Cover: Kirby Super Star UltraSUPER ULTRA MEGA HYPER OBER-ÜBER TURBO...
Wow, die Worte Super und Ultra in ein und demselben Titel für ein Videospiel. Das klingt total nach dem Überhammer schlechthin, denn grundlos würde man ja so einen Titel nicht wählen, wenn man nicht genau wüsste, wiiiiiiie klasse das zugrundeliegende Game ist, oder?

Nun, was haben wir hier? Es handelt sich um ein Remake des Moduls "Kirby's Fun Pak", das seinerzeit für das Super Nintendo erschien, als alle Welt aber schon längst von 3D, 32-Bit und 64-Bit verwöhnt wurde. Kurz: Das Modul kam erst verdammt spät auf den Markt. Aber leider bot es nicht, wie z.B. Donkey Kong Country zur damaligen Zeit, vorgerenderte Pseudo-3D-Grafiken, die oft verblüffend real aussahen - zumindest empfand man das damals so! :)

Nein, Kirby's Fun Pak bestand aus einzelnen Kirby-Jump'n'Run-Games der alten Schule, bzw. kleinen Variationen des Genres, sauber animierter 16-Bit-Grafik, aber sonst nichts, was das Modul signifikant von den NES-Vorgängern unterscheiden würde - genauso, wie Super Mario All-Stars, nur, dass bei Kirby's Fun Pak eben keine bereits erschienen Games enthalten waren, sondern brandneue, zuvor noch nicht veröffentlichte.
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UNTER DER HAUBE
Vergleicht man die SNES-Originale mit den DS-Remakes fällt auf, dass alle eigentlich nur wenig verändert, sondern eher aufgewienert wurden. Bei den guten, alten Klassiker-Musikalben von damals würde man sagen, sie wären "Digitaly Remastered" worden: Dieselben Objekte, derselbe Look, derselbe Klang, aber alles irgendwie auch ein bisschen satter und kräfiger. Und während auf dem oberen Bildschrim immer die Action abgeht, präsentiert der untere Eure momentane Punktzahl, wieviel Energie und wieviele Leben Ihr noch habt und klärt Euch darüber auf, in welchem Level Ihr gerade seid. Als fetten Bonus obendrauf gibt's massig Zwischensequenzen, die die Geschichten der einzelnen Spiele erzählen.
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Die Steuerung ist in jedem Spiel des Moduls übrigens immer dieselbe: Mit A oder Y springt Kirby, oder er gleitet auch durch die Luft, wenn man im Sprung oder Fall erneut A oder Y drückt. Mit B aktiviert Kirby seine Spezial-Power, saugt Gegner ein oder spuckt sie wieder aus. Mit X schluckt Ihr Gegner, wenn Ihr sie aufgesaugt habt, bzw. macht Euch Ihre besonderen Fähigkeiten zu Eigen, das Steuerkreuz-nach-oben öffnet Euch Schatztruhen oder lässt Euch durch Portale hindurchlaufen und L oder R dienen zum Abblocken feindlicher Angriffe Nach nur wenigen Minuten flutscht Euch die Steuerung über den rosa Nimmersatt von den Fingern, als hättet Ihr nie was anderes getan. Schade nur, dass man die Buttons nicht umbelegen kann, um z.B. den Sprung auf B und den Angriff auf Y legen zu können.
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DER INHALT
Das SNES-Modul bot insgesamt sieben Titel, die auch dieses Mal wieder mit an Board sind. Allerdings sind die Titel erst nach und nach zugänglich, weil man immer erst gewisse Dinge erledigt haben muss, bevor Ihr Zugang zum kompletten Inhalt habt. Damit Ihr wisst, ob sich die Mühe lohnt, hier also in Kurzform der Inhalt:
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Frische Brise und Dyna Blade sind typische Kirby-Jumper, allerdings etwas arg kurz und arg leicht, denn nach jeweils 20 bis 30 Minuten sah ich bereits die Abspänne - und ich habe nicht Mal ein einziges Leben verloren, obwohl ich diese beiden Spiele vorher noch nie gespielt hatte!
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In Das Höhlen-Abenteuer jumpt und runnt Ihr ebenfalls durch die Level, allerdings werden hier vermehrt Knobeleien auf Euch treffen: Wo ist Schalter X, den Ihr betätigen müsst, um an Wand Y vorbei zukommen? Wo ist Block 1, damit Ihr an Schatztruhe 2 gelangen könnt? Da ist Block Z, aber wie um alles auf der Welt gelangt man zu diesem? Hier ist der Schwierigkeitsgrad Gott sei Dank ein wenig fordernder, weil man manchmal etwas herumbasteln muss, bis man die passende Fähigkeit eines Gegners für seine Zwecke gefunden hat. Auch erfahrene Gamer/innen werden hier ihren Spaß haben: Die Gegner an sich sind zwar nicht gerade schwierig zu besiegen, aber der Levelaufbau bietet viele Hürden - eben weil man die passenden Fähigkeiten haben muss. Das Spielziel ist es, einen möglichst hohen Score zu sammeln, bzw. alle 60 Schätze in allen insgesamt vier Welten zu finden. Dazu brauchte ich insgesamt etwa 2 Stunden, was eine annehmbare Zeitspanne ist.
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In Formel Mampf liefert Ihr Euch auf drei verschiedenen Kursen Wettrennen mit König Dedede. Gleichzeitig flitzt (und hüfpt!) Ihr durch denselben Level und müsst Küchlein, Kekse, Früchte und Getränke aufsammeln. Wer eine der Köstlichkeiten zuerst berührt, dem gehört sie auch. Also ist Eile angesagt, denn gewonnen habt Ihr nur, wenn Ihr zuerst im Ziel angelangt sind und gleichzeitig noch die meisten Leckereien aufgabeln konntet! Ganz lustig, wenn man gegen Freunde spielt, aber viel Abwechslung bieten schlappe drei Level wirklich nicht. Ganz allein konnt Ihr ausserdem ebenfalls auf die Pisten, dann jedoch nur, um Bestzeiten aufzustellen, was nicht lange motiviert, denn jede Piste beansprucht Euch etwa 30 bis 90 Sekunden lang.
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Meta Knights Rache - neben "Das Höhlen-Abenteuer" der einzige Bereich des Gesamtpakets, in dem Ihr etwas gefordert werdet. Alles in allem ist das Konzept, durch 10 Ebenen gegen ein Zeitlimit zu spielen, schön verpackt worden. Ihr müsst versuchen, Meta Knights Schiff, die Halberd, zu schrotten, sprich: Alle Level zu meistern und deren Endgegner zu besiegen. Gelingt Euch das nicht, wird Meta Knight Dream Land erobern.
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Bei Trubel im All liegen Sonne und Mond im Streit. Um den zu schlichten, muss Kirby 8 Level, die durch Sterne symbolisiert werden, durchqueren. Hat er alle hinter sich gebracht, kommt ein Komet und hilft dabei, dass Sonne und Mond sich wieder vertragen. Das Spielprinzip ist dasselbe, wie bei allen anderen auch: Laufen und Hüpfen. Aber die Spezial-Power erhaltet Ihr nicht durch das Einsaugen von Gegnern, sondern durch eine Substanz, die "Kopierkonzentrat Plus" genannt wird und erst gefunden werden muss. Danach steht eine Fähigkeit immer abrufbar und muss nur noch aktiviert werden. Insgesamt habe ich für "Trubel im All" ca. 60 Minuten benötigt.
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Zum Abrunden gibt's noch den Boss-Kampf-Modus, indem Ihr gegen alle 14 Endgegner des Pakets am Stück antretet - einer nach dem anderen. Damit das keine unlösbare Aufgabe ist, dürft Ihr aus allen Helfern, bzw. ihren Spezialfähigkeiten wählen - sogar Meta Knights Gehilfe steht Euch zur Verfügung.
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Abschliessend bietet Euch das Modul noch drei Minispiele, die allesamt immer nur mal hier und mal da recht witzig sind, wenn man sie für ein schnelles Spiel zwischendurch startet. Letzten Endes aber sind und bleiben es Reaktionsabfragen, bei denen gewinnt, wer am schnellsten mit dem Stylus tippt. Nochmal: Wirklich ganz lustig, aber kein Kaufgrund.
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Ausserdem gibt es noch einen besonderen Bonus, den es auf dem SNES nicht gab, sofern Ihr überall erfolgreich wart: Ihr habt Zugriff auf Meta Knight als spielbaren Charakter. Und spielt Ihr mit Meta, sind die Level etwas schwerer und haben einen veränderten Aufbau.
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FAZIT
Gut, wirklich gut, aber leider oft zu leicht oder zumindest aber viel zu kurz! Und das ist echt schade. Das Game eignet sich ohne Weiteres für Casual und(!) Core Gamer - die Steuerung ist simpel und doch komplex (Gegner einsaugen, Fliegen, Stampfen, Gleiten, Rutschen, etc.) ohne überfrachtet zu sein. Die Grafik ist knuddelig aber nicht kindisch und das Gameplay bietet sehr viel Tiefgang und Unterhaltung, ohne durch zuviele Elemente alles zu verstopfen. Das perfekte Rezept, um alle Menschen glücklich zu machen.
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Aber wieso bitte implementierte man keinen wirklich schweren Schwierigkeitsgrad - wenigstens als Option, die man erst freispielen muss? Die meisten Endgegner halten nur 2 bis 4 Treffer aus, bevor ihnen die Puste ausgeht. Und ihre Angriffs- und Verteidigungsmuster sind ein Witz - nach nur 5 bis 10 Sekunden hat man sie durschaut. Doch selbst wenn Ihr mal einen Treffer kassiert, juckt das gar nicht, denn das bisschen abgezogene Energie ist kaum der Rede wert. Jaja, ich weiss, es gibt einen zweiten, etwas schwereren und etwas längeren Gesamtdurchlauf, in dem man dann Meta Knight steuert, aber wirklich fordernder wird das Spiel dadurch auch nicht.
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Nimmt man alle sieben Spiele zusammen und addiert noch die Minispiele und den zweiten Spieldurchgang dazu, kommt man auf eine okaye Gesamtspielzeit und einen für Anfänger und Fortgeschrittene angemessenen Schwierigkeitsgrad, lediglich echte Zockernaturen werden kaum gefordert. Der Unterhaltungswert ist aber für alle gleich! :)
Jörg Singleplayer: 80%
Multiplayer: 70%


Verfasst von Jörg am 20.09.2009,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 4 Person/en
Release am 18.09.2009