Cover: Pokémon Diamant-Edition & Pokémon Perl-EditionWer kennt sie nicht? Die "Pokémon"? Alle Menschen aller Alterklassen und Bildungsschichten werden zumindest schon ein einziges Mal in ihrem Leben auf diesen Begriff gestoßen sein; wozu also große Worte verlieren, mit Dingen, die eh alle wissen!? ;)

Daher erspare ich mir an dieser Stelle einmal das Tamtam und verweise die für paar Handvoll, die vielleicht wirklich noch nichts über "Pokémon" wissen, einfach mal ganz dreist auf Internet-Suchmaschinen oder die Zimmer der eigenen und verwandten Kinder! ;) Das spart hier Platz für die eigentliche Rezension, bzw. für ihre Fakten.

Angefangen hatte es ja mit den Editionen Blau und Rot für den Game Boy. Dann folgte eine leichte angehübschte Fusion der beiden; die Gelb-Edition. Und diese drei Editionen, rockten die Verkaufscharts rauf und wieder runter; unfassbar, was für einen Hype diese drei Titel bei den Kids auslösten! Da nun aber irgendwann der Game Boy Color aktuell war, musste Nintendo entsprechend angepasste Versionen auf den Markt bringen. Da ein paar Detailangleichungen und dort natürlich noch die Farbe einfügen und fertig waren die Editionen Gold und Silber.
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Da dann später aber der Game Boy Advanced erschien, kamen mit ihm Rubin, Smaragd und wenig später auch, natürlich!, Saphir! Nicht zu vergessen die Neuauflagen Blattgrün und Feuerrot; die auf Hochglanz polierten Vetter von Blau und Rot. Tja, und da wir mittlerweile mit dem Nintendo DS spielen, liegen uns nun...? Richtig...! ...zwei neue Varianten vor: die Diamant- und die Perl-Edition...
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Wie üblich wurden hier, wenn man es ganz genau nimmt, nur Detailverbesserungen vorgenommen, das Spiel als solches aber eigentlich unverändert belassen. Immer noch ist Euer Ziel, der/die weltbeste Pokémon-Trainer/in zu werden, und natürlich auch, möglichst alle Pokémon Euer Eigen zu nennen. Und da habt Ihr wirklich was zu tun! ;) Mittlerweile gibt es nämlich fast 500 Pokémon. Uuuuund wie immer könnt Ihr mit nur einem einzigen Modul nicht alle Pokémon finden. Das heisst, Ihr braucht einen guten Mix aus Glück, den Editionen für Game Boy, GB Color sowie GB Advance, Kumpels, die über die sogenannte Nintendo-DS-Drahtlosverbindung, z.B. auf dem Schulhof, mit Euch Pokémon tauschen und zu guter Letzt vielleicht eine Möglichkeit, mit der Nintendo-WiFi-Connection online gehen zu können...
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Denn, ganz recht, das wohl beste der neuen Features ist sicherlich, dass Ihr ab sofort auch Online-Matches bestreiten und so auch auf diesem Wege Eure Pokémon (weltweit!) untereinander tauschen könnt. Der Rest des Spiels ist ansonsten eigentlich unverändert geblieben, wenn man davon absieht, dass die Welt, auf der Ihr reist, wirklich riesig ist. So riesig, wie noch niemals zuvor; das bedeutet, es gibt sehr, sehr viel zu erleben und zu entdecken. Nach bereits 10 Spielstunden, hatte ich zwar allerlei Abenteuer bestanden und unzählige Pokémon-Duelle bestritten, war aber von meinem Heimatort Zweiblattdorf, Sinnoh, wo also das Abenteuer seinen Anfang nimmt, immer noch nicht wirklich weit entfernt.
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Ihr wählt zunächst, ob Ihr einen Jungen oder ein Mädchen spielen wollt, trefft dann noch die Entscheidung, welches Pokémon Euer allererstes sein soll, und schon seid Ihr quasi mittendrin. Ihr reist von Ort zu Ort, trefft Pokémon auf Pokémon, Trainer auf Trainer, verdient Euch Orden um Orden und müsst versuchen, das Team Galaktik aufzuhalten.
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Die eigentliche Spiel-Element, also der rote Faden, das Abenteuer, ist relativ schnell abgehandelt. Nach ca. 25-30 Stunden habt Ihr die größeren Ziele erlangt: alle Orden eingeheimst, Team Galaktik eins auf die seine acht Buchstaben gegeben und viele Pokémon gesammelt. Aber wie erwähnt: "relativ schnell", denn wo bei vielen Spielen nach 25 Stunden Schluss ist, legen "die Pokémon" bekanntlich erst so richtig los. Denn nun ist das Abenteuer soweit absolviert und Ihr habt fortan Zeit, Euch den vielen, vielen Sidequests zu widmen und natürlich auch, Euren Pokédex zu vervollständigen.
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Jetzt nämlich streift Ihr nach Belieben durch die Lande - oder das WiFi - und könnt so vielleicht noch diejenigen Pokémon ergattern, die Euch bislang durch die Lappen gingen. Ach ja, apropos Pokémon ergattern: besonders praktisch ist hierbei natürlich, dass der Nintendo DS einen GBA-Slot hat. Das heisst, habt Ihr eine (oder mehrere) der insgesamt 5 GBA-Editionen, pfeifft Ihr diese in Slot 2 des DS, startet das Diamant-, bzw. Perl-Spiel und transferiert dann so Eure noch fehlenden GBA-Pokémons in Euer aktuelles Spielerlebnis. Bequemer geht es ja schon fast gar nicht mehr, hm!? :)
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Aber inwiefern unterscheiden sich nun die beiden aktuellsten Pokémon-Vertreter von den anderen? Vom Gameplay her, und das ist erfreulich, schon einmal überhaupt nicht; mit der Ausnahme, dass Ihr, ob des Nintendo DS, mehr Platz und Übersicht durch zwei Bildschirme habt, sowie auf dem Touchscreen, nun direkt Befehle und Kommandos erteilen könnt (aber nicht müsst!).
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Seid Ihr in Städten oder Höhlen, zeigt Euch der Touchscreen keine Auswahl an Kommandos und Optionen, sondern stattdessen den sogenannten Pokétch; eine Uhr, die Eure Spielfigur um das Handgelegt trägt. Dort könnt Ihr sehen, wie es Euren Pokémon geht oder wieviele Schritte Ihr bislang gelaufen seid, Ihr könnt Euch dort Notizen machen, schnell etwas ausrechnen, oder auch schauen, wie spät es gerade ist. Denn eine der wesentlichen Gameplay-Neuerungen ist vorallem, dass das Spiel anhand der internen Uhr des Nintendo DS immer weiss, welcher Tag "gerade ist" oder wie spät es "in Wirklichkeit" ist und passt somit die Witterung und die Helligkeitsverhältnisse an. Im Winter schneit es, nachts ist es dunkel, usw.
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Das ist schon deshalb mehr oder weniger wichtig, weil sich viele Pokémon nur zu ganz bestimmten Tages- und Nachtzeiten blicken und somit auch fangen lassen. Das bedeutet, wenn Ihr um 10:00 Uhr auf einer bestimmten Wiese das Pokémon A trefft, trefft Ihr dann um 21:30 Uhr aber Pokémon B. Klaro ist ebenfalls, dass es wieder auch Pokémon gibt, auf die Ihr nur unter ganz, ganz, ganz besonderen Umständen treffen könnt. So kann man also durchaus mal die ein oder andere Stunde damit verbingen, ein und dasselbe Pokémon fangen zu wollen.
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Bei Grafik und Sound hat sich eigentlich auch nicht viel getan: die DS-Fassungen wirken wie dezent getunte GBA-Versionen. Hier wäre gewiss ein bisschen mehr machbar gewesen, Nintendo! Etwas störend ist aber, dass wirklich immer wieder dieselben Melodien erklingen, was gerade bei den häufig stattfindenden Pokémon-Duellen manchmal dazu führt, dass man sich vielleicht lieber die aktuelle Lieblings-CD einlegt und der DS dann auf lautlos gestellt wird.
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Fazit: Probespielen sollte man Pokémon Diamant oder Perl definitiv. Denn zumindest die Abenteuer-Story könnte Nicht-Fans und Gelegenheits-Spieler/innen eine ganze Weile bei Laune halten. Dann aber stellt sich heraus, wer dem Pokémon-Fieber verfallen ist und wer dem ganzen Rummel nichts abgewinnen kann. Denn hier haben wir die insgesamt dritte Generation ohne wirklich nennenswerte Veränderungen. Mit der Ausnahme, dass die Zahl der verfügbaren Pokémon wieder einmal gewachsen ist. Fans und Liebhaber müssen daher zuschlagen, alle anderen sollten zuvor erstmal einen Blick riskieren; es könnte sich lohnen! ;)
Jörg Singleplayer: 83%
Multiplayer: 87%


Verfasst von Jörg am 20.02.2008,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 8 Person/en
Release am 27.07.2007