und wusste da noch nicht genau, wie das System funktioniert. Das Tutorial erklärt zwar, wie Carcassonne allgemein funktioniert, die Handhabung aber ist, wie bereits angedeutet, weniger intuitiv ausgefallen.
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Online? Keine Spur!
Während andere Carcassonne-Versionen, zum Beispiel auf Smartphones, gegen andere spielbar waren, ist diese Carcassonne Version rein lokal an derselben Konsole spielbar. Wer also den knallharten Computer nicht schlagen kann, sollte sich vielleicht lieber gleichgesinnte Spieler auf die Couch holen. Zugegeben, mit der richtigen Gruppe macht es durchaus Laune. Doch der Vorteil eines digitalen Brettspiels sind eben Automatismen, wie Punkte zählen, Plättchen vorbereiten und so weiter und so fort.
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Wer noch mehr Abwechslung haben möchte, kann die Erweiterung "Der Abt", welche für mehr Möglichkeiten zum Punkten in Gärten und Klöstern sorgt, und/oder "Der Fluss" einsetzen, welche ein neues Startsystem des Plättchenlegens integriert. Außedem kann im eShop Bares ausgeben, um "Wirtshäuser und Kathedralen" zu erlangen. Während das Spiel aktuell bei 20€ liegt, ist die Erweiterung für 7€ zu haben. Und möglicherweise werden in Zukunft weitere Carcassonne-DLCs erscheinen, denn das Original-Brettspiel besitzt bereits etliche davon.
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FAZIT
Ich habe immer einen großen Bogen um die Brettspielversion von Carcassonne gemacht und habe den Switchversoftung als Sprungbrett nutzen wollen. Die Optik jedoch gefällt mir gut, doch die KI ist gnadenlos und die Haptik sollte definitiv verbessert werden. Daher ich empfehle diese Fassung nur beinharten Carcassonne-Fans.
Dennis Singleplayer: 62%
Multiplayer: 67%


Verfasst von Dennis am 20.12.2018,
bemustert durch Marchsreiter Communications
für bis zu 6 Person/en
Release am 06.12.2018