Cover: Jett Rocket II: The Wrath of TaikaiVom ersten Teil von Jett Rocket habe ich damals kaum Notiz genommen, er ging irgendwie an mir vorüber. Umso gespannter war ich, als jetzt Jett Rocket II: The Wrath of Taikai in meine Verantwortung fiel, schließlich ist das hier ein Shin'en-Spiel, da kann nichts schief gehen, nicht wahr? Nun, das ist der Punkt. Jett Rocket II enttäuscht auf gar keinen Fall, doch wirklich überzeugen tut es leider auch nicht.

In Old-School-Jump'n'Run-Manier bewegt man Jett Rocket II durch die gegebene Anzahl von 15 Leveln und muss dabei Solarzellen aufsammeln. Entweder man bekommt sie durch das Besiegen von Gegnern, oder sie schweben einzeln oder im Verbund offen in den Leveln herum. Die Solarzellen werden dann z.B. für einen Glücksspielautomaten eingesetzt, bei dem man Boni für den nächsten Level erhält. Außerdem gibt es noch Fotos, die hier und dort versteckt sind, sie schalten später einen bislang versteckten Spiel-Modus frei.

GROßRÄUMIGKEIT
Soweit klingt Jett Rocket II nach einem spaßigen Jumper, das ist er auch - irgendwie zumindest. Rein visuell ist alles in Butter, die Grafik ist hochwertig und detailliert, typisch für Shin'en. Aber die Level wirken oft zu großräumig und es kommt beim Spielen kein Gefühl dafür auf, in einer anderen Welt zu sein. Gerade die ersten Level wirken eher wie eine identitätslose Cyberstadt am Strand. Die Elemente, die diese Level bieten, wirken beliebig, nicht wie aus einem Guss. Schick anzusehen, aber nicht wie aus einem Guss. Oft kommt aber auch die erwähnte "Großräumigkeit" zu sehr durch, denn manchmal wirken die Level leer.
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Die Level selbst wechseln immer mal wieder zwischen 2D- und 3D-Ansicht, wobei aber bei der 3D-Ansicht der Blickwinkel etwas zu klein ist, ich habe mir hier oft gewünscht, etwas mehr von dem, was links und rechts von mir ist, sehen zu können.
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Selbst der Schwierigkeitsgrad verweigert mir eine eindeutige Pro-/Contra-Zuordnung. Für Anfänger/innen zu schwer, für Profis eine Spur zu leicht - und selbst die erfahrenen Spieler/innen bekommen bekommen auch in späteren Leveln Abschnitte, die zu leicht und hin und wieder frustig sein können, weil man sie einige Male spielen muss, bis man sie hinter sich lassen konnte.
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Die Steuerung von Jett Rocket II ist auch so eine Sache. Sie funktioniert wunderbar und ist sehr intuitiv, aber Jett selbst bewegt sich etwas hölzern, etwas langsam. Und ich meine nicht die Animationen oder so, denn das Spiel bietet zu jederzeit 60 FPS und schicke Animationen, nein, ich meine, dass Jett sich ein wenig flotter vorwärts bewegen könnte.
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Die Musik ist ebenfalls so ein Ding. Die Produktion ist sehr, sehr hochwertig, die Kompositionen könnte man als leicht treibenden, futuristischen Dancefloor beschreiben. Niemals nervt die Musik, im Gegenteil, sie passt sogar stets sehr gut zum Rest, aber nichts davon bleibt im Ohr hängen. Selbst jetzt. Ich habe vor einigen Augenblicken noch einmal den Track von Level 3 angehört, habe ihn also frisch im Gedächtnis, wüsste aber nicht, wie ich z.B. durch Pfeifen oder Fingertrommeln auf dem Schreibtisch die Melodie reproduzieren sollte. Das spricht nicht gegen die Qualität der Musik, aber es ist eben schwierig, sie irgendwie zu greifen, sich daran zu erinnern.
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UMFANG
Jett Rocket II bietet vom ersten Start an 15 Level, die aufgeteilt sind in 3 Welten mit je 5 Leveln. Wobei jede Welt mit einem Bosskampf endet. Diese Bosskämpfe sind nach dem klassischen Trail-and-Error-System aufgebaut, das heißt, man braucht einige Anläufe, bis man das Bewegungsmuster des Bosses durchschaut hat, denn das passt sich außerdem noch an, je mehr Schaden der Boss kassiert hat.
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Hat man alle Fotos in den Leveln gefunden, erhält man einen Bonus-Modus, in dem man auf Highscore-Jagd gehen kann. Wem noch Fotos fehlen, kann aber jederzeit in alle bislang gespielten Levels zurückkehren und sie erneut betreten. Damit man nicht den Faden verliert, in welchem Level noch Fotos fehlen, führt das Spiel eine Tabelle, die aufzeigt, wo noch was offen ist.
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Nach Besiegen des letzten Bosses krönt das Ganze außerdem die nun neue Möglichkeit, die Level erneut zu spielen - allerdings sind die Level jetzt etwas umgestaltet und warten mit 5 goldenen Solarzellen auf, die ihrerseits gefunden werden wollen.
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FAZIT
Hmmm, schwierig. Wie ich zu Beginn schon schrieb, ist Jett Rocket II ein Spiel, das mir gefällt und zugleich nicht gefällt. Das Setting scheint mir seltsam vermixt, sieht aber richtig gut in Szene gesetzt aus. Die Musik ist hochwertig produziert, doch ihre Melodien kann man dennoch nicht nachvollziehen, die Steuerung ist sehr gut, aber Jett könnte etwas schneller agieren. Der Umfang ist voll ok, zumal man ja nach dem ersten noch einen weiteren Durchgang bekommt, sodass sich die Levelanzahl gewissermaßen verdoppelt, also ist der Gegenwert für den eShop-Preis absolut nennenswert. Dem widerum entgegen stehen eben die genannten Makel, sodass ich mich einfach nicht dazu durchringen könnte, den gesamten Umfang einfach zu genießen, sondern eben schlicht für diese Rezension am Ball zu bleiben. Es war keine nervige Pflicht, zu der ich mich hätte zwingen müssen, aber so wirklich richtig Lust hatte ich schon ab der zweiten Welt auch nicht mehr.
Jörg Singleplayer: 68%

Verfasst von Jörg am 04.05.2015,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 1 Person/en
Release am 13.11.2013