Cover: Mario Power TennisIn bereits unzähligen Sport-Videospielen hatten Mario & Co. bereits Auftritte. Mit Mario Power Tennis reiht sich nun ein weiteres dieser Highlights ein.

Wer den Vorgänger vom Nintendo 64 kennt, hat bereits den Großteil der Steuerung intus. Aus den zunächst 14 bekannten Charakteren wie Mario, Luigi, Peach, Daisy, Yoshi, Koopa Troopa, Shy Guy, Buu Huu, Wario, Waluigi, Donkey Kong, Diddy Kong, Bowser oder Bowser Jr. wählt man seine/n Favoriten/in und begibt sich auf den "heiligen Rasen".

Selbstverständlich hat jede/r andere Stärken und Schwächen. Mario z.B. ist ein Allrounder, Peach eine flinke, präzise Technikerin, der es aber an Kraft fehlt, Shy Guy ein sehr schneller und trickreicher Spieler (seine Bälle fliegen bananenförmig), wobei es auch ihm an Kraft und ein wenig Präzision fehlt. Dass bei Bowser beispielsweise die Kraft im Vordergrund steht, ist auch klar, oder!? :-) Allen gemeinsam sind je zwei Powerschläge. Einen "aggressiven" und einen "defensiven". Der aggressive lässt den Ball mit viel Wucht oder einem bestimmen Trick in die gegnerische Hälfte knallen. Mario nimmt dafür einen Hammer, Bowser seine Feuerkraft und Donkey Kong nimmt seine Fasskanone. Der defensive Powerball ist nützlich, wenn man den Ball eigentlich nicht mehr erwischen kann. Dann verlängert sich der Tennisschläger bei Wario, Buu Huu vervielfacht sich, Luigi holt sich die kleine Filzkugel mit seinem Geistersauger (bekannt aus Luigi's Mansion) oder Daisy hechtet in einem Blumenmeer zum Ball. Pro Ballwechsel kann jeder Charakter aber nur einen einzigen Powerschlag ausführen.
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Im Laufe der Zeit, also wenn man die entsprechenden Leistungen im Spielverlauf erbracht hat, gesellen sich nach und nach noch Fly Guy, Wiggler, Parakoopa und Mutant Tyranha hinzu. Und wer bis hierher aufmerksam mitgelesen hat, wird festgestellt haben, dass Toad und Toadette fehlen! Das liegt leider nicht an meiner Nachlässigkeit, sondern am Spiel selbst - denn Toad und Toadette sind nicht als spielbare Charaktere enthalten (auch nicht versteckt!).
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Das ist zwar schade für alle Fans der zwei Pilzköpfe, aber es tut dem Spielspass im Grunde keinen Abbruch. Unverständlich ist es aber doch, denn den Schiedsrichter macht Toadsworth und für die Spielerklärungen hätte man auch jemand anderes als Toad nehmen können. Naja, kann man nicht ändern.
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Neben dem fast einzigen Kritikpunkt an Mario Power Tennis ist aber sonst nur Spass, hübsche, mariotypische Grafiken und Umgebungen, angenehmer Sound und die originalen Tennisregeln enthalten. Diese Dinge kann man sich allein oder im Multiplayer mit bis zu 4 Spielern/innen geben. Allein stehen der Turniermodus im Einzel und im Doppel (nur mit einer CPU als Partner/in) zur Verfügung. Oder einfach nur ein Match zum Zeitvertreib für zwischendurch. Auch ein Minispielmodus ist enthalten, bei dem man Highscores knacken oder einfach nur seine Technik trainieren kann. Im Multiplayer hat man, vom Turniermodus einmal abgesehen, auf alle genannten Modi Zugriff. Für die CPU gibt es ausserdem insgesamt 5 Schwierigkeitsgrade die von Anfänger bis Champion reichen.
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Spielt man ein Match, kann man noch Regeln bestimmen, wenn man möchte: Wieviele Spiele pro Satz? Wieviele Sätze pro Match? Items aktivieren? Oder Ringe? Sollen auf dem Tennisplatz die für die Umgebung typischen Effekte und Hindernisse aktiviert werden? Gerade dieser Punkt kann interessant sein. Piranhapflanzen auf Piazza Delfino kübeln immer mal wieder den aus "Super Mario Sunshine" bekannten, braunen Schleim auf das Feld, was das Laufen behindert - man wird langsamer. Oder die Geister aus Luigis Villa sorgen dafür, dass man den Ball schlechter sieht und man sich weniger wendig bewegen kann. Im Dschungel laufen bunte Krokodile auf dem Platz herum, und, und, und... Natürlich gibt es aber auch nur einfache Rasen-, Sand- oder Hartplätze.
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Der Turniermodus ist aufgeteilt in mehrere Cups, die man nacheinander absolvieren kann: Pilz, Blume, Stern, Feuer, Regenbogen - um nur wenige zu nennen. Hat man mit einem Charakter die Einzel-Cups Pilz, Blume und Stern absolviert, kann man diesen Charakter später auch als Star-Charakter spielen. Das bedeutet, dass dieser Charakter, je nach Eigenschaften, schneller, kräftiger, wendiger oder z.B. auch präziser wird. Man hat also viel zu tun, wenn man alle Charaktere als Star-Charakter spielen können will.
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Das Spiel ist erstaunlich vielseitig und kurzweilig und sollte an einem gemütlichen Multiplayerabend nicht fehlen! Spielt man allein, ist der Spielspass ein wenig kurzatmiger, aber man legt die Disc dennoch immer mal wieder für ein paar kurze Matches ein, wenn man alle Einzelspieler-Ziele erreicht hat, von denen es aber sehr viele gibt: Im Einzel als auch im Doppel kann man zunächst mit allen Charakteren alle Cups abschliessen und dann später noch im Minispielmodus alle Aufgaben lösen (bzw. Rekorde brechen). Das ist schon sehr motivierend und das schafft man nicht mal eben in einer Woche. Eine klare Empfehlung also an alle - auch an jene, die dem Tennis sonst nichts abgewinnen können!
Jörg Singleplayer: 77%
Multiplayer: 87%


Verfasst von Jörg am 01.06.2005
für bis zu 4 Person/en
Release am 25.02.2005