Cover: Lost SphearAls Kanata und seine Freunde von einem Trip nach Elgarthe, ihrer Heimatstadt, zurückkehren, finden sie nur einen großen weißen Fleck in der Landschaft: Elgarthe ist verschwunden. Um zu verhindern, dass eine böse Kreatur die ganze Welt verschwinden lässt, machen sich die Helden auf, die Welt zu retten.

Auf der Oberwelt, wo ihr von Gebiet zu Gebiet wandert, entdeckt ihr die verschiedensten Orte. Dörfer, riesige Städte, eine Militärbasis, gefährliche Höhlen, Seen, sogar Schiffswracks dürft ihr erkunden. Der Weltenaufbau ist in den meisten Fällen allerdings recht linear, so wandert ihr immer weiter in einem Kontinent hinein, oder klettert einfach Schritt für Schritt einen Berg hinauf. Nur in wenigen Gebieten und Dungeons erwarten euch echte Wegverschachtelungen. Allerdings gibt es auch keine Wegmarkierungen, das heißt, ihr müsst allein durch die Hilfe der Dialoge und den Gruppengesprächen, die ihr per R-Knopf aufruft, euren Weg zum Ziel finden.

Auf eurem Weg stellt ihr nicht nur die verschiedensten Orte wieder her, sondern könnt auch Türme bauen. Diese Bauwerke bringen euch die verschiedensten Vorteile, die entweder lokal limitiert oder auf der ganzen Welt spürbar sind. Beispielsweise schaltet ihr durch diese Bauten eine kleine Karte frei, die euch zeigt, wo ihr euch gerade auf der Welt befindet - die Orte werden dabei mit kleinen Punkten angezeigt, aber eine echte und detaillierte Karte gibt es nicht. Anderseits lassen sich Hilfsangriffe freischalten, die euch in jeder Runde dabei unterstützt, euren aktuellen Widersacher in die Knie zu zwingen.
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Nebenquest gibt es in Lost Sphear nicht so wirklich. Man könnte höchstens noch die Aufgabe, dass ihr die Köchen in den Gasthäusern spezielle Zutaten bringen sollt, damit sie ein besonderes Gericht kochen, dazu zählen. Nur benötigt man die Zutaten sowieso, weil man bestimmte Gerichte haben muss.
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Kampfsystem
Jeder Charakter muss eine bestimmte Zeit warten, bis er wieder angreifen darf. Ist sein Aktionsbalken voll, könnt ihr auswählen, was er nun tun soll: Einfach draufhauen, ein Item nutzen und so weiter. Die Kämpfe sind auch manches Mal echt hart. Denn einige Gegner, besitzen einen Angriff, der euren Teamkammeraden mit einem Schlag töten kann. Ihr könnt diesen immerhin durch einen Trank wiederbeleben - nur kostet auch eine Aktion.
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Am Ende jedes Kampfs erhaltet ihr natürlich noch Erfahrungspunkten und Geld. Habt ihr Genug Erfahrung gesammelt, steigt der Charakter ein Level auf, und Angriffe, Verteidigung und maximale Lebenspunkte und Magiepunkte mehren sich. Während des gesamten Spiels warten außerdem auch zahlreiche mächtige Bossgegner darauf, von euch in ihre Schranken gewiesen zu werden.
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Spritnit & Vulcosuit
In Shops, aber auch hier und dort sonst in der Welt, werden euch zig Arten geboten, euch aufzurüsten. So könnt ihr nicht nur immer bessere Kleidung und Waffen erwerben, nein, ihr könnt diese auch noch verstärken. Aber pro Waffe kann immer nur eine Verbesserung mit einem Typ von Schmiedestein durchgeführt werden. Es ist jedoch durch die Kombination verschiedener Klassen von Stärkungssteinen möglich, die ultimative Rüstung, beziehungsweise Waffe zu formen. Heiltränke und dergleichen könnt ihr selbstverständlich außerdem erstehen. Im Tausch gegen Lebensmittel serviert man euch in den Gaststäten auch Mahlzeiten, die euch entweder einen kleinen Vorteil in der Schlacht bringen, oder euch mehr Geld und Erfahrung am Ende eines Battles bescheren.
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Auch erhältlich sind sogenannte Spritnit-Kerne. Diese ermöglichen euch eine Individualisierung eurer Krieger. Allerdings ist die Auswahl pro Kämpfer stark limitiert. So kann Held A beispielsweise nur Elementarangriffe erlernen, und Held B kann nur Magiesprüche zur Stärkung verschiedener Attribute erlernen. Dafür könnt ihr jeden Spritnit noch mit einem Sublimierungseffekt verstärken. Dieser Spaß geht aber auf die Kosten euer MP.
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Möchtet Ihr etwas mehr Power in eure Spezialangriffe bringen, schlüpft einfach in eure Vulcosuit, eine Art Roboter, und schon seid ihr stärker. In diesen Anzügen steht euch nicht nur eure Spritnitpower zur Verfügung, sondern je nach Charakter noch spezielle Angriffe, wie beispielsweise umwerfende Co-Op-Angriffe oder eine leichtfüßige Version eurer Spritnitangriffe. Doch auch das hat einen Nachteil: Euch werden für jeden Angriff die so kostbaren VP abgezogen.
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Menü
Im Menü, welches ihr über den X-Knopf aufrufen könnt, stehen euch die verschiedensten Möglichkeiten offen. So könnt ihr die Schwierigkeitsstufe in drei verschiedenen Graden einstellen. Der Sprung von einer zur nächsten Schwierigkeitsstufe, macht sich hierbei deutlich bemerkbar: Eine harte Nuss verwandelt sich nicht selten in einem Möchtegern-Kämpfer, den ihr locker umnietet. Auch könnt ihr die japanische Sprachausgabe in Kämpfen an- bzw. abwählen. Für die Dialoge indes geht das nicht, denn es gibt hier keine Sprachausgabe.
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Nach einiger Zeit könnt ihr hier auch eure Gruppe neu zusammenstellen, denn da immer nur vier Krieger gleichzeitig auf dem Schlachtfeld kämpfen können, müssen andere Charaktere auf die Reservebank - können im Kampf aber jederzeit eingewechselt werden, wenn sich dafür ein anderer Charakter verdrückt.
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Technik
Lost Sphear kommt in einer hübschen Comicgrafik aus der Vogelperspektive daher. Der instrumentale Soundtrack passt sich dem aktuellen Spielgeschehen an. So wird die sonst eher fröhliche Musik bei einem Kampf schneller und klingt bedrohlich. Allesamt schöne Tracks, die man gern hört. Square-Enix-typisch.
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Speichern könnt ihr nur an bestimmten Punkten, auf der Oberwelt im Hauptmenü. Muss es mal ganz schnell gehen, nutzt ihr den Quicksave, der beim Controller durch +/- vollzogen wird.
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Soweit eigentlich der ansich positive Eindruck in technischer Hinsicht. Leider nur sind mir während der Testphase - sowohl im TV- als auch in Handheldmodus - zahlreiche kleine Ruckler aufgefallen, die den Spielfluss etwas trüben.
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Fazit
Lost Sphear ist ein klassisches RPG, nicht mehr und nicht weniger. Ihr lauft von Kampf zu Kampf und merkt schnell, dass sich die Angriffstechniken eurer Gegner mal mehr, mal weniger ähneln, weshalb ihr eigentlich meist nur nach Schema F vorgeht. Die Story von Lost Sphear kommt erst nach ein paar Spielstunden richtig in Fahrt, hält dann aber so manche Überraschung parat. Auch fehlt es etwas an Balance: Lange Kampfabschnitte, wechseln sich mit storylastigen Perioden ab. Wen dies nicht abschreckt, kann sich auf 20-25 unterhaltsame Spielstunden freuen.
Marc Julia Singleplayer: 79%

Verfasst von Marc Julia am 07.02.2018,
bemustert durch Square Enix
für bis zu 1 Person/en
Release am 23.01.2018