Cover: Bionic CommandoNICHTS UMSTRITTENES
Bionic Commando aus dem Jahre 1992 war und ist ein tolles Spiel; allerdings auch umstritten. Ihr schlüpft in die Gestalt von Rad Spencer, um für eine Spezialmission entsandten Super Joe zu retten. Super Joe hatte den Auftrag, eine imperiale Armee aufzuhalten, doch dann verlor man den Kontakt zu Super Joe, und nun muss Rad Spencer alles wieder ins Lot bringen.

Das ist nichts Umstrittenes? Stimmt, aber für unseren Markt wurde das Spiel auch entschärft, denn eigentlich sah das Spiel vor, dass Super Joe haufenweise Nazis und ihren Anführer Adolf Hitler beseitigen muss. Damit das Spiel hier erscheinen konnte, blieb zwar das Gameplay wie es war, aber diverse Symboliken und Namen wurden verändert.

HÖHEN UND GRUBEN
Auf den ersten Blick erinnert Bionic Commando sehr an Probotector/Contra. Doch schon in den ersten 5 Sekunden stellt man einen Unterschied fest: Spencer kann nicht springen, sondern sich mittels seines bionischen Arms an Vorsprüngen und Plattformen hinaufziehen oder sich daran entlangschwingen. Ansonsten wäre Bionic Command ein klassisches 2D-Action-Jump'n'Shoot. Wir schießen, ducken und laufen uns durch die Level, und hangeln und schwingen uns hin und her, um Höhen oder Gruben zu überwinden.
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Also Fan klassischer 2D-Actionballereien ist wegen des nicht vorhandenen Sprungs eine gewisse Umstellung nötig, die in der ersten halben Stunde für ein wenig Frust sorgen kann. Aber dann arrangiert man sich damit und stellt fest, dass dieses Kletter-Element eine tolle Idee ist und, wenn man mehr und mehr Übung bekommen hat, dass man damit verdammt lässige Stunts und Abkürzungen hinbekommen kann.
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Wie üblich feuern wir also haufenweise Bösewichte ins Nirvana, die sich dann sofort auflösen, und müssen auf unsere Energieanzeige sowie unsere übrigen Leben achten, denn sonst droht uns das Game Over. Um dem ein wenig entgegenzuwirken, verbleibt ein Passwort-System, dass Spencer nach jedem der insgeamt 18 Level erhält, wobei aber der allererste Level sinnvollerweise mit Area 00 bezeichnet ist, quasi eine Art Lernlevel für die Basics des Gameplays.
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Die Level sind eigentlich verhältnismäßig kurz an Distanz, aber um von A nach B zu gelangen, vergeht recht viel Zeit, weil der verlangte Umgang mit dem bionischen Arm und das Leveldesign so ausgetüftelt sind, dass man nicht ohne Weiteres durch die Areas spazieren kann: es gibt zig Gegner, die bei Berührung Energie kosten und natürlich auch Geschosse, denen ausgewichen werden muss.
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Alles in allem kann man so an einem Level ca. 20-30 Minuten sitzen, und nur, wenn man wirklich jede Menge Routine und perfekte Levelkenntnis besitzt, ist man in 5-10 Minuten durch. Der Schwierigkeitsgrad ist fair aber hoch. Nicht perfektionistisch hoch, aber man muss durchaus einiges an Zähheit und Skill mitbringen, besonders ab der zweiten Spielhälfte.
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TECHNIK
Der Sound ist wunderbar. Ohrwurmige Melodien, die man gern mittüdelt und die das Gefühl von Action gut transportieren, ohne treibend oder hektisch zu sein. Grafisch ist auch alles in Butter und weiss zu gefallen. Nur ein paar winzige Slowdowns hier und da muss man verschmerzen; aber das ist nichts, was ernsthaft den Spaß an der Sache trüben würde.
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Die Steuerung ist sehr responsiv und geht gut von den Fingern, und schon bald stellt man fest, dass man mit dem bionischen Arm jede Menge Tricks und Kniffe im Ärmel hat, die man nur ausspielen muss. So kann Spencer z.B. mehrfach hintereinander, den bionischen Arm ausfahren, während er "fällt", um sich ruckzuck irgendwie entlangzubewegen, ohne zwischendurch immer erst aufsetzen zu müssen. Oder er kann damit auch Items aufsammeln...
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FAZIT
Bionic Commando ist gut gealtert: Grafik, Sound, Umfang und Schwierigkeitsgrad. Nicht nur für Retro-Fans eine lohnende Investition!
Jörg Singleplayer: 77%

Verfasst von Jörg am 09.01.2012,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 1 Person/en
Release am 1992