Cover: Kingdom Hearts 3D: Dream Drop DistanceJa, es ist soweit, Kingdom Hearts hat es erstmalig auf den Nintendo 3DS geschafft und erzählt die Geschichten um Sora und Riku weiter, die mit ihren Schlüsselschwertern schon einige Male fremde Welten gerettet haben. Doch dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Welten, sondern die von den beliebten Disney-Charakteren. Die Kenner unter euch wissen aber auch, dass es dabei nicht bleibt und die Kingdom-Hearts-Spiele weiterhin ein Crossover sind; und so erwarten euch desweiteren bekannte Helden aus dem Portfolio von Square Enix.

Märchenstunde
Um auch in Zukunft für alle Gefahren gewappnet zu sein, schickt der Zauberer Yen Sid die beiden jungen Helden auf eine Reise, bei der sie ihre Fähigkeiten mit dem mächtigen Schlüsselschwert verbessern sollen. Um Meister ihrer Waffe zu werden, sollen sie sieben schlafende Schlüssellöcher erwecken.

Noch bevor das eigentliche Abenteuer beginnt, durchfliegt ihr einen Tunnel, der von euch einige bestimmte Aufgabe abverlangt. Mal sollt ihr eine gewissen Anzahl an Sternen sammeln, ein anderes Mal einen Gegner besiegen. Gelingt es euch nicht, beginnt das Unterfangen von vorne, solange bis ihr siegreich seid. Erst danach öffnet sich ein Tor und ihr gelangt in den eigentlichen Level.
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Getrennt voneinander landen beide in der ersten schlafenden Welt, in der sie gleich von noch unbekannten Charakteren begrüßt werden. Dabei handelt es sich um einen gewissen Neku und einige seiner Freunde, die in The World ends with you auf dem DS ihr Debüt hatten. Somit haben unsere Helden auch schon die ersten Verbündeten im Schlepptau und erleben, jeder für sich, eine ganz eigene Erzählung.
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Um beide Protagonisten gleichermaßen zu nutzen, läuft eine Zeit rückwärts ab. Steht sie auf Null, wechselt das Spiel automatisch auf den anderen Charakter. Natürlich könnt ihr auch eigenständig, noch bevor die Zeit abgelaufen ist, auf die andere Spielfigur zurückgreifen. Ansonsten braucht ihr aber nicht zwangsläufig dieselbe Welt zu durchlaufen, denn beide Akteure agieren unabhängig voneinander. Dieser Wechsel, der im Spiel als Sturz bezeichnet wird, bringt aber noch einen Vorteil mit sich. Nach dem automatischen oder gewollten Wechsel bekommt ihr Sturzpunkte gutgeschrieben, die ihr in die Stärkung des Charakters investieren dürft, oder sie in Taler umwandelt.
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Natürlich wird der Weg zum schlafenden Schlüsselloch kein Spaziergang, denn wir dürfen ja nicht vergessen: Beide Träger des Schwertes legen eine Prüfung ab. Daher warten schon kurz nach der Eröffnungssequenz die ersten Gegner auf euch, die hier als Traumfänger bezeichnet werden. Für euch heißt das, Schlüsselschwert in die Hand und auf sie mit Gebrüll.
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Die Karten werden neu gemischt
Die Kämpfe finden in Echtzeit statt, was nun aber nicht stupides Tastendrücken bedeutet, ganz im Gegenteil. Ihr könnt euch nämlich ein Kartendeck mit den verschiedensten Angriffen und Zaubern zusammenstellen. Findet ihr also einen tollen Zauber in einer Truhe oder kauft ihn einem Händler ab, dürft ihr diesen Zauber in eurem Deck verwenden und zusätzlich die Reihenfolge bestimmen. Euer Kartendeck muss aber nicht zwangsläufig nur Zauber beinhalten, auch Spezialangriffe dürft ihr integrieren.
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Unter der Nutzung der X-Taste aktiviert ihr den gerade im Deck befindlichen Zauber oder Angriff. Möchtet ihr die Karten wechseln, da ihr eine andere Attacke anwenden wollt, bedarf es dem Drücken des Steuerkreuzes (oben oder unten). Ist ein bestimmter Angriff genutzt, muss sich die Karte neu aufladen und das Deck springt automatisch auf die Nächste über. Ja, das klingt zu Beginn recht kompliziert und auch die Eingewöhnungszeit ist nicht von kurzer Dauer, aber wenn ihr erst einmal den Dreh raus habt, macht die ganze Angriffsvielfalt mächtig Spaß und beschert euch zusätzlich einen abwechslungsreichen Kampf mit all dem Gesindel.
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Selbstverständlich ist es aber auch möglich, die Kämpfe mit ganz normalen Angriffen und ohne taktische Raffinesse zu gewinnen. Wer also nicht so gerne seine Decks nutzt, sollte sich stets in die Schlacht werfen, um Sora oder Riku aufzuwerten. Wie in den meisten Rollenspielen, werfen besiegte Gegner nämlich Erfahrungspunkte ab, die mit einem Stufenaufstieg die Werte für Stärke und auch Abwehr erhöhen. Zusätzlich dürft ihr euch noch über Lebensenergie freuen, sowie das ein oder andere Item.
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Und auch so sind die Kämpfe alles andere als Langweilig, denn eure Helden haben noch einige andere Fähigkeiten auf Lager: Beide können sich um Laternen schwingen, oder gleiten Geländer entlang. Mit rechtzeitigem Absprung landen sie sogar direkt oberhalb des Gegners und wandeln diesen Sprung in eine Attacke um.
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Zusätzlich bekommt ihr mit dem siegreichen Verlassen der Welten eine neue und bessere Ausrüstung in Form von Schlüsselschwertern gestellt. Mit all diesen Möglichkeiten durchstreift ihr nun die Welten von Pinocchio, Tron Legacy, dem Glöchner von Notre Dame und viele mehr.
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Die Geister, die ich rief
Damit ihr eure Heldentaten nicht allein feiern müsst, bekommt ihr hilfreiche Unterstützung in Form von Geistern. Mit den richtigen Utensilien im Gepäck dürft ihr eure eigenen Geister zum Leben erwecken. Dieser sehen zwar genauso wie eure Gegner aus, heben sich aber durch ein Symbol über dem Kopf ab.
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Diese Geister, von denen bis zu 2 gleichzeitig an eurer Seite kämpfen können, trumpfen mit denselben Angriffen auf, wie eure Gegner. Doch im Gegensatz zu diesen, müsst ihr eurer Gefolge immer gut behandeln. Die gutmütigen Gespenster wollen nämlich viel Liebe und Zuneigung erfahren. Für euch bedeutet dies, sie in regelmäßigen Abständen zu füttern, mit ihnen zu spielen oder gar zu streicheln. Gerade die Minispiele sind für Casual Gamer besonders interessant. Hier dürft ihr zum Beispiel per Touchscreen Ballons zerplatzen lassen, oder euch auf eine Schatzsuche begeben. Dies ist jetzt aber auch kein sinnloses Unterfangen, denn zum Dank steigern sich die Statuswerte eurer Anhängsel.
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Aber natürlich züchtet ihr euch keinen Geist um, damit quasi Nintendogs zu spielen und es somit nur zu pflegen, nein, es soll ja schließlich ein guter Mitstreiter sein. So dürft ihr ihm noch eine Fähigkeit aus eurem Kartendeck zuteil werden lassen und ihn danach mit in die Schlacht nehmen. So wie auch ihr steigt euer Helfer nach und nach mit zunehmender Erfahrung auf und wird immer stärker und auch brauchbarer. Ebenso bietet der bunte Begleiter noch weitere Vorteile, sofern sein rosafarbener Link-Balken vollends aufgeladen ist. Diese Energie gestattet es euch, mit dem Geist zu verschmelzen und somit eine kurzzeitige aber kraftvolle Allianz gegen das Böse zu schaffen. Gerade wenn ihr zwei Wesen bei euch führt, wird dieser Aspekt besonders Interessant, denn wenn beide Link-Anzeigen gefüllt sind, ist es euch möglich ein Doppel-Link zu starten und eurem Helden so eine übermächtige Kraft zu schenken.
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Damit ihr dann noch mehr Spaß an eurem Geist habt, hat Square Enix dem Spiel AR-Karten beigelegt. Anfangs wird nicht wirklich klar, wozu diese benötigt werden, doch wenn ihr mehrere Geister im Schlepptau habt, kommen diese zum Tragen. Seid ihr gerade im Geister-Menü und legt die AR-Karte in den richtigen Winkel, verschmelzen die vorhandenen Wesen zu einem ganz neuen Geist, auf den ihr von jetzt an Zugriff habt.
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Eure Geistersammlung kommt aber auch dem Multiplayer zugute, denn wenn ihr auf jemanden trefft, der ebenso wie ihr ein eigenes Kingdom-Hearts-Modul besitzt, dürft ihr eure Züchtungen gegeneinander antreten lassen. Leider wird hier nur das lokale Spiel berücksichtigt und auf einen Online-Modus gänzlich verzichtet. Desweiteren wird mithilfe der Geister auch die StreetPass-Option angewandt, denn hier könnt ihr eure Geister ausleihen, oder erhaltet hilfreiche Utensilien.
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So schön wie ein Disney-Cartoon
Ach, was ist so ein tolles Spiel noch wert, wenn die Grafik nicht dementsprechend wäre. Aber glücklicherweise muss man sich da bei Kingdom Hearts keine Sorgen machen, denn die Liebe liegt vorallem im Detail. Besonders auffällig finde ich die tolle Optik in der Welt von Tron Legacy, in der versucht wird, so nah wie möglich an die Filmvorlage von 2011 zu kommen. Und ja, ich bin begeistert, die Gesichter sind klar zu erkennen und scheinen vom Technischen her sogar über Wii-Niveau zu kommen.
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Natürlich haltet ihr euch nicht nur in einer Welt auf, sondern dürft gleich 8 an der Zahl kennenlernen. Aber auch hier habe ich keinerlei Gründe zu Beanstandung. Die Gegner sind kunterbunt und die Trickfilmvorlagen sind immer gut getroffen. Die Disney Charaktere und auch alle anderen anwesenden Akteure sind toll in Szene gesetzt und machen das Spiel zur reinsten Entdeckungstour.
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Ihr wisst sicher auch, dass in den meisten Disney-Filmen die Musik ein sehr wichtiger Aspekt ist. Zwar braucht ihr nicht befürchten, dass eure Helden singend durch die Welten ziehen, trotzdem ist die tolle musikalische Untermalung eines der Highlights. Beispielsweise landet ihr in einer Welt, die Disney's Fantasia aus dem Jahre 1940 nachempfunden wurde. Der komplette Trickfilm wird von klassischer Musik begleitet und so ergeht es auch euch, wenn ihr in dieser Welt angekommen seid. Ich bin sicherlich kein Klassik-Fan und erfreue mich mehr an den Elektro-Sounds aus dem Tron-Level, nichtsdestotrotz habe ich die Fantasia Welt-mit Kopfhörern in vollen Zügen genossen und ich sage euch, es war beeindruckend was der Nintendo 3DS akustisch bietet.
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Nein ich bin noch nicht fertig, denn es gibt noch etwas über die Steuerung und den Gebrauch des Touch-Screen zu erzählen. Ihr steuert Sora oder Riku normal über das Schiebepad, per Tastendruck führt ihr Angriffe oder Spezial-Attacken durch. Und weil es sich bewährt hat, könnt ihr in bester Zelda Manier, die Gegner anvisieren und somit gezielte Schläge ansetzen. Wer zufällig ein Circle Pad daheim hat, darf dieses für eine bessere Kameraführung nutzen.
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Doch wozu wird der Touch-Screen nun eigentlich benötigt? Ganz einfach, um Gegner auszuschalten. Wie ich schon beschrieb, ist das Kampfsystem alles andere als öde - und hier greift zusätzlich der untere Bildschirm des Nintendo 3DS. Habt ihr einem Gegner eine gewisse Energiemenge abgezogen, erscheint gegebenenfalls ein Symbol. Wer schnell reagiert und auf dem Touch-Screen eine Linie zieht, oder die Tasten A und X gleichzeitig drückt, taucht in das Innere des Traumfängers ein. Ab jetzt wird es lustig, denn levelabhängig habt ihr verschiedene Möglichkeiten, euren Feind zu vernichten. Mal sollt ihr via Stylus Seile auf dem Touchscreen durchtrennen, mal aufleuchtende Buchstabengruppen antippen, um ganze Befehle zusammenzustellen. Ist dies geschafft, taucht ihr wieder auf und dürft die letzten Sekunden des Gegners verfolgen. Ansonsten habt ihr die restliche Zeit eine schnucklige Kartenansicht auf dem unteren Bildschirm, die euch die Orientierung erleichtert.
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Happy End?
Nun habt ihr es fast geschafft und seid am Ende meiner Rezension. Doch möchte ich noch erwähnen, dass das Lesen nur einen Bruchteil der Zeit beansprucht hat, welche das Spiel von euch fordern wird. Wer Sora und Riku zu Meistern des Schlüsselschwertes machen möchte und all die Gefahren bestehen mag, die die Reise mit sich führt, sollte gut und gerne ca. 25 Spielstunden einplanen.
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Und sonst? Ach ja, ihr wartet auf mein Fazit. Nachdem ihr alles fleißig gelesen habt, ist doch wohl klar, dass ich meinen Spaß hatte. Eigentlich habe ich auch ein gutes Spiel erwartet, trotzdem wurde ich beim aktiven Spielen und der Vielfältigkeitg Kingdom Hearts' positiv überrascht. Bislang durfte ich nämlich immer nur bei der Spiele-Reihe zuschauen, doch nun endlich, wo ich ein Spiel aktiv erleben durfte, bin ich mehr als begeistert und ich hoffe, ihr teilt mit mir diese Erfahrung! ;-)
«Zuckerbrot» Singleplayer: 87%
Multiplayer: 72%


Verfasst von «Zuckerbrot» am 27.07.2012,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 2 Person/en
Release am 20.07.2012