Cover: HabroxiaBeim Shoot 'em up Habroxia kämpfen wir gegen Horden feindlicher Rumschiffe. Wir müssen sie abschießen, beziehungsweise ihren Geschossen ausweichen, um nicht selbst draufzugehen. Das passiert hier allerdings nicht ganz so flott wie bei vielen anderen Shmups, denn in Habroxia haben wir eine Energieleiste. Jeder Treffer kostet einen Punkt der Leiste. Ausnahmen sind da nur Havarien mit der Umgebung, also wenn wir in begrenzende Wände reinrasseln, denn die kosten mehr als einen Punkt - nur, wenn noch genug übrig sind, geht es gleich weiter, ansonsten starten wir den aktuellen Level von vorn.

Zuerst ist Habroxia sehr schwer. Im Grunde bleibt es das eigentlich die ganze Zeit - zumal in späteren Leveln natürlich noch viel mehr los ist als zu Beginn -, doch mit jedem neuen Power-up verschieben sich die Machtverhältnisse ein klein wenig mehr zu unseren Gunsten. Jedenfalls, unser Gleiter hat drei Arten zu feuern: Geradeaus, zu den Seiten oder per Streuschuss nach vorn weg. Innerhalb eines Levels ändert sich daran nie etwas. Mit Ausnahme von kleinen Kapseln, die uns Zusatzfähigkeiten geben, wie etwa sich für kurze Zeit schneller bewegen zu können, oder eine bildschirmfüllende Detonation, die alle Gegner vom Screen tilgt, oder ähnliches. Diese Fähigkeiten sind allerdings stets zeitlich begrenzt und/oder haben eine Cooldownzeit, sodass sie nicht permanent genutzt werden können.

Obendrein gibt es jedoch die genannten Upgrades. Diese müssen wir vor Betreten eines Levels gegen in den Leveln eingesammelte Credits eintauschen. Credits werden immer mal wieder von Gegnern hinterlassen, wenn sie von uns abgeschossen wurden. Allerdings sind Upgrades im Preis anfangs noch relativ manierlich, doch sie werden immer teurer, je höher eine Upgrade-Kategorie geskillt worden ist. So können wir neben mehreren anderen Dingen unseren Zweischuss in einen Dreier- und danach Viererschuss verbessern, die Durchschlagskraft eines Schusses erhöhen, die Feuerrate verschnellern, uns mit mehr Lebensenergie als normal einen Level starten lassen und und und...
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Nur, wie erwähnt, all das ist nicht gerade billig. Sehr bald schon ist ein Preisniveau erreicht, bei dem man gut und gerne 3-5 Level absolvieren muss, um wieder ausreichend Credits für ein neues Upgrade beisammen zu haben. Jedoch können Upgrades auch wieder gegen Credits zurückgetauscht werden, sodass unser Gleiter vor jedem Level immer wieder anders konfiguriert werden kann - wenn wir das woillen. So vorzugehen empfiehlt sich in Anfangszeit tatsächlich, denn so kann man recht gut herausfinden, was genau ein Upgrade bringt, beziehungsweise, wie effektiv und/oder effizient es sich auf uns auswirkt.
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Was Habroxia von vielen anderen Shmups allerdings wirklich unterscheidet, ist, dass es sowohl horizontale als auch vertikale Abschnitte gibt. Mit anderen Worten: Wir fliegen mal seitlich von links nach rechts und mal in der Draufsicht von unten nach oben durch einen Level. Doch eine weitere Besonderheit unterscheidet Habroxia von so manch anderem Shoot 'em up. So gibt es nicht nur stumpfe "Ballere alles ab, was dir auf deinem Weg begegnet!"-Aufgaben, sondern gern auch Zusatzmissionen: Hin und wieder auftauchenden Astronauten zu retten (mit dem Gleiter einsammeln), anstatt sie - zumeist versehentlich - abzuschießen. Teilweise ist dies sogar Voraussetzung, um einen Level absolvieren zu können. Gelingt es beispielsweise nicht, die geforderte Mindestmenge Astronauten gerettet zu haben, bevor die Raumstation erreicht worden ist, stoppt der Level hier und eine Textnachricht erklärt, es seien nicht ausreichend Astronauten gerettet worden, darum müsse man den Level wieder von vorn spielen.
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Neben dem 15 Level umfassenden Story Mode, gibt es aber auch noch dri andere Modi, die nach und nach zugänglich werden, je weiter wir in der Story kommen. Wie etwa möglichst lange überleben müssen, während eine Gegnerwelle nach der anderen uns ans Leder möchte. Oder es geht tatsächlich nur darum, möglichst viele Astronauten zu retten. Oder ohne Upgrades möglichst lange durchzuhalten, wobei ein Treffer bereits das Aus bedeutet.
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Habroxia bietet insgesamt zwei Buttonlayouts, aus denen wir wählen dürfen. Bei der einen wir mittels der Schultertasten feuert, bei der anderen mit den Facebuttons. Beide Layouts sind praktikabel; abhäging von der persönlichen Präferenz, die eine mehr, die andere weniger. Die Bewegung des Gleiters erfolgt via Steuerkreuz oder linkem Analogstick - und auch hier gibt es keinerlei Anlass zur Kritik. Unsere Eingabe werden butterweich im Spielgeschehen ungesetzt - der Gleiter reagiert perfekt auf all unsere Kommandos.
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Grafisch erinnert Habroxia an R-Type. Insbesondere die Level könnten praktisch eine umstrukturierte Version des ersten Levels im ersten R-Type sein. Auch die Kapseln erinnern an jene aus R-Type. Jedoch sehen in Habroxia alle Level sehr ähnlich aus. Sie variieren natürlich im Aufbau, doch optisch ist es eigentlich immer dasselbe, sieht man von einigen Color Palette Swaps ab. Auch die Gegner sind im Grunde immer wieder die gleichen, es ändert sich hier nur die Menge, in der ein Gegnertyp erscheint, oder de Richtung, aus der er kommt. Allerdings stört das nicht wirklich, denn es ist trotzdem jederzeit ausreichend Abwechslung vorhanden, sodass man nicht wirklich auf all die ähnlichen Level achtet. Denn vordergründig geht es ja eben darum, einen Level beenden zu können. Und aufgrund des konstanten Beschusses achtet man vornehmlich darauf, wo gerade Gegner sind und aus welcher Richtung die Geschosse kommen. Phasenweise artet es sogar in eine richtige Bullet Hell aus.
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Beim Sound ist Habroxia eigentlich in Ordnung, nur ist mir der Soundtrack eine Spur zu melancholisch. So ist es nicht unbedingt die Qualität der Songs, oder deren Produktion, sondern die Stimmung, die durch sie erzeugt wird. Eher upbeatigere Stücke, die den Adrenalinspiegel ansprechen, würden, meiner Meinung nach, viel besser passen.
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Was bei Habroxia fehlt, ist irgendeine Form von Onlinefunktion. Nicht mal Highscorevergleiche sind möglich, obwohl im Spiel selbst die TOP 5 je Level und Modus festgehalten werden. Allerdings nur lokal. Sich via Time Trial und/oder Highscore weltweit mit anderen messen zu können, hätte den Wiederspiel dramatisch erhöht.
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FAZIT
Habroxia ist definitiv wert, gespielt zu werden. Sich durch jeden Modus einmal durchgeballert zu haben, ist so einfach nicht und motiviert, es bis zum jeweiligen Ende immer neu zu probieren. Leider mangelt es Habroxia an genau diesem Punkt - ist ein Modus dann nach rund 3 Stunden durchgespielt, fehlt die Lust, es nochmal und nochmal zu versuchen, um zum Beispiel einen Highscore zu knacken. Man kann seine Leistung sowieso nicht mit anderen vergleichen. Dennoch: Trotz alledem ist Habroxia auch zum normalen Durchspielen ein formidables Shoot 'em up, das ich allen Fans des Genres ans Herz lege.
Jörg Singleplayer: 76%

Verfasst von Jörg am 24.09.2019,
bemustert durch eastasiasoft
für bis zu 1 Person/en
Release am 26.09.2019