Cover: Cat Quest IICat Quest II macht seinem Namen alle Ehre. Zunächst einmal reizt es den Bezug zum Tierreich, vor allem zu Katzen, stark aus. Die saumäßig vielen Wortspiele gehen auf keine Kuhhaut, da beißt die Maus keinen Faden ab... Zu flach? Nun, gewöhnt euch besser dran. Cat Quest II ist voll mit diesen Dingen. Allerdings verlieren die Gags durch die Übersetzung. Wer des Englischen mächtig ist, sollte also auf Englisch spielen, wenn kein Scherzchen verpasst werden soll.

Doch worum geht es eigentlich? Cat Quest II ein Mix aus viel Action, einer Prise Rollenspiel und zwei Prisen Abenteuer, aufbauend auf eine Aneinanderreihung von Quest auf Quest. Gekämpft wird in Echtzeit, mit zum Beispiel Schwertern, Äxten oder Elementarzaubern hack-and-slayed ihr euch vorwärts. Das aber immer im Zweiertrupp. Denn ihr, eine Katze, seid nie allein: Euch begleitet jederzeit euer treuer Kumpel; allerdings keine Katze, sondern ein Hund. Ihr könnt jederzeit zwischen beiden via Tastendruck wechseln, oder jemanden neben euch auf die Couch sitzend verpflichten und im Zweispieler loslegen, sodass nicht die KI mit euch spielen muss. Dass das Abenteuer auf diese Weise spaßiger ist, versteht sich von selbst. Sich gegenseitig abzusprechen und gemeimsam auf die Gegner einzudreschen, da kann die KI nunmal nicht mithalten - zumal diese nicht gerade viel taugt und häufiger drauf geht, als euch lieb sein wird.

Dennoch spielt sich Cat Quest II auch zu zweit nicht anders, als allein: Irgendwo auf der Landkarte startet alles, ein Pfeil erscheint, er sagt Euch, wohin ihr müsst. Dort angekommen, ein kurzer Dialog mit einem NPC und der nächste Pfeil erscheint, der euch das nächste Ziel vorgibt. Auf dem Weg dorthin ein paar Gegner, die nach ein paar Hieben verschwinden und etwas Geld und Erfahrungspunkte hinterlassen, die nur noch aufgesammelt werden müssen. Am Ziel angekommen dann ein kurzer Dialog, Pfeil, hinlaufen und dabei etwas kämpfen, ankommen, Dialog, Pfeil und so weiter...
Screenshot Screenshot
Sicherlich, alles das ist eingebettet in eine Hauptstory und manchmal wirklich schmunzelwürdige Gespräche oder Ortsnamen, doch wünscht man sich immer mal wieder einen größeren Explorationsanteil, bei dem man schlicht selbst etwas erkunden oder von selbst entdecken kann. Das ist zwar in der Theorie durchaus möglich, doch entweder rächt sich dieses vom Spiel nicht vorgesehene Vorstoßen in spätere Areale damit, dass die Gegner mit dem Duo kurzen - und zwar wirklich(!) kurzen(!) - Prozess machen. Man kommt so also nicht wirklich voran, oder, wenn die Gegner gleichstark oder nur so gerade eben etwas stärker sind, passiert nach dem Leeren eines der kleines Dungeons nichts besonderes. Sieht man davon ab, dass man dabei häufiger mal verbesserte Ausrüstung findet. Naja, also hält man sich wieder an das Pfeilsys, ohne das wichtige Punkte in der Story ohnehin nicht getriggert werden und bekommt alsbald die Quest, den kürzlich erst aus Spaß an der Freude gesäuberten Dungeon zu säubern, damit dadurch die nächste Quest aktiv werden kann. Die bereits eingesackte erhaltene Ausrüstung erhält man dabei aber nicht nochmal. Letztlich tut man sich also demnach keinen Gefallen, wenn der Story vorweggreift.
Screenshot Screenshot
Die Kämpfe laufen nach einem sehr ähnlichen Schema ab: Buttonmashing in der Nähe des Gegners, um ihm Saures zu geben, sobald er unter sich ein rotes Gebilde im Boden erscheinen lässt, schnell mit der Ausweichrolle stiften gehen, seinen Hieb abwarten, wieder ran und Buttonmashing. Wirklich kritisch wird es eigentlich nur, wenn zwei oder mehr Gegner auf einmal aktiv sind, oder wenn es Bosskämpfe gibt. Denn Bosse halten wesentlich mehr aus und wenn die hinlangen und treffen, ja, das kostet 'ne Menge Lebensenergie. Spätestens aber beim zweiten oder dritten Anlauf klappt es meistens auch mit den Bossen, da sie fast alle mit brachialer Stärke agieren und nicht mit zu studierenden Bewegsungsmustern. Außerdem ist die Story so ausgelegt, dass man durch den ständig vorgegebenen Pfad immer geradeso weit ausgelevelt und ausgerüstet ist, wie es nötig ist. Das heißt, der Rollenspiel-Anteil beläuft sich tatsächlich nur auf der eingangs erwähnte Prise, denn zu skillen gibt es nichts. Nur hier und da die Möglichkeit, gegen verdientes Geld Waffen und Zauberstäbe zu verbessern.
Screenshot Screenshot
Somit bezieht Cat Quest II seinen Chame aus seinem recht humorigen Beiwerk, seiner farbenfrohen, konstrastreichen Grafik, seiner angenehmen Musik und dadurch, dass die Dauerverprügelei streckenweise funktioniert. Streckenweise, allerdings", denn nach zwei, vielleicht drei Stunden am Stück geht Cat Quest II immer wieder die Puste aus, zu repetitiv ist das an sich unterhaltungsfähige Gameplay.
Screenshot Screenshot
FAZIT
Cat Quest II ist allein nur passabel, zu zweit kommt nicht nur das kooperative Element, sondern auch etwas Spannung hinzu: Man kan sich in Kämpfen absprechen, wer wie agiert - mit der KI als Mitspieler klappt das nicht. Darum, liebes Entwicklerteam, es gibt hier eine wirklich mehr als solide Basis, doch ihr solltet mehr Eigeninitiative erlauben, nein, fordern, und sollte man als Spieler/in einen Dungeon vor dem Triggerevent geläutert haben, dies belohnen, indem der Dungeon als bereits geläutert markiert wird, statt dies zu ignorieren.
Jörg Singleplayer: 65%
Multiplayer: 75%


Verfasst von Jörg am 18.10.2019,
bemustert durch PQube
für bis zu 2 Person/en
Release am 24.10.2019